Monate: April 2026

Bildungsreise

Wir machen einen Pausentag: Dieser Wind von 60 km/h aus Nordost ist gut für Kiter aber nicht gut für Radfahrer. Morgen soll’s nachlassen. Dann radeln wir nach Venedig. (F) Kürzlich hatten wir eine drollige Unterkunft: Die Familie vermietet die Wohnung im Obergeschoss ihres Hauses nach dem Tod der Eltern vollkommen unverändert an Gäste. Wir kennen die Art der Einrichtung als „Gelsenkirchner Barock“. (F) Wir waren die ersten Gäste und die Gastgebenden waren ziemlich aufgeregt, ob auch alles in Ordnung ist. Fürsorglich deckten sie unsere Fahrräder ab, als es anfing zu regnen. In Ancona kamen wir im Palazzo Jona unter, einem der ältesten Gebäude der Stadt und Geburtshaus eines Papstes, wie uns der distinguierte vornehme ältere Herr erläuterte, der uns das noble Zimmer vermietete. Die Einkaufsstraße strotzte nur so von edlen Läden und wir beschlossen in einem kleinen Streetfoodpizzastand mit ein paar Tischen den Gegenpol zu setzen. Am Fährhafen faszinierte uns das unglaubliche Management der ein- und ausfahrenden Fahrzeuge auf bzw. von den Fähren, gleichzeitig! Da Ancona schon in sehr frühen Zeiten ein wichtiger Hafen und …

Wir haben umdisponiert

Da wollen wir jetzt doch nicht rüber! An sich hatten wir vor, von Pescara aus nach Westen über die Abruzzen nach Rom zu fahren. Wären 260 km und 2600 Hm. Nun sind wir immer noch nicht voll fit. [Na ja, was heißt denn „voll fit“? 😉 (Karin)]. Da hat uns jemand auf den Gedanken gebracht, einfach die Küste weiter entlang zu fahren und statt in Rom in Bologna in den Nachtzug einzusteigen. Nach ein paar Tagen des Überlegens machen wir das jetzt auch. Die Radwege sind bisher überwiegend sehr gut bis perfekt und es gibt eine bequeme Infrastruktur. Der Wehrmutstropen ist dabei, dass der Nationalpark wegfällt. Andererseits bleibt uns Rom erspart, an das wir nicht so gute Erinnerungen haben. Der Ciclovia Adriatica geht vom Absatz des italienischen Stiefels bis nach Slowenien. Zum Teil sind das alte Eisenbahntrassen mit einigen auch längeren Tunnels. Wir fahren dann brav mit Licht, aber die Rennradler in Scharen am letzten Sonntag haben ja kein Licht und machen im Tunnel bei unverändert hohem Tempo lieber durch Geschrei auf sich aufmerksam. Rechts …

Weiter geht’s durch Apulien

Auf dem Beitragsbild seht Ihr die Party von Krankenhausclowns, alle mit roten Nasen, die mit viel Spaß wahrscheinlich den bestandenen Kurs gefeiert haben. Das war ein besonderer Übernachtungsplatz. Eine private kleine Gartenanlage mit Parzellen und einem sozialen und kulturellem Anspruch. Sie bieten dort auch verschiedene Workshops an, der Gemeinschaftsbereich ist groß und es gibt Platz für Camper. Wir fühlten uns sehr wohl. Leider kam in der Nacht der angekündigte Starkwind – wir waren mal wieder froh über unser robustes standfestes Zelt. Morgens überlegten wir lange, ob wir überhaupt radeln sollten. Der Wind kam zwar von hinten, aber mit bis zu 80 km/h und sehr böig. Wir probierten es aus und es ging. In den Städten war es sehr anstrengend, da man an Kreuzungen nie wusste, aus welcher Richtung der Wind reinschießt. Mehrfach hätte er uns um ein Haar einfach in ein Auto reingeschoben. Aber wir haben es überstanden und sind in Barletta in einem wieder mal besonderen Ort untergekommen. Direkt gegenüber der ältesten Kirche in einem der ältesten Gebäude – aus dem 17 Jh und …

Hurraahh – wieder auf dem Rad!

Es fühlt sich gut und richtig an, wieder auf dem Rad zu sitzen. Nach vielem Hin- und Herüberlegen haben wir uns doch entschlossen, direkt von Sapri aus loszuradeln, trotz schlechten Wetters. Es geht leider direkt nach oben 750 Höhenmeter auf 26 km. Normalerweise kein Ding, aber unser Respekt war doch ganz gehörig. – Wir radelten im Trockenen los, die Steigungen waren alle machbar und so waren wir viel früher am Ziel als gedacht. Hier oben war´s allerdings ziemlich frisch und das blieb auch die nächsten Tage so. Italien fasziniert mich immer wieder mit seinen verschiedenen Landschaften. Die Basilikata, wunderbar zum Wandern und Radeln, wie überall die Ortschaften oft auf den Bergspitzen. Und es gibt einen Ciclovia, der auf einer ehemaligen Bahntrasse geführt wird. Ein absolutes Highlight war der längste Tunnel, den wir je in absoluter Dunkelheit gefahren sind: 1,5 km; schon eine mittlere mentale Herausforderung! Am Ende wartete wieder ein Bed & Breakfast auf uns. Unsere Gastgeberin war ganz aufgeregt, weil wir die ersten Gäste waren. In diesem kleinen Ort Calda ist im Sommer sicher …