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Weiter geht’s durch Apulien

Auf dem Beitragsbild seht Ihr die Party von Krankenhausclowns, alle mit roten Nasen, die mit viel Spaß wahrscheinlich den bestandenen Kurs gefeiert haben. Das war ein besonderer Übernachtungsplatz. Eine private kleine Gartenanlage mit Parzellen und einem sozialen und kulturellem Anspruch. Sie bieten dort auch verschiedene Workshops an, der Gemeinschaftsbereich ist groß und es gibt Platz für Camper. Wir fühlten uns sehr wohl. Leider kam in der Nacht der angekündigte Starkwind – wir waren mal wieder froh über unser robustes standfestes Zelt. Morgens überlegten wir lange, ob wir überhaupt radeln sollten. Der Wind kam zwar von hinten, aber mit bis zu 80 km/h und sehr böig. Wir probierten es aus und es ging. In den Städten war es sehr anstrengend, da man an Kreuzungen nie wusste, aus welcher Richtung der Wind reinschießt. Mehrfach hätte er uns um ein Haar einfach in ein Auto reingeschoben. Aber wir haben es überstanden und sind in Barletta in einem wieder mal besonderen Ort untergekommen. Direkt gegenüber der ältesten Kirche in einem der ältesten Gebäude – aus dem 17 Jh und …

Hurraahh – wieder auf dem Rad!

Es fühlt sich gut und richtig an, wieder auf dem Rad zu sitzen. Nach vielem Hin- und Herüberlegen haben wir uns doch entschlossen, direkt von Sapri aus loszuradeln, trotz schlechten Wetters. Es geht leider direkt nach oben 750 Höhenmeter auf 26 km. Normalerweise kein Ding, aber unser Respekt war doch ganz gehörig. – Wir radelten im Trockenen los, die Steigungen waren alle machbar und so waren wir viel früher am Ziel als gedacht. Hier oben war´s allerdings ziemlich frisch und das blieb auch die nächsten Tage so. Italien fasziniert mich immer wieder mit seinen verschiedenen Landschaften. Die Basilikata, wunderbar zum Wandern und Radeln, wie überall die Ortschaften oft auf den Bergspitzen. Und es gibt einen Ciclovia, der auf einer ehemaligen Bahntrasse geführt wird. Ein absolutes Highlight war der längste Tunnel, den wir je in absoluter Dunkelheit gefahren sind: 1,5 km; schon eine mittlere mentale Herausforderung! Am Ende wartete wieder ein Bed & Breakfast auf uns. Unsere Gastgeberin war ganz aufgeregt, weil wir die ersten Gäste waren. In diesem kleinen Ort Calda ist im Sommer sicher …

Zurück in Kalabrien

Zuerst ging es die Küste entlang. Die Vorstellung von Italien mit Sandstränden, Promenaden und Sonne ist ja doch tief verankert. Ab und an finden wir auch etwas davon. Dann wollen/müssen wir durchs wilde bergige Kalabrien. Und wieder fantastisch zum Wandern und Radfahren – derzeit mit schneebedeckten Gipfeln. Eine erste Zeltübernachtung seit langem auf einem Campingplatz kurz vor Acri, der auf dem Eurovelo 7 liegt und Fahrräder verleiht, tat der Seele gut und der Körper hat auf der Isomatte nicht gemuckt. Erste Probe bestanden! In Acri hatten wir zwei Erlebnisse: 1. Ein Passionsspiel, das mit Hingabe, viel Aufwand und Kostümen (die armen Römer mussten nacktbeinig stundenlang ausharren – bei eisigem Wind) vor einer Kirche gegeben wurde. Nach einer Stunde verzogen wir uns in eine Kneipe zum Aufwärmen und Essen; das Passionsspiel dauerte ca. 3 Std!! 2. Wir entgingen knapp einer Verhaftung! Unser Campingplatz liegt ca. 2 km außer- und oberhalb des Ortes. Unsere Gastgeberin zeigte uns als Abkürzung den privaten Fußweg (google auch) durchs Gelände. Dabei mussten wir am Ende ein hohes verschlossenes Tor umklettern. Beim …

Sizilien mit dem Auto

Es ist schon ein anderes Unterwegssein. Im Augenblick ok, weil es die einzige Möglichkeit ist, überhaupt noch etwas von der geplanten Tour umzusetzen. Ich bin froh, dass Fritz fährt und übernehme dafür die Navigation mit dem Handy. Das klappt ganz gut, wenn auch an manchen komplexeren Doppelkreiseln mit unklaren Auf- und Abfahrten ziemlich stressig. Mit dem Rad hält man dann einfach an und schaut nochmal. Mit dem Auto geht alles so schnell! Das überfordert mich manchmal. Naja, irgendwie kommen wir dann doch dorthin wo wir hinwollen, sogar auf die Fähre! Das Wetter spielt wie so häufig nicht richtig mit und so entscheiden wir uns für die Südroute. Erster Stopp in Catania. Unser Zimmer, in der engen Altstadt – natürlich ein einziges Einbahnstraßengewirr- ist winzig klein und vor allem, fast auf der Straße. D.h. ein ca. 40 cm breiter Gehweg, dann die Hauswand mit einer Holztür, die man öffnet; ca. 10 cm dahinter eine Stahltür, die mit dem Schlüssel aus der Box daneben (Code kommt per Whatsapp) geöffnet wird – und du stehst mitten im Zimmer, …

Per Auto in den Süden

Nachdem nun klar war, dass Karin mit dem Rippenbruch sicherlich erst mal nicht Radfahren kann und wir ja immer noch ziemlich husteten und leistungsgemindert waren, haben wir uns entschlossen, für zehn Tage einen Fiat Panda zu mieten und damit Sizilien zu bereisen. Danach sehen wir weiter. Die Westküste südlich von Sapri ist zunächst sehr bergig; die hätten wir keinesfalls geschafft. Danach wird es etwas flacher. Ein echtes Highlight ist Tropea. In Süditalien liebt man, Dörfer und Städte auf die höchsten Berggipfel zu bauen; so auch hier. Im Sommer ist die pittoreske Altstadt ganz sicher ein Touristenmagnet, aber noch ist hier Vorsaison. In der Kathedrale haben wir zufällig ein wunderbares Chorkonzert erlebt. Das Beitragsbild oben zeigt den immer vor sich hin rauchenden Stromboli, eine der liparischen Inseln vor der Küste. Schon seit Jahrzehnten und jetzt wieder aktuell geistert ja wohl die Vision durch Italien, vom Festland nach Messina eine 3 km lange Hängebrücke zu bauen. Noch gibt es da aber Fähren. Mit so einer fahren wir also rüber nach Sizilien.

Da fehlen mir die Worte!

Dieser Ort Sapri verehrt einen radikalen Guerillakämpfer und Schriftsteller, Carlo Pisacane (1818-1857), nach dem sich auch unser Hotel benannt hat. Der hat nach längerer Entwicklung zum Radikalrepublikaner versucht, in Süditalien einen Aufstand zu organisieren und dazu 300 Gefangene befreit. Es gelang ihm jedoch nicht diese und die Zivilbevölkerung zum Aufstand zu bewegen, im Gegenteil. Sie wurden von Soldaten und der Bevölkerung massakriert. Nun denn; einige vergleichen ihn mit Che Guevara. Diese Geschichte hat ein Dichter, Luigi Mercatini, aus Sicht einer Ährenleserin erzählt, die sich in den Helden verliebt haben soll und erleben musste, wie die Männer umkamen. Soweit so gut: Nun hat ein aktueller Künstler 2021 eine Bronzefigur geschaffen, und die steht nun an prominenter Stelle an der Strandpromenade. Es hat Protest gegeben wegen sexistischer Darstellung – die Stadtoberen und der Künstler finden es einfach schön, so einen Körper darzustellen. Mir fehlen echt die Worte dazu und ich kriege Schnappatmung! Ich empfinde es als extrem übergriffig, wenn ich die blankgeriebenen Pobacken der Frauenstatue sehe. Diese ganze Darstellung einer Frau, die zur ärmsten Bevökerungsschicht gehörte, als …

Auch das noch!

Gestern waren wir im hiesigen Krankenhaus. Karin hat sich bei einem Hustenstoß die 9. Rippe rechts gebrochen, natürlich sehr schmerzhaft. Sonst war im Röntgenbild nichts Auffälliges; weiß der Teufel, was wir uns da eingefangen haben. Jetzt ist sie von den Schmerzmitteln etwas müde; immerhin dämpfen die aber den Hustenreiz. Fahrradfahren ist natürlich erst mal gegessen. Wir haben darüber nachgedacht, jetzt die Segel zu streichen und einfach nachhause zu fliegen. Ist aber auch nicht so einfach; wir haben uns dagegen entschieden. Alternative war, mit den Rädern per Bahn weiterzufahren. Auch doof, Karin kann null tragen. Der Beschluss ist nun (dem Rat eines guten Freundes folgend), ab Samstag für 10 Tage ein Auto zu nehmen und Sizilien abzuklappern. Die Räder bleiben im Hotel. In 12 Tagen sehen wir dann weiter; hoffentlich sind wir dann über den Berg. Hier ein paar Eindrücke aus Sapri:

Amalfiküste und Cilento

Diese Steilküste mit winzigen Buchten, in denen die kleinen Städtchen mehr über-als nebeneinander zusammengestaucht liegen, wird von einer Küstenstraße begleitet. Wir hatten gehörig Respekt vor ihr, eng, kurvenreich, auf und ab, viel Verkehr. Aber es war insgesamt viel angenehmer zu fahren als gedacht. Außer am Sonntag, als die Motorradfahrer in üblicher Weise nervten, war der Verkehr überschaubar. Für Wohnmobile ist die Straße gesperrt; Das ist sicher sehr hilfreich. Die karstige Landschaft erinnert ein bisschen an Kroatien oder die Pyränaen, allerdings kleinflächiger, besiedelter und vor allem überall die Zitronenterrassen. Zum Teil sind sie mit dunklen Netzen abgedeckt, sodass die leuchtenden Zitronen an den Bäumen farblich selten hervorstechen. Eine wirklich beeindruckende Landschaft. Wir hätten sie bei besserer Gesundheitslage sicher noch viel mehr würdigen können. Unsere Tagesetappen sind Minietappen. Wir schleichen langsam, brauchen viele Stehpausen, es ist ein Jammer. Die Hustenattacken sind mal bei Fritz, mal bei mir schlimmer. Nachts sind wir eine Zumutung für alle Nachbarn, für uns selbst allerdings auch. So etwas haben wir noch nie erlebt. Wenn wir nachts husten, bellen die Hunde im Dorf. …

Neapel

Wie immer ist es mühsam und langwierig aus einer Metropole rauszukommen. Es zieht sich. Und unsere Hoffnung auf einen Campingplatz an der Küste wurde enttäuscht; alle noch in Winterruhe. Stattdessen wie überall Hotels. Wir nahmen ein preislich noch Vertretbares und genehmigten uns abends ein Bier mit Panini statt teurer Eleganz. Das fühlte sich ganz passend an. Der Lago di Fogliano beginnt dort und verläuft parallel zur Küste. Ein bisschen wie die kurische Nehrung, nur viel kleiner. Rechts und links der schnurgeraden Straße, an diesem Tag für Autos gesperrt wegen (?) eines Radrennens, sind mal gerade 50 m Abstand bis zu Meer bzw. Lagune. Es war Sonntag und außer den Radrennpulks, die auch von der Polizei begleitet wurden, waren etliche privat Radelnde unterwegs. Wir pedalierten langsam vor uns hin, irgendwie war alles anstrengend, ein erstes Anzeichen der kommenden Erkältung. Fritz ging sogar einmal vor Erschöpfung in die Knie, als wir beim Hotel (immer noch kein Campingplatz offen!) ankamen. Für uns überraschend: die vielen Müllsäcke am Straßenrand, Haushaltsmülltüten und unendlich viele Glasscherben auf Radwegen – ein Hoch …

Alle Wege führen nach Rom

Kein Wunder, dass so viele Menschen da sind. Und das unter der Woche in der absoluten Nichtsaison! Wir waren ehrlich gesagt etwas überfordert und gestresst. Am zweiten Tag wurde es etwas besser; eine Hop-on-Hop-off Bustour sollte uns erstmal einen Überblick verschaffen, was wir überhaupt sehen wollten, obwohl man gut in Rom mit dem Rad fahren kann. Dabei liefen wir natürlich dennoch ca. 20 km am Tag und waren abends jedes Mal völlig hinüber. Den langen Weg aus der Stadt zu unserem Hostel haben wir immer unterschätzt. Beeindruckend war es natürlich trotzdem. Die vielen Plätze mit den Brunnen zum Beispiel. Als wir das erste Mal auf dem Petersdomplatz waren und ich die Menschenschlangen sah, war ich schon mal bedient und verspürte spontane Fluchtimpulse. Die Komplexität der Online-Ticketbuchung überforderte mich dann auch (Fritz ebenso) und so wollte die rechte Entspannung nicht aufkommen. Der deutsche Friedhof war für uns ein erster Schritt um in eine positive Besichtigungstour-Stimmung zu kommen. Beim Trevibrunnen fand ich interessant, dass das Kunstwerk vor allem in der Kombination mit der eigenen Person richtig zur …

Die Anreise nach Rom …

… war eigentlich ziemlich unkompliziert: Von Wolfsburg nach Hannover im ICE (unsere waren die einzigen Räder im Abteil), von Hannover wieder im ICE nach München. Das hatten wir wochenlang vorher gebucht und obwohl das ja nun wirklich keine Fahrrad-Hochsaison ist, waren immer wieder andere Räder dabei – nie jedoch alle Plätze besetzt. In München hatten wir sicherheitshalber fünf Stunden Sicherheit eingebaut, die wir mit Stadtbummel im Nieselregen und im Augustiner-Brauhaus im Trockenen verbrachten. Um 20°° ging‘s in den Schlafwagen der ÖBB. Das Fahrradabteil war vier Waggons vom Schlafabteil entfernt. Das Schlafabteil ist schon recht eng aber nicht ungemütlich, besonders wenn man eine Flasche Wein und ein paar Snacks dabei hat. Man kann sogar duschen! Ich habe oben ziemlich gut geschlafen, Karin aber nicht, weil sie nicht geschnallt hat, wie das Verdunklungs-Rollo runtergeht. Hätte sie doch nur gefragt! Morgens ein kleines Frühstück, Ankunft am Bahnhof Tiburtina. Den zu verlassen, hat eine halbe Stunde gekostet. Das „Bed&Bike“-Hostel war eigentlich ganz nett, nicht zu weit draußen, hatte aber den Nachteil, dass man die Räder erst mal eine Treppe …

Liebe Weltradeln-Freund*innen,

wir wollen mal wieder auf die Piste; uns ist es zu kalt in Deutschland: also soll es jetzt mal Italien sein. Am 24. 02. fahren wir mit dem ICE (da kann man ja nun teilweise Räder mitnehmen) nach München und nach einigen Stunden Sicherheits-Aufenthalt per Nachtzug nach Rom. Plan ist, die Westküste runter nach Süden bis zur Stiefelspitze, Sizilien umrunden, zurück und über Kalabrien, Apulien und die Ostküste wieder nach Norden, soweit wir kommen. Wir rechnen mit etwa 3000 km, für die wir 70 Tage Zeit haben. Klingt ja eigentlich entspannt, wenn da nicht die reichlichen Höhenmeter wären, Karins Knie heil wäre und ich nicht langsam auf die Mitte 70 zulaufen würde. Wäre, wäre, wäre … Wir machen das mal mit Augenmaß und Gelassenheit. Jetzt wird so langsam gepackt. Die Räder sind ziemlich fit (meins braucht noch einen Ölwechsel und neue Bremsbeläge hinten), die Tickets sind an der Pinwand. Unsere Kinder und vor allem die hochgelobten Nachbarn kümmern sich ums Haus.

Count-down und Rückreise

Was soll ich über die letzten Tage noch schreiben? Es ist schon wieder etwas weggerutscht, denn wir sind inzwischen zu Hause. Wir sitzen im warmen Wohnzimmer, schauen in die kahlen Sträucher und Bäume – und es ist ok. Aber natürlich sollt Ihr einen kleinen Abschlussbericht bekommen, sonst wäre das Projekt irgendwie nicht zu Ende. Also: Das Highlight der letzten Tage war das Live Event im O Farol in Fuseta. Wir waren schon ganz gespannt, ob wirklich, wie im Buch („Lost in Fuseta“) beschrieben, mittwochs eine Band dort spielt. – Ja!! Und zwar spielt dort der lokale Musikschulleiter, ein völlig cooler Typ, mit ein paar seiner Schülerinnen und Schülern Rockklassiker der 70er und 80er! Das war echt der Hammer. Die kleine Bude wurde gerammelt voll; natürlich vorrangig mit Senioren und Seniorinnen der passenden Altersklasse; teilweise Touristen, aber auch Altfreaks aus dem Ort. Die Gruppe gab alles und die Leute tanzten zu den alten Rockstücken. Manche, wie z.B. ich, konnten einfach nicht stillsitzen, sondern mussten einfach den rhythmischen archaischen Zuckungsimpulsen nachgeben. – Nach ca. 10 min. drang …

Entspannte Zeit

Wie geschrieben, wir bewegen uns in diesen Tagen nur relativ wenig. Die Orte liegen so dicht beieinander, dass eine Tagesetappe von einem Campingplatz zum anderen sich im Rahmen von 15-20 km bewegt. Dabei ist das Wetter nicht immer super. Wir haben windige bis stürmische Tage, Nieselregen bis Pladdern, warme Sonne und Frösteln bei wenigen Grad. Also eine bunte Mischung. Ist aber eben nicht schlimm, da wir kuschelig im Zelt, im Campingplatz-Cafe auf der Couch oder in einem der vielen kleinen Cafes oder Restaurants abhängen können. Eine kleine Begebenheit: Vielleicht wisst Ihr es, vielleicht auch nicht. Fritz und ich lesen uns schon seit Jahrzehnten Bücher vor; früher mit den Kindern und dann nur uns. So auch hier. Wir wechseln buchweise, nicht kapitelweise. Zurzeit lese ich die Bände von „Lost in Fuseta“, sozusagen direkt vor Ort. Auf einem Campingplatz „klopft“ es abends ans Zelt. Der Nachbar steht davor und fragt: „Sagt mal, was habt Ihr Euch die ganze Zeit ununterbrochen zu erzählen?“ Nach der Aufklärung ist er etwas entspannter. „Ich dachte schon, man hört immer nur Dich …

Algarve satt

Um es gleich vorweg zu sagen. Ab sofort sind wir radelfaul. Eine Entscheidung hat das bewirkt: Wir fliegen nicht von Lissabon, sondern von Faro aus zurück. Und damit bleiben wir einfach an der Küste und haben Zeit. Einerseits fühlt es sich gut an, andererseits auch etwas ungewohnt. So bleiben wir ein paar Tage in Faro auf dem Campingplatz auf dem Praja de Faro, einer vorgelagerten Insel, genießen ganz unglaubliche Sonnenuntergänge (mit Delphinzugabe!) und fahren mit der Fähre rüber in die Stadt zum ersten Bummeln. Natürlich folgen wir dabei auch den Spuren unserer KrimiheldInnen. Unterwegs nach Lagos fahren wir am „ Campus“ vorbei, wo die VfL Mannschaften gerade im Wintercamp waren. Leider haben wir die Frauen verpasst und der Platz war leer. Dafür hatten wir eine Begegnung mit einem geizigen ATM am Straßenrand! Der öffnete zwar den Ausgabeschlitz, schob das Geld aber nicht raus, sondern hielt es fest! Mit Mühe zergelte ich einige Scheine raus, – und dann schloss sich der Ausgabeschlitz wieder! In der Not hob ich noch zweimal 20€ ab und gemeinsam versuchten wir …

Portugal

Wir verabschieden uns aus Spanien. Bei bestem Wetter geht es mit einer kleinen Fähre über den Grenzfluss zu Portugal, den Guadiana, der Einiges breiter scheint als Rhein und Elbe. Die Autobrücke, die genau so aussieht wie die in Cadiz, dürfen wir natürlich wieder nicht nehmen, könnten ja runtergepustet werden. Die Algarve war unser primäres Reiseziel. Wir lieben die Algarve-Krimis von Gil Ribeiro alias Holger Karsten Schmidt. Die teils auch verfilmte Romanreihe „Lost in Fuseta“ handelt von einem Hamburger Austauschpolizisten. Da er ein Asperger ist, gibt es zunächst ziemliche Schwierigkeiten im Team. Sowohl dieses Lernen, aufeinander zuzugehen wie auch die Städte und die Landschaft der Algarve wird derart liebevoll beschrieben, dass wir uns die Orte des Geschehens unbedingt ansehen wollten. Die Ostalgarve hat die Besonderheit, dass die Küste durch eine dichte lagunenbildende Inselkette geschützt wird. Da das Küste flach ist, eignet es sich perfekt für Salinen, die es denn auch in großer Zahl gibt. Und die sind wieder Heimat vieler Vögel wie Flamingos und andere. Zudem finden sich Muschelbänke. Bei Niedrigwasser sieht man Muschelsammler*innen mit den …

Wieder in Spanien

Wir haben ja immer an Grenzen und besonders an Grenzfähren einen etwas erhöhten Adrenalinspiegel, vielleicht das Alter. Deshalb versuchen wir auch vorher möglichst viel zu klären.  Also unsere vier Hürden an diesem Tag lauteten: Klappt es 1. mit den Fährtickets und den Rädern? 2. mit dem Bustransfer von Tarifa nach Algeciras? 3. Bekommen wir unsere Drohne wieder? 4. Schaffen wir den Rückweg nach Tarifa bzw. noch ein Stück weiter? Um es kurz zu machen, ja, es hat alles geklappt. Allerdings brach noch in Algeciras mal wieder eine Speiche bei Fritz´ Hinterrad. Auf dem ersten Campingplatz bei Algeciras lernten wir ein Radlerpaar kennen, „Die Herumradler“, die in Malaga gestartet sind und in einem halben Jahr an der Küste lang bis zum Nordkap und dann übers Baltikum zurück wollen. Etwas jünger als wir und auf der ersten großen Radreise. Wir wünschen ihnen viele inspirierenden Erlebnisse! Der Wind war die nächsten Tage unser Freund und schob uns Richtung Cadiz. Wir erreichten die Halbinsel über die Landzunge. Leider durften wir die beeindruckende Brücke Richtung Festland nicht nehmen! Google meinte …

Ein Tag Zugabe in Marokko

Der Wind, der uns gestern von Tetouan Richtung Westen nach Tanger geschoben hat – für meinen Geschmack streckenweise etwas zu böig als es bergab ging – hat nun für einen Tag extra gesorgt. Bei bis zu 70 km/h hat die Fähre ihren Betrieb seit gestern Nachmittag bis Samstag früh eingestellt. Hm, unser Plan war anders, aber was soll´s. Unser Bedürfnis nach weiteren Medinas ist eindeutig null. Also bummeln wir durch den Yachthafen und schütteln den Kopf über das Großprojekt „Luxus pur“ direkt daneben, trinken noch einen Milchkaffee im selben Straßencafé, in dem wir vor 4 Wochen den ersten in Marokko getrunken haben, haben die Wäsche in den Waschsalon gebracht und sinnieren wo und wie wir denn Sylvester begehen wollen. Und da wir noch Zeit haben, beginnen wir ein wenig zu resümieren über Marokko. Was hat uns gefallen, was weniger, was war überraschend? Wie immer bieten wir Euch unseren ganz persönlichen Eindruck, noch tagesfrisch und natürlich aus RadlerInnensicht. Die Fotos kommen diesmal ganz unten. Also, was hat uns gefallen: Die vielseitige Landschaft, wobei wir ja nur …

Von Meknes in die blaue Stadt Chefchaouen

Nachdem Fes ziemlich intensiv gewesen war, empfanden wir die nächste Königstadt, nur ca. 50 km entfernt, sehr entspannt. Meknès zieht nicht ganz so viele Touristen an, der Hauptplatz, El Hedime Square vor dem Tor Bab Mansour (leider eingerüstet), ist im Vergleich zu Marrakesch locker belebt. Zugegeben ist keine Hauptsaison und außerdem war’s Freitag. Claro gab’s ein paar Schlangenbeschwörer, außerdem Pferde und Ponys zum Reiten, zwei Affen an der Kette – und ein Vogel Strauß! Zwei Musikgruppen mit traditioneller Musik machten sich abends akustische Konkurrenz, aber es blieb angenehm, und keiner wollte etwas von uns, als wir – wie die Marokkaner*innen auch, auf der Steinmauer am Rand des Platzes saßen und schauten. Wir bummelten unbehelligt durch die Gassen, und entdeckten ein Musikmuseum. Das hat uns sehr fasziniert. Nicht nur das Gebäude, eines der schönsten, das wir gesehen haben, sondern auch die ausgestellten Musikinstrumente und dokumentarischen Videos, die die ethnische Vielfalt in der Musik spiegelte. Etwa 25 km nördlich von Meknès liegt die eindrucksvolle römische Ruinenstadt Volubilis. Bitte selbst nachlesen, ich möchte niemanden zwangsbilden. Auf einem der …

Fes

Eine Busfahrt ist für uns ja immer etwas aufregend. Klappt alles? Fährt der Bus? Kommen die Räder mit? Nun, wir waren ausreichend früh am Busbahnhof, nach anfänglichen Problemen mit der Software bekamen wir auch unsere Gepäcktickets – umgerechnet 5€ für immerhin 11 Gepäckstücke! Und letztlich ging auch alles in den Bus. Eine kleine Irritation gab es dann doch. Wir dachten, es wäre der direkte Weg, am Atlas entlang nach Norden. Aber der Bus fuhr auf die Autobahn nach Rabat an die Küste und von dort nach Fes. Na ja, war dann auch ok. In Fes hatten wir ein bisschen Probleme, unser gebuchtes Riad zu finden. Wir hatten aus Versehen einen etwas falschen Namen gespeichert, nicht weit entfernt – räumlich- aber niveautechnisch! Ein EDEL Riad, in den wir niemals reingekommen wären mit unseren Rädern! Ein Blick ins Innere – unglaubliche Weiten! Es war etwas nervig, denn es wurde langsam dunkel, die Gassen sehr eng, viele junge Männer, die proaktiv uns unbedingt helfen wollten… Am Ende wurde wieder alles gut. Hinter einer unscheinbaren einfachen Tür öffnete sich …