Alle Artikel in: Deutschland

Rückblick

Ihr habt es Euch sicher schon gedacht, -wir sind wieder daheim. Sogar schon eine geraume Zeit. Und wie der Alltag uns wieder einfängt, oder auch umfängt und erfüllt, so driftet die Radreise aus dem aktuellen Bewusstsein. Einen Abschluss braucht es natürlich dennoch. Eine kleine Geschichte am Bodensee. Wir waren essen und der kleine Junge der Wirtsleute radelte begeistert im Hof, als ihm plötzlich seine Klingel  abfiel. Fritz, allzeit bereit, zückte das Taschenmesser und löste mit dem Schraubendreher das Problem. Der Junge war begeistert und brachte kurz danach als Dankeschön eine Feder! Wir folgten vom Bodensee dem Rhein, um in Feldkirch liebe Freunde zu besuchen, dann ging es in die Schweiz über Zürich nach Bern. Fritz berichtete schon davon, es war wirklich wunderbar. Zurück gen Norden wieder bis zum Rhein. Hier noch ein paar Impressionen von unterwegs:   Siedlungsimpressionen: Wir mussten Anfang September zuhause sein, da warteten wichtige Termine. Also war der Plan, mit dem Zug von Basel zurückzufahren. Höchste Zeit, Fahrkarten zu kaufen, denn die Fahrradplätze in den Zügen sind rar. In Solothurn ab in …

Per Fahrrad unterwegs

Es ist doch immer wieder überraschend, welche Wege man per Fahrrad so bewältigen kann, beispielsweise in einem Feuchtgebiet (in Süddeutschland). Die übrigen Fotos sind aus der Schweiz. Oft ist das feiner gut verdichteter Schotter, oder perfekter Asphalt, mal steil: so ist das in den Alpen. Dafür findet man auch Tunnels, nur für Fahrräder, mit Beleuchtung!!! Unser Weg hat uns vom Bodensee über Feldkirch in die Nähe von Zürich und nach Bern geführt, meistens entlang an irgendwelchen Flüssen und Seen, überwiegend mit moderaten Steigungen. Das einzige Pässchen der Reise ging über den Schweizer Jura. Da musste dann auch gleich ein Gipfelfoto gemacht werden. Die Fahrradinfrastruktur in der Schweiz ist sensationell. Fernradwege sind durchnummeriert und fast lückenlos mit Wegweisern versehen: das nächste Ziel und der Endpunkt, oft km-Angaben, überwiegend gut befahrbare Wege. Manchmal findet man Schlauchautomaten oder Reparaturstationen mit dicker Luftpumpe. Oder mal eine Fahrradwaschanlage! Wir haben unsere allerdings nicht gewaschen; werden ja sowieso gleich wieder dreckig! Für den Notfall findet man viel mehr Radläden und -werkstätten als in Deutschland.

Steile These

In der Schweiz gibt es auf Weiden auffallend häufig Katzen – in Deutschland haben wir das kaum gesehen. Ich, Fritz, habe da eine steile These: Die Schweizer Katzen sind transgen. Sie haben z.B. durch zeckenübertragene Borrellien von Kühen das Gen für das Zellulase-Enzym übernommen und können daher wie diese Gras verdauen. Die wesentlich langweiligere Erklärung ist allerdings: Es gibt auf Schweizer Weiden haufenweise Mäuse. Am Wegesrand findet sich immer wieder ein Anlass zum Anhalten, kleine gymnastische Übungen inklusiv. (s.u.) Das Aufrichten hat Fritz rücksichtsvoll nicht dokumentiert. Unsere Freundin und Webmasterin ist begeisterte Bienenhalterin. In leicht futuristischem Outfit versorgt sie ihre Bienen. Wir können hier nicht mit exotischen Tieren aufwarten, Zoobesuche sind nicht vorgesehen, aber so rund ums Wasser findet sich auch hier so Einiges. Während manche dick bewollte Tiere lieber im Schatten dösen, treibt es andere auf die Wiesen, mal ganz allein und wachsam, mal gut behütet vom Gänsehirten. Die Störche sollten sich langsam auf den Weg machen. Ab und an haben wir Gruppen gesehen, dieser ist entweder noch unschlüssig, hat den Zug verpasst oder …

Historische Altstädte und Dörfer

Ihr glaubt gar nicht, wie viele wunderschöne historische Städtchen und Dörfer in den deutschen Landen so rumstehen und auch von vielen Touristen bewundert werden. Ich gestehe, ich bin immer wieder überrascht worden. Z.B. Mühlhausen, Erfurt, Rothenburg ob der Tauber, Wangen. Eine Erkenntnis: Es gibt zwei Rothenburg- einmal „an der Wümme“ und „ob der Tauber“. Wir wissen jetzt, dass „ob“ tatsächlich bedeutet- 15%-Steigung auf historischem Kopfsteinplaster bis du ganz oben bist! Was mir manchmal beim Durchfahren alter tausendjähriger Dörfer durch den Kopf geht: Hier, genau hier, haben so viele Menschen gelebt und gearbeitet, ununterbrochen. Und ich stelle mir vor, dass diese Lebensenergien, Schicksale, an diesem Ort noch irgendwie da sind. Wie sah das Dorf, wie die Häuser und Menschen im Mittelalter aus? Auf dieser Reise erlebe ich diese Fragestellungen intensiver. Vielleicht, weil ich mich zu Beginn einmal gefragt habe, welche Gedanken mir denn beim stundenlangen Pedalieren so kommen –  zu diesem Zeitpunkt waren es vorrangig typische moderne Wohndörfer, schlichte Baumarktvorgartenvarianten und menschenleere Straßendörfer durch wie wir fuhren. Dabei wurde mir klar, dass ich – wie überall …

Radwege

Eine Idee unserer Reise war es ursprünglich, in Deutschland mal Radfernwegen zu folgen. Wir schaffen das nur bedingt, hatte ich schon mal erwähnt. Allerdings üben wir uns und sind inzwischen schon stückchenweise auf etlichen geradelt: Leineradweg, R1, R2, Fuldaradweg, Sinntal -Radweg (super), Donauradweg, Donau-Bodenseeradweg und ungezählten direkten Ortsverbindungen. Unser Eindruck: Seit Thüringen sind die Ausschilderungen meistens gut bis sehr gut, die Radwege zwischen 4m breit und Schotterpfad (selten). Sehr gerne genommen werden auch ehemalige Bahntrassen mit meist guter Oberfläche und geringer Neigung. Grundsätzlich finden wir es immer nerviger auf Land- und vor allem Bundesstraßen im Mischverkehr zu fahren. Wieso dürfen Bundesstraßen erneuert werden ohne zwingend einen begleitenden Radweg zu bauen??? Manchmal sind sie extrem eng und dann noch mit Leitplanken versehen, sodass man nicht mal ausweichen kann. Die Ausschilderung für bestehende begleitende Radwege ist selten sehr gut vorausschauend,  manchmal gut und leider auch oft schlecht bis nicht vorhanden, sodass wir plötzlich rechts oder links der Leitplanken oder jenseits des Grabens einen Radweg sehen ohne Chance, auf ihn zu kommen. Da gibt’s noch reichlich Luft nach …

Bundesgartenschau Erfurt

Wenn wir schon mal da sind, … besuchen wir natürlich die BuGa. Erfurt als Stadt profitiert natürlich von den Infrastrukturmaßnahmen rund um die BuGa. Nach Aussage von unseren Gastgeber*nnen vor allem die bisherigen Plattenbauviertel, die nun mit einem wunderbaren Radweg angebunden sind; aber auch schöne Anlagen, Freizeit- und Grillplätze sind entstanden. Die BuGa ist ein Farbenrausch, Staudenliebhaberparadies – irgendwann Reizüberflutung. Zwei Inspirationen und eine Empfehlung nehme ich mit bzw. gebe ich weiter: Der Flaschenparavent und das Korksteckkunstspiel (s. Fotos). Empfehlen kann ich das Gartenbaumuseum! Interaktiv und hochinteressant. Stichwort: „Küchendörfer“. Kurz vor Erfurt kamen wir durch Horsmar, wo meine Mutter als Kind von 1944- 1946 als erste Station nach der Flucht in der alten Mühle gelebt hat. Ein Stück Familiengeschichte. Wir bekamen durch unsere Freunde eine exklusive Rennradeskorte stadtauswärts- bei starkem Westwind durften wir Windschatten fahren!

Südwärts

In vielen Ländern checkt man die Schuhe morgens ja auf Skorpione, Vogelspinnen oder Centopoden … Nach kurzem Aufenthalt in Wolfsburg- Wäsche waschen, Post sichten, Familie besuchen- ging es weiter. Grobe Planung: Hildesheim, Göttingen, Erfurt, Fulda, Würzburg, Lauchheim, Blaubeuren, Wangen; dann Feldkirch, Zürich, Bern, Lörrach. Überall Freundschafts- oder Familienbesuche. Mal sehen, wie weit wir kommen. Erster Stopp in Hildesheim mit Westwind und kurzen Regenschauern. Unterwegs trafen wir eine Gifhorner ADFC-Gruppe, die auf dem Weg zum Braunschweiger Ringgleis war. Mit Pedelec ist so eine Tour von ca. 90km kein Problem; fast alle waren so unterwegs. Hildesheim hat uns gut gefallen; nette Stadt mit Atmosphäre. Auf dem Weg nach Göttingen ging es ein wenig auf und ab, wir suchten uns den Weg zwischen Straße und Fernradweg immer wieder neu. Einfach mal einem Fernradweg folgen, wie z.B. dem Leineradweg, fällt uns (noch) schwer, da er dann doch nicht genau da lang geht, wohin wir wollen, oder garmin etwas ganz anderes vorschlägt. So verbringen wir immer wieder etliche Zeit mit der Abwägung des optimalen Routenverlaufs; nur um sie dann unterwegs …

Ob Großstadt oder einsame Heide, wir radeln

In Berlin erwartete uns schon die Villa Strauß mit einem vorbereiteten Zimmer! In Pankow wohnt eine Freundin in einem wunderschönen Haus mit ebensolchem Garten. Da ihr Herz mindestens so groß und offen ist wie ihr Haus, gibt es Platz für junge Menschen aus aller Welt, die hier eine bezahlbare Bleibe finden. Die Atmosphäre erinnert uns etwas an ein familiäres Hostel. Wir genießen die gemeinsame Zeit mit interessanten Gesprächen und treffen uns außerdem in Berlin mit einer weiteren Halbschwester von Fritz. Eine kostbare Begegnung, die alle berührt. Quer durch Berlin zu radeln hat schon was. Es macht uns vor allem deutlich, wie ungerecht die Verkehrsfläche aufgeteilt ist. Da quetschen sich Radfahrende auf schmalen Radwegen, oft in direkter Nachbarschaft mit Passant*innen, während die Autos zwei breite Spuren zur Verfügung haben, die teilweise nur locker befahren werden. Sicher sind das nur Momentaufnahmen. Wir fahren auch superzügig parallel zur Avus im Wald. Bis auf den Motorenlärm macht es richtig Spaß. Ziel: Potsdam. Diesmal ist wieder meine Familie dran, sogar mit einem kleinen Familientreffen mit Onkel, Tante, meinen Eltern sowie …

Nord-Ost-Runde

Von Rostock nach Stralsund haben wir die Möglichkeiten des ÖPNV getestet. Unser Date in Stralsund war anders nicht zu schaffen- auch gut. Die Altstadt von Stralsund war bestens auf uns vorbereitet. Strahlender Sonnenschein, vormittags waren die Touris noch beim Frühstücken und wir hatten ausreichend Gelegenheit, das Rathaus und andere gotische Barockhäuser zu bestaunen. Was mir so durch den Kopf ging: Diese Machtdemonstration, wie viel Arbeit wurde durch diese Riesenbaustellen geschaffen, wie viele Menschenleben sie wohl gekostet haben, wieviel Fronarbeit war dabei; gibt es auch Kulturen, die ohne diese manifestierten Machtansprüche auskommen? Mittags ging´s weiter auf dem Radweg „Mecklenburger Seen-Rügen“. Eine wunderbare alte Bahntrasse, schnurgerade unter Bäumen, meistens supergut zu fahren, manchmal grauenhafte Wurzelaufbrüche, die ohne Vollbremsung Gefahr für Leib und Rad darstellen. Wann werden wir endlich von andern Kulturen den Fahrradwegeunterbau lernen??? Unterwegs nach Berlin ändert sich die Landschaft, aber immer bleibt sie mehr oder weniger endmoränig, landwirtschaftlich geprägt, alleenreich, erholsam. Auch Planwagenfahrten werden anscheinend gut angenommen. (Fritz:) Im der Mitte Mecklenburgs liegt die Kleinstadt Gnoien. Da habe ich als 7-jähriger kurz vor dem Mauerbau …

Manche sammeln ja Briefmarken …

Das Wetter war in dieser Woche etwas durchwachsen. Manchen Tags wurde das Regenzeug fünfmal an- und wieder ausgezogen. Die feuchte Wärme dazwischen hat mich denn auch mal auf die Bank gestreckt. Die Wege sind oft wunderbar, alte Bahntrassen, geschlossene Alleen, Waldwege verschiedener Qualität. Streckenweise sind die Radwege durch Wurzelaufbrüche praktisch unbefahrbar. So wird das mit der Verkehrswende nichts!!! Dieser Campingplatz war höchst idyllisch, aber „tierisch“ laut – nicht wegen der nahen Straße (die kaum befahren war) sondern wegen der Froschgesellschaft im Teich. – Die vier Jungs waren erstmalig ohne Eltern auf der Reise. Mindestens drei klassische Anfängerfehler sind zu sehen: 1.) die Räder sind nicht angeschlossen. 2.) Das volle Portemonnaie liegt auf der Bank. 3.) Das Schlimmste: das Klopapier (auf der Stuhllehne) ist klatschnass vom Morgentau! In der ostfriesischen Geest beansprucht jedes Dorf, die „Perle der Geest“ zu sein. Sozusagen eine ganze Perlenkette. Überhaupt fallen –bei der langsamen Fortbewegung per Rad ja so manche wunderliche Dinge am Straßenrand auf … Der Blick fürs Kleine und Besondere am Wegesrand muss täglich geübt und neu geschärft werden. …

Moin, Moin

Nun sind wir schon fast eine Woche unterwegs. Gleich zu Beginn in Gifhorn eine liebe Freundin besucht und im Allerparadies bei Langlingen im Zimmer übernachtet. Eigentlich war ja Zelt geplant gewesen, aber der einsetzende Regen hat uns umdisponieren lassen und wir waren froh über die Entscheidung. Wir wollen`s ja nicht gleich übertreiben… Die Regensachen haben wir in den folgenden Tagen immer mal wieder auf Tauglichkeit testen dürfen. Wer weiß, wie viele Wegeschnecken wir bei der Nässe überfahren haben! Die Sonnenmilch kam allerdings auch einmal zum Einsatz. Wie klappt’s mit dem Radeln? Nun ja, mein Fahrrad hat einen breiteren und etwas höheren Lenker. Da sitze ich etwas gerader- das ist schon ok. Mit dem ganz automatischen und gelassenen Pedalieren hapert es noch ein wenig, denn ich muss mich ständig erinnern: linkes Knie immer schön nach außen drücken, auf keinen Fall in X-Beinstellung rutschen, Rücken gerade, Schultern nach hinten unten und Kinn schön Richtung Brustkorb – außerdem Schlaglöcher vermeiden. Aber es geht. Mein Hintern meldet sich zwischendurch auch noch zu Wort, vorrangig gegen Abend, aber das kenne …

Der Start wird feucht

Liebe Follower*innen (oder wie gendert man das richtig???) Am 1 Juli werden wir wieder auf die Piste gehen, oder fahren. Eigentlich wollten wir ja zum Nordkap. Das klappt aber aus drei Gründen nicht: Corona: die skandinavische und baltischen Staaten waren zur notwendigen Starzeit (Ende Juli am Nordkap!) nicht berechenbar: Quarantäne im Zelt? Wie geht das? Karin hat seit Oktober ein neues Knie – jetzt war es wirklich hin. Das Knie ist ok, aber die Kniescheibe ist ein Problem: die kann man nämlich nicht so einfach austauschen. Wir wollen erst mal vorsichtig sehen wie es geht. Zu allem Überfluss musste sie sich auch noch an der Halswirbelsäule operieren lassen (C8 rechts) und darf überhaupt erst ab August radfahren. Wir hoffen, dass der Chirurg und die Physiotherapeutin das hier nicht lesen, sonst gibt’s Strafpunkte. Wir werden also in Deutschland/Österreich/Schweiz herumradeln um die Freunde zu sehen, die wir immer schon besuchen wollten, wozu man aber irgendwie nie kommt. Die sind natürlich überwiegend in unserem Alter und daher priomäßig auch geimpft. Wir hoffen, dass uns eine vierte Welle da …

Daheim!

Nach der letzten Reise haben wir Vorwürfe zu hören bekommen, man wisse ja gar nicht wo wir seien, es habe irgendwie keinen richtigen Abschluss gegeben. Wir lernen dazu, also jetzt Abschluss! Allerdings sind wir ja schon sei gut einer Woche wieder da und haben den Jetlag gerade halbwegs überwunden: abends sind wir nicht ins Bett gekommen und morgens nicht raus. Irgendwo in Peru hatten wir ja annähernd zehn kg unter Startgewicht. Inzwischen stehen wir schon wieder gut im Futter. Am letzten Tag in Buenos Aires waren wir mit Packen beschäftigt. In einem Radladen hatten wir zwei Kartons für die Fahrräder bekommen. Das ist inzwischen bei fast allen Airlines ein Muss. Die Boxen waren so groß, dass nur die Vorderräder raus, der Sattel und die Pedale abgenommen werden mussten. Bei nur einem Stück Freigepäck  pro Person  stopften wir  alle Packtaschen samt Inhalt in zwei 50-kg-Reissäcke, die wir mal in Myanmar besorgt hatten und seitdem für diesen Zweck mitschleppen. Einchecken und Flug war dann problemlos (wobei wir das Fliegen ja überhaupt nicht mögen, nicht nur wegen dieser …

Langsam wird es ernst.

Die Vorbereitungen laufen auf vollen Touren: heute in 4 Wochen geht der Flieger nach Bogota in Kolumbien. Fast zeitgleich startet unser Freund Axel Kuba auf seine Pyrenäen-Reise. Er fährt nicht etwa quer rüber sondern der Länge nach, vom Atlantik bis Perpignan am Mittelmeer. Sein Vorhaben ist mindestens so ambitioniert wie unseres. Er hat nämlich ein Handicap: Parkinson! Er weiß das seit ein paar Jahren und nach anfänglicher Ratlosigkeit hat er den Kampf aufgenommen, trainiert eisern und leistet Unglaubliches, um den Verlauf der Erkrankung aufzuhalten. Schirmherr ist übrigens unser OB Klaus Mohrs, ebenfalls begeisterter Fahrradfahrer. Die Tour ist auch eine Spendenaktion- nicht für sich natürlich, sondern für die Hilde-Ulrichs- Stiftung, die nicht-medikamentöse Forschungsprojekte zur Parkinson-Behandlung fördert. Axel freut sich über Wegpaten, die ihn symbolisch und die Stiftung monetär unterstützen – pro 20€ Spende wird man Wegpate für 1 km/20Höhenmeter! Auf Axels homepage das-3p-projekt.de/ findet sich auch ein Link zum Spendenkonto. Wir wünschen ihm von ganzem Herzen gutes Gelingen und viele Wegpaten und –patinnen, die ihn unterstützen!

Stopover Wolfsburg

Den Schlussakkord der Zentralamerikatour sind wir Euch schuldig geblieben. Plötzlich ging’s ganz schnell, schwupdiwupp waren wir zuhause und zwei Tage später schon voll eingetaucht ins “Zuhause”. So isses manchmal. Wir hatten uns 4 Wochen gegeben, um anzukommen. Dann spürten wir nach, ob unser ursprünglicher Plan noch realistisch ist. Und kamen zu dem Schluss- ja! Ambitioniert, aber möglich. Tja, und seit diesem Moment sind wir schon wieder in der Planungs- und Vorbereitungsphase – für Südamerika. Zwischendurch merke ich, dass es mir ein bisschen zu schnell geht mit dem Wiederlosziehen. Ich habe mich so auf den Garten gefreut, und hätte gerne eine ganze Saison gehabt. Nun dürfen/müssen andere den Großteil der Tomaten und Äpfel ernten. Wieso also so schnell? Nun, es gibt mehrere Gründe: Der Wichtigste – unsere Zeit läuft und diese Tour machen wir jetzt oder gar nicht mehr. Da wir klimazonenbedingt nur im Spätsommer/Herbst starten können, ginge es erst ein ganzes Jahr später. Und dann sind wir 68 und 61, und mein Knie jetzt schon die Achillesferse. Diese Südamerikatour hat es wirklich in sich. Absolute …

Warming up

Die Abreise war ja schon toll, mit vielen Nachbarn und Freunden und Sekt am Stehtisch, vielen Umarmungen und (meinerseits) auch ein wenig Rührung und Wehmut. Detlef hat unsere Räder und uns mit nepalesischem Mandala-Sand gesegnet. Etliche Freunde haben uns auf den ersten Kilometern begleitet, teils bis Braunschweig. Detlef fährt gar bis nach Frankfurt mit! Wir hatten –mal abgesehen von dem Gegenwind- allerbestes Reisewetter; nur am letzten Tag hat es ein wenig getröpfelt. Da hatten wir über den Vogelsberg zu fahren, und das war eine geniale Strecke, die uns unser Campingplatzwirt empfohlen hatte: die „Vulkanroute“, die sehr überwiegend aus ehemaligen Bahntrassen bestand mit der entsprechend geringen Steigung. Jetzt sind wir bei Frankfurt, direkt unter der Flughafen-Einflugschneise, verpacken unsere Räder und unser Gerödel. Detlef ist eben abgereist zu einer Tour entlang der Isar. Wir wollen heute noch unser Gepäck und die Räder abgeben. Morgen Mittag geht der Flug ab  … und dann wird’s ernst!

Wieder zurück in Wolfsburg!

Tja, nun ist es wirklich soweit. Ich sitze am Küchentisch zuhause, schaue in den Nieselregen und irgendwie fühlt es sich vertraut an und irgendwie auch ganz merkwürdig fremd. Natürlich ist jetzt erst einmal viel zu ordnen, regeln, organisieren- für uns eine große Umstellung, denn in den letzten Monaten war das Leben ja eher einfach strukturiert gewesen. Doch nun noch ein paar Worte zu unserer Rückreise: Am Flughafen hat alles super geklappt. Wir wurden mit den Rädern zum Extraschalter gebeten-wir hatten sie ja nicht einmal angemeldet- und dort wurden sie gewogen. Fritz Rad wog 34kg! Oh Schreck! Die Mitarbeiter waren auch etwas erschreckt und im ersten Moment ratlos, denn ab 30kg dürfen sie es nicht mehr mitnehmen, da es dann als Cargo läuft. Mist! Fritz hatte das Zelt, das ganze Werkzeug etc. schön mitverpackt. Nun gut, dann müssen wir halt nochmal ran. Da bemerkte ein Mitarbeiter, dass sie die Transportbox, in der die Gepäckstücke auf dem Gepäckband transportiert werden und die unter dem Rad lag, mitgewogen hatten. Und die wog dann 2,5 kg, sodass wir mit …

Lupi, ein echter Wolfsburger

Wir möchten einen Mitradler vorstellen, der noch 2 Tage vor unserer Abfahrt auftauchte. Es hat sich schnell herausgestellt, dass er gar nicht radeln kann, aber da er ein netter Kerl und sehr weltoffen ist, haben wir ihn mitgenommen. Meistens sitzt er angeschnallt hinten auf dem Rad und darf sich die Gegend anschauen. Er wird wohl ohne zu laufen, recht platte Füße bekommen, denn die Abspannstrippen quetschen sie etwas. Naja, wer reisen will, darf nicht zimperlich sein. Lupi ist ein Wolfsburger Gewächs und möchte gerne mit bis Japan. Zwischendurch wird er sich vielleicht selbst mal zu Wort melden, wenn ihm aus „Wolfsburger Sicht“ etwas auffällt, bisher war er mit Erinnerungsfotos zufrieden.

Leipziger Lerchen u.a.

In einer kleinen Bäckerei einen Michkaffee geschlürft und gefragt, was denn „Leipziger Lerchen“ seien, die da auf der Tafel angepriesen wurden. Wir wurden aufgeklärt, dass bis ins 17.Jhdt. Lerchen, gefüllt mit einer Speckpflaume, eine Leipziger Spezialität gewesen seien, die auch exportiert wurden. – Bis es fast keine Lerchen mehr gab. Dann wurden sie verboten. Ca. 100 Jahre später hat ein Bäcker Neue erfunden: Kirschen, dick mit Marzipan umhüllt in einem Mürbeteigpastetchen versteckt. Das gibt es auch mit Pistazien und als „Herrenvariante“ mit Zartbitterschokolade. Wir durften ein kleines Stück probieren- ein Viertelchen jeder. Das Marzipan war so mächtig, dass wir denken, ein Törtchen reicht für eine ganze Familie! Aber ausgesprochen lecker!