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Das historische Dampfschiff Yavari …

… ist ein besonderes Schmankerl mit einer ungewöhnlichen Geschichte: Es wurde 1861 mit einem Schwesterschiff (die Yapura) als Kanonenboot für die Peruanische Armee in Birmingham in Auftrag gegeben. Ein Jahr später wurden sie geliefert – in Einzelteilen, die 120 kg nicht überschreiten durften. Die Lieferung erfolgte in den heute zu Chile gehörenden Hafen Arica (wo wir übermorgen sein werden); von dort ging’s per Bahn nach Tacna (wo wir morgen sein werden) und dann mit Maultieren die Anden hinauf zu Titicaca-See. Der Weg war 400 km lang und ging bis in 4700 m Höhe! Das ganze Unterfangen dauerte sechs Jahre. 1870 konnte das zusammengebaute Schiff zu Wasser gelassen werden. Die Dampfmaschine hatte 60 PS und wurde mit Lama-Mist befeuert, den Holz oder Kohle gibt es hier ja nicht. Der ganze Frachtraum war also voller  Mist, weswegen das Schiff dann um 10 Meter verlängert wurde. Man ging dann doch mit der Zeit und ersetzte 1914 den Motor durch einen sogenannten 4-Zylinder-Bolinder-Dieselmotor. Der ist jetzt noch drin und soll weltweit das einzige funktionsfähige Exemplar sein. In den siebziger …

Idyll mit Müll

Das mit dem wenigen Müll von neulich nehmen wir zurück. Scheint doch regional sehr verschieden zu sein. Wie überall in den Schwellenländern der Welt: je mehr es zu konsumieren gibt, desto mehr fliegt in die Landschaft. Ein Bewusstsein für Umweltprobleme bildet sich wohl erst viel später aus. Vor der eigenen Haustür wird aber eifrig gefegt. Diese Landschaft ist phänomenal, wie wir uns das erhofft hatten, die Straßen überwiegend überraschend gut und Steigungen meist moderat, selten über 8%. Allerdings gilt die Berggegend zwischen Cali und der Grenze zu Equador als nicht so ganz sicher, erkennbar ist das auch an der zunehmenden Militärpräsenz. Das Militär hat wie in vielen lateinamerikanischen Ländern eine nicht nur rühmliche Vergangenheit, startet aber hier auch mal eine Charme-Offensive: der Soldat auf dem ersten Bild grüßt militärisch jeden Truck, jedes Auto und jedes Moped. Das Grüßen ausländischer Radfahrer erfolgte etwas legerer. Ich bin ja etwas fahrzeugbegeistert und möchte hier mal ein paar Schnappschüsse der letzten Tage vorstellen. Das Highlight war natürlich der perfekt restaurierte T2, mit dem eine kolumbianische Familie auf der Panamericana …

Panamakanal 1932

Mein Vater (1896-1959) war ein reiselustiger Vogel und begeisterter Fotograf. Im Herbst 1931 hat er als Schiffsarzt auf einem Fracht-Dampfer angeheuert. Die Reise ging zur Südspitze Südamerikas, durch die Magellanstraße und an der Westküste des Kontinents nach Norden, wobei verschiedene Häfen angelaufen wurden. Die Rückreise erfolgte im Frühjahr 1932 durch den Panamakanal, der zu diesem Zeitpunkt gerade 18 Jahre alt war. Mitgebracht hat ein Reisetagebuch, ein Album mit Kontaktabzügen und eine Panamahut, den ich heute noch habe. Die Fotos sind also eingescannte Kontaktabzüge, die eben auch 90 Jahr alt sind; die Qualität ist leider dementsprechend. Sie zeigen die Miraflori-Schleuse, die wir auch gesehen haben. Man erkennt, dass die Schiffe heute zwar anders aussehen, die Schleusentechnik sich in den fast 90 Jahren äußerlich gar nicht so wesentlich verändert hat.

Automuseum

In Jiading’s Stadtteil Anting in der Nähe des VW-Werkes gibt es natürlich auch ein Automuseum in einem angemessen futuristischen Gebäude. Da musste ich natürlich rein (mit Senioren-Rabatt)! Karin und Lupi durften auch mit. Der musste gar nicht bezahlen, weil er kleiner als 1,30 Meter ist. Die Ausstellung ist breit gefächert, und anders als in Wolfsburg gibt es nur drei VW’s. Dafür hat man viel Wert gelegt auf die amerikanischen Luxuslimousinen der 60er Jahre und die Wurzeln der chinesischen Autoindustrie, vorwiegend Staatskarossen aus den 80ern in Kleinserien. Da ich ja bekanntermaßen Oldtimer-begeistert bin, ist die Kamera wieder heiß gelaufen:  

Universaldiesel – zum Letzten

Da wir nun China verlassen und in Japan mit dem Universaldiesel wohl nicht zu rechnen ist, gebe ich nun eine abschließende Foto-Sammlung. Ich habe ja ein durchaus ambivalentes Verhältnis zu diesem Motor: Einerseits begeistert mich der Erfindungsgeist der Menschen und der unglaublich breite Einsatzbereich, andererseits ist das wirklich ein archaisches knatterndes, qualmendes und stinkendes Ungetüm, das eigentlich auf den Schrott gehört. Wie viele Finger werden die freiliegenden Keilriemen wohl schon gekostet haben?

Der Universaldiesel – Nachtrag

Ich sehe mich zu einer Begriffserweiterung veranlasst: meinen Liebling, den Universaldiesel, gibt es reichlich auch in China, so dass wir ihn nun den „ostasiatischen“ statt nur südostasiatischen nennen können. Wahrscheinlich wird er sogar in China gefertigt. Neben der Primitiv-Variante gibt es offenbar auch etwas stärkere und die Luxusausführung hat sogar einen E-Starter, eine richtige Kupplung und immerhin zwei Gänge. Die Gefährte auf den ersten drei Fotos werden durch ein Scharnier mit dem gesamten Vorderwagen gelenkt. Drolligerweise haben die häufig gesehenen Fahrzeuge auf den ersten beiden Fotos Hinterradantrieb über Kardanwelle und Differential. Habe nicht verstanden, warum man sich den Aufwand nicht erspart! Daneben gibt es viele individuelle Konstruktionen, fast wie bei uns früher mit dem Käfer-Motor. Bei manchen weiß man gar nicht, wofür sie gut sein sollen. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt!

Technik, die begeistert

Ich nenne ihn mal den Südostasiatischen Volks-Diesel. Es gibt ihn in den ländlichen Regionen aller Länder Südostasiens und er wird mit vielfältigsten Aufgaben betraut. Der niedertourige Einzylinder–Diesel wird per Handkurbel gestartet. Er besitzt einen integrierten Scheinwerfer. Am häufigsten wird er auf Fahrzeugen eingesetzt. Dann wird er mit einem Getriebe kombiniert, das gleich die Vorderachse enthält und einen langen Lenker hat. Eingekuppelt wird meistens durch Anspannen der beiden Keilriemen auf der linken Seite.  Der Lastenträger mit Sitz und Hinterachse ist kardanisch am Vorderteil aufgehängt. Das Ganze fährt je nach Ladung (Menschen, Vieh, Reissäcke …) zwischen 15 und 25 km/h, also etwas schneller oder etwas langsamer als wir. Den Hänger kann man abhängen und an der Straße stehen lassen, Pflugschar und Metallräder für schwere Böden montieren, und fertig ist der Motorpflug für das Reisfeld. Früher hatte man dafür Wasserbüffel. Daneben sieht man manchmal weitere skurrile Fahrzeuge, oft lokale Konstruktionen, die zwei Dörfer weiter nicht mehr vorkommen. Schließlich wird er aber auch in verschiedensten Kombinationen eingesetzt: als Wasser- oder Güllepumpe, am Betonmischer, Förderband, als Quirl im Shrimps-Becken, Lastenaufzug, …

Puh- Höhenmeterrekord

Die Rückfahrt mit dem Bus war schon ein kleines Abenteuer. Statt um 14.00 Uhr fuhr er erst um 16.30. D.h. wir kamen in die Dunkelheit- etwas, wovor das Auswärtige Amt dringend warnt, denn Mitte März wurde in dieser Gegend auf einen Reisebus geschossen. Aber wir haben keine Wahl, und die anderen Mitreisenden scheinen nicht sehr angespannt zu sein. Abenteuerlich ist die Fahrt als solches. Es geht die ganzen 150 km nur runter und rauf, Serpentinen und enge Kurven am Hang oder meistens oben auf dem Grat entlang. Keine 100 m eben oder geradeaus! Als es dunkel wird, werden Plastiktüten als Kotzbeutel verteilt- nicht umsonst, wie uns Geräusche und Gerüche verraten. Gottseidank vertragen wir die Fahrt problemlos und das Guesthouse hat unsere Räder weder verkauft noch geplündert. Nachts erleben wir ein heftiges Gewitter mit Sturm. Vorher schon fällt der Strom aus und bleibt auch bis morgens weg. Wir sind froh in einem festen Haus zu nächtigen und am nächsten Morgen, als wir uns auf den Weg machen, sehen wir die Schäden. Viele Menschen wurden in dieser …

VW’s in Vientiang

Auf der ganzen Reise, ab Türkei, haben wir nie so viele VW’s auf einem Haufen gesehen wie hier! Das begann bei der Anfahrt 10 km vor der Stadt mit einem Beetle: Der Fluss im Hintergrund ist der Mekong, am anderen Ufer sieht man Thailand. Dann sahen wir etliche meistens historische Fahrzeuge, teils regelrecht Schrott, aber auch perfekt restauriert. Und – selten gesehen außerhalb von Deutschland – einen Tuareg!

Toy-Train

ist eine Schmalspurbahn (mit 2 Fuß Spurbreite), die von den englischen Kolonialherren gebaut und 1882 in Betrieb genommen wurde. Sie führt von Shiliguri nach Darjeeling und überwindet auf 70 km Länge 2000 Höhenmeter. Die Fahrt ist einfach atemberaubend! Es wackelt, ruckelt und schuckelt, die Diesel- und Dampfloks lärmen und qualmen. Auf einer Seite geht es steil nach oben, auf der anderen gähnt der Abgrund.

Ich habe mich verliebt!

Karin meint, das wäre nicht schlimm, das gibt sich wieder. Die Angebetete ist königlichen Geblüts und heißt Royal Enfield. Sie wird seit Dutzenden von Jahren im klassischen englischen Stil gebaut, mit 350 oder 500 ccm und inzwischen mit moderner Technik. Sie sticht klanglich und optisch aus der Masse der Honda-Hero’s und kleiner Roller hervor. Ist so etwas wie die indische Version der Harley. Ich werde sicher bei meiner alten Max und der noch älteren Zündapp bleiben. Aber gucken darf man doch mal!  

Verkehr im Iran

Der iranische Auto- oder Motorradfahrer blickt konsequent nach vorne. Da hat er genug zu tun; der Blick nach hinten ist unüblich. Das auch beim Öffnen der Fahrertür oder beim Losfahren vom Straßenrand. Erst mal fahren; wenn keiner hupt, ist das schon ok. Das geht so weit, dass die hier üblichen Kleinkrafträder mit 125-250 ccm ohne Spiegel ausgeliefert werden. Spiegel sind Zierrat, Sonderausstattung wie Kuhfänger oder Sturzbügel. Helme sind unüblich. Vier Menschen auf einem Moped sind absolut normal. Auf diesem Moped saßen nur fünf Menschen; der Helm gehört zu einem Moped dahinter. Viele iranische Fahrer (Motorrad oder Auto) sollen keinen Führerschein haben. Die Polizei komme beim Prüfen und ahnden nicht hinterher. Wer erwischt wird, zahlt entweder eine Geldbuße oder schmiert ein wenig und fährt weiter. Bei Unfällen zahlt die Versicherung erstaunlicherweise trotzdem! Ob es ein Mindestalter zum Moped fahren gibt, wissen wir nicht. Dementsprechend sieht es mit der (Kenntnis? und) Einhaltung irgendwelcher Verkehrsregeln aus: Rechs abbiegen von der linken Spur, Gegenrichtung in der Einbahnstraße und ähnliches sind gängig. Rote Ampeln werden von Motorrad- noch seltener respektiert …

Der klassische türkische LKW

Den klassischen türkischen LKW meiner Jugend, bunt bemalt wie ein Pfau, laut, mit unsynchronisiertem Getriebe, schwarzen Abgasen, überladen, Rüschengardinen und flackernden Lauflichtern im Cockpit gibt es leider nur noch in meiner Phantasie. Oder Gott sei Dank! Anmerkung Karin: Mir fehlt diese Erfahrung. Vielleicht sehe ich deshalb durchaus einige bunte, laute und schwarz rußend stinkende Laster. Es sind eher die mittelgroßen, die den regionalen Markt beliefern.

Liebe Oldtimer-Freunde,

Ihr werdet es Euch wohl schon gedacht haben: schöne alte Autos gibt es in den Balkanstaaten wenig. Man hat andere Probleme. Alte Autos sind meist Lada, Yugo, Wartburg, auch mal ein Trabi, überwiegend in eher schlechtem Zustand. Gelegentlich eine alte Staatskarosse auf einem Schrottplatz. Und dann steht da urplötzlich so ein Schmuckstück, vielleicht aus einem russischen LKW entstanden, mit bollerndem gasgetriebenen Motor. Der hätte auch auf jeder amerikanische Autoshow Erfolg gehabt!