Autor: Fritz

Vorweihnachtszeit

Die Adventszeit hat uns ja nicht nur einen fast autofreien Sonntag beschert sondern auch Adventspäckchen unseres Freundes Michael E.! Da haben wir am Sonntag das erste geöffnet. Der Inhalt hatte nun in den letzten 3 Monaten unter erhöhtem Umgebungsdruck Temperaturen zwischen 45° und nahe dem Gefrierpunkt durchgestanden, war schön verbacken aber schmeckte immer noch wunderbar nach Weingummi. Danke, Michael!!!!! Bei uns kommt in diesem Klima trotz des Päckchens keine rechte Weihnachtsstimmung auf. In Läden und Restaurants werden die bekannten Weihnachtslieder abgespielt, z.B. “Leise rieselt der Schnee“ bei 27°. Auch werden Schneemänner, Weihnachtsmänner mit Elch und schneebedeckte Häuser immer wieder gern gesehen. Krippen jeder Größe sind zu haben, wobei meistens das Christkind fehlt; ist ja auch logisch, wird ja erst am 24. geboren! Allerdings ist die Maria auch nie hochschwanger. Eine Kaufhauskette wünscht „Süße Weihnacht“; Mexiko hat ja durchaus ein heftiges Übergewichts- und Diabetes-Problem. Es ist ganz unglaublich, was so an Süßkram verkauft und verzehrt wird! Weihnachten wird wohl auch nicht immer so ganz ernst genommen: Über das Theater-Plakat, besonders die Magdalena, mussten wir doch herzlich …

Von Catemaco nach Villahermosa

Catemaco ist oben, Acayucan ist unten, also geht’s bergab. Dachten wir so. Stimmt aber nicht ganz. Zwischendurch gibt es da wirklich eine wunderbare Abfahrt von 15 km, aber erst mal muss man ja aus dem Krater raus. Und nach der Abfahrt war es nicht platt wie wir erwartet hatten, sondern geradeaus und hügelig, auf und ab und auf und ab und auf … Danach haben wir dann einfach die Autopista genommen, die mexikanische Variante der Autobahn, aber vom Ausbaugrad doch nicht ganz vergleichbar. Am ersten Tag war das so ziemlich das fieseste, was wir an Straße erlebt haben: Baustelle an Baustelle, kilometerlange sehr schmale einspurige Führung, oft unbefestigt, heftiger LKW-Verkehr. Oft hatten wir zwischen Truck und Packtasche kaum 30 cm Luft. Hört sich gefährlich an und war es auch, es gab aber keine Alternative. Man hätte das filmen sollen; wir hatten aber anderes zu tun. Am nächsten Tag, dem 1. Advent, war die Autobahn in perfektem Zustand, kein Verkehr, meist hatten wir die ganze Straße für uns alleine, Rückenwind, Landschaft pott-eben. Und so blieb das …

Tlacotalpan

ist eine  hübsche Kleinstadt am Rio Papaloalpan. 1788 ist sie mal abgebrannt und danach aus Stein im Kolonialstil wiederaufgebaut worden. Seitdem sind kaum Gebäude dazugekommen, so dass der Zustand seit fast 150 Jahren erhalten ist und zum Weltkulturerbe zählt. Zwar hat es da vor einigen Jahren eine heftige Überschwemmung gegeben, aber die Schäden sind (mit Hilfe von UNESCO-Geldern) überraschend schnell wieder restauriert worden. Überraschend ist, dass so wenig Touristen da sind. Wir haben beschlossen, die lokale Wirtschaft im besten Hotel des Ortes zu unterstützen. (Wir können auch anders. Aber so können wir auch!) Nachmittags hat uns Victor angesprochen. Der arbeitet bei der Stadt- er hat den Job seiner verstorbenen Mutter geerbt! Der machte uns mit seinem Freund Allan aus Washington DC bekannt und wir hatten einen ganz wunderbaren Abend! Allein hätten wir die Bar keinesfalls gefunden. Weiter ging’s nach Catemacu. Die ganze Gegend ist ja an sich dschungelhaft-der nördlichste Regenwald des amerikanischen Kontinents, warm und mindestens 70% Feuchte. Dementsprechend reichlich phantastische Pflanzen und haufenweise größerer und kleinerer Tiere, die man meist aber nicht sieht, sondern …

No viajamos a Oaxaca

Das muss jetzt mal gesagt werden: wir fahren NICHT nach Oaxaca. Obwohl wir das eigentlich als wichtiges Ziel auf dem Plan hatten und zudem eine sehr interessante Einladung. Dann haben wir aber noch mal die Höhenmeter gegoogelt und kalte Füße bekommen. Rein geht’s ja noch, 2.300 Hm auf 80 km; raus aus dem Tal sind das aber fast 8.000 Hm auf 170 km, ohne sichere Übernachtungsmöglichkeiten (wild zelten kommt für uns in dieser Gegend aus Sicherheitsgründen nicht in Frage). Und nicht auf Meereshöhe sondern auf 2.500 m-mit entsprechen dünner Luft. Wir haben uns das dann schmerzhaft aus der Seele geschnitten. Stattdessen sind wir Richtung Cordoba aufgebrochen. Das Navi hat uns allerdings genarrt und durch einen Kartenfehler nicht gleich auf die Carretera (so eine Art Bundesstraße) sondern auf 3-klassigen Straßen durch die Berge gelotst. Sehr idyllisch, aber es ging auf und ab meist mit 10% und so hatten wir nach 25 km schon 700  Hm. In einem der viele Orte, die Santa Cruz heißen, war der Straßenbelag dann ganz zuende, weswegen wir dann umgekehrt sind. Am …

Ciudad Mexico 2

Ein kurzer Exkurs muss sein: Die Placa de Tres Culturas (Bild oben) liegt im Universitätsviertel und heißt so, weil hier Ruinen von Pyramiden der Ureinwohner(im Mittelfeld zu ahnen), eine Kathedrale der spanischen Eroberer und neuzeitliche Plattenbauten eng beieinander stehen. Hier fand 1968 ein Massaker statt. Es gab Demonstrationen wie überall auf der Welt. Und das Militär postierte auf den Gebäuden rings um den Platz Scharfschützen, die auf Polizisten schossen. Da diese dachten, die Schüsse kämen aus der Menge, eröffneten sie das Feuer auf die Demonstranten. Weit über 100 Tote war das Ergebnis. Erst vor wenigen Jahren wurde das Ganze untersucht und aufgeklärt. Ein Kommentar erübrigt sich wohl. Die Jungfrau von Guadelupe ist  die  mexikanische Nationalheilige. Im 16. Jahrhundert sei –so die Sage- einem Indio mehrfach die Muttergottes erschienen und schließlich war auf seinem Poncho eben das Bildnis der Jungfrau, die ihm mitten im Winter bunte Blumen darauf gestreut habe. Dieses Bildnis, das den zuständigen Bischof nach anfängliche Skepsis überzeugte, enthält viele mythologische Elemente der Urbevölkerung (Sonne, Mond, Fruchtbarkeit…). Am Ort dieses Wunders wurde eine Kapelle …

Baja California: von El Rosario bis Guerrero Negro

Jetzt wird es wirklich einsam: Keine Industrie mehr, viel Strecke, bergig, sieht zum Teil aus wie Arizona oder Kalifornien. Aber zunehmend auch grün: der Tropensturm Rosa, dessen Ausläufer wir in Kalifornien gespürt haben, hat eine Menge Wasser in die Baja gebracht, wo es jetzt –nach 4 Wochen- zu blühenden Landschaften führt. Viele Flächen sind mit einem frischen Grün überzogen, die Kakteen, die man jetzt häufig sieht, und viele Blumen blühen. Aber vielleicht ist es auch einfach die Jahreszeit. Die Versorgungsabstände werden weiter („nächste Tankstelle 220 km“), alle 50 km gibt es mal ein Roadside-Restaurant, die oft 24 Stunden auf haben, neben denen wir unser Zelt aufschlagen. Man sollte tunlichst hinter das Haus gehen, weil nachts erstaunlich viele Trucks anhalten, die die Kühlanlagen laufen lassen. Zu zweit 24 Std-Öffnungszeiten – und das über Jahre! Übrigens soll es in Mexiko ein Benzinproblem bzw. Geschäftsmodell geben. Truckfahrer zapfen Benzin aus dem Tank in Kanistern ab, die werden gebunkert und billig weiterverkauft. Ein entsprechendes Foto haben wir wieder gelöscht. Tiere? Im Norden sieht man noch mal ein Erdhörnchen, auch …

Baja California von Ensenada bis El Rosario

So stellt man sich die Baja California ja vor (oder wir haben das zumindest): flache Sanddünen, sparsamer Bewuchs, im Hintergrund das Meer. Zumindest im Norden ist das aber ganz anders. Es ist bergig, teil auch sehr bergig, und in den Tälern gibt es eine regelrechte Agrar-mega-industrie. Riesige Gewächshäuser, Gemüseanbau, Erdbeeren unter Folie bis zum Horizont. Die ArbeiterInnen werden morgens und abends mit Schulbus-Kolonnen gefahren. Der Verdienst übrigens sei, so hörten wir, um 3 € pro Tag. Daneben ist das aber auch eine in Mexiko bekannte Weinbau-Region. Auch hier wird eher im Großen gedacht: Weinstöcke bis zum Horizont. In den Ortschaften gibt es  meist mehrere Motels und Restaurants, beides höchstens halbe Preise im Vergleich zu USA. Zelten nahe der Städte schien uns irgendwie nicht ratsam, auch außerhalb waren wir –wegen der intensiven Flächennutzung- unsicher. Man soll zwar in der Dunkelheit wegen des Verkehrs (riesige Gemüse-Trucks auf schmalen Straßen) keinesfalls unterwegs sein, aber sonst sei die Baja nach Meinung der meisten Einheimischen sicher. Allerdings haben wir auch mal Hinweise auf Schießübungen gefunden – da hätten wir eher …

Nun also Mexiko!

Die Grenze war unkompliziert. Ausreisestempel USA nicht nötig, Zettel ausfüllen im Migration-Office, jeder 29 $ bei der Bank einzahlen, Einreisestempel. Der Zoll hat uns ohne Gepäck-Check durchgewunken. Erik stand schon da, hatte nix ausgefüllt, nix bezahlt, keinen Einreisestempel. Könnte bei der Ausreise Ärger geben! Also zurück. Eine halbe Stunde später war das erledigt; da hatten wir schon unsere ersten mexikanischen Tacos und Enchiladas weg. Nach Verabschiedung von Erik, der andere Pläne hat, hatten wir eine Enttäuschung wegzustecken: Unser Warm-showers-Gastgeber in Tecate war nicht zu finden. An der angegebenen Adresse war er vollkommen unbekannt und auch mit Hilfe englisch sprechender Passanten nicht aufzuspüren. Telefon hatte er nicht angegeben; also sind wir dann in ein Motel. Wir hatten ja gehofft, um Tijuana herum zu kommen. Aber dann hätten wir uns auf die Autobahn Correo 2000 trauen müssen. Es heißt immer, kann man ruhig machen in Mexiko, aber wir haben es, so am ersten Tag, nicht gewagt. Also mussten wir rein, bis ins Zentrum. Alles in Allem nicht gerade die Perle der Baja. Die Randbezirke erinnerten uns an …

Ein etwas anstrengender Tag

Vorgestern hatten wir einen etwas anstrengenden Tag. Wir sind einigermaßen früh in Blythe gestartet mit 7 Liter Wasser an jedem Rad (übrigens zum Teil gefroren, wodurch man den ganzen Tag halbwegs kühles Trinkwasser machen kann). Laut Wetter-App sollten wir eigentlich Nordwest-Wind haben. Aber die App weiß natürlich nicht wo wir fahren würden. Der Wind sah das aber und deswegen kam er verabredungswidrig aus Südwest. Zunächst war’s ja potteben im Tal des Colorado, das intensiv zur Produktion von Baumwolle und anderseits  Heu und anderem Viehfutter genutzt wird. Wozu wird das genutzt? Z.B. für riesige Rinderställe: Der auf den Fotos hat geschätzt sicher um 100 000 Tiere, die dann zu Burgen verarbeitet werden. Durch diese und andere Wasserentnahmen kommt der Colorado längst nicht mehr im Golf von Mexico an. Erinnert ziemlich an den Aral-See! Nach etwa 30 km gab es in Palo Verde noch eine Tanke mit Cola (refill) und dann die nächsten 70 km gar nichts, kein Haus, nur die Straße mit rauhem Asphalt, mal mit shoulder (Seitenstreifen), mal ohne. Und den Wind, immer von vorne. …

Los Angeles

Eigentlich mögen wir das Fliegen ja gar nicht, schon gar nicht mit Fahrrädern. Meistens geht doch irgendwas kaputt. Die Lufthansa macht da eigentlich keine besonderen Vorschriften, nicht mal eine Obergrenze für Maße oder Gewicht. Da haben wir nach Demontage von Lenker, Sattel und Pedalen die Räder in Luftpolsterfolie eingewickelt und darüber so eine elastische Haushaltsfolie gezogen. Das wurde beim Vorabend-Einchecken ohne Zögern akzeptiert. Im Flieger sitzend konnten wir zufällig sehen, wie die Räder verstaut wurden, nicht ganz so sanft, wie wir uns das gewünscht hätten, aber noch eben akzeptabel. Anschließend haben wir keine Schäden festgestellt. Der Flug ging über Grönland: phantastische Landschaft! Allerdings könnte es sein, dass die Schneebedeckung früher stärker war. Und der Luftverkehr, den wir jetzt gerade nutzen, hat ja einen nicht unerheblichen Anteil am Klimawandel. Es bleibt ein ungutes Gefühl. Um 17:15 (Ortszeit) war Landung. Wegen unseres zwischenzeitlichen „Schurkenstaat“-Besuches (Iran) und unseres acht Jahre alten 10-Jahres-Visums hatten wir etwas Respekt vor dem Immigration-Officer.  War aber alles völlig problemlos: In der Halle stehen in langen Reihen Visum-Prüfautomaten: einige Fragen beantworten (Geschäftsreise-nein, Lebensmittel-nein, Drogen-nein …

Warming up

Die Abreise war ja schon toll, mit vielen Nachbarn und Freunden und Sekt am Stehtisch, vielen Umarmungen und (meinerseits) auch ein wenig Rührung und Wehmut. Detlef hat unsere Räder und uns mit nepalesischem Mandala-Sand gesegnet. Etliche Freunde haben uns auf den ersten Kilometern begleitet, teils bis Braunschweig. Detlef fährt gar bis nach Frankfurt mit! Wir hatten –mal abgesehen von dem Gegenwind- allerbestes Reisewetter; nur am letzten Tag hat es ein wenig getröpfelt. Da hatten wir über den Vogelsberg zu fahren, und das war eine geniale Strecke, die uns unser Campingplatzwirt empfohlen hatte: die „Vulkanroute“, die sehr überwiegend aus ehemaligen Bahntrassen bestand mit der entsprechend geringen Steigung. Jetzt sind wir bei Frankfurt, direkt unter der Flughafen-Einflugschneise, verpacken unsere Räder und unser Gerödel. Detlef ist eben abgereist zu einer Tour entlang der Isar. Wir wollen heute noch unser Gepäck und die Räder abgeben. Morgen Mittag geht der Flug ab  … und dann wird’s ernst!

Reisevorbereitungen

Langsam nähert sich der Abreisetermin. Die Räder sind ziemlich fit, die Ausrüstung wird langsam zusammengetragen, Werkzeug, Ersatzteile, Medizin-Päckchen … Wir werden ab Sonntag, den 9.9. in Begleitung eines Freundes losradeln nach Frankfurt, wo wir einen Tag Zeit haben, Gepäck und die Räder flugfertig zu machen. Am 15. 9. fliegen wir nach Los Angeles. Die geplante Strecke in Südwest-USA wird ja eher eine mentale und körperliche Herausforderung. Da haben wir schon einigen Respekt, in unserem fortgeschrittenen Alter! Respekt haben wir allerdings auch vor der weiteren Route: die Sicherheitslage ist in einigen dieser Staaten Mittelamerikas nicht so prickelnd, und wir haben auch einen sehr traurigen Anlass daran zu denken, dass man nicht vorsichtig genug sein kann. Wir werden aber gut auf uns aufpassen: etwas abweichend davon, wie wir im Zeitungsartikel kürzlich zitiert wurden, werden wir nicht die Touri-Orte abradeln. Acapulco z.B. hätte mich ja schon interessiert, geht aber gar nicht, die ganze Gegend ist hochgefährlich. Wir haben uns eine Route zurechtgelegt, die Hinweise von einigen Landeskundigen und die Reisewarnungen des Auswärtigen Amtes berücksichtigt. Wir werden vermeiden, bei …

Unser (erster!) Fernsehbeitrag

Vor ein paar Tagen hat SAT 1regional bei uns gedreht. Der Spot (von wenigen Minuten Länge) wird heute, am 22.8.2015 in den 17:30-Regionalnachrichten gesendet. Wir sind sehr stolz und gespannt! Inzwischen haben wir ihn gesehen. Er steht in der SAT 1-Mediatek bereit. Bitte hier klicken:                                                         SAT 1-Beitrag

Steine für Rolf

Als wir vor einigen Jahren in die USA aufbrachen, hatte mein Freund Rolf eine Bitte: wir mögen ihm einen Stein aus dem Yellowstone-Park mitbringen. Haben wir gemacht. Gelb war er, natürlich, wenn das schon „Yellowstone“ heißt. Ich glaube, er hat sich damals ziemlich gefreut. Dieses Mal hat Rolf keine Wünsche geäußert. Kein Wunder: er ist vor einigen Jahren tödlich verunglückt. Ich habe ihm trotzdem einige Steinchen mitgebracht und werde sie demnächst auf sein Grab legen. Ich hoffe, dass irgendetwas von ihm in diesem Universum existiert, was sich auch dieses Mal darüber freut, dass man noch an ihn denkt.

„Wer einmal auf den Fuji steigt …“

besagt (laut unserem Reiseführer) ein japanisches Sprichwort, „… ist weise; wer zweimal drauf steigt ist ein Narr.“ Dann sind wir jetzt also weise. Oder auch nicht. So sollte er eigentlich jetzt eigentlich aussehen. Sah er aber nicht, weil wir nämlich Regenwetter hatten. Obwohl er im Sommer ja keine weiße Kappe hat wie auf den meisten Fotos, dachten wir uns diesen Berg quasi als Sahnehäubchen unserer zu Ende gehenden Reise. Es gibt mehrere Trails auf den Gipfel. Wir haben den südlichen von Fujinomiya gewählt. Es war am Samstag, dem ersten Tag eines verlängerten Wochenendes in Japan und das zweite Wochenende nach Eröffnung der Fuji-Saison (die nur drei Sommermonate dauert). Dementsprechend war eine ganze Völkerwanderung unterwegs. Es ist üblich, per Bus von 300 m Höhe auf öffentlicher Straße auf 2400 m zu fahren. Als wir um 5:45 von Hostel losmarschierten, regnete es, am „Basislager“ immer noch. Also Regenzeug an und losmarschiert. 300 m höher  hatten wir plötzlich strahlend blauen Himmel und ein Meer von Wolken unter uns! Der Weg besteht natürlich aus Lava, manchmal locker wie Sand oder …

Am Pazifik

Langsam nähern wir uns dem Ende unserer Reise. Wir haben beschlossen, dass das Projekt „Weltumradelung“ ist mit dem Erreichen des Meeres heute abgeschlossen ist. San Francisco haben wir nicht sehen können, wissen aber, dass es da drüben irgendwo sein muss. Es ist hier genau so rau und nebelig, wie wir die Westküste der USA erlebt haben. Wieso heißt der denn überhaupt der “stille Ozean”?!! Am Strand haben wir auch einen schönen Lagerplatz gefunden und den Tag mit einer Flasche Wein mit besonderem Etikett gefeiert. Ab und zu findet sich hier etwas für den Oldtimer-Freund und VW-Fan: Dieser Mechaniker restauriert VW‘s aus Kalifornien! Und in einer Seitenstraße fand sich ein wunderschöner T1-Bulli. Ein paar Fotos von der Strecke:

Shanghai …

… ist unglaublich! Auf der einen Seite des Huangpu-Flusses das historische Stadtviertel aus den 20er Jahren mit Art-Deco-Gebäuden, auf der Ostseite futuristische Wolkenkratzer, abends alles in grelle Lichteffekte getaucht. Der Kontrast ist berauschend; man kann sich kaum satt sehen. Für uns stellt sich die Frage: Ist das unsere Zukunft oder Größenwahn? Oder ist es beides? Überall sprießt es in die Höhe, schreit es nach Aufmerksamkeit und Konsum.  Bei der Ausfahrt mit der Fähre auf dem Huangpu ahnen wir, wie groß die Stadt wirklich ist: Allein die Hafenanlagen ziehen sich dutzende Kilometer hin, dahinter schier endlos Wohnhochhäser und Industrieanlagen. Nun, 24 Millionen Menschen müssen ja auch irgendwo arbeiten und wohnen. (Das ist glaube ich vier mal so viel wie Berlin.) Scharenweise sind Touristen unterwegs, nur wenige davon sind Langnasen wie wir. Natürlich gibt es auch die Malls voller Läden mit klangvollen Namen. Wir wundern uns, dass man uns da überhaupt rein lässt, so  wie wir rumlaufen! Tempel gibt’s natürlich auch, mit Nippesläden und vielen Touristen. Und famose Grünanlagen und hungrige Menschen und hungrige Vögel. Die Schildkröte ist übrigens gar …

Automuseum

In Jiading’s Stadtteil Anting in der Nähe des VW-Werkes gibt es natürlich auch ein Automuseum in einem angemessen futuristischen Gebäude. Da musste ich natürlich rein (mit Senioren-Rabatt)! Karin und Lupi durften auch mit. Der musste gar nicht bezahlen, weil er kleiner als 1,30 Meter ist. Die Ausstellung ist breit gefächert, und anders als in Wolfsburg gibt es nur drei VW’s. Dafür hat man viel Wert gelegt auf die amerikanischen Luxuslimousinen der 60er Jahre und die Wurzeln der chinesischen Autoindustrie, vorwiegend Staatskarossen aus den 80ern in Kleinserien. Da ich ja bekanntermaßen Oldtimer-begeistert bin, ist die Kamera wieder heiß gelaufen:  

Universaldiesel – zum Letzten

Da wir nun China verlassen und in Japan mit dem Universaldiesel wohl nicht zu rechnen ist, gebe ich nun eine abschließende Foto-Sammlung. Ich habe ja ein durchaus ambivalentes Verhältnis zu diesem Motor: Einerseits begeistert mich der Erfindungsgeist der Menschen und der unglaublich breite Einsatzbereich, andererseits ist das wirklich ein archaisches knatterndes, qualmendes und stinkendes Ungetüm, das eigentlich auf den Schrott gehört. Wie viele Finger werden die freiliegenden Keilriemen wohl schon gekostet haben?