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Die letzten Etappen

Auf der ganzen Reise – knapp 7.000km – haben wir nur einen Platten- und der ist in Berlin, wo ich wohl durch eine Glasscherbe gefahren bin! Die letzten Tage waren geprägt von Wind, Regen, Verkehr – aber auch viele alte Alleen mit sehr beeindruckenden Eichen, Kastanien und anderen Bäumen. Hier noch ein paar Eindrücke von Pflanzen und Getier am Wegesrand. Wir gönnten uns noch ein kleines Abenteuer- Zugfahren mit Fahrrädern in Polen. Das ging erstaunlich gut. Allerdings sind wir ja auch etwas erprobt. Also sind wir am Abend vorher auf den Bahnhof und haben dort stressfrei für den nächsten Morgen Karten besorgt. Und dann haben wir alles inspiziert. Wo ist der Bahnsteig, wo kommen wir wie hoch oder runter. Wie so häufig waren auch dort die Aufzugskörbe zu kurz. Also kam das „aufbäumende Rad“ zur Anwendung. Fritz ist ein Meister darin, wie Ihr auf den Fotos unten sehen könnt. Bis Berlin war das Wetter sehr durchwachsen. Für die letzte Übernachtung davor fanden wir eine ganz wunderbare Unterkunft im Haus „Einklang“ bei Müncheberg, wo wir im …

Polen

Nach dem letzten Tag in Litauen lassen wir die baltischen Staaten hinter uns – wir fanden sie spannend und alle drei eine Reise wert, auch noch gründlicher, als wir das jetzt gemacht haben. Als erstes fallen uns im Nordosten Polens riesige Autobahnprojekte auf. Die sind größtenteils noch im Bau und auf jeden Fall noch nicht freigegeben. Wir haben uns auf ein fast fertiges Stück draufgemogelt und hatten die Megastraße 15 km für uns allein. Ein Straßenbauingenieur hat uns  murrend weiterfahrenlassen – bis uns ein Security-Mann runtergescheucht hat. Auf dessen Auto stand die web-Adresse seiner Firma: www.hunter.pl. Da wollten wir denn doch nicht diskutieren, zumal er kein Englisch sprach. Auf dem Bahnhof Elk stehen eine Menge alter Lokomotiven und Anhänger herum, ein Freilichtmuseum. Das mussten wir nun doch mal etwas genauer sehen, aber irgendwie geht unsere Reise jetzt zu ende. Wir sind nicht mehr so aufmerksam und interessiert. Wir waren bisher dreimal per Rad in Polen und es war immer toll. Aber jetzt fühlen wir uns –nach vier Monaten intensivster Erlebnisse- auf der Durchreise: wir wollen …

Litauen

Nun sind wir also in Litauen. Die Straßen scheinen weniger befahren als bisher, sind aber auch in wechselndem Zustand: Kurz hinter der Grenze ging‘s über 15 km Schotter und Waschbrett. Kleine Dörfer, in denen aber überraschend fast immer ein kleiner Laden zu finden ist. Viele Leute sind mit Kartoffel-Nachlese beschäftigt. Eine Übernachtung hatten wir neben einem Restaurant mit einem Damwild-Gehege. Serviert wurden Kartoffelklöße, eine litauische Spezialität: zwei gegessen und man ist pappsatt. Die Suppe oben ist eine Art kalter Borschtsch, der mit separaten Kartoffeln gegessen wird – sehr lecker. Etwas nördlich von Siauliai gibt es den „Berg der Kreuze“. Litauen war ja wie die anderen baltischen Staaten immer wieder von wechselnden Mächten beherrscht und dagegen gab es immer wieder Aufstände. Seit Mitte des 19. Jahrhunderts wurde  es üblich, auf dem Hügel Kreuze aufzustellen für die bei diesen Aufständen Getöteten. Besonders den Sowjets war dieser Ort ein Dorn im Auge, da er sich zu einem Symbol des Widerstands entwickelte; er wurde mehrfach zerstört aber subversiv immer wieder aufgebaut. An einzelnen der unübersehbaren Zahl Kreuze – riesige …

Lettland

Wieder ein kleines Land mit einer Geschichte, die geprägt ist von jahrhundertelanger wechselnder Fremdherrschaft und einer ersten kurzen Unabhängigkeitsphase zwischen 1918 und 1940. Auch hier Deportations- und Vernichtungswellen von Sowjets und Deutschen, auch hier Widerstand und letztlich –wenn auch spät und nach Jahrzehnten- die Wiedererlangung der Unabhängigkeit. Ich bin tief beeindruckt und voller Hochachtung für diese Nationen! In Lettland (1,7 Mill. EW) streiften wir kurz die Küste, die lettische „Costa del Sol“, nördlich von Riga. Dorthin ziehe es die Einheimischen, haben wir gelesen. Von Norden fuhren wir nach Riga, der Stadt des Jugendstils. Vorher kamen wir am Münchhausenmuseum vorbei, das montagsmäßig geschlossen war. Unterwegs huschten wir in ein kleines feines Fahrradmuseum, in dem uns der Sohn des immer noch sammelnden Gründers sehr fachkundig alle Fragen beantwortete. Besonders interessant für uns war ein Fahrrad aus den 30igern, das speziell für Pfadfinder angefertigt wurde und zum Transport von Gepäck und Zeltstangen geeignet war. In Riga gab es übrigens in den 1930igern  30 ! Fahrradfabriken. Bei einer kurzen Aufwärmkaffeepause an einem Supermarkt – hier gibt es überall Kaffeeautomaten …

Estland

Die Überfahrt von Helsinki nach Tallin war völlig easy. Wir staunten, wie viele Fahrzeuge aus dem Bauch der Fähre herausströmten, als sie in Helsinki ankam. Die Fähren, die wir in letzter Zeit gesehen hatten, waren alle um Dimensionen kleiner. Während der Überfahrt staunten wir wieder über die Partystimmung an Bord. Obwohl es vormittags war, gab der DJ auf dem Sonnendeck alles, viele Leute hatten ein Bierglas vor sich stehen, drinnen spielte die Tanzband und es glitten die Paare übers Parkett. Die ganze Fahrt dauerte nur zwei Stunden und die wurden genutzt. In einem neuen Land anzukommen und in die erste Stadt zu fahren, macht mir immer wieder ein freudig kribbeliges Gefühl im Bauch – alles ist neu. Das Straßenpflaster in der Altstadt jedoch nicht. Beim langsamen Drüberholpern, teilweise auch Schieben, hab ich tatsächlich einen Schuh verloren, der hinten festgeschnallt war! Im Hostel hab ich´s beim Abpacken gemerkt und gottseidank lag er noch auf dem Pflaster, als wir den Weg zurückgingen. Na ja, den nimmt auch niemand mit, so wie er aussieht und riecht! Wir streiften …

Südfinnland

Kürzlich hatten wir doch vermutet, dass hier eher ein Kamel als einen Elch zu finden wäre. Das hat sich bewahrheitet: vor ein paar Tagen sind wir an einem Hof mit Alpakas vorbei gefahren. Und die gehören zur Familie der Kamele, genauer der Neuweltkamele. Die haben wir zuletzt in den Anden gesehen. Südfinnland hat ja nun nichts wirklich Abenteuerliches; das Wetter ist sommerlich, die Versorgung ist gesichert, gerade, dass wir gelegentlich wild zelten. Wir werden die Berichterstattung also etwas straffen. In den letzten Tagen haben wir drei große Städte gesehen und ein Inselhopping im Archipelago gemacht. Der Start war Tampere, und da war das absolute Highlight der Dom aus der frühen Jugendstilzeit mit symbolistischen Kunstwerken. Dieses Haus hat uns beeindruckt wie selten eine Kirche. Als  wir da so andächtig saßen, hat der Organist Variationen über das Auenland-Motiv aus dem Herrn der Ringe gespielt, auch irgendwie skurril. — Sehr schön aber quasi ein Kontrastprogramm ist auch die Markthalle, Kaupahalli. Die gibt es in jeder größeren Stadt. Die ausgestellten Produkte sind zumindest immer ein Augenschmaus. Der Hit in …

Endlich! – Finnischer Sommer!

Wir verrenken uns immer noch die Hälse, um rechts und links in die Lichtungen zu plieren – vielleicht steht da doch noch ein verirrter Elch rum? Dabei wissen wir inzwischen, dass ab 15°C Elche schon Hitzestress haben und hier, bei jetzt doch –endlich- um die 20°C und mehr, eher ein Kamel zu erwarten ist. Die Elchschilder gelten also nur im Winter. Stattdessen sehen wir wieder vermehrt Kraniche auf den Wiesen und gestern Morgen sogar einen Rehbock, der über die Straße geschossen kam. Lebenretten geht auch mit kleinen Vögeln, die geschockt auf der Straße sitzen, Minikröten u.a. Ursprünglich hatten wir vor, von Kokkola an der Küste nach Vaasa und dann ins Landesinnere nach Tampere zu radeln. Wir entschieden uns um und radelten gleich nach Tampere. Jetzt, bei dem schönen Wetter, wollen wir endlich die vielen Shelter, Hütten, Feuerstellen u.ä., die der finnische Staat den Outdoorleuten zur Verfügung stellt, vermehrt ausprobieren. Und runter von den Hauptstraßen. – Es ist fantastisch! Zwar hatten wir manchmal Mühe, die Unterstände zu finden und mussten auch mal einige hundert Meter Trampelpfade …

Zur Ostsee

Jetzt geht es zügig nach Süden. Lappland ist zu Ende. Die Vegetation verändert sich. Wir sehen dichtere Wälder als bisher, Landwirtschaft, die Heide blüht. Ab und an folgen wir dem Küstenradweg E10, um uns vom Verkehr der Landstraße zu erholen, wenn dort gerade mal kein begleitender Radweg sondern nur ein Randstreifen zur Verfügung steht. Dann geht’s auf Waldwegen an Einzelgehöften und eben Wald entlang- auch mal schön. Dabei fanden wir einen Ziehbrunnen, die Kühe mit dem Euterschutz und einen Holzvollernter im Einsatz. Eine Kekspause auf einer kleinen Waldlichtung mit Blaubeerunterwuchs mussten wir wegen zu intensiver Mückenbevölkerung stark verkürzen. Wie zu sehen ist, hatten wir auch mal einzelne schöne Tage dabei. Gefühlt ist es aber doch überwiegend regnerisch; was sich da in Mittel- und Südeuropa mit Hitze abspielt, können wir uns gar nicht recht vorstellen. In der größten Stadt Nordfinnlands, Oulu, hatten wir Sonne und Schauer im Wechsel. Bilder im Regen gibt es nicht, weil die Kamera ja nicht wasserfest ist. Die Radinfrastruktur ist vorbildlich; es wird auch wirklich viel Rad gefahren. Im Radius von 30 …

Finnmark/Lappland

Ein Dauerthema bleibt das Wetter. Regen und Wind – wieviel und aus welcher Richtung. Von beidem gibt’s die nächsten Tage reichlich. Auf offener Strecke lädt eine Silberschmiede mit großem Plakat zum Halt ein. Wir wundern uns über die drei großen österreichischen Reisebusse auf dem Parkplatz – bis wir in der Hütte sind. Der Besitzer ist Österreicher, der eloquent den Touristen die samische Kultur inclusive des Silberhandwerks näherbringt. Es ist faszinierend, wie die Landschaft sich immer wieder verändert. Mal hügelig bewaldet, dann wieder offen, moorig und felsig – und immer ziemlich menschenleer. Einmal läuft sogar ein Polarfuchs über die Straße – zu schnell für die Kamera. Die Rentiere dagegen lassen sich häufig Zeit. Die erste Zieletappe in Finnland ist Inari, wo wir ein Sami-Museum besuchen. Es ist hochmodern, mit vielen interaktiven Elementen und einem großen Außengelände mit alten Gebäuden. Wir brauchen fast den ganzen Tag für diese Bildungseinheit, sind hinterher völlig platt und radeln nur noch kurz zum nächsten Campingplatz. Nordlappland hat eine sehr geringe Bevölkerungsdichte und entsprechend groß sind die Abstände zwischen den Siedlungen. Allerdings …

Einmal Nordkapp und zurück

In Honningsvåg runter von der Fähre und bei bestem Wetter die 33 km zum Nordkapp. Also, eigentlich ist das ja nicht die nördlichste Stelle des europäischen Festlandes, weil das ja eine Insel ist, Magerøya. Und das sogenannte Nordkapp ist noch nicht mal der nördlichste Punkt der Insel, der liegt 3 km weiter westlich, ist schlecht zugänglich und nicht so fotogen. Und wenn Inseln schon mitgerechnet werden, müsste man eigentlich zum 400 km nördlicheren Spitzbergen. Und da hat man sich eben willkürlich auf dieses Nordkapp geeinigt. Weil die Insel Samen-Gebiet ist, gibt es viele halbzahme Rentiere, die gern auch mal auf der Straße herumstehen. Von Honningsvåg fährt man erst mal 250 m hoch und dann fast auf Meereshöhe wieder runter. Das „Nordkapp“ ist dann wieder eine 300 Meter hohe Klippe. Als wir da waren, waberte unten der Nebel; das Meer war nicht zu sehen. Das Objekt der Begierde ist diese Drahtweltkugel, vor der die Leute fürs Erinnerungsfoto Schlange stehen. Dann gibt es da noch diverse Gedenkorte und ein Gebäude mit Cafeteria, Museum und dem unvermeidlichen Souvenir-Shop. …

Die letzten Etappen zum Nordkap

In Tromsø blieben wir einen Tag länger als geplant; es kam so viel Wasser vom Himmel, dass wir die trockene warme Cafeteria/Aufenthaltsbereich des Campingplatzes der nassen Straße vorzogen. Außerdem gab es ein Frühstücksbuffet!!! Wir schwelgen gerne im Luxus, nur mal so nebenbei bemerkt. Tromsø hatte uns außer Supermärkten, Eiskathedrale, Brauerei und Burger King auch noch ein Polarmuseum und ein Trollmuseum zu bieten. Das Polarmuseum hat mich, gelinde gesagt, etwas überrascht. Hier wird der norwegische Trapper und Jäger hauptsächlich auf Spitzbergen beim Überwintern gefeiert. Sehr schön mit Ausstellungstücken dargestellt: eine Originalhütte mit Hundegebell, wenn man sie betritt, ein Rentier, das gerade gehäutet wird, jede Menge verschiedener Fallen für Polarfüchse bis Eisbären (jeweils mit ausgestopftem Exemplar), Aufzählungen, wann wer mit wieviel Fellen als Ausbeute zurückkam, die Entwicklung der Robben-/Seelöwen-/Walross-/Waljagd mit Fotos, vielen alten und auch neueren Werkzeugen, die man so braucht. Für mich wird da ein Heldenmythos gefeiert, der zwar völlig legitim ist, aber ein kleines Stückchen Selbstreflexion aus heutiger Sicht hätte ich erwartet. So wird nur berichtet, dass die Robbenjagd wegen einer mächtigen Umweltschutzorganisation zurzeit den …

Die Vesterålen …

… sind die Inselgruppe nördlich der Lofoten. Da hatte Karin Geburtstag, in den wir „reingefeiert“ haben mit Rotwein, Erdnüssen und Mitternachtssonne. Vor der Westküste von Andøya ragt der Felsen Bleiksøya aus dem Meer und dort ist eine Kolonie von etwa 40 000 Papageientauchern. Die treffen sich dort zwischen Mai und August zur Paarung und Brutpflege und treiben sich den Rest des Jahres allein auf dem Meer herum, ohne jemals an Land zu gehen. Sie sind übrigens monogam, das Paar hat jedes Jahr ein einziges Ei. Sie werden bis zu 40 Jahre alt. Problem ist, dass in den letzten Jahren die Seeadlerpopulation stark gewachsen ist und inzwischen bis zu 50 hungrige Adler über dem Felsen kreisen. Jeder frisst täglich zwei Papageientaucher. Macht 100 pro Tag und mehr als 10 000 in den vier Monaten, – so erzählte uns der Guide. Einiges größeres und kleineres Getier ist uns vor die Linse gekommen. Beginnend mit dem kleinsten: die sind kaum einen mm lang und stechen durch die Kleidung. Wie ist das möglich? Zunehmend beschäftigt uns das Sozial- (oder …

„Pleiten, Pech und Pannen“

Wir hatten mal so eine Rubrik eingeführt, die aber nie so richtig beschickt, weil wir eigentlich nur selten Pech und Pannen hatten. Jetzt hat sich das aber doch ein wenig gehäuft. Los ging das noch in Deutschland mit unserem MSR-Kocher, der ja mit Benzin betrieben wird und uns mindestens 13 Jahre treu begleitet hat. Plötzlich lief der Brennstoff nicht mehr. In dem Messing-Zuleitungsrohr steckte so ein Sinterfilter, und durch intensives Reinigen und viele Versuche ließ sich das Problem auf diesen Filter eingrenzen. Ein wenig an der Oberfläche gekratzt – siehe, da ging es wieder so leidlich! Später habe ich die Oberfläche mal mit einem anderen Kocher ausgebrannt, und das war nicht so gut: Es ist nämlich –nach genauer Recherche- doch kein Messing-Sinterfilter (obwohl er genau so aussah!), sondern ein Plastikteil, und das hat nach der Hitzebehandlung gar nichts mehr durchgelassen. Ersatz dafür gibt es prinzipiell, aber keinesfalls in der norwegischen Provinz. Das Problem ließ sich aber nun mit einem Stück Zigarettenfilter hilfsweise lösen. Jetzt geht’s wieder. Hat uns aber ganz schön beschäftigt! Vor ein paar …

Kystriksveien FV.17

Wir fahren die berühmte Küstenstraße, die von Steinkjer nach Bodø führt. Wir hoffen auf erstens besseres Wetter und zweitens weniger Verkehr als auch der E6. Beides trifft ein! In Steinkjer besorgen wir uns eine kleine Broschüre, in der nicht nur der Streckenverlauf, sondern auch Campingplätze, eine Tunnelübersicht für Radreisende und die Fährverbindungen stehen. Natürlich auch Werbeanzeigen für all die Touristenattraktionen auf der Strecke. Wir nutzen das Büchlein, um zu planen. In Steinkjer finden in diesen Tagen die norwegischen Straßenradmeisterschaften statt und wir fahren über die Ziellinie! Und der Regen hat auch aufgehört! – Alles wird gut! Das nasse Zelt war nach 45 min trocken und blieb es auch für die nächsten Tage. In Stiklestad besichtigten wir die Wallfahrtskirche von Olaf dem Heiligen. Genau dort fand die Schlacht statt, in der er gestorben ist. Die Geschichte wird anschaulich in der Kirche dargestellt. Vor der Schlacht, die Schlacht, der verletzte bzw. tote Olaf, der bereits leuchtet. Übrigens habe ich gelesen, dass er zu Lebzeiten auch Olaf der Dicke genannt worden war. Dargestellt ist natürlich ein schlanker Held. …

Mittsommernacht

Lacht nicht! Selfie machen mit Schlafbrille ist nicht so einfach, hat sieben Versuche gebraucht. Gestern, am 21. 6., war Mittsommernacht. Da waren wir in Trondheim, weit südlich des Polarkreises. Sonnenuntergang 23:37, Sonnenaufgang 3:03. Um 1:30, also zur tiefsten Nacht habe ich ein Foto von der Straße vor dem Hotel gemacht. Warum da eine Laterne brennt, weiß ich nicht. Nachmittags war hier ein kleines Straßenfest. Im Hintergrund sieht man ein paar Zelte. Wir hatten dicke Jacken an. Man beachte die Girlies mit den kurzen Hosen: da frieren wir schon beim Zusehen!

Trondheim

Wir haben lange überlegt, welche Route wir von Røros nach Trondheim nehmen sollten. Die sicher schönere auf einer Nebenstrecke oder die direktere. Die erste Variante hatte deutlich mehr Höhenmeter und ca. 60 km mehr Strecke aufzuweisen. Dafür mehr Campingplätze am Wegesrand. Hm, einen Tag länger durchs Inland oder schneller an die Küste? Wir entschieden uns für die einfachere, kürzere Variante. Sie war auch wunderbar, teilweise spektakulär schluchtig und, da es Sonntag war, wenig befahren. Das war gut, denn sie schlängelte sich am Fluss Gaula entlang abwärts und ist recht eng. Wir fuhren übrigens bei strahlendem Sonnenschein los und es blieb auch famos trocken! Den Gegenwind und die 500 Hm nahmen wir locker mit. Wir wunderten uns etwas über die vielen Motorbikes, die an uns vorbeirauschten – bis wir an einem Cafe vorbeikamen, wo mindestens 30- 40 Motorräder standen und ein Schild „Route 30“ analog der berühmten „Route 66“ leuchtete – Ah ja. Wir schafften tatsächlich die 106 km zum nächsten Campingplatz in Støren, einem Eldorado für Fliegenfischen-Liebhaber. Auf dem Campingplatz standen wirklich viele deutsche Camper …

Norwegen

Zu den Dingen, die Reiseradelnde gar nicht brauchen können, gehören z.B. Reifen flicken an einer Schnellstraße, Speichenbrüche oder auch ein klatschnasses Zelt im Regen einzupacken. Während Deutschland unter einer Hitzewelle stöhnt, haben wir hier nasse Socken und bald Schwimmhäute zwischen den Fingern. Das Wetter ist „durchwachsen“. Meine Schuhe lösen sich vorne schon auf; ich habe sie mit einem Superkleber repariert: Wasserfester sind sie trotzdem nicht. Nun sind wir also in Norwegen: die erste Stadt ist Trysil. Der Berg neben der Stadt ist mit Loipen, Skiliften und Abfahrt-Schneisen überzogen: im Winter ist hier wohl die Hölle los. Für den Sommer versucht man Hiker, Angler und Mountainbiker anzulocken: z.B. mit den bunten Fahrrädern an jeder Laterne. Das andere Standbein der Wirtschaft ist natürlich die Holzindustrie. Die Gegend ist wohl noch dünner besiedelt als auf der schwedischen Seite. Nicht wenige Häuser wirken unbewohnt und verfallen. Unerwartet findet man dann doch immer mal wieder kleine Supermärkte. Vor einem solchen hatten wir ein interessantes Gespräch besonders mit einem der beiden Männer. Er „macht in Landmaschinen“, ist auch viel in Deutschland …

Wie im Bilderbuch

10,3 Millionen Schwedinnen und Schweden leben, wie ja allgemein bekannt, vorwiegend im Süden und in den großen Städten. Wir fahren durch den eher dichtbesiedelten Teil und sehen zwar häufig Häuser und Häuschen irgendwo in Feld und Wald stehen, aber extrem selten Menschen. Die finden wir eher in den Supermärkten oder auch einige unterwegs in den Wohnmobilen. Vielleicht sind sie auch alle in den alten gras-/moosgedeckten Holzhütten und arbeiten online, da fast überall Glasfaser liegt? Diese Idee finde ich faszinierend. Die Gleichzeitigkeit von großer Naturverbundenheit und Einfachheit mit moderner IT-Infrastruktur. Bis auf einen Campingplatz hatten bisher alle free Wifi auf dem gesamten Platz, die einfachen kleinen 9 m² Holzhütten haben zwar keinen Sanitärbereich, aber oft einen kleinen Kühlschrank sowie eine Kochplatte. Angesichts des wechselnden Wetters haben wir bisher noch nicht wild gezeltet, sondern nutzen die zivilisatorischen Annehmlichkeiten von warmer (heißer!) Dusche und manchmal sogar eine Hütte. Und ja, wir stehen dazu! Die Landschaft wechselt zwar immer wieder zwischen Kiefern-Birkenwälder mit Wacholder/Heide oder Blaubeerenunterbewuchs mit großen Findlingen und offenen Wiesen/Futtergrasflächen; aber überall sind kleinere und größere Pfützen, …

Hätte, hätte, Fahrradkette

Hätte ich mal, wie geplant, in den letzten sechs Monaten mehr Zeit im Fitnesstudio verbracht – hätte ich dafür soviel Selbstdisziplin wie früher aufgebracht – hätte ich genauso viel Energie und Aufmerksamkeit meiner Gesundheit bzw. meinem Körper gewidmet wie meinen diversen Bemühungen, die Welt zu verbessern – ja, dann wäre mein linkes Bein vielleicht nicht so geschrumpelt und zum Beinchen geworden, wie es jetzt auf dem Foto im Vergleich zu sehen ist. Aber:  hätte hätte Fahrradkette.  Also läuft jetzt das Trainingsprogramm und der Langzeitversuch in der Hoffnung, die Müskelchen wieder aufzupeppen. Das Radeln klappt übrigens ganz gut. Ich fahre ohne Manschette und hoffentlich komme ich bald wieder zum kurzfristigen Wiegetritt aus dem Sattel. Übrigens meinte eine Camperin, die beim Fotoshooting zugesehen hat, ob denn nicht das Bein einfach etwas geschwollen sei. Sie glaubte, mein starkes, muskulöses, normales Bein (ok, derzeit auch etwas stärker mit einem Fettmantel geschützt) sei das Operierte! Das hat mich ein bisschen verletzt. Wir werden alle vier Wochen ein weiteres Vergleichsbild machen. Ich bin gespannt.  

Südschweden: potteben???

Immer mal wieder hört man von nicht-Radfahrern, ganz Südschweden sei total flaches Land. Dem ist nicht so – wir erleben das anders: Wir fahren meistenteils durch eine Endmoränenlandschaft mit  Seen, viel Geröll und reichlich Hügeln, die häufig 5% Steigung haben, gerne auch 8%, einmal 14%, besonders auf den Nebenstraßen, den „weißen“. Zwischendurch sieht man auch gewachsenen Fels. Mit 35 kg Gepäck am Rad nicht nur vergnüglich! Mich erinnert das an einen Farmer in Tennessee. Als wir aus den Appalachen kamen, sagte er, ab hier beginne der Mittlere Westen und der sei „tableflat“ und machte dabei so eine Handbewegung, als ob man ein Tischtuch glattstreicht. Auf das „tableflat“ haben wir bis zu der Rockies vergeblich gewartet und gehofft. Ähnlich ist es übrigens mit Entfernungsangaben: der Weg sei höchstens eine halbe Stunde …. Jaaaa, mit dem Auto! Trau in diesem Punkt keinem Nicht-Radfahrer! (Fritz) Die ersten Tage alleine unterwegs. Worüber soll ich schreiben? Die Landschaft, das Fahren, das Zelten, das Wetter, die Rückmeldungen des Körpers? Wer Hardfacts mag, findet sie auf der Statistikseite, die Route aktualisieren wir …