Monate: Oktober 2018

Nun also Mexiko!

Die Grenze war unkompliziert. Ausreisestempel USA nicht nötig, Zettel ausfüllen im Migration-Office, jeder 29 $ bei der Bank einzahlen, Einreisestempel. Der Zoll hat uns ohne Gepäck-Check durchgewunken. Erik stand schon da, hatte nix ausgefüllt, nix bezahlt, keinen Einreisestempel. Könnte bei der Ausreise Ärger geben! Also zurück. Eine halbe Stunde später war das erledigt; da hatten wir schon unsere ersten mexikanischen Tacos und Enchiladas weg. Nach Verabschiedung von Erik, der andere Pläne hat, hatten wir eine Enttäuschung wegzustecken: Unser Warm-showers-Gastgeber in Tecate war nicht zu finden. An der angegebenen Adresse war er vollkommen unbekannt und auch mit Hilfe englisch sprechender Passanten nicht aufzuspüren. Telefon hatte er nicht angegeben; also sind wir dann in ein Motel. Wir hatten ja gehofft, um Tijuana herum zu kommen. Aber dann hätten wir uns auf die Autobahn Correo 2000 trauen müssen. Es heißt immer, kann man ruhig machen in Mexiko, aber wir haben es, so am ersten Tag, nicht gewagt. Also mussten wir rein, bis ins Zentrum. Alles in Allem nicht gerade die Perle der Baja. Die Randbezirke erinnerten uns an …

Die letzten Kilometer in den USA

Die nächsten drei Tage zur mexikanischen Grenze gestalteten wir als eher kurze Etappen und genossen die Höhenmeter (haha). Eine Überraschung in Ocotillo, einem Winzort (200 EW) mit allem was man braucht. Da es der letzte Ort vor dem (mal wieder) längeren Aufstieg war, blieben wir. Hinter dem kleinen Cafe/Store stellten wir unser Zelt auf. Im Windschatten, denn der Wind war wieder unser Sparringspartner. The Redfeather heißt der Laden. Der Besitzer ist ein griechischstämmiger ehemaliger Profimotocrossfahrer, der diesen Laden mit Frühstück und Lunch um 14.00 Uhr schließt, um um 14.30 Uhr die Bar The Great Escape ca. 100 m entfernt aufzumachen. Am Wochenende organisiert er Motocrossrennen und gibt auch Unterricht. Außerdem ist er Sammler von allem Möglichen. Da wir seit einiger Zeit auf dem Fernradweg “Southern Tiers” (von San Diego nach Florida) fahren, treffen wir tatsächlich Radfahrer. Und in Ocotillo sind wir abends zu fünft! Erik, ein Holländer (Endvierziger bis Mitfünfziger?), wie wir auf dem Weg nach Mexico und drei Jungs aus Colorado auf dem Weg nach Florida. Erik ist den “Great Divide” gefahren, eine Mountain …

Ein etwas anstrengender Tag

Vorgestern hatten wir einen etwas anstrengenden Tag. Wir sind einigermaßen früh in Blythe gestartet mit 7 Liter Wasser an jedem Rad (übrigens zum Teil gefroren, wodurch man den ganzen Tag halbwegs kühles Trinkwasser machen kann). Laut Wetter-App sollten wir eigentlich Nordwest-Wind haben. Aber die App weiß natürlich nicht wo wir fahren würden. Der Wind sah das aber und deswegen kam er verabredungswidrig aus Südwest. Zunächst war’s ja potteben im Tal des Colorado, das intensiv zur Produktion von Baumwolle und anderseits  Heu und anderem Viehfutter genutzt wird. Wozu wird das genutzt? Z.B. für riesige Rinderställe: Der auf den Fotos hat geschätzt sicher um 100 000 Tiere, die dann zu Burgen verarbeitet werden. Durch diese und andere Wasserentnahmen kommt der Colorado längst nicht mehr im Golf von Mexico an. Erinnert ziemlich an den Aral-See! Nach etwa 30 km gab es in Palo Verde noch eine Tanke mit Cola (refill) und dann die nächsten 70 km gar nichts, kein Haus, nur die Straße mit rauhem Asphalt, mal mit shoulder (Seitenstreifen), mal ohne. Und den Wind, immer von vorne. …

Volles Programm

Nach drei Tagen Las Vegas musste es nun weitergehen. Leider mit etwas Verzögerung. Schwungvoll ging´s vom Hof de Motels- ca. 200 m weit, dann stand Fritz und fummelte an der neuen Kette. Sie sprang immer über. Er ärgerte sich, dass er nach dem Wechsel der Kette keine Proberunde gedreht hatte. Nun – zweimaliges Kürzen brachte keinen Erfolg. Ratlosigkeit. Wir fuhren zurück und nutzten im Motelhof das Internet sowie den Schatten. Nach längerem Hin und Her inclusive Telefonkonferenz mit Fa. Schael war klar; die neue Kette passte nicht zum alten Ritzel. Also schnell die alte Kette vom Schrotthändler nebenan wiedergeholt und aufgezogen- alles bestens! Wir kamen erst um ca. 10.30 Uhr los und es folgten 94 km, davon die letzten 50 km mit stetem Anstieg, Regenfront und einem ziemlichen Gegenwind. Doch wir mussten nach Searchlight, dem nächsten Ort. Dazwischen gab es nichts außer Landschaft- wie übrigens meistens in dieser Gegend. D.h. wirklich nichts! Gestrüpp, manchmal kleine Kakteen, harte Gräser, manchmal nur Geröll, Sand, Steine. Und Weite. Irgendwo Zelt aufbauen trauen wir uns nicht wegen der vielen …

Las Vegas

Wir sind insgesamt drei Tage hier. Im Galaxy, einem kleinen Hotel direkt an der Rückseite des Luxor, haben wir uns eingebucht. Der erste Tag war geprägt durch die Suche nach einem Zahnarzt. Ihr erinnert Euch. Es war Samstag und obwohl wir mit Nachfragen auch zwei Zahnkliniken fanden, hatten sie zu. Es gibt auch hier Öffnungszeiten. Im Hotel hat uns die sehr zugewandte beherzte Dame an der Rezeption die Telefonnummer des zahnärztlichen Notdienstes gegeben. Ich angerufen, und mit dem Zahnarzt einen Termin bei sich in der Praxis vereinbart, ca. 6 km entfernt. Frisch geduscht schwangen wir uns auf die Räder und radelten über den Strip dorthin. Es machte Spaß, denn auch in Las Vegas bist du mit dem Rad genauso schnell wie mit dem Auto. Der Zahnarzt, ein sportlicher Typ irgendwo zwischen 55 und 65, war sehr nett und zugewandt, zwei kleine Praxisräume in edlem Design. Ich musste einen ausführlichen Fragebogen ausfüllen, Aufklärungsbogen, Einverständniserklärung, dann machte er eine Röntgenaufnahme mit einem kleinen Handgerät, das das Bild sofort auf den PC brachte. – Tja und dann erklärte …