Alle Artikel in: Tschechien

Kudnà Hora

Jetzt haben wir Euch ja aus zeitrationalen Gründen einiges erspart: die Bastei (sind wir früher schon mal drauf rumgeklettert), Schloss Pillnitz (wohin August der Starke seine Mätresse „ausgelagert“ hatte), Theresienstadt („Der Führer schenkt den Juden eine Stadt“) und Prag (das uns drei Tage Sightseeing gekostet hätte). Kutnà Hora (70 km WSW von Prag) muss aber sein: Da hat im Mittelalter ein Kreuzzugs-Ritter ein Säckchen Erde von Golgatha mitgebracht und auf einem winzigen Friedhof verstreut. Fortan war es schwer in Mode, sich dort in geweihter Erde bestatten zu lassen. Mit den Jahrhunderten sind da so 40 000 Skelette zusammengekommen. Da der Friedhof dazu viel zu klein war, wurde im 15. JH ein Beinhaus gebaut, in dem die Knochen von einem angeblich halbblinden Mönch zunächst zu Pyramiden gestapelt wurden. Später begann dann ein Holzschnitzer, skurrile Kunstwerke zu schaffen, Girlanden, das Tschechische Wappen usw. Wir haben das vor 10 Jahren in voller Pracht gesehen; jetzt wird allerdings renoviert, die Knochen frisch gebleicht, und es ist aktuell gerade etwas weniger eindrucksvoll. Ich habe also ein paar ältere Fotos beigesteuert.

Elberadweg Tschechien

Die ersten zwei Tage bei gutem Wetter dem Radweg gefolgt – bis auf zwei Schleifen, die wir auf der Straße abgekürzt haben. Der Weg ist viel beradelt, meistens gut ausgebaut, manchmal als historisch einzuschätzen, selten gruselig. Unterwegs finden wir einfache Rastmöglichkeiten oder auch nette Cafés mit Getränken und Eis, sehr einladend und als Wirtschaftsfaktor erkannt. Große Tretroller sind hier übrigens in vielen Varianten als Sport- und Tourengerät unterwegs. Manche sogar mit Packtaschen. Pedelecs natürlich auch. Ach ja, wir hatten bereits unseren ersten kleinen Unfall. Er passierte vor zwei Tagen, kurz hinter Dresden. Wir waren zügig unterwegs und Fritz stoppte plötzlich, um einen  Jungvogel, der auf dem Weg verloren rumhüpfte, zu retten. Ich hatte genügend Abstand (Erfahrung und Intuition), um ebenfalls anzuhalten. Als ich stand, bekam ich plötzlich einen Schubs von hinten, der mich zur Seite schob. Ein Fahrrad verhakelte sich in meiner hinteren Packtasche, fiel um, ich konnte mein Rad dagegen nicht halten und fiel ebenfalls mit um. Es dauerte einen Moment, bis sich die vier Elemente, zwei Personen und zwei Fahrräder, entwirrt hatten. Es …

Das mittelgebirgige Hügelland ist der Feind des Reiseradlers. Behaupte ich jetzt mal so.

Die 97 km von Prag nach Tabor sind so eine Strecke. Die Steigungen sind meist relativ kurz aber heftig. Machen wir mal ein Rechenbeispiel: Wir finden zunächst Strecken vom Tal zum nächsten Buckel von etwa zwei Kilometern mit Steigungen zwischen 4 und 9 %, gern auch mal etwas drüber. Die fahren wir mit unserem ganzen Gerödel in den kleinsten Gängen mit einem Tempo um 7 km/h. Da brauchen wir dann für die zwei Kilometer 17 Minuten. Für die Abfahrt ins nächste Tal, ebenfalls zwei Kilometer, reichen drei Minuten, wenn Strassen- und Windverhältnisse es zulassen (gestern hatten wir allerdings einen geradezu stürmischen Südost, also schräg gegenan). Dabei sind die Strecken bergauf und bergab immer gleich. Aber 90 % der Zeit fährt man bergauf und nur 10 % bergab. Mal sind die Buckel höher und die Täler tiefer, aber das Verhältnis bleibt immer gleich. Auf diese Weise kam dann eine reine Fahrzeit (also ohne Pausen) von 7:43 zustand mit einem Stundenschnitt von 12,56 km/h (maximal aber 47 km/h!) und immerhin 1500 Höhenmetern. Die würden auch einem Tag …

Prag

Einen Tag Pause in Prag! Bummeln im Nieselregen, 2 Ausstellungen besucht, gut gegessen und Touristenströme bewundert. Ein paar Fotos in der Galerie. Es fühlt sich immer noch ein bisschen wie normaler Radurlaub an. Vielleicht, weil wir die Strecke schon mal gefahren sind. Nun freuen wir uns auf die Donau!  

Elberadweg Tschechien

Wir sind ja nun ab Moritzburg dem Elberadweg gefolgt. Bis zur Grenze überhaupt kein Thema, sehr gut ausgebaut und gut beschildert. In Tschechien sind wir bis Usta mit großer Begeisterung gefahren, dann wurden die off-road Abschnitte zu nervig für uns. Aber bis dahingilt: Der tschechische Teil des Elberadweges ist zum großen  Teil fahrradfreundlich ausgebaut aber immer gut ausgeschildert!