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Doswedonje Zentralasien!

Jetzt sind wir fast drei Monate in Zentralasien herumgereist. Und es war toll! Wir waren in Wüsten und im Hochgebirge zwischen den 6000ern, hatten 50° Hitze und Frost. Wir sind über perfekten Asphalt gefahren und über Geröllhalden, haben die Räder durch Flüsse und über Schotterpisten geschoben. Waren zu zweit und bis zu fünft unterwegs. Ein Dutzend Pässe über 3000 Meter, die Hälfte davon über 4000 Meter. Yaks und Murmeltiere gesehen. Geschlafen haben wir in Jurten, Lehmhütten, Hostels, im Hotel mit Pool und im Zelt bei Sandsturm auf 4000 Meter Höhe. In eiskalten Gebirgsbächen gebadet und im erstaunlich warmen Gebirgs-See. Wir haben große Gastfreundschaft erlebt aber auch Steinwürfe von Kindern. Zu essen gab es Ploff (Reisgericht), Hammelsuppe, Kebab, Lakhman (eine Nudelsuppe), Müsli, Datteln, Nüsse, Kekse, immer wieder Spaghetti und manchmal nur trockenes Brot. Trinkwasser wurde aus Flüssen genommen und gefiltert. Außer in den großen Städten (Dushanbe, Mary, Korogh, Osh und Bischkek) mit halbwegs westlichem Standard sind die Versorgungsmöglichkeiten auf dem Lande rar. Ein Wasserleitungssystem oder gar Entwässerung gibt es ebenso wenig wie eine Stromversorgung, dementsprechend auch kein Internet.

Wir möchten diese Erlebnisse nicht missen. Aber jetzt ist es auch gut. Wir wissen jetzt, wie sich das anfühlt, wenn zwei Alte wie wir 60-kg-Räder 12%-Steigungen auf Dirtroad über den 4600-Meter-Pass schieben und nach Luft schnappen. Wenn die Jüngeren auf uns warten. Wenn man jeden Morgen friert. Jetzt kommt hier der Herbst, das Laub färbt sich bunt. Und deswegen werden wir von Bischkek aus auch nicht mehr zum Issyk-kul-See fahren, sondern gleich nach Almaty. Und der Flieger wird uns auch nicht nach Kaschmir bringen, sondern nach Goa!

Weil wir nämlich im Grunde doch Warmduscher sind.

5 Kommentare

  1. Christian Hillmer sagt

    Hey Ihr Beiden,

    ich hab mich jetzt länger nicht gemeldet weil – mich Eure Erlebnisse sprachlos machen.

    Da kann ich einfach nix mehr hinzufügen. Grandiose Erlebnisse in Verbindung mit solch einer besonderen Belastung. Ich glaube, daß kann man auch nur verstehen wenn man es selbst “erfahren” hat.

    Bei mir steht auch eine spannende Zeit an, wenn auch keinesfalls so spektakulär wie bei Euch. Mittwoch ist mein letzter Arbeitstag, danach beginnt der Vor-vor-Ruhestand 🙂

    Gruß aus WOB,

    Christian Hillmer

    • Fritz sagt

      Hallo Christian, vielen Dank und alles Gute für den neuen Lebensabschnitt! Dann hast Du ja jetzt Zeit, z.B. zum Radfahren …
      Beste Grüße, Fritz

      • Christian Hillmer sagt

        Radfahren wird allmählich wieder mehr – aber größere Touren über mehrere Tage hatte ich mich zuletzt nicht mehr so richtig getraut …

        Viel Grüße aus Saranda/Albanien (Bergwandern, Sightseeing, Baden …)

        Christian Hillmer

  2. Anneliese Raschkowski sagt

    Liebe Karin,
    ihr fliegt also nicht nach Srinagar (schade 🙁 schade, für mich) Also nach Goa!
    Sollten wir uns da etwa begenen? Denn stell Dir vor: in der Zeit vom 22. – 26. Okt. bin ich (mit einer Reisegruppe) in Goa! Gibt es denn sowas? Insgesamt werde ich vom 18. – 31. 10. in Indien sein. Bombay, Goa, Agra (“goldenes Dreieck”).
    Eure Sehnsucht nach etwas mehr “gewohnter” Zivilsation kann ich sehr gut verstehen.
    Also, viele gute Wünsche für Eure weitere Reise.
    Herzliche Grüße,
    Anneliese

    • Liebe Anneliese,
      es gibt viel Verrücktes auf der Welt! Vielleicht sind wir dann noch da, vielleicht auch schon auf dem Weg nach Norden Richtung Pune. Wer weiß?!
      Wir hoffen mal wieder auf bessere Internetverbindung in Indien und damit schnellere Informationen über unsere Route.
      Vielleicht bis bald
      Karin

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