Monate: März 2026

Neapel

Wie immer ist es mühsam und langwierig aus einer Metropole rauszukommen. Es zieht sich. Und unsere Hoffnung auf einen Campingplatz an der Küste wurde enttäuscht; alle noch in Winterruhe. Stattdessen wie überall Hotels. Wir nahmen ein preislich noch Vertretbares und genehmigten uns abends ein Bier mit Panini statt teurer Eleganz. Das fühlte sich ganz passend an. Der Lago di Fogliano beginnt dort und verläuft parallel zur Küste. Ein bisschen wie die kurische Nehrung, nur viel kleiner. Rechts und links der schnurgeraden Straße, an diesem Tag für Autos gesperrt wegen (?) eines Radrennens, sind mal gerade 50 m Abstand bis zu Meer bzw. Lagune. Es war Sonntag und außer den Radrennpulks, die auch von der Polizei begleitet wurden, waren etliche privat Radelnde unterwegs. Wir pedalierten langsam vor uns hin, irgendwie war alles anstrengend, ein erstes Anzeichen der kommenden Erkältung. Fritz ging sogar einmal vor Erschöpfung in die Knie, als wir beim Hotel (immer noch kein Campingplatz offen!) ankamen. Für uns überraschend: die vielen Müllsäcke am Straßenrand, Haushaltsmülltüten und unendlich viele Glasscherben auf Radwegen – ein Hoch …

Alle Wege führen nach Rom

Kein Wunder, dass so viele Menschen da sind. Und das unter der Woche in der absoluten Nichtsaison! Wir waren ehrlich gesagt etwas überfordert und gestresst. Am zweiten Tag wurde es etwas besser; eine Hop-on-Hop-off Bustour sollte uns erstmal einen Überblick verschaffen, was wir überhaupt sehen wollten, obwohl man gut in Rom mit dem Rad fahren kann. Dabei liefen wir natürlich dennoch ca. 20 km am Tag und waren abends jedes Mal völlig hinüber. Den langen Weg aus der Stadt zu unserem Hostel haben wir immer unterschätzt. Beeindruckend war es natürlich trotzdem. Die vielen Plätze mit den Brunnen zum Beispiel. Als wir das erste Mal auf dem Petersdomplatz waren und ich die Menschenschlangen sah, war ich schon mal bedient und verspürte spontane Fluchtimpulse. Die Komplexität der Online-Ticketbuchung überforderte mich dann auch (Fritz ebenso) und so wollte die rechte Entspannung nicht aufkommen. Der deutsche Friedhof war für uns ein erster Schritt um in eine positive Besichtigungstour-Stimmung zu kommen. Beim Trevibrunnen fand ich interessant, dass das Kunstwerk vor allem in der Kombination mit der eigenen Person richtig zur …

Die Anreise nach Rom …

… war eigentlich ziemlich unkompliziert: Von Wolfsburg nach Hannover im ICE (unsere waren die einzigen Räder im Abteil), von Hannover wieder im ICE nach München. Das hatten wir wochenlang vorher gebucht und obwohl das ja nun wirklich keine Fahrrad-Hochsaison ist, waren immer wieder andere Räder dabei – nie jedoch alle Plätze besetzt. In München hatten wir sicherheitshalber fünf Stunden Sicherheit eingebaut, die wir mit Stadtbummel im Nieselregen und im Augustiner-Brauhaus im Trockenen verbrachten. Um 20°° ging‘s in den Schlafwagen der ÖBB. Das Fahrradabteil war vier Waggons vom Schlafabteil entfernt. Das Schlafabteil ist schon recht eng aber nicht ungemütlich, besonders wenn man eine Flasche Wein und ein paar Snacks dabei hat. Man kann sogar duschen! Ich habe oben ziemlich gut geschlafen, Karin aber nicht, weil sie nicht geschnallt hat, wie das Verdunklungs-Rollo runtergeht. Hätte sie doch nur gefragt! Morgens ein kleines Frühstück, Ankunft am Bahnhof Tiburtina. Den zu verlassen, hat eine halbe Stunde gekostet. Das „Bed&Bike“-Hostel war eigentlich ganz nett, nicht zu weit draußen, hatte aber den Nachteil, dass man die Räder erst mal eine Treppe …