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Und weil´s so schön war, nochmal

Der Vortrag im Hallenbad hat uns großen Spaß gemacht! Und wir glauben, dem Publikum auch. Da die verfügbaren Plätze leider coronabedingt begrenzt waren, konnten nicht alle Interessent*innen kommen. Deshalb gibt es jetzt einen zweiten Vortragstermin! Am Dienstag, dem 22.03. sind wir wieder im Kultur- und Veranstaltungszentrum “Hallenbad” in Wolfsburg. Um den notwendigen Anmeldeprozess für alle zu vereinfachen, werden diesmal Tickets verkauft für 3€ (zzgl.2€ Vorverkaufsgebühr).  Ticketshop Ich kann Euch versichern, das ist gut angelegtes Geld! Ihr bekommt einen spannenden und kurzweiligen Abend! Und der Eintritt geht als Spende an den ADFC Wolfsburg!

Rückblick

Ihr habt es Euch sicher schon gedacht, -wir sind wieder daheim. Sogar schon eine geraume Zeit. Und wie der Alltag uns wieder einfängt, oder auch umfängt und erfüllt, so driftet die Radreise aus dem aktuellen Bewusstsein. Einen Abschluss braucht es natürlich dennoch. Eine kleine Geschichte am Bodensee. Wir waren essen und der kleine Junge der Wirtsleute radelte begeistert im Hof, als ihm plötzlich seine Klingel  abfiel. Fritz, allzeit bereit, zückte das Taschenmesser und löste mit dem Schraubendreher das Problem. Der Junge war begeistert und brachte kurz danach als Dankeschön eine Feder! Wir folgten vom Bodensee dem Rhein, um in Feldkirch liebe Freunde zu besuchen, dann ging es in die Schweiz über Zürich nach Bern. Fritz berichtete schon davon, es war wirklich wunderbar. Zurück gen Norden wieder bis zum Rhein. Hier noch ein paar Impressionen von unterwegs:   Siedlungsimpressionen: Wir mussten Anfang September zuhause sein, da warteten wichtige Termine. Also war der Plan, mit dem Zug von Basel zurückzufahren. Höchste Zeit, Fahrkarten zu kaufen, denn die Fahrradplätze in den Zügen sind rar. In Solothurn ab in …

Per Fahrrad unterwegs

Es ist doch immer wieder überraschend, welche Wege man per Fahrrad so bewältigen kann, beispielsweise in einem Feuchtgebiet (in Süddeutschland). Die übrigen Fotos sind aus der Schweiz. Oft ist das feiner gut verdichteter Schotter, oder perfekter Asphalt, mal steil: so ist das in den Alpen. Dafür findet man auch Tunnels, nur für Fahrräder, mit Beleuchtung!!! Unser Weg hat uns vom Bodensee über Feldkirch in die Nähe von Zürich und nach Bern geführt, meistens entlang an irgendwelchen Flüssen und Seen, überwiegend mit moderaten Steigungen. Das einzige Pässchen der Reise ging über den Schweizer Jura. Da musste dann auch gleich ein Gipfelfoto gemacht werden. Die Fahrradinfrastruktur in der Schweiz ist sensationell. Fernradwege sind durchnummeriert und fast lückenlos mit Wegweisern versehen: das nächste Ziel und der Endpunkt, oft km-Angaben, überwiegend gut befahrbare Wege. Manchmal findet man Schlauchautomaten oder Reparaturstationen mit dicker Luftpumpe. Oder mal eine Fahrradwaschanlage! Wir haben unsere allerdings nicht gewaschen; werden ja sowieso gleich wieder dreckig! Für den Notfall findet man viel mehr Radläden und -werkstätten als in Deutschland.

Steile These

In der Schweiz gibt es auf Weiden auffallend häufig Katzen – in Deutschland haben wir das kaum gesehen. Ich, Fritz, habe da eine steile These: Die Schweizer Katzen sind transgen. Sie haben z.B. durch zeckenübertragene Borrellien von Kühen das Gen für das Zellulase-Enzym übernommen und können daher wie diese Gras verdauen. Die wesentlich langweiligere Erklärung ist allerdings: Es gibt auf Schweizer Weiden haufenweise Mäuse. Am Wegesrand findet sich immer wieder ein Anlass zum Anhalten, kleine gymnastische Übungen inklusiv. (s.u.) Das Aufrichten hat Fritz rücksichtsvoll nicht dokumentiert. Unsere Freundin und Webmasterin ist begeisterte Bienenhalterin. In leicht futuristischem Outfit versorgt sie ihre Bienen. Wir können hier nicht mit exotischen Tieren aufwarten, Zoobesuche sind nicht vorgesehen, aber so rund ums Wasser findet sich auch hier so Einiges. Während manche dick bewollte Tiere lieber im Schatten dösen, treibt es andere auf die Wiesen, mal ganz allein und wachsam, mal gut behütet vom Gänsehirten. Die Störche sollten sich langsam auf den Weg machen. Ab und an haben wir Gruppen gesehen, dieser ist entweder noch unschlüssig, hat den Zug verpasst oder …

Oldtimer

Dieser Peugeot – ziemlich nah verwandt mit der berühmten Ente – steht im Garten von Freunden in der Nähe von Bern. Der Kasten da hinten drauf ist ein Hühnerstall; nur die Hühner fehlen noch, ziehen aber demnächst ein. Ein Freund bei Göttingen hat diesen VW-Puma aus Mexiko importiert. In ganz Deutschland soll es etwa 20 Stück davon geben. Käferchassis, im Heck ein Flachmotor vom 411er mit Doppelvergaser, der 76 PS bringt. Ein richtig bissiges Ding! Ein Klassenkamerad von mir in Franken ist – wie es scheint – Zündapp-Liebhaber. Alle Fahrzeuge seines privaten Museums sind fahrbereit und zugelassen. Immer noch Oldtimer-affin lasse ich ungern ein Fahrzeugmuseum aus und Karin ist so loyal mich zu begleiten und sogar ein gewisses Interesse zu zeigen. Der T1- Bulli ist immer noch mein Traum aber ganz sicher unerschwinglich und vermutlich auch im Betrieb ein Groschengrab. Die Solex erinnert mich an meine Mutter, die Anfang der 60er mit so einer als Hebamme zu Hausgeburten gefahren ist. Später hat sie mein Bruder übernommen und ein wenig frisiert, was sie ihm übelgenommen haben: …

Radwege

Eine Idee unserer Reise war es ursprünglich, in Deutschland mal Radfernwegen zu folgen. Wir schaffen das nur bedingt, hatte ich schon mal erwähnt. Allerdings üben wir uns und sind inzwischen schon stückchenweise auf etlichen geradelt: Leineradweg, R1, R2, Fuldaradweg, Sinntal -Radweg (super), Donauradweg, Donau-Bodenseeradweg und ungezählten direkten Ortsverbindungen. Unser Eindruck: Seit Thüringen sind die Ausschilderungen meistens gut bis sehr gut, die Radwege zwischen 4m breit und Schotterpfad (selten). Sehr gerne genommen werden auch ehemalige Bahntrassen mit meist guter Oberfläche und geringer Neigung. Grundsätzlich finden wir es immer nerviger auf Land- und vor allem Bundesstraßen im Mischverkehr zu fahren. Wieso dürfen Bundesstraßen erneuert werden ohne zwingend einen begleitenden Radweg zu bauen??? Manchmal sind sie extrem eng und dann noch mit Leitplanken versehen, sodass man nicht mal ausweichen kann. Die Ausschilderung für bestehende begleitende Radwege ist selten sehr gut vorausschauend,  manchmal gut und leider auch oft schlecht bis nicht vorhanden, sodass wir plötzlich rechts oder links der Leitplanken oder jenseits des Grabens einen Radweg sehen ohne Chance, auf ihn zu kommen. Da gibt’s noch reichlich Luft nach …

Bundesgartenschau Erfurt

Wenn wir schon mal da sind, … besuchen wir natürlich die BuGa. Erfurt als Stadt profitiert natürlich von den Infrastrukturmaßnahmen rund um die BuGa. Nach Aussage von unseren Gastgeber*nnen vor allem die bisherigen Plattenbauviertel, die nun mit einem wunderbaren Radweg angebunden sind; aber auch schöne Anlagen, Freizeit- und Grillplätze sind entstanden. Die BuGa ist ein Farbenrausch, Staudenliebhaberparadies – irgendwann Reizüberflutung. Zwei Inspirationen und eine Empfehlung nehme ich mit bzw. gebe ich weiter: Der Flaschenparavent und das Korksteckkunstspiel (s. Fotos). Empfehlen kann ich das Gartenbaumuseum! Interaktiv und hochinteressant. Stichwort: „Küchendörfer“. Kurz vor Erfurt kamen wir durch Horsmar, wo meine Mutter als Kind von 1944- 1946 als erste Station nach der Flucht in der alten Mühle gelebt hat. Ein Stück Familiengeschichte. Wir bekamen durch unsere Freunde eine exklusive Rennradeskorte stadtauswärts- bei starkem Westwind durften wir Windschatten fahren!

Südwärts

In vielen Ländern checkt man die Schuhe morgens ja auf Skorpione, Vogelspinnen oder Centopoden … Nach kurzem Aufenthalt in Wolfsburg- Wäsche waschen, Post sichten, Familie besuchen- ging es weiter. Grobe Planung: Hildesheim, Göttingen, Erfurt, Fulda, Würzburg, Lauchheim, Blaubeuren, Wangen; dann Feldkirch, Zürich, Bern, Lörrach. Überall Freundschafts- oder Familienbesuche. Mal sehen, wie weit wir kommen. Erster Stopp in Hildesheim mit Westwind und kurzen Regenschauern. Unterwegs trafen wir eine Gifhorner ADFC-Gruppe, die auf dem Weg zum Braunschweiger Ringgleis war. Mit Pedelec ist so eine Tour von ca. 90km kein Problem; fast alle waren so unterwegs. Hildesheim hat uns gut gefallen; nette Stadt mit Atmosphäre. Auf dem Weg nach Göttingen ging es ein wenig auf und ab, wir suchten uns den Weg zwischen Straße und Fernradweg immer wieder neu. Einfach mal einem Fernradweg folgen, wie z.B. dem Leineradweg, fällt uns (noch) schwer, da er dann doch nicht genau da lang geht, wohin wir wollen, oder garmin etwas ganz anderes vorschlägt. So verbringen wir immer wieder etliche Zeit mit der Abwägung des optimalen Routenverlaufs; nur um sie dann unterwegs …

Ob Großstadt oder einsame Heide, wir radeln

In Berlin erwartete uns schon die Villa Strauß mit einem vorbereiteten Zimmer! In Pankow wohnt eine Freundin in einem wunderschönen Haus mit ebensolchem Garten. Da ihr Herz mindestens so groß und offen ist wie ihr Haus, gibt es Platz für junge Menschen aus aller Welt, die hier eine bezahlbare Bleibe finden. Die Atmosphäre erinnert uns etwas an ein familiäres Hostel. Wir genießen die gemeinsame Zeit mit interessanten Gesprächen und treffen uns außerdem in Berlin mit einer weiteren Halbschwester von Fritz. Eine kostbare Begegnung, die alle berührt. Quer durch Berlin zu radeln hat schon was. Es macht uns vor allem deutlich, wie ungerecht die Verkehrsfläche aufgeteilt ist. Da quetschen sich Radfahrende auf schmalen Radwegen, oft in direkter Nachbarschaft mit Passant*innen, während die Autos zwei breite Spuren zur Verfügung haben, die teilweise nur locker befahren werden. Sicher sind das nur Momentaufnahmen. Wir fahren auch superzügig parallel zur Avus im Wald. Bis auf den Motorenlärm macht es richtig Spaß. Ziel: Potsdam. Diesmal ist wieder meine Familie dran, sogar mit einem kleinen Familientreffen mit Onkel, Tante, meinen Eltern sowie …

Nord-Ost-Runde

Von Rostock nach Stralsund haben wir die Möglichkeiten des ÖPNV getestet. Unser Date in Stralsund war anders nicht zu schaffen- auch gut. Die Altstadt von Stralsund war bestens auf uns vorbereitet. Strahlender Sonnenschein, vormittags waren die Touris noch beim Frühstücken und wir hatten ausreichend Gelegenheit, das Rathaus und andere gotische Barockhäuser zu bestaunen. Was mir so durch den Kopf ging: Diese Machtdemonstration, wie viel Arbeit wurde durch diese Riesenbaustellen geschaffen, wie viele Menschenleben sie wohl gekostet haben, wieviel Fronarbeit war dabei; gibt es auch Kulturen, die ohne diese manifestierten Machtansprüche auskommen? Mittags ging´s weiter auf dem Radweg „Mecklenburger Seen-Rügen“. Eine wunderbare alte Bahntrasse, schnurgerade unter Bäumen, meistens supergut zu fahren, manchmal grauenhafte Wurzelaufbrüche, die ohne Vollbremsung Gefahr für Leib und Rad darstellen. Wann werden wir endlich von andern Kulturen den Fahrradwegeunterbau lernen??? Unterwegs nach Berlin ändert sich die Landschaft, aber immer bleibt sie mehr oder weniger endmoränig, landwirtschaftlich geprägt, alleenreich, erholsam. Auch Planwagenfahrten werden anscheinend gut angenommen. (Fritz:) Im der Mitte Mecklenburgs liegt die Kleinstadt Gnoien. Da habe ich als 7-jähriger kurz vor dem Mauerbau …

Manche sammeln ja Briefmarken …

Das Wetter war in dieser Woche etwas durchwachsen. Manchen Tags wurde das Regenzeug fünfmal an- und wieder ausgezogen. Die feuchte Wärme dazwischen hat mich denn auch mal auf die Bank gestreckt. Die Wege sind oft wunderbar, alte Bahntrassen, geschlossene Alleen, Waldwege verschiedener Qualität. Streckenweise sind die Radwege durch Wurzelaufbrüche praktisch unbefahrbar. So wird das mit der Verkehrswende nichts!!! Dieser Campingplatz war höchst idyllisch, aber „tierisch“ laut – nicht wegen der nahen Straße (die kaum befahren war) sondern wegen der Froschgesellschaft im Teich. – Die vier Jungs waren erstmalig ohne Eltern auf der Reise. Mindestens drei klassische Anfängerfehler sind zu sehen: 1.) die Räder sind nicht angeschlossen. 2.) Das volle Portemonnaie liegt auf der Bank. 3.) Das Schlimmste: das Klopapier (auf der Stuhllehne) ist klatschnass vom Morgentau! In der ostfriesischen Geest beansprucht jedes Dorf, die „Perle der Geest“ zu sein. Sozusagen eine ganze Perlenkette. Überhaupt fallen –bei der langsamen Fortbewegung per Rad ja so manche wunderliche Dinge am Straßenrand auf … Der Blick fürs Kleine und Besondere am Wegesrand muss täglich geübt und neu geschärft werden. …

Fahrradklimatest 2020

Es ist wieder soweit! Wie fahrradfreundlich ist Eure Stadt? Gebt Eurer Stadtverwaltung die Chance, über die Stärken und Schwächen der Fahrradinfrastruktur, Freud und Leid des Fahrradfahrens ein Feedback zu bekommen. Ganz einfach den onlinefragebogen ausfüllen. www.fahrradklima-test.adfc.de  Wir radeln zur Zeit zuhause durch die Gegend und hoffen auf den Impfstoff. Bleibt gesund! Karin und Fritz

Daheim!

Nach der letzten Reise haben wir Vorwürfe zu hören bekommen, man wisse ja gar nicht wo wir seien, es habe irgendwie keinen richtigen Abschluss gegeben. Wir lernen dazu, also jetzt Abschluss! Allerdings sind wir ja schon sei gut einer Woche wieder da und haben den Jetlag gerade halbwegs überwunden: abends sind wir nicht ins Bett gekommen und morgens nicht raus. Irgendwo in Peru hatten wir ja annähernd zehn kg unter Startgewicht. Inzwischen stehen wir schon wieder gut im Futter. Am letzten Tag in Buenos Aires waren wir mit Packen beschäftigt. In einem Radladen hatten wir zwei Kartons für die Fahrräder bekommen. Das ist inzwischen bei fast allen Airlines ein Muss. Die Boxen waren so groß, dass nur die Vorderräder raus, der Sattel und die Pedale abgenommen werden mussten. Bei nur einem Stück Freigepäck  pro Person  stopften wir  alle Packtaschen samt Inhalt in zwei 50-kg-Reissäcke, die wir mal in Myanmar besorgt hatten und seitdem für diesen Zweck mitschleppen. Einchecken und Flug war dann problemlos (wobei wir das Fliegen ja überhaupt nicht mögen, nicht nur wegen dieser …

Faulenzen in Buenos Aires

Tja, nun haben wir noch 10 Tage Kurzurlaub in Buenos Aires eingelegt und Dank der First Class Unterbringung und Verpflegung haben sich die eingeschmolzenen Fettpölsterchen schon wieder kräftig vollgesaugt. Karina und Peter aus Wolfsburg hatten uns kurz vor unserer Abfahrt auf dem Allerseefest angesprochen und eingeladen, sie in Buenos Aires, wo sie ab September leben würden, zu besuchen. Das hatten sie ernst gemeint. Und wir haben die Einladung gerne angenommen. So verbringen wir die letzten Reisetage mit Sightseeing, Gesprächen, gutem Essen, Trinken und Faulenzen. Dreimal waren wir im Zentrum von Buenos Aires, hier ein paar Eindrücke: Buenos Aires ist zwar keine Fahrradstadt, aber einiges könnte sich Wolfsburg doch abgucken: z.B. protected bike lanes, Grünmarkierung der Radwege- übrigens in vielen Ländern normal! Leider gibt es auch hier weiße Fahrräder als Mahnmal für tödliche Fahrradunfälle Argentinien ist fussballbegeistert. Zwei Traditionsvereine in Buenos Aires muss man kennen: Boca Juniors und River Plates. Laut Wikipedia sind über 70% der argentinischen Bevölkerung Anhänger eines der beiden Vereine. Spielen beide gegeneinander (Superclasico), herrscht wohl Ausnahmezustand. Beide Vereine stehen für verschiedene Schichten, …

Ushuaia

Ushuaia die südlichste Stadt der Welt, liegt zwar nicht an der Magellanstraße (nördlich und westlich von Feuerland) sondern am Beagle-Kanal (südlich von Feuerland). Insofern sind die schneebedeckten Berge, die wir hier sehen, nicht dieselben, die Fritz’ Vater damals von See aus sah. Aber sie sind doch ziemlich ähnlich, mal abgesehen davon, dass die Schneebedeckung vielleicht etwas abgenommen hat. Was ja eigentlich nicht verwundert, außer wenn man Trump heißt. Ushuaia selbst ist noch gar nicht so alt. Erst Ende des 19. Jahrhunderts kamen die ersten Siedler und vor allem das argentinische Militär, um hier einen Stützpunkt zu errichten. Davor gab es allerdings schon Europäer hier, wie so oft, als eine der Ersten, Missionare, die den „armen nackten Wilden“ Gottes Himmelreich und Kleidung bringen wollten. Leider brachten sie und die folgenden Abenteurer und Siedler ihnen den Tod. Die Tragödie der Feuerländer wird hier durchaus thematisiert und ist bedrückend. Vier verschiedene Völker, die seit Jahrtausenden hier lebten, wurden innerhalb kürzester Zeit, eigentlich wenigen Jahrzehnten, dramatisch dezimiert und sind inzwischen als Ethnien völlig ausgestorben. Als Hauptursachen gelten die von …

Endspurt

Das Ende der Reise ist nahe! Nach Rio Grande sind das gute 200 km bis Ushuaia; man könnte das ja in zwei Tagen schaffen. Wollen wir aber nicht: erstens geht es da nochmal über irgendwelche Buckel und zweitens haben wir ja Zeit! Und die braucht man auch, besonders wenn man sich verfährt und am Ende der Kamille-gesäumten Schotter-Nebenstraße auch noch ein Zaun steht. Also Gepäck runter und drüber heben. Der Süden Feuerlands ist übrigens –im Gegensatz zum total platten und kahlen Norden dicht bewaldet und ziemlich bergig mit Schnee auf den Kuppen, dafür aber etwas weniger windig. An der Straße stehen häufig Hinweise auf Unfallschwerpunkte, hier besonders eindrucksvoll mit den Gräbern direkt vor Ort! In Ausflugsentfernung von Ushuaia (25 km) gönnten wir uns  eine Versorgungspause in einem großen Lokal mit den üblichen Lammspießen. Auf dem Foto sieht man unten den See aus dem ausgetropften Fett- hm, lecker. Wir haben übrigens Ravioli bevorzugt. Übernachtet haben wir im Windschutz einer Wellblechhütte neben einem Sanctuario eines der „Nationalheiligen“ (nicht im Sinne der katholischen Kirche!), dem Gauchito („kleiner Gaucho“), …

Ciao Lupi! – Ein Nachruf

Dies ist das letzte Bild mit unserem Lupi. Es ist kaum zu glauben, aber Lupi hat der Fuchs geholt! Etwa 80 km vor Ushuaia, dem morgigen Endpunkt unserer Reise, haben wir an einem Aussichtspunkt am Rande des Lago Fagnano gehalten, sehr idyllisch, stahlblauer Himmel, schneebedeckte Berge im Hintergrund… Und da waren auch zwei Füchse, ohne jede Scheu. Das ist ein wunderbares Lupi-Foto, dachten wir, sind ja schon irgendwie verwandt. Ich setze also den Lupi direkt vor mir und so zwei Meter vom Fuchs entfernt auf dem Boden und zücke die Kamera. Da springt der mit zwei Sätzen, schnappt sich den Lupi und rennt die 50 Meter zum Bau. Ein Fuchs läuft schneller als ich. Der Bau mit einer ganzen Fuchsfamilie ist am Hang unter einem Dutzend umgestürzter grauer Bäume. Einmal habe ich ihn mit seiner Beute noch gesehen, dann waren beide verschwunden. 1 ½  Stunden bin ich herumgeklettert, habe unter jeden Baumstamm gesehen, in jedem Baueingang mit einem Stock gestochert: nichts. Auch nicht mit guten Worten und einem Schinkenbrötchen ließ sich der Räuber locken. Schließlich …

Tierra del Fuego – Feuerland

Bevor es mit der Fähre nach Feuerland ging, stromerten wir noch ein bisschen durch Punta Arenas. Wir fanden die Stadt interessant und wir hatten ja Zeit. Also besuchten wir eine regionale Erzeuger-Ausstellung, die in einer Schule stattfand. Praktische Nebennutzung, denn die Schulen sind ja von Mitte Dezember bis Ende Februar wegen Ferien geschlossen. Wie überall gab es jede Menge Leckereien und Kunsthandwerk. Den fahrradgetriebenen Mixer (s. Foto) gab es mehrmals; eigentlich eine gute Idee für Straßenstände. Interessant war auch ein Plakat an einer Klassenzimmertür (s. Foto), worauf die jeweiligen Aufgaben und Rollen von Lehrer und Schülern beschrieben wurden. Unser Host versorgte seine Gäste jeden Morgen mit einem wunderbaren Frühstück. Er erzählte uns auch, dass bereits seine Eltern unter Pinochet auf die Straße gingen und er als Jugendlicher Erfahrungen mit der Polizei machte. Nun würde er mit seiner Frau und seinem 8jährigem Sohn ebenfalls regelmäßig demonstrierten. Allerdings würden sie dann abends nach gehen und er bliebe, denn dann würde es ernst. Er habe auch schon Jungen, die nicht wussten, wie man Reifen für eine Straßenblockade anzündet, …

Punta Arenas

… ist die südlichste Großstadt der Welt. Man beachte auf dem Bild den Lupi, der vom Wind immer weggetragen wurde, weswegen Karin auf dem Sprung ist. Die Stadt feiert gerade 500järiges Bestehen (!). Nachdem Ferdinand Magellan die nach ihm benannte Durchfahrt 1520 entdeckt hatte, wurde die Stadt später als sicherer Hafen und Versorgungs- und Handelsplatz gegründet, war dann zeitweise auch Strafkolonie und nahm erst richtig Fahrt auf, nachdem ~1875 die Einfuhr von 200 Schafen von den Falklands genehmigt wurde, aus denen bis 1900 dann 2.000.000 wurden; natürlich im Besitz einiger Weniger. Die Spuren des Reichtums dieser Schafbarone sind noch heute in der Stadt und auf dem Friedhof zu sehen und die ökologische Folgen der Schafzucht machen bis in die Gegenwart große Probleme in der Region. Wie übrigens auch die Ansiedelung von Bibern auf Feuerland wegen der Felle. Die haben sich hier prächtig vermehrt und richten reichlich Schäden an. Gehören eben nicht hierher! Wandgemälde gibt es wie überall in Südamerika; aber diese hier sind von nahezu perfektem Naturalismus. Der Frachter meines Vaters ist hier auch angelandet. …

Ab in die Pampa

Nach drei Tagen in Puerto Natales … … ging es endlich wieder aufs Rad. Wir hatten für die Strecke von 250 km bis Punta Arenas 3 Tage eingeplant, rauschten sie aber in zweien durch. Das Wetter war besser als angekündigt, also weniger (nicht kein) Regen und der Wind zwar stark, aber meistens noch hilfreich. Die Landschaft ist so wie gedacht, flach, weit, auf den ersten Blick leer. Der Wind schob uns zeitweise ohne zu pedalieren mit 40 km/h vor sich her, aber sobald er von der Seite kam, ging es in die Schräglage mit 10 km/h. Die Böen waren so heftig, dass sie uns plötzlich drei, vier Meter versetzten und wir die ganze Fahrbahn brauchten. Gottseidank war der Verkehr eher gering und die Menschen hinter dem Steuer meist um unsere Nöte wissend. Während in anderen Gegenden die Rinder bei unserem Auftauchen neugierig reagierten und wir sie schon zur Fangemeinde erklärten, verursachten wir hier meistens große Unruhe bis panische Reaktionen. Einmal konnten wir eine Schafzählung erleben. Es ist schon witzig, dass wir im Bundestag eine Abstimmungsmethode …