Monate: Februar 2020

Ushuaia

Ushuaia die südlichste Stadt der Welt, liegt zwar nicht an der Magellanstraße (nördlich und westlich von Feuerland) sondern am Beagle-Kanal (südlich von Feuerland). Insofern sind die schneebedeckten Berge, die wir hier sehen, nicht dieselben, die Fritz’ Vater damals von See aus sah. Aber sie sind doch ziemlich ähnlich, mal abgesehen davon, dass die Schneebedeckung vielleicht etwas abgenommen hat. Was ja eigentlich nicht verwundert, außer wenn man Trump heißt. Ushuaia selbst ist noch gar nicht so alt. Erst Ende des 19. Jahrhunderts kamen die ersten Siedler und vor allem das argentinische Militär, um hier einen Stützpunkt zu errichten. Davor gab es allerdings schon Europäer hier, wie so oft, als eine der Ersten, Missionare, die den „armen nackten Wilden“ Gottes Himmelreich und Kleidung bringen wollten. Leider brachten sie und die folgenden Abenteurer und Siedler ihnen den Tod. Die Tragödie der Feuerländer wird hier durchaus thematisiert und ist bedrückend. Vier verschiedene Völker, die seit Jahrtausenden hier lebten, wurden innerhalb kürzester Zeit, eigentlich wenigen Jahrzehnten, dramatisch dezimiert und sind inzwischen als Ethnien völlig ausgestorben. Als Hauptursachen gelten die von …

Endspurt

Das Ende der Reise ist nahe! Nach Rio Grande sind das gute 200 km bis Ushuaia; man könnte das ja in zwei Tagen schaffen. Wollen wir aber nicht: erstens geht es da nochmal über irgendwelche Buckel und zweitens haben wir ja Zeit! Und die braucht man auch, besonders wenn man sich verfährt und am Ende der Kamille-gesäumten Schotter-Nebenstraße auch noch ein Zaun steht. Also Gepäck runter und drüber heben. Der Süden Feuerlands ist übrigens –im Gegensatz zum total platten und kahlen Norden dicht bewaldet und ziemlich bergig mit Schnee auf den Kuppen, dafür aber etwas weniger windig. An der Straße stehen häufig Hinweise auf Unfallschwerpunkte, hier besonders eindrucksvoll mit den Gräbern direkt vor Ort! In Ausflugsentfernung von Ushuaia (25 km) gönnten wir uns  eine Versorgungspause in einem großen Lokal mit den üblichen Lammspießen. Auf dem Foto sieht man unten den See aus dem ausgetropften Fett- hm, lecker. Wir haben übrigens Ravioli bevorzugt. Übernachtet haben wir im Windschutz einer Wellblechhütte neben einem Sanctuario eines der „Nationalheiligen“ (nicht im Sinne der katholischen Kirche!), dem Gauchito („kleiner Gaucho“), …

Ciao Lupi! – Ein Nachruf

Dies ist das letzte Bild mit unserem Lupi. Es ist kaum zu glauben, aber Lupi hat der Fuchs geholt! Etwa 80 km vor Ushuaia, dem morgigen Endpunkt unserer Reise, haben wir an einem Aussichtspunkt am Rande des Lago Fagnano gehalten, sehr idyllisch, stahlblauer Himmel, schneebedeckte Berge im Hintergrund… Und da waren auch zwei Füchse, ohne jede Scheu. Das ist ein wunderbares Lupi-Foto, dachten wir, sind ja schon irgendwie verwandt. Ich setze also den Lupi direkt vor mir und so zwei Meter vom Fuchs entfernt auf dem Boden und zücke die Kamera. Da springt der mit zwei Sätzen, schnappt sich den Lupi und rennt die 50 Meter zum Bau. Ein Fuchs läuft schneller als ich. Der Bau mit einer ganzen Fuchsfamilie ist am Hang unter einem Dutzend umgestürzter grauer Bäume. Einmal habe ich ihn mit seiner Beute noch gesehen, dann waren beide verschwunden. 1 ½  Stunden bin ich herumgeklettert, habe unter jeden Baumstamm gesehen, in jedem Baueingang mit einem Stock gestochert: nichts. Auch nicht mit guten Worten und einem Schinkenbrötchen ließ sich der Räuber locken. Schließlich …

Tierra del Fuego – Feuerland

Bevor es mit der Fähre nach Feuerland ging, stromerten wir noch ein bisschen durch Punta Arenas. Wir fanden die Stadt interessant und wir hatten ja Zeit. Also besuchten wir eine regionale Erzeuger-Ausstellung, die in einer Schule stattfand. Praktische Nebennutzung, denn die Schulen sind ja von Mitte Dezember bis Ende Februar wegen Ferien geschlossen. Wie überall gab es jede Menge Leckereien und Kunsthandwerk. Den fahrradgetriebenen Mixer (s. Foto) gab es mehrmals; eigentlich eine gute Idee für Straßenstände. Interessant war auch ein Plakat an einer Klassenzimmertür (s. Foto), worauf die jeweiligen Aufgaben und Rollen von Lehrer und Schülern beschrieben wurden. Unser Host versorgte seine Gäste jeden Morgen mit einem wunderbaren Frühstück. Er erzählte uns auch, dass bereits seine Eltern unter Pinochet auf die Straße gingen und er als Jugendlicher Erfahrungen mit der Polizei machte. Nun würde er mit seiner Frau und seinem 8jährigem Sohn ebenfalls regelmäßig demonstrierten. Allerdings würden sie dann abends nach gehen und er bliebe, denn dann würde es ernst. Er habe auch schon Jungen, die nicht wussten, wie man Reifen für eine Straßenblockade anzündet, …