Autor: Fritz

Was ist anders, wenn man von Indien nach Nepal kommt?

  Es ist viel weniger Kraftverkehr (kein Wunder, bei Treibstoffmangel!) Vor allem gibt es weniger Trucks (die stehen ja auch alle vor der Grenze und vor geschlossenen Tankstellen!) Es wird viel weniger gehupt (auch kein Wunder, ist ja auch weniger Verkehr. Aber selbst wenn man das einrechnet, hält man sich doch sehr zurück.) Es wird zivilisierter gefahren, z.B. nicht auf der falschen Straßenseite. Beim Abbiegen wird sogar mal der Arm rausgehalten! Alle Moped-/Motorradfahrer tragen einen Helm, niemals aber die Sozias. Von zehn Tankstellen sind neun geschlossen. Vor den offenen warten die Menschen mit ihren Kanistern auf den Fahrrädern schön in Reihe und Glied ohne jedes Drängeln. Es gibt deutlich weniger Müll am Straßenrand, dafür aber mehr Müllplätze mit sortenreiner Trennung. Irgendwie geht alles viel gelassener ab. Im Süden des bergigen Nepals gibt es noch einen wenigen Dutzend Kilometer breiten Streifen der flachen Ganges-Ebene, der Terai genannt wird. In diesem Streifen liegt westlich der Grenzstadt Sinauli nahe der Grenze zu Indien, aber eben noch in Nepal (worauf die Nepali sehr stolz sind) bei dem Dorf Lumbini …

Nachtrag Straßenverkehr

Einer unserer indischen Gesprächspartner mit Auslandserfahrung, auf den die nachfolgende Typisierung ganz sicher nicht zutrifft, äußerte sich zum Thema allgemeine Sicherheitslage im Alltag, besonders auch Verhalten im Straßenverkehr, folgendermaßen: das Problem sei, dass ein sehr großer Teil der Bevölkerung „absolutly zero-brained“ sei. Wir haben dieses harte Verdikt über seine Landsleute entrüstet zurückgewiesen. Wir müssen aber zugeben, dass sich das beobachtbare Verhalten auf der Straße sich unserem westlichen Verständnis weitgehend entzieht. Besonders deutlich wurde das an einem beschrankten Bahnübergang einer gut befahrenen zweispurigen Hauptverkehrsstraße. Wir hatten brav am linken Rand angehalten, als die Schranke runterging und standen deswegen ziemlich in der ersten Reihe. Auf beiden Seiten der Schranke fuhren nun die Fahrzeuge, große und kleine, auf ganzer Straßenbreite an die Schranke ran, dicht an dicht, die Lücken wurden von den Mopeds aufgefüllt, so eng, dass man hätte nicht umfallen können. Zug fuhr durch, nichts geschah; der Schrankenwärter ließ auch den Gegenzug noch passieren. Einzelne Mopedfahrer hatten die Schranke etwas an gehoben und fuhren zur anderen Seite, wo sie aber nicht weiterkamen. Inzwischen hatte sich ordentlich was …

Unterwegs nach Varanasi 2

  Anders als gedacht und auch angekündigt, finden wir an der Straße, immerhin eine Hauptverkehrsstraße, außerhalb von größeren Städten keine Unterkünfte. Wir haben den Tipp bekommen, in den Städten in der Nähe des Zug- oder Busbahnhofs zu suchen, dort gäbe es einfache Hotels. Das war ein guter Hinweis und so machen wir es auch. D.h. aber auch: kein Bahnhof- kein Hotel! Und so fahren wir die nächsten 5 Tage notgedrungen sehr lange Etappen- unsere längste überhaupt mit 165 km! Gottseidank ist die Gegend eben und die Straße meistens ganz gut. Wir stellen uns den Wecker auf 5.15 Uhr und fahren zwischen 6 und 7 Uhr los. So haben wir bis mittags manchmal schon 80 km geschafft. Es klappt ganz gut und wir sind auch ein bisschen stolz auf unsere Leistung. Und wir haben in Varanasi das dringende Bedürfnis nach ein paar Tagen Erholung. Jedes Erlebnis, das wir hier haben, lehrt uns ein kleines Stückchen mehr von Indien und lässt uns mehr ankommen. Z.B. die Geschichte mit dem kleinen Straßenrestaurant. Gegen unsere Gewohnheit, nur dort anzuhalten, …

Happy Diwali

Gestern, am 11. 11. war Diwali. Das sei so etwas wie Weihnachten, Sylvester und Ostern zusammen. Im Vorfeld werden das Haus und Hof geputzt, der Müll wird vors Dorf geschafft oder an Ort und Stelle verbrannt. Manches Haus bekommt frische Farbe. Man wäscht sich und die Kinder gründlicher als sonst. Auch Trucks werden geputzt und manchmal geschmückt. Es werden Heiligenfiguren, Blumengirlanden, Leuchtgirlanden, Feuerwerk und massenweise Öllämpchen aus Ton verkauft. Wir hatten auch den Eindruck, dass besonders viele Eier verkauft wurden, wohl für das viele Süßgebäck, das man hier so liebt. Das Ganze ist eigentlich ein Familienfest mit Verwandtenbesuchen. Abends gibt es dann über mehrere Tage reichlich Feuerwerk und noch mehr Böller.

Straßenverkehr

Wenn wir morgens auf das Rad steigen, fahren wir jetzt nicht mehr aus Versehen auf der rechten Straßenseite. Kreisverkehr geht auch schon, nur Rechtsabbiegen auf zweibahnigen Straßen hat seine Tücken. Auf der Landstraße ist das Fahren eigentlich kein Problem; es wird auffallend langsam gefahren und meistens auch leidlich Seitenabstand eingehalten. Der Stadtverkehr, selbst in kleinen Dörfern, ist allerdings chaotisch. Der Begriff „Verkehrsknoten“ bekommt hier eine ganz neue Bedeutung. Es gibt eine deutliche Rang- oder auch Hackordnung, abhängig von der Tonnage und der Lautstärke der Hupe. Trucks und Busse haben üblicherweise eine Mehrton-Fanfare. Insbesondere Trucks haben meist Fanfaren mit komplizierten Akkorden, Tonabfolgen und Rhythmen in Megalautstärke. Tuk-Tuks klingen oft etwas kläglich und stehen kaum über den zahlreichen Mopeds, die aber natürlich schneller und wendiger sind. Ganz am Ende der Kette finden sich Radfahrer und Fußgänger. Die haben gar keine Hupe. Klingeln kann man vergessen. Warum hupen die Inder überhaupt so viel? Ich habe den Sinn noch nicht herausbekommen. Karin meint, sie teilen damit mit „keine Sorge, ich habe dich gesehen“. Also, wenn ich auf der Straße …

Tiger-Safari

Hier ist irgendwo ein Tiger versteckt! Wir haben uns eine Tiger-Safari geleistet. Im Pench-Nationalpark. Wir haben alles vom Tiger gesehen, nur die Tiger selber nicht. Die lümmelten wahrscheinlich pflichtvergessen träge im hohen Gras und haben sich einen Teufel um die Touristen in ihren Jeeps geschert. Ein wenig enttäuscht sind wir schon. Dafür gab es aber doch einiges anderes Getier und Gewächs zu sehen. Lupi musste bei diesem Ausflug zuhause bleiben, genoss das aber durchaus. Denn unser Resort, Tiger´n wood, war schon ganz schön dschungelig! Als Trost hat unsere Tochter ein Foto unserer betagten Hauskatze geschickt mit dem Text: „Stubentiger in natürlicher Umgebung“ Und hier nun noch ein paar Live-Eindrücke von unserer – wenn auch erfolglosen – Safari.

Ich habe mich verliebt!

Karin meint, das wäre nicht schlimm, das gibt sich wieder. Die Angebetete ist königlichen Geblüts und heißt Royal Enfield. Sie wird seit Dutzenden von Jahren im klassischen englischen Stil gebaut, mit 350 oder 500 ccm und inzwischen mit moderner Technik. Sie sticht klanglich und optisch aus der Masse der Honda-Hero’s und kleiner Roller hervor. Ist so etwas wie die indische Version der Harley. Ich werde sicher bei meiner alten Max und der noch älteren Zündapp bleiben. Aber gucken darf man doch mal!  

Besuch auf einem Bauernhof

Man wird hier ja häufig von Mopedfahrern beim Fahren angesprochen, bevorzugt in schwierigen Verkehrssituationen, der übliche small-talk, woher-wohin, in Hindi oder bestenfalls gebrochenem Englisch. Vor einigen Tagen sprach mich gegen 5°° p.m.  jemand deutlich anders an, in sehr gutem Englisch und ich spürte wirkliches und weitergehendes Interesse. Satish, so heißt er, lud uns auf den Bauernhof seiner Familie ein, der 30 km entfernt sei. Das würden wir per Rad vor der Dunkelheit nicht mehr erreichen (und man soll in Indien ja nicht im Dunkeln Rad fahren!), also wurde ein Pick-up angehalten, der uns 20 km weiter brachte. Die letzten vier km bester dirt-road mussten wir in der Dämmerung radeln, dann waren wir da. Die (Groß-)Familie lebt auf diesem Grundstück (mehrere ha) seit vier Generationen. Unser Freund Satish ist 30, studiert BWL-Master und hat vor einem halben Jahr geheiratet. (Die Ehe wurde wie üblich von den Eltern/Schwiegereltern vermittelt und er lernte seine Frau ca. 8 Wochen vor der Hochzeit kennen). Das neu gebaute und jetzt bewohnte Haus wurde vor drei Monaten bezogen; darin leben Satish mit …

Tauchgänge

In Candolim an der indischen Ostküste hatte ich zwei Tauchgänge. Da können wir auf der Landkarte im TCW-Clubheim wieder eine neue Nadel stecken. Karin hatte sich ja eine Rippe angeknackt und war nicht tauchtauglich. Sagt der Taucharzt. Der erste TG war der Interessantere: Kaum 200 m vom Ufer (was hatte der da zu suchen???) einer unbewohnten Insel war 1948 ein großer Frachter auf ein Riff gelaufen und in zwei Teile zerbrochen. Den vorderen Teil haben wir zu zweit umtaucht bei grottenschlechter Sicht. Ein großes Fischernetz hatte sich an mehreren Stellen verfangen; darin waren viele Krebse gefangen. Dieses Netz haben wir mit großer Mühe losgefummelt und freigeschnitten und an Bord gehievt. Dort wurden Dutzende Krebse befreit und ins Wasser geworfen. Haben ordentlich gutes Karma gesammelt! Der zweite TG, kaum 500 m weiter bot beste Sicht, teilweise etwas Strömung, die manchen Teilnehmer etwas überforderte, und vor allem ein erschreckendes Maß an Korallenbleiche (wovon ich leider kein Foto habe), also dem Absterben der Bakterien, die mit den Polypen der Korallen in Symbiose leben. Ohne diese stirbt der ganze …

Goa

Zwei Geisterfahrer???? – Hunderte!!!! – An diesen Linksverkehr werden wir uns langsam gewöhnen müssen, denn damit werden wir das ganze nächste Jahr zu tun haben. Der Flug von Almaty nach Goa war ausgesprochen unkompliziert. Die Räder mussten in große Pappkisten, wozu sie aber zerlegt werden mussten. Dass sie nicht als Sportgepäck angemeldet waren (weil die Möglichkeit auf der Webseite nicht gegeben war), war kein Problem; auch, dass wir insgesamt die 2×40 kg Gepäck um drei Kilo überschritten haben, wurde so durchgewunken. Die Räder wurden wieder montiert und los ging’s nach Süd-Goa. Die Befürchtungen bezüglich der großen Bevölkerungsdichte, der großen Armut und einer gewissen Distanzlosigkeit, die Europäer wohl oft empfinden, haben sich bisher nicht bestätigt. Nun wird mancher einwenden, Goa sei nicht Indien, und das ist auch sicher richtig. Die Gegend ist eher touristisch geprägt und gehört zu den reichsten Regionen Indiens. Als frühere portugisische Kolonie ist man hier überwiegen katholisch. Überall stehen diese weißen Kirchen, kleine Kapellen, Marienstatuen und die sogenannten Geisterhäuser, die in vielen asiatischen Ländern die Vorgärten zieren (damit die Geister darin wohnen …

Sind in Goa!

Nach problemlosem Flug (nicht einmal die drei Kilo Übergepäck hat uns Airarabia in Rechnung gestellt!) sind wir heute morgen in Goa/Indien angekommen. Wetter ist feucht-warm, die Vegetation ist üppig, die Menschen sind total anders drauf aber der befürchtete große Kulturschock ist heute zumindest ausgeblieben. Karin sagt gerade, fühlt sich etwas an wie Urlaub. Eigentlich wollen wir ja möglichst nur per Rad um die Welt, haben aber einen Kompromiss gemacht, weil uns Pakistan zu gefährlich erschien. Dass allerdings überall etwas passieren kann, auch dort, wo wir uns bei der Reise sicher gefühlt haben, wird uns durch den Anschlag in Ankara schmerzlich bewusst. Wir legen Wert auf die Feststellung, dass wir nur einen Nord-Süd-Sprung gemacht haben aber keinen West-Ost-Sprung! Jetzt sitzen wir in einem Strandcafe und trinken Pinacolada, wovon ich seit einem halben Jahr träume.  

Doswedonje Zentralasien!

Jetzt sind wir fast drei Monate in Zentralasien herumgereist. Und es war toll! Wir waren in Wüsten und im Hochgebirge zwischen den 6000ern, hatten 50° Hitze und Frost. Wir sind über perfekten Asphalt gefahren und über Geröllhalden, haben die Räder durch Flüsse und über Schotterpisten geschoben. Waren zu zweit und bis zu fünft unterwegs. Ein Dutzend Pässe über 3000 Meter, die Hälfte davon über 4000 Meter. Yaks und Murmeltiere gesehen. Geschlafen haben wir in Jurten, Lehmhütten, Hostels, im Hotel mit Pool und im Zelt bei Sandsturm auf 4000 Meter Höhe. In eiskalten Gebirgsbächen gebadet und im erstaunlich warmen Gebirgs-See. Wir haben große Gastfreundschaft erlebt aber auch Steinwürfe von Kindern. Zu essen gab es Ploff (Reisgericht), Hammelsuppe, Kebab, Lakhman (eine Nudelsuppe), Müsli, Datteln, Nüsse, Kekse, immer wieder Spaghetti und manchmal nur trockenes Brot. Trinkwasser wurde aus Flüssen genommen und gefiltert. Außer in den großen Städten (Dushanbe, Mary, Korogh, Osh und Bischkek) mit halbwegs westlichem Standard sind die Versorgungsmöglichkeiten auf dem Lande rar. Ein Wasserleitungssystem oder gar Entwässerung gibt es ebenso wenig wie eine Stromversorgung, dementsprechend auch …

Von Osh nach Bishkek

Da hatten wir gedacht, wir hätten die dicken Berge hinter uns, aber nix da! Kirgistan ist doch viel bergiger als gedacht (und gehofft!). Und abgesehen von den großen Städten auch genau so dünn besiedelt wie die anderen zentralasiatischen Staaten. Deswegen gab‘s auch kein warmes Homestay sondern eine Woche Camping – meist an extrem schönen Orten … … manchmal aber auch in Feuchtgebieten mit dem Charme der sozialistischen Vergangenheit. An diesem Tag hatte es geregnet und wir haben denn doch ein Dach über dem Kopf gesucht und gefunden, allerdings ein undichtes. An den Dutzend Stellen, wo es durchregnete, wurden Eimer und Schüsseln aufgestellt. Die drei Damen, die das Hotel versorgen, waren guter Dinge und sehr bemüht um uns. Und der Garten war super gepflegt! Ein Lagerplatz am Toktugul-Stausee ist der Erwähnung wert: Wir hatten – gerade zu viert unterwegs – bei einem Roadside-Restaurant nach Abendessen und Lagerplatz nachgefragt. Beides wurde uns in hervorragendem Maße gewährt: bei malerischer Aussicht und Hollywood-Schaukel genossen wir frische gebratene Forellen. Am 18. Haben wir unseren 10.000sten Kilometer gefahren! Die Herbstfärbung wird …

Ein paar Eindrücke aus Osh …

… vor allem von der Fresszeile des Basars. Der Basar ist eigentlich einer wie andere auch, offene Stände mit Überdachung, wuselig und eng, hat aber doch eine interessante Gastronomie. In der Halle bieten etwa 15 Frauen verschiedene Gerichte an, Suppen, Ploff, Kebab, Salate, Hammelbeine, Torten und verschiedenerlei Teigtaschen. Es ist eine gute Gelegenheit, Menschen mit Gesichtern zu beobachten, denen man ansieht, dass das Leben nicht immer einfach ist. In ganz Zentralasien sind übrigens diese Besen ohne Stiel verbreitet, die man nur gebückt verwenden kann; es gibt keine mit Stiel. Den Grund dafür haben wir nicht herausgefunden, vielleicht haben die Menschen hier so gerne Rückenschmerzen? Die Dokumentation von Hochzeiten in aufwendigen Videoproduktionen hat hier wie in vielen anderen Ländern einen hohen Stellenwert. Auf dem Foto von dem Hochzeitspaar vor der Lenin-Statue sieht man einen kleinen grünen Leuchtpunkt: das ist eine Drohne, mit der die Party von oben gefilmt wurde. Eine Sache ist leider dabei schief gegangen: vielleicht weil es gerade zu regnen begann, sind die beiden weißen Tauben, die die Braut hat fliegen lassen, spornstreichs unter …

Alichur

Einen solchen Ort haben wir noch nicht gesehen. Verstreut auf einer kargen Hochebene auf knapp 4000 m liegen einige hundert flache Lehmziegelbauten. Dazwischen Schotter. Fast keine Autos. Schule, Kindergarten, ein Gesundheitszentrum, Moschee, vier Läden („Magazin“), ein Trucker-Restaurant an der Durchgangsstraße. Fünf Brunnen. Einige Homestays. Der Ort ist mit Strommasten gespickt, aber es gibt keinen Strom. Zur Russen-Zeit, also vor 25 Jahren, gab es einen Diesel-Generator. Der ging aber kaputt, und zudem fehlt dem Ort das Geld, Diesel auf dem Weltmarkt zu kaufen, den Russland vorher zu Freundschaftspreisen geliefert hatte. Jetzt haben viele Häuser sehr kleine Solar-Panels (~1/2 qm) und eine Autobatterie als Speicher. Dazwischen ist ein Regelmodul chinesische Bauart geschaltet. Damit werden abends Leuchtdioden betrieben. Viele Häuser haben Satelliten-Schüsseln, also gibt es auch Fernseher. Im Winter (der übrigens sehr kalt aber schneearm ist) sollen etwa 2000 Menschen im Ort leben, überwiegen Kirgisen (die übrigens die eine Stunde von der Zeitzone abweichende kirgisische Zeit verwenden!). Die Hälfte von ihnen ist jetzt im Sommer mit den Herden in den Bergen, also noch höher. Im Gesundheitszentrum gibt es …

Pamir: Roshtqala-Valley

Von den drei Möglichkeiten, die wir nach der Freigabe des Pamir-Highways hinter Korogh hatten, haben wir die mittlere gewählt: weil wir erwarteten, die M41 total überlastet zu finden (was nicht stimmte) und gehört hatten, dass das Wakhan-Valley durch die zwischenzeitliche LKW-Nutzung noch schlechter geworden sei. Die Wahl war gut. Inzwischen zu fünft unterwegs fanden wir unerwartet die ersten 60 km asphaltiert und mit moderater Steigung. Abends fanden wir schöne Plätze am Shakhdara-Fluss. Je höher wir kamen, desto fantastischer die Landschaft. In 4000 Meter Höhe weiden Schafe, Rinder und Ziegen. In der Ferne leuchteten schneebedeckt die höchsten Berge der Region, der Pik Marx und der Pik Engels (die heißen wirklich so!). Je näher wir dem Maisara-Pass kamen, desto steilere kurze Anstiege gab es, die uns beiden Alten in dieser Höhe deutlich mehr ausmachten als unserer schwedischen Freundin mit ihren 23 Lenzen. (Wir haben übrigens auf der ganzen Reise keine Reiseradlerin getroffen, die älter als Karin war und keinen, der älter als ich war. Seniorenreise!) Kurze Schiebestrecken aufgrund der Steigung und des groben Schotters bis Felsuntergrunds ließen …

Die Polizei-dein Freund und Helfer

Anders als man vielleicht denken könnte, haben wir von der tajikischen Polizei einen durchaus positiven Eindruck. Schon die Begrüßung an der Grenze hatte ja Seltenheitswert und ist uns in bester Erinnerung. Der Grenzbeamte hatte uns auf Deutsch mit den Worten „Willkommen in Tajikistan!“ und „Ich liebe Touristen!“ begrüßt, uns nach small talk und kurzem Blick auf die Fahrräder ohne jede Gepäck-Kontrolle durchgewunken und mit den Worten „Good luck on the Pamir-Highway!“ verabschiedet. Ein Erlebnis vor ein paar Tagen hat das aber noch getoppt: Wir kamen am späten Nachmittag an einen der Polizeiposten, die es in ganz Zentralasien gibt, wo routinemäßig der Reisepass registriert wird. Frederika fragte den Chef, ob wir denn auf der Wiese hinter der Polizeistation zelten dürften. Natürlich dürften wir das, es wäre dort sogar besonders schön. Dann hat er uns persönlich zu einem geradezu paradiesischen Platz geführt, 300 Meter hinter dem Gebäude, mit weichem grasbewachsenen Untergrund und einem kleinen glasklaren See. Da haben wir die Zelte aufgebaut, gebadet, ein wunderbares Tomaten-Risotto gekocht und schließlich beim Bier den Sternenhimmel bewundert und uns zu …

Usbekistan tankt Gas

Benzin und Diesel ist in Usbekistan kaum billiger als in Europa. Die eigenen Erdölvorkommen werden im Wesentlichen exportiert. Methangas scheint –wenn ich das richtig verstehe- nur etwa 25 €-Cent zu kosten. Also sind fast alle Autos umgerüstet, können aber offenbar problemlos auch mit Benzin fahren, wenn der Gasvorrat nach üblicherweise 200 km alle ist, z.B. bei langen Wüstenstrecken. Selbst viele Diesel-LKW’s haben die roten Gastanks – wie immer das technisch möglich ist. Seltener wird auch Propan genutzt. Anders als das Bild oben nahelegt, kommt das Methan nicht aus der Landwirtschaft, sondern aus den riesigen Erdgasvorräten des Landes. Nahezu jedes Haus, selbst in abgelegensten Gebieten ist mit Ferngas versorgt über oft abenteuerlich anmutende Rohrleitungen, die denn so einfach im Wüstensand liegen, mit Drähten an Dachrinnen angehängt oder mit irgendwelchen Holzlatten abgestützt sind. Manchmal riechen sie auch etwas streng.