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Rückfahrt

Bologna haben wir uns einen Tag angesehen. Um kurz vor 23°° sollte der Nachtzug aus Rom eintreffen. Kam aber erst mal nicht, sondern 30 Minuten später. Also Räder schnell ins Radabteil, dessen sechs Plätze ausgebucht waren. Nicht vorgesehen war ein Kinderwagen, der zwei Plätze blockiert hat. Irgendwie hat das dann aber doch gepasst. Schnell ins Bettchen! Um 4:30 wurden alle geweckt; der Zug habe ein technisches Problem, habe sich mit Mühe bis Villach geschleppt und könne nun nicht weiter. Auf Gleis 5 käme ein Zug, der um 5.30°° in Richtung München abgehe. Gut, dass wir so viel Sicherheitszeit eingeplant haben: den ICE nach Hannover haben wir gut erreicht. Und weiter mit dem Enno nach WOB. Und jetzt sind wir erst mal wieder zuhause.

Zu guter Letzt

Die bislang letzten Bildungsausflüge waren Ravenna und Venedig. Ich gestehe, ich hatte wenig bis gar keine Ahnung von der Besonderheit von Ravenna. Wir gönnten uns eine Stadtführung und die war nicht nur erschöpfend für unsere Füße, sondern auch für unser Hirn. Drei Stunden ging es durch fünf verschiedene Sehenswürdigkeiten, sehr kompetent erläutert. Nun wissen wir etwas über klassische Mosaikherstellung, dass die Mosaike an den Wänden aus Glassteinchen bestehen und deshalb so haltbar sind, z.T. über 1.500 Jahre alt. In einem kleinen Atelier sahen wir ein Mosaik, das in historischer Handwerkskunst hergestellt wird. Unglaublich aufwändige einzelne Arbeitsschritte zusätzlich zum eigentlichen Steinchenpuzzeln. Die meisten Mosaike werden natürlich einfacher und damit kostengünstiger angefertigt. Ravenna hat ein Wasserthema. Es wurde als Küstenstadt gegründet und dann wanderte diese immer weiter ab; inzwischen ist sie ca. 6 km entfernt. Nichts destotrotz ist alles Schwemmland und die Stadt ist von Kanälen durchzogen, wie Venedig. Nur sieht man sie nicht, denn sie wurden irgendwann aus seuchenhygienischen Gründen überbaut. Das Wasser ist dennoch da und wird in einem kontinuierlich laufenden riesigen Pumpsystem rings um …

Bildungsreise

Wir machen einen Pausentag: Dieser Wind von 60 km/h aus Nordost ist gut für Kiter aber nicht gut für Radfahrer. Morgen soll’s nachlassen. Dann radeln wir nach Venedig. (F) Kürzlich hatten wir eine drollige Unterkunft: Die Familie vermietet die Wohnung im Obergeschoss ihres Hauses nach dem Tod der Eltern vollkommen unverändert an Gäste. Wir kennen die Art der Einrichtung als „Gelsenkirchner Barock“. (F) Wir waren die ersten Gäste und die Gastgebenden waren ziemlich aufgeregt, ob auch alles in Ordnung ist. Fürsorglich deckten sie unsere Fahrräder ab, als es anfing zu regnen. In Ancona kamen wir im Palazzo Jona unter, einem der ältesten Gebäude der Stadt und Geburtshaus eines Papstes, wie uns der distinguierte vornehme ältere Herr erläuterte, der uns das noble Zimmer vermietete. Die Einkaufsstraße strotzte nur so von edlen Läden und wir beschlossen in einem kleinen Streetfoodpizzastand mit ein paar Tischen den Gegenpol zu setzen. Am Fährhafen faszinierte uns das unglaubliche Management der ein- und ausfahrenden Fahrzeuge auf bzw. von den Fähren, gleichzeitig! Da Ancona schon in sehr frühen Zeiten ein wichtiger Hafen und …

Wir haben umdisponiert

Da wollen wir jetzt doch nicht rüber! An sich hatten wir vor, von Pescara aus nach Westen über die Abruzzen nach Rom zu fahren. Wären 260 km und 2600 Hm. Nun sind wir immer noch nicht voll fit. [Na ja, was heißt denn „voll fit“? 😉 (Karin)]. Da hat uns jemand auf den Gedanken gebracht, einfach die Küste weiter entlang zu fahren und statt in Rom in Bologna in den Nachtzug einzusteigen. Nach ein paar Tagen des Überlegens machen wir das jetzt auch. Die Radwege sind bisher überwiegend sehr gut bis perfekt und es gibt eine bequeme Infrastruktur. Der Wehrmutstropen ist dabei, dass der Nationalpark wegfällt. Andererseits bleibt uns Rom erspart, an das wir nicht so gute Erinnerungen haben. Der Ciclovia Adriatica geht vom Absatz des italienischen Stiefels bis nach Slowenien. Zum Teil sind das alte Eisenbahntrassen mit einigen auch längeren Tunnels. Wir fahren dann brav mit Licht, aber die Rennradler in Scharen am letzten Sonntag haben ja kein Licht und machen im Tunnel bei unverändert hohem Tempo lieber durch Geschrei auf sich aufmerksam. Rechts …

Weiter geht’s durch Apulien

Auf dem Beitragsbild seht Ihr die Party von Krankenhausclowns, alle mit roten Nasen, die mit viel Spaß wahrscheinlich den bestandenen Kurs gefeiert haben. Das war ein besonderer Übernachtungsplatz. Eine private kleine Gartenanlage mit Parzellen und einem sozialen und kulturellem Anspruch. Sie bieten dort auch verschiedene Workshops an, der Gemeinschaftsbereich ist groß und es gibt Platz für Camper. Wir fühlten uns sehr wohl. Leider kam in der Nacht der angekündigte Starkwind – wir waren mal wieder froh über unser robustes standfestes Zelt. Morgens überlegten wir lange, ob wir überhaupt radeln sollten. Der Wind kam zwar von hinten, aber mit bis zu 80 km/h und sehr böig. Wir probierten es aus und es ging. In den Städten war es sehr anstrengend, da man an Kreuzungen nie wusste, aus welcher Richtung der Wind reinschießt. Mehrfach hätte er uns um ein Haar einfach in ein Auto reingeschoben. Aber wir haben es überstanden und sind in Barletta in einem wieder mal besonderen Ort untergekommen. Direkt gegenüber der ältesten Kirche in einem der ältesten Gebäude – aus dem 17 Jh und …

Hurraahh – wieder auf dem Rad!

Es fühlt sich gut und richtig an, wieder auf dem Rad zu sitzen. Nach vielem Hin- und Herüberlegen haben wir uns doch entschlossen, direkt von Sapri aus loszuradeln, trotz schlechten Wetters. Es geht leider direkt nach oben 750 Höhenmeter auf 26 km. Normalerweise kein Ding, aber unser Respekt war doch ganz gehörig. – Wir radelten im Trockenen los, die Steigungen waren alle machbar und so waren wir viel früher am Ziel als gedacht. Hier oben war´s allerdings ziemlich frisch und das blieb auch die nächsten Tage so. Italien fasziniert mich immer wieder mit seinen verschiedenen Landschaften. Die Basilikata, wunderbar zum Wandern und Radeln, wie überall die Ortschaften oft auf den Bergspitzen. Und es gibt einen Ciclovia, der auf einer ehemaligen Bahntrasse geführt wird. Ein absolutes Highlight war der längste Tunnel, den wir je in absoluter Dunkelheit gefahren sind: 1,5 km; schon eine mittlere mentale Herausforderung! Am Ende wartete wieder ein Bed & Breakfast auf uns. Unsere Gastgeberin war ganz aufgeregt, weil wir die ersten Gäste waren. In diesem kleinen Ort Calda ist im Sommer sicher …

Zurück in Kalabrien

Zuerst ging es die Küste entlang. Die Vorstellung von Italien mit Sandstränden, Promenaden und Sonne ist ja doch tief verankert. Ab und an finden wir auch etwas davon. Dann wollen/müssen wir durchs wilde bergige Kalabrien. Und wieder fantastisch zum Wandern und Radfahren – derzeit mit schneebedeckten Gipfeln. Eine erste Zeltübernachtung seit langem auf einem Campingplatz kurz vor Acri, der auf dem Eurovelo 7 liegt und Fahrräder verleiht, tat der Seele gut und der Körper hat auf der Isomatte nicht gemuckt. Erste Probe bestanden! In Acri hatten wir zwei Erlebnisse: 1. Ein Passionsspiel, das mit Hingabe, viel Aufwand und Kostümen (die armen Römer mussten nacktbeinig stundenlang ausharren – bei eisigem Wind) vor einer Kirche gegeben wurde. Nach einer Stunde verzogen wir uns in eine Kneipe zum Aufwärmen und Essen; das Passionsspiel dauerte ca. 3 Std!! 2. Wir entgingen knapp einer Verhaftung! Unser Campingplatz liegt ca. 2 km außer- und oberhalb des Ortes. Unsere Gastgeberin zeigte uns als Abkürzung den privaten Fußweg (google auch) durchs Gelände. Dabei mussten wir am Ende ein hohes verschlossenes Tor umklettern. Beim …

Sizilien mit dem Auto

Es ist schon ein anderes Unterwegssein. Im Augenblick ok, weil es die einzige Möglichkeit ist, überhaupt noch etwas von der geplanten Tour umzusetzen. Ich bin froh, dass Fritz fährt und übernehme dafür die Navigation mit dem Handy. Das klappt ganz gut, wenn auch an manchen komplexeren Doppelkreiseln mit unklaren Auf- und Abfahrten ziemlich stressig. Mit dem Rad hält man dann einfach an und schaut nochmal. Mit dem Auto geht alles so schnell! Das überfordert mich manchmal. Naja, irgendwie kommen wir dann doch dorthin wo wir hinwollen, sogar auf die Fähre! Das Wetter spielt wie so häufig nicht richtig mit und so entscheiden wir uns für die Südroute. Erster Stopp in Catania. Unser Zimmer, in der engen Altstadt – natürlich ein einziges Einbahnstraßengewirr- ist winzig klein und vor allem, fast auf der Straße. D.h. ein ca. 40 cm breiter Gehweg, dann die Hauswand mit einer Holztür, die man öffnet; ca. 10 cm dahinter eine Stahltür, die mit dem Schlüssel aus der Box daneben (Code kommt per Whatsapp) geöffnet wird – und du stehst mitten im Zimmer, …

Per Auto in den Süden

Nachdem nun klar war, dass Karin mit dem Rippenbruch sicherlich erst mal nicht Radfahren kann und wir ja immer noch ziemlich husteten und leistungsgemindert waren, haben wir uns entschlossen, für zehn Tage einen Fiat Panda zu mieten und damit Sizilien zu bereisen. Danach sehen wir weiter. Die Westküste südlich von Sapri ist zunächst sehr bergig; die hätten wir keinesfalls geschafft. Danach wird es etwas flacher. Ein echtes Highlight ist Tropea. In Süditalien liebt man, Dörfer und Städte auf die höchsten Berggipfel zu bauen; so auch hier. Im Sommer ist die pittoreske Altstadt ganz sicher ein Touristenmagnet, aber noch ist hier Vorsaison. In der Kathedrale haben wir zufällig ein wunderbares Chorkonzert erlebt. Das Beitragsbild oben zeigt den immer vor sich hin rauchenden Stromboli, eine der liparischen Inseln vor der Küste. Schon seit Jahrzehnten und jetzt wieder aktuell geistert ja wohl die Vision durch Italien, vom Festland nach Messina eine 3 km lange Hängebrücke zu bauen. Noch gibt es da aber Fähren. Mit so einer fahren wir also rüber nach Sizilien.

Da fehlen mir die Worte!

Dieser Ort Sapri verehrt einen radikalen Guerillakämpfer und Schriftsteller, Carlo Pisacane (1818-1857), nach dem sich auch unser Hotel benannt hat. Der hat nach längerer Entwicklung zum Radikalrepublikaner versucht, in Süditalien einen Aufstand zu organisieren und dazu 300 Gefangene befreit. Es gelang ihm jedoch nicht diese und die Zivilbevölkerung zum Aufstand zu bewegen, im Gegenteil. Sie wurden von Soldaten und der Bevölkerung massakriert. Nun denn; einige vergleichen ihn mit Che Guevara. Diese Geschichte hat ein Dichter, Luigi Mercatini, aus Sicht einer Ährenleserin erzählt, die sich in den Helden verliebt haben soll und erleben musste, wie die Männer umkamen. Soweit so gut: Nun hat ein aktueller Künstler 2021 eine Bronzefigur geschaffen, und die steht nun an prominenter Stelle an der Strandpromenade. Es hat Protest gegeben wegen sexistischer Darstellung – die Stadtoberen und der Künstler finden es einfach schön, so einen Körper darzustellen. Mir fehlen echt die Worte dazu und ich kriege Schnappatmung! Ich empfinde es als extrem übergriffig, wenn ich die blankgeriebenen Pobacken der Frauenstatue sehe. Diese ganze Darstellung einer Frau, die zur ärmsten Bevökerungsschicht gehörte, als …

Auch das noch!

Gestern waren wir im hiesigen Krankenhaus. Karin hat sich bei einem Hustenstoß die 9. Rippe rechts gebrochen, natürlich sehr schmerzhaft. Sonst war im Röntgenbild nichts Auffälliges; weiß der Teufel, was wir uns da eingefangen haben. Jetzt ist sie von den Schmerzmitteln etwas müde; immerhin dämpfen die aber den Hustenreiz. Fahrradfahren ist natürlich erst mal gegessen. Wir haben darüber nachgedacht, jetzt die Segel zu streichen und einfach nachhause zu fliegen. Ist aber auch nicht so einfach; wir haben uns dagegen entschieden. Alternative war, mit den Rädern per Bahn weiterzufahren. Auch doof, Karin kann null tragen. Der Beschluss ist nun (dem Rat eines guten Freundes folgend), ab Samstag für 10 Tage ein Auto zu nehmen und Sizilien abzuklappern. Die Räder bleiben im Hotel. In 12 Tagen sehen wir dann weiter; hoffentlich sind wir dann über den Berg. Hier ein paar Eindrücke aus Sapri:

Amalfiküste und Cilento

Diese Steilküste mit winzigen Buchten, in denen die kleinen Städtchen mehr über-als nebeneinander zusammengestaucht liegen, wird von einer Küstenstraße begleitet. Wir hatten gehörig Respekt vor ihr, eng, kurvenreich, auf und ab, viel Verkehr. Aber es war insgesamt viel angenehmer zu fahren als gedacht. Außer am Sonntag, als die Motorradfahrer in üblicher Weise nervten, war der Verkehr überschaubar. Für Wohnmobile ist die Straße gesperrt; Das ist sicher sehr hilfreich. Die karstige Landschaft erinnert ein bisschen an Kroatien oder die Pyränaen, allerdings kleinflächiger, besiedelter und vor allem überall die Zitronenterrassen. Zum Teil sind sie mit dunklen Netzen abgedeckt, sodass die leuchtenden Zitronen an den Bäumen farblich selten hervorstechen. Eine wirklich beeindruckende Landschaft. Wir hätten sie bei besserer Gesundheitslage sicher noch viel mehr würdigen können. Unsere Tagesetappen sind Minietappen. Wir schleichen langsam, brauchen viele Stehpausen, es ist ein Jammer. Die Hustenattacken sind mal bei Fritz, mal bei mir schlimmer. Nachts sind wir eine Zumutung für alle Nachbarn, für uns selbst allerdings auch. So etwas haben wir noch nie erlebt. Wenn wir nachts husten, bellen die Hunde im Dorf. …

Neapel

Wie immer ist es mühsam und langwierig aus einer Metropole rauszukommen. Es zieht sich. Und unsere Hoffnung auf einen Campingplatz an der Küste wurde enttäuscht; alle noch in Winterruhe. Stattdessen wie überall Hotels. Wir nahmen ein preislich noch Vertretbares und genehmigten uns abends ein Bier mit Panini statt teurer Eleganz. Das fühlte sich ganz passend an. Der Lago di Fogliano beginnt dort und verläuft parallel zur Küste. Ein bisschen wie die kurische Nehrung, nur viel kleiner. Rechts und links der schnurgeraden Straße, an diesem Tag für Autos gesperrt wegen (?) eines Radrennens, sind mal gerade 50 m Abstand bis zu Meer bzw. Lagune. Es war Sonntag und außer den Radrennpulks, die auch von der Polizei begleitet wurden, waren etliche privat Radelnde unterwegs. Wir pedalierten langsam vor uns hin, irgendwie war alles anstrengend, ein erstes Anzeichen der kommenden Erkältung. Fritz ging sogar einmal vor Erschöpfung in die Knie, als wir beim Hotel (immer noch kein Campingplatz offen!) ankamen. Für uns überraschend: die vielen Müllsäcke am Straßenrand, Haushaltsmülltüten und unendlich viele Glasscherben auf Radwegen – ein Hoch …

Alle Wege führen nach Rom

Kein Wunder, dass so viele Menschen da sind. Und das unter der Woche in der absoluten Nichtsaison! Wir waren ehrlich gesagt etwas überfordert und gestresst. Am zweiten Tag wurde es etwas besser; eine Hop-on-Hop-off Bustour sollte uns erstmal einen Überblick verschaffen, was wir überhaupt sehen wollten, obwohl man gut in Rom mit dem Rad fahren kann. Dabei liefen wir natürlich dennoch ca. 20 km am Tag und waren abends jedes Mal völlig hinüber. Den langen Weg aus der Stadt zu unserem Hostel haben wir immer unterschätzt. Beeindruckend war es natürlich trotzdem. Die vielen Plätze mit den Brunnen zum Beispiel. Als wir das erste Mal auf dem Petersdomplatz waren und ich die Menschenschlangen sah, war ich schon mal bedient und verspürte spontane Fluchtimpulse. Die Komplexität der Online-Ticketbuchung überforderte mich dann auch (Fritz ebenso) und so wollte die rechte Entspannung nicht aufkommen. Der deutsche Friedhof war für uns ein erster Schritt um in eine positive Besichtigungstour-Stimmung zu kommen. Beim Trevibrunnen fand ich interessant, dass das Kunstwerk vor allem in der Kombination mit der eigenen Person richtig zur …

Die Anreise nach Rom …

… war eigentlich ziemlich unkompliziert: Von Wolfsburg nach Hannover im ICE (unsere waren die einzigen Räder im Abteil), von Hannover wieder im ICE nach München. Das hatten wir wochenlang vorher gebucht und obwohl das ja nun wirklich keine Fahrrad-Hochsaison ist, waren immer wieder andere Räder dabei – nie jedoch alle Plätze besetzt. In München hatten wir sicherheitshalber fünf Stunden Sicherheit eingebaut, die wir mit Stadtbummel im Nieselregen und im Augustiner-Brauhaus im Trockenen verbrachten. Um 20°° ging‘s in den Schlafwagen der ÖBB. Das Fahrradabteil war vier Waggons vom Schlafabteil entfernt. Das Schlafabteil ist schon recht eng aber nicht ungemütlich, besonders wenn man eine Flasche Wein und ein paar Snacks dabei hat. Man kann sogar duschen! Ich habe oben ziemlich gut geschlafen, Karin aber nicht, weil sie nicht geschnallt hat, wie das Verdunklungs-Rollo runtergeht. Hätte sie doch nur gefragt! Morgens ein kleines Frühstück, Ankunft am Bahnhof Tiburtina. Den zu verlassen, hat eine halbe Stunde gekostet. Das „Bed&Bike“-Hostel war eigentlich ganz nett, nicht zu weit draußen, hatte aber den Nachteil, dass man die Räder erst mal eine Treppe …

Liebe Weltradeln-Freund*innen,

wir wollen mal wieder auf die Piste; uns ist es zu kalt in Deutschland: also soll es jetzt mal Italien sein. Am 24. 02. fahren wir mit dem ICE (da kann man ja nun teilweise Räder mitnehmen) nach München und nach einigen Stunden Sicherheits-Aufenthalt per Nachtzug nach Rom. Plan ist, die Westküste runter nach Süden bis zur Stiefelspitze, Sizilien umrunden, zurück und über Kalabrien, Apulien und die Ostküste wieder nach Norden, soweit wir kommen. Wir rechnen mit etwa 3000 km, für die wir 70 Tage Zeit haben. Klingt ja eigentlich entspannt, wenn da nicht die reichlichen Höhenmeter wären, Karins Knie heil wäre und ich nicht langsam auf die Mitte 70 zulaufen würde. Wäre, wäre, wäre … Wir machen das mal mit Augenmaß und Gelassenheit. Jetzt wird so langsam gepackt. Die Räder sind ziemlich fit (meins braucht noch einen Ölwechsel und neue Bremsbeläge hinten), die Tickets sind an der Pinwand. Unsere Kinder und vor allem die hochgelobten Nachbarn kümmern sich ums Haus.

Count-down und Rückreise

Was soll ich über die letzten Tage noch schreiben? Es ist schon wieder etwas weggerutscht, denn wir sind inzwischen zu Hause. Wir sitzen im warmen Wohnzimmer, schauen in die kahlen Sträucher und Bäume – und es ist ok. Aber natürlich sollt Ihr einen kleinen Abschlussbericht bekommen, sonst wäre das Projekt irgendwie nicht zu Ende. Also: Das Highlight der letzten Tage war das Live Event im O Farol in Fuseta. Wir waren schon ganz gespannt, ob wirklich, wie im Buch („Lost in Fuseta“) beschrieben, mittwochs eine Band dort spielt. – Ja!! Und zwar spielt dort der lokale Musikschulleiter, ein völlig cooler Typ, mit ein paar seiner Schülerinnen und Schülern Rockklassiker der 70er und 80er! Das war echt der Hammer. Die kleine Bude wurde gerammelt voll; natürlich vorrangig mit Senioren und Seniorinnen der passenden Altersklasse; teilweise Touristen, aber auch Altfreaks aus dem Ort. Die Gruppe gab alles und die Leute tanzten zu den alten Rockstücken. Manche, wie z.B. ich, konnten einfach nicht stillsitzen, sondern mussten einfach den rhythmischen archaischen Zuckungsimpulsen nachgeben. – Nach ca. 10 min. drang …

Entspannte Zeit

Wie geschrieben, wir bewegen uns in diesen Tagen nur relativ wenig. Die Orte liegen so dicht beieinander, dass eine Tagesetappe von einem Campingplatz zum anderen sich im Rahmen von 15-20 km bewegt. Dabei ist das Wetter nicht immer super. Wir haben windige bis stürmische Tage, Nieselregen bis Pladdern, warme Sonne und Frösteln bei wenigen Grad. Also eine bunte Mischung. Ist aber eben nicht schlimm, da wir kuschelig im Zelt, im Campingplatz-Cafe auf der Couch oder in einem der vielen kleinen Cafes oder Restaurants abhängen können. Eine kleine Begebenheit: Vielleicht wisst Ihr es, vielleicht auch nicht. Fritz und ich lesen uns schon seit Jahrzehnten Bücher vor; früher mit den Kindern und dann nur uns. So auch hier. Wir wechseln buchweise, nicht kapitelweise. Zurzeit lese ich die Bände von „Lost in Fuseta“, sozusagen direkt vor Ort. Auf einem Campingplatz „klopft“ es abends ans Zelt. Der Nachbar steht davor und fragt: „Sagt mal, was habt Ihr Euch die ganze Zeit ununterbrochen zu erzählen?“ Nach der Aufklärung ist er etwas entspannter. „Ich dachte schon, man hört immer nur Dich …

Algarve satt

Um es gleich vorweg zu sagen. Ab sofort sind wir radelfaul. Eine Entscheidung hat das bewirkt: Wir fliegen nicht von Lissabon, sondern von Faro aus zurück. Und damit bleiben wir einfach an der Küste und haben Zeit. Einerseits fühlt es sich gut an, andererseits auch etwas ungewohnt. So bleiben wir ein paar Tage in Faro auf dem Campingplatz auf dem Praja de Faro, einer vorgelagerten Insel, genießen ganz unglaubliche Sonnenuntergänge (mit Delphinzugabe!) und fahren mit der Fähre rüber in die Stadt zum ersten Bummeln. Natürlich folgen wir dabei auch den Spuren unserer KrimiheldInnen. Unterwegs nach Lagos fahren wir am „ Campus“ vorbei, wo die VfL Mannschaften gerade im Wintercamp waren. Leider haben wir die Frauen verpasst und der Platz war leer. Dafür hatten wir eine Begegnung mit einem geizigen ATM am Straßenrand! Der öffnete zwar den Ausgabeschlitz, schob das Geld aber nicht raus, sondern hielt es fest! Mit Mühe zergelte ich einige Scheine raus, – und dann schloss sich der Ausgabeschlitz wieder! In der Not hob ich noch zweimal 20€ ab und gemeinsam versuchten wir …