3 Kommentare

  1. Rainer Lademann sagt

    Hallo Fritz,
    auch ich neige nicht dazu, VWs Verhalten zu verharmlosen. Gleichwohl sollte man die realen Verhältnisse nicht ganz aus dem Auge verlieren: Auto-Motor-Sport kürzlich einen Test zum Abgasverhalten mehrer Modelle. Testsieger mit deutlichem Vorsprung VW Golf mit dem Motor mit der fraglichen Schummelsoftware. Ich selber fahre einen A7, ebenfalls mit der manipulierten Software und 3-Liter-Motor. Verbrauch bei rd. 2/3 Stadtverkehr 8,5 l bei 2 Tonnen Gewicht. Von den Gesetzesverstössen sollte nicht auf den tatsächlichen Schadstoffausstoss geschlossen werden. Ich halte einen Teil der Debatte inzwischen gerade von US-Seite für Industriepolitisch motiviert. Bedenke, was in den USA für Autos rumfahren. Im Vergleich zu deutschen Auto Uralttechnik mit Monstermotoren (4, 5, 7 l Hubraum, Verbrauch?). Alles ohne Schummelsoftware, aber doch offensichtlich völlig ineffizient.
    Beste Grüße
    Rainer

  2. Ralf-Michael Rath sagt

    Lieber Fritz,
    das sehe ich leider anders. Mit Dieselabgaswolken in Nepal kann man VW nicht entschuldigen.
    Es ist ein seltsames Verständnis von Technik, wenn VW in einer der ersten Pressemitteilungen zu den manipulierten Dieselfahrzeugen sagte, die Fahrzeuge seien technisch sicher und fahrbereit. Wieso ist ein Fahrzeug technisch sicher, wenn im Realbetrieb die zugelassenen Werte um das bis zu 35fache höher liegen als zugelassen, erschließt sich mir nicht. Wahrscheinlich haben die VW-Techniker und wohl auch nicht einmal die VW-Presseleute z.B. Die Physiker von Dürrenmatt in der Schule gelesen und diskutiert so wie wir. Oder die haben es nicht verstanden.
    Ich bin gespannt, in welche Wolfsburger Welt Du zurückkehrst. Ob Du mehr Patienten mit Depressionen haben wirst?
    Die Fahrer in Autos mit Wolfsburger Nummer fahren hier in der Großstadt jedenfalls nicht mehr so dummdreist wie noch vor der Abgasaffäre.
    Und die GTI’s mit WOB-Kennzeichen versuchen seltener, mich auf der Autobahn zu überholen, und schaffen es immer noch nicht.
    Beste Grüße und weiterhin gute Fahrt.
    Ralf

    • Fritz sagt

      Lieber Ralf,
      sehr vielen Dank für Deinen kritischen Kommentar! Ich habe mich wohl missverständlich ausgedrückt und will das mal klarstellen: Ich bin weit entfernt davon, diese VW-Affäre zu marginalisieren. Im Gegenteil treibt sie mir als eigentlich überzeugtem Lokalpatrioten die Schamröte ins Gesicht.
      Mein Spruch bezog sich auf die gewohnte Argumentation der Schwellenländer, erst müsse man sich entwickeln und dann könne man an die Umweltprobleme ran.
      Natürlich muss in Wolfsburg UND Katmandu etwas passieren. Hier laufen nicht wenige mit diesen Atemschutzmasken herum, obwohl der Verkehr ja wegen des Treibstoffmangels ordentlich reduziert ist. Um hier das Problem anzugehen, müsste man wenigstens die Hälfte der Truck- und Busflotte sofort stilllegen. Das ist natürlich nicht realistisch oder anders ausgedrückt: Volk oder Regierung setzen eben andere Prioritäten. Wir sind gespannt, ob beim Klimagipfel tatsächlich mal was herauskommt!
      Allerbeste Grüße, Fritz

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