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Neapel

Wie immer ist es mühsam und langwierig aus einer Metropole rauszukommen. Es zieht sich. Und unsere Hoffnung auf einen Campingplatz an der Küste wurde enttäuscht; alle noch in Winterruhe. Stattdessen wie überall Hotels. Wir nahmen ein preislich noch Vertretbares und genehmigten uns abends ein Bier mit Panini statt teurer Eleganz. Das fühlte sich ganz passend an. Der Lago di Fogliano beginnt dort und verläuft parallel zur Küste. Ein bisschen wie die kurische Nehrung, nur viel kleiner. Rechts und links der schnurgeraden Straße, an diesem Tag für Autos gesperrt wegen (?) eines Radrennens, sind mal gerade 50 m Abstand bis zu Meer bzw. Lagune. Es war Sonntag und außer den Radrennpulks, die auch von der Polizei begleitet wurden, waren etliche privat Radelnde unterwegs. Wir pedalierten langsam vor uns hin, irgendwie war alles anstrengend, ein erstes Anzeichen der kommenden Erkältung. Fritz ging sogar einmal vor Erschöpfung in die Knie, als wir beim Hotel (immer noch kein Campingplatz offen!) ankamen. Für uns überraschend: die vielen Müllsäcke am Straßenrand, Haushaltsmülltüten und unendlich viele Glasscherben auf Radwegen – ein Hoch …

Liebe Weltradeln-Freund*innen,

wir wollen mal wieder auf die Piste; uns ist es zu kalt in Deutschland: also soll es jetzt mal Italien sein. Am 24. 02. fahren wir mit dem ICE (da kann man ja nun teilweise Räder mitnehmen) nach München und nach einigen Stunden Sicherheits-Aufenthalt per Nachtzug nach Rom. Plan ist, die Westküste runter nach Süden bis zur Stiefelspitze, Sizilien umrunden, zurück und über Kalabrien, Apulien und die Ostküste wieder nach Norden, soweit wir kommen. Wir rechnen mit etwa 3000 km, für die wir 70 Tage Zeit haben. Klingt ja eigentlich entspannt, wenn da nicht die reichlichen Höhenmeter wären, Karins Knie heil wäre und ich nicht langsam auf die Mitte 70 zulaufen würde. Wäre, wäre, wäre … Wir machen das mal mit Augenmaß und Gelassenheit. Jetzt wird so langsam gepackt. Die Räder sind ziemlich fit (meins braucht noch einen Ölwechsel und neue Bremsbeläge hinten), die Tickets sind an der Pinwand. Unsere Kinder und vor allem die hochgelobten Nachbarn kümmern sich ums Haus.