Autor: Karin

Fahrt nach Bangkok über Kanchana Buri

Nun sind wir schon auf Phuket und schwelgen im Luxus!! Während die anderen, Janne, Felix und Fritz zum Tauchen sind, genieße ich einen Vormittag auf dem schattigen Balkon mit Blick auf Pool und Meer, leise vor mich hinschwitzend, um Euch endlich mal wieder ein paar Worte und Bilder zukommen zu lassen! – Und um meinem Knie etwas Ruhe zu gönnen. Einige von Euch wissen ja, dass eines meiner Knie schon seit vielen Jahren ziemlich marode ist und eine der spannenden Fragen war und ist, wie ich und mein Knie diese Tour überstehen werden. Bis nach Bangkok, knapp 17.000km und 112.000 Hm ging es völlig super! Ohne Probleme und größere Rücksichtnahmen waren mein Hausarzt und ich ganz begeistert. Und dann, als ich in Bangkok abends eine steile Treppe von einer netten Toproofbar runterkletterte- ohne ersichtlichen Grund, also nicht umgeknackst, verdreht oder so- erinnerte sich mein Knie daran, dass es eigentlich ziemlich schrottig ist- und beschloss spontan, es mir auch wieder zu zeigen. Seit diesem Augenblick ist es geschwollen, schmerzt und ich humple wie “in alten Zeiten” …

“Thailand- ist Euch das nicht zu langweilig?”

… so ein Pamirradler, der von Laos den kürzesten Weg nach Myanmar gesucht hat. Nein, es ist uns (bislang) nicht langweilig. Es ist entspannend, unkompliziert, einfach… Und wir genießen es auf guten Straßen zu fahren, nie weit von der nächsten Versorgungstation zu sein, immer ein günstiges und komfortables guesthouse mit wifi und warmer Dusche zu finden. Die Landschaft ist ebenfalls unkompliziert- man kann auch sagen unspektakulär- viel Landwirtschaft- Tapioka, Kautschuk, Teak, Mais, Reis- bis auf die ersten zwei Tage flach. Ich merke es daran, dass ich kaum fotografiere und meine Gedanken schweifen lasse. Und das ist auch schön. Mag sein, dass wir in ca. drei Wochen, wenn wir aus Pukhet zurückkommen, genug von all dem haben und versuchen wieder zu zelten, selbst zu kochen, das “wahre” Thailand zu suchen- ich kann es mir gut vorstellen. Aber jetzt darf es erstmal easy sein. Als Bildungsbürger haben wir natürlich einen Tag in Sukothei Pause gemacht und die alten Tempelruinen besucht. Und heute sind wir in Kanchana Buri – der Stadt am River Kwai mit der berühmten Brücke!! …

Höhlentag in Hpa An

Nochmal zurück nach Myanmar. Am zweiten Abend in Mawlamyine wurden wir bis auf die Knochen nass! Sehr überraschend für uns, denn eigentlich war Regen überhaupt nicht vorgesehen- die nächsten Monate nicht mehr! Aber so isses halt. Wir freuten uns, dass wir ein Zimmer hatten, noch dazu ein trockenes und verschoben die weitere Planungen auf das Frühstück. Und um 10.00 Uhr, nach Kaffee, Toast und Ei, war die Straße trocken. Der Wind zwar noch heftig, aber nach einigen km wurde er langsam zum Freund. Tagsüber hatten wir tatsächlich nochmal die Gelegenheit unsere Regenjacken auf Dichtigkeit zu überprüfen. In Hpa An war alles wieder gut. Glücklicherweise ergatterten wir das letzte Zimmer in der ganzen Stadt, Backpacker überall! Der nächste Tag war Höhlentag! Und Lumbini garden mit den vielen Buddhastatuen! Auf dem Weg nach Kawpalut, der letzten Station in Myanmar, trafen wir Martin, der aus Richtung Vietnam kam. Er hatte wohl gerade Quasselwasser getrunken oder schon lange keine deutschen Gesprächspartner mehr gehabt. Wir brauchten also nichts fragen und bekamen viele Informationen; u.a., dass die neue Straße nach Mae …

Hello Myanmar

Überraschenderweise geht heute morgen das Internet! Wir sind inzwischen in Kyalkhto. Gestern haben wir den Golden Rock besichtigt, vorgestern den reclining Buddha und davor in Yangon die Swe Dagon Pagode. Wir sind sehr froh und glücklich, dass wir nach all den Widrigkeiten doch noch nach Myanmar rein sind, wenn auch nur für knapp 14 Tage. Myanmar ist einfach ein fantastisches Land!! Sooo anders als Indien!!! Wir können ja nur von dem kleinen Eindruck berichten, den wir in diesem winzigen Teil Myanmars erhalten, aber der ist einfach überwältigend. Vor allem die Menschen sind unglaublich freundlich, hilfsbereit, lächeln uns an, winken an der Straße… fast wie im Iran. Wir schwitzen wieder statt zu frieren!!! Auch abends! Gestern saßen wir noch draußen in einem Straßenrestaurant, natürlich sehr einfach, aber nett, mit einem Teller Reis und Bier!!! Sehr leckeres Bier übrigens. Die Landschaft hier ist offen, flach, Bambus, Palmen, feucht, Reisanbau. Und immer wieder sieht man goldene Pagoden aufblitzen. Ende Januar werden wir in Mae Sot die thailändische Grenze passieren. Vielleicht werdet Ihr in der Zwischenzeit noch was von …

Kalkutta!!

Heute morgen fing es wunderbar an. Das Frühstück kam so früh wie bestellt, die Taxis waren sogar früher da! und die Hotelrechnung war vorbereitet. Es klappte alles wie am Schnürchen und die Unkenrufe von Fritz verhallten. Im Flughafen wurden wir von unserem Reiseagenturbetreuer sehr fürsorglich unterstützt und begleitet, bis wir ohne Probleme mitsamt unseren Rädern! im Flieger nach Kalkutta saßen. Dort angekommen dauerte es etwas bis wir den air India Schalter fanden. Dort mussten wir unsere Räder anmelden, denn vorab war es nicht möglich. Dann kam der Schock: Extragepäck kann nicht gebucht werden, Übergepäck kostet 10 $/kg!!! Wir haben mit unserem Gerödel zu dritt etwa 120kg! Frei sind jeweils nur 20 kg. Die Möglichkeit, die Räder als Frachtgut aufzugeben gibt es zwar, allerdings ist heute Sonntag, die Cargogesellschaft hat geschlossen, ist außerdem nicht auf dem Flughafen, sondern außerhalb angesiedelt und damit für uns schlecht erreichbar. Der Mitarbeiter am Schalter rief den Manager der Cargo Gesellschaft an, um den Tarif zu erfragen- mit Erfolg: Dort kostet das kg nur 55Rupien, d.s. ca 0,7€!! Leider, leider brauchen …

Imphalfotos

Wir waren so lange in Imphal, dass sich Fotos ansammelten, die wir in keinem anderen Beitrag sinnvoll unterkriegten. Da wir sie dennoch ganz interessant finden, gibt es jetzt zum Abschluss noch eine kleine Galerie. Wir konnten sogar ein Polospiel sehen. Imphal behauptet, hier sei das Polo erfunden worden und hier gibt es auch die Poloponies. Die Alkoholbeschaffung war in Imphal ein besonderes Abenteuer, da Manipur ein “dry Country” ist. Und am vorletzten Tag lernten wir einen Freund von Yonathan, dem Israeli, kennen! Abow, ein Künstler, Filmemacher, Radfahrer und Umweltaktivist. Wir trafen uns abends, dann lud er uns zum nächsten Tag zu ersten Contest des Nachom Arts of contemporary movement ein. Dort sahen wir Nachwuchstänzer zwischen 8 und 30 Jahren-mal wieder ein besonderes Erlebnis. Und abends hatten wir einen wirklich sehr schönen, intensiven, warmherzigen Abend mit seinen Freunden in einem wunderbaren Haus mit selbstgekochter Hausmannskost, Gesang und Musik, tollen Gesprächen und Umarmungen zum Abschied!! Wir waren ganz beseelt als wir ins Hotel zurückgingen. Manipur und seine Menschen haben uns mit Indien versöhnt und wir können uns …

Erdbebennachwehen

Wir hatten geschrieben, dass sehr wenige Gebäude durch das Erdbeben beschädigt wurden. Leider gehört eines davon zum Markt der Frauen. Von vier großen offenen Säulenhallen wurde die jüngste, erst 4 Jahre alt, so schwer beschädigt, dass sie gesperrt werden musste. Nun haben die ganzen Frauen ihre Verkaufsstellen verloren. Noch zwei Tage nach dem Erdbeben konnten wir durch die Halle laufen, wie viele Frauen auch. Als wir von unserem Ausflug um den Toplak See zurückkamen, war alles ringsum mit hohen Wellblechwänden abgesperrt und die Frauen saßen längs der Straße. Es gab ein ziemliches Chaos- nichts Neues für Indien, alle nahmen es mit der üblichen hupenden Gelassenheit. In der Zeitung lasen wir, dass die Betroffenen sehr deutlich und vehement den schnellstmöglichen Wiederaufbau und vor allem die Zurverfügungstellung von Ersatzflächen forderten. Und sie werden bestimmt nicht klein beigeben. Hier sind die Frauen einfach anders als im Rest von Indien. Sehr selbstbewusst, offen, aktiv. Wir haben das Gefühl, dass tatsächlich so etwas wie Gleichberechtigung (?) herrscht. Und zwar nicht erst seit heute. Im Museum haben wir alte Statuen aus …

Indisches Kino!

Schon lange hatten wir vor, uns einen indischen Film im Kino anzusehen. Wir hatten schon viel darüber gehört, dass es wohl ein besonderes Erlebnis sei. Nun war es soweit. Es gibt nur zwei Vorstellungen pro Tag, um 11.00 und um 14.00 Uhr. Wir entschieden uns für 14.00 Uhr und die Filmwahl fiel nicht schwer, denn es gibt immer nur einen im Angebot. Es war kein Bollywoodstreifen, denn für Hindifilme läuft derzeit ein Bandh – also ein Streik. Nun gut, dann eben ein Regionaler aus Manipur. Da wir weder Hindi noch Manipuri verstehen, war es uns auch egal. Wir leisteten uns die teuersten Sitze im “dressed circle” für umgerechnet ca. 0,60 € pro Karte. Der Film war eher eine Familiengeschichte mit einfachem Muster. Der Großvater hat zwei Söhne mit Familie, der eine ist traditionell und gut (vor allem die Frau sehr sanft), der andere westlich orientiert mit einer sehr zickigen Frau, die die Hosen an hat. Es ging um die Töchter und Söhne, Heirat etc. Am Ende waren alle friedlich vereint vor dem Hausaltar, die Abtrünnigen …

Ima Keithel Markt- Markt der Mütter

In Manipur scheinen Frauen in der Gesellschaft eine größere, aktivere Rolle als in den anderen indischen Staaten zu spielen. Das war uns schon aufgefallen. Hier in Imphal gibt es etwas ganz Besonderes: Einen großen Markt, der ausschließlich von Frauen organisiert und bestückt wird. Jeden Tag wandern wir durch die engen Gassen des größtenteils überdachten Marktes und genießen die unaufgeregte Betriebsamkeit und Freundlichkeit der Frauen, natürlich all die Farben, Formen und (fast) alle Gerüche. Wir treiben uns vorrangig im Gemüsemarkt rum, dort gibt es auch jede Menge Garküchen. Sie kennen uns wahrscheinlich schon, denn in den inzwischen fast 2 Wochen, die wir hier sind, haben wir nur 3 weitere europäische Gesichter gesehen. Außer dem wellblechüberdachten Teil gibt es noch einen kleinen Geflügelmarkt, auf dem auch Männer verkaufen und 4 als offene Säulenhallen gebaute Betongebäude. Leider wurde eins davon, der “Neue Markt”, ziemlich stark beschädigt. Dazu gibt es einen kleinen Extrabericht. Nun könnt Ihr eintauchen in den Markt der Frauen:

Indische Küche

Auf das indische Essen hatten wir uns schon lange gefreut. Und wir genießen es jeden Tag! Meistens pure veg, also rein vegetarisch, allerdings mit Milch, aber ohne Ei, denn die Chicken Center an der Straße (Stände mit Hühnern in Käfigen, die direkt vor Ort geschlachtet werden) machen keinen Appetit auf Hühnchenfleisch. Wir essen ja nun tagsüber häufig in Straßenrestaurants bzw. dort, wo die Trucker essen. Da es dort üblicherweise keine Speisekarte gibt, schauen wir schon mal in die Töpfe oder auf die Teller der anderen, um uns zu entscheiden. Meistens ist es spannend, weil wir erstens nicht wirklich wissen, was wir bestellen und zweitens, wenn wir es wissen, z.B. Dhal oder Thali, es jedesmal anders schmeckt. Denn nicht nur die Landschaft, Kultur und Sprache ändert sich ca. alle hundert Kilometer, auch die Küche! Indisches Frühstück kann sehr verschieden ausfallen. Bisher haben wir noch nichts gegessen, was uns nicht geschmeckt hätte. Und inzwischen bestellen wir auf Nachfrage auch immer „spicy“! Den Text oben haben wir vor einigen Wochen geschrieben, auf dem Weg nach Varanasi. Inzwischen sind …

Auch das noch! Grenzübergang nach Myanmar für Ausländer geschlossen! Was nun?

Gestern kam die erwartete mail von der Reiseagentur. Aber es war nicht die Nachricht, dass die Permits pünktlich zum 13.01.da seien, sondern dass sie uns leider mitteilen müssten, der Grenzübergang Moreh- Tamu sei bis auf weiteres für Ausländer geschlossen! Aufgrund einer „bad situation“ zwischen Imphal und Moreh. Die Permits seien gestoppt und es würden vorerst keine neuen ausgestellt!! Wir waren geschockt! Es ist doch zum Haareausreißen mit diesen Permits!! Einen Abend lang gab es Krisensitzung. Wir sitzen hier fest! Jetzt gibt es nur noch einen Weg raus aus Indien- Fliegen. Und das wollten wir gerade nicht!!! Und wenn wir schon fliegen müssen, wollen wir dann wirklich noch nach Myanmar? Erste Recherchen ergaben, es dauert über 20 Std um von Imphal nach Yangon oder Mandalay zu kommen, nach Bangkok ebenso. Wir entwickelten Szenarien, wie wir dann in Myanmar reisen könnten und es wurde klar, mit dem Rad geht aufgrund der weiten Entfernungen so gut wie nichts mehr. Und nun alles mit Bus und Zug zu machen, fühlte sich nach Stress an. Das war es nicht, was …

Die indische Post und unsere Päckchen- eine Geschichte mit ungewissem Ausgang

Wir hatten in einem der letzten Berichte erwähnt, dass wir in Guwahati 2 kleine Päckchen erwartet/erhofft hatten. Wir hatten sie als general delivery/poste restante also postlagernd auf unsere Namen adressieren lassen. Leider waren sie noch nicht angekommen. Wie schon geschrieben hing das aus Wob noch im Zoll in Neu Dehli und das andere mit Fritz Brille in Kalkutta im Zoll. Da wir ja weiterwollten und es auch nicht abzusehen war, wann die Päckchen ankommen würden, versuchten wir bzw. hatten wir es geschafft, den Senior Post Master zu überzeugen, uns die Post nach Imphal nachsenden zu lassen. Wir mussten einen kleinen Brief aufsetzen mit Begründung und neuer Adresse. Der Post Master rief sogar in Imphal an, um die Adresse zu erfragen! Fritz schrieb die genaue Adresse auf und übergab den schriftlichen Auftrag der Weiterleitung der indischen Post in Person des Post Masters. Mit dem Gefühl alles getan zu haben, was möglich war, fuhren wir los. In Imphal angekommen, radelten wir am 31.12. zur Hauptpost. Wir hatten herausgefunden, dass sie auch Sylvester geöffnet war und waren sehr …

Thagatchari Manipur

Vielen Dank- Manipur! Der letzte indische Bundesstaat, durch den wir radeln, hat uns wieder einmal eine neue Facette Indiens gezeigt! Und dafür sind wir dankbar! Thagatchari ist übrigens Manipuri oder auch Meitei und heißt “menschliche Sprache”. Allein in Manipur (ca.2,5 Mio.EW) werden über 30 Sprachen gesprochen; nicht Dialekte, sondern verschiedene Sprachen! Und Manipuri ist als verbindende Sprache Amtssprache. In den nordöstlichen Bundesstaaten gibt es viele Unabhängigkeitsbestrebungen, immer wieder Unruhen und auch Kämpfe. Hier in Manipur erleben wir eine hohe Militärpräsenz, aber die vielen Militärposten sind ausgesprochen freundlich zu uns. Als wir uns an der Landesgrenze registrieren mussten, reagierten wir etwas irritiert und misstrauisch. Vor allem, weil (wieder mal) anscheinend keiner der anwesenden Grenzer wußte, was mit uns zu tun sei. Es wurde telefoniert und uns bedeutet, wir sollten warten. Nach gefühlten Ewigkeiten kamen dann zwei Uniformierte mit dem Motorrad, die sehr höflich und freundlich zuerst die Schränke öffneten, kostbare Anmeldeformulare herbeizauberten, um sie dann netterweise mithilfe unserer Pässe selbst auszufüllen. Und bereits hundert Meter hinter dem Schlagbaum spürten wir die Veränderung. Die Menschen lächelten uns …

Weihnachten unterwegs

Wir wünschen Euch allen Frohe Weihnachten !! Vielen Dank für Eure Weihnachtsgrüße, sie haben uns sehr gefreut!! Unser Weihnachtsfest fällt diesmal ganz anders aus als sonst… Wir sind gestern, Heilig Abend, nachmittags in Silchar, Assam, angekommen und hatten auf ein schönes Hotel mit warmer Dusche, Internet im Zimmer, einem schönen Essen und vielleicht sogar einer Bar mit Drinks gehofft! Der Tag war sehr anstrengend gewesen. Wir mussten zwar nicht so viele Höhenmeter machen wie tags zuvor und die Etappe war mit 66 km auch nicht so weit, aber !!! Die Straße!!!! Der LKW-Verkehr!!! Auf der Pamirstrecke hatten wir die Straßenqualität von 0 –nicht vorhanden bis 10- bester glatter Asphalt eingeteilt und fuhren meist bei 3-5. Gestern durften wir nach unten die ganze Bandbreite erfahren! Zwischendurch hätte ich schreien können, denn weder auf Mountainbiken durch Geröll noch auf Wüstendurchquerungen war ich eingestellt. Die LKWs suchten sich rumpelnd ihren Weg um bzw. durch die Schlaglöcher, dichte Sand- und schwarze Abgaswolken verbreitend – und natürlich unentwegt hupend. Einmal ein Riesenstau um einen Truck, der mit Achsbruch im Schlagloch …

Assam

Die letzten Tage waren ausgesprochene Flachradeltage. Im Jalapuri Nationalpark sind wir frühmorgens auf einem Elefanten geritten und konnten zwei Nashörner sehen. Sowohl Elefant als auch Nashorn sind schon sehr beeindruckend. Wir sind im Bramaputratal, haben den riesigen Fluss auch schon überquert und wollen jetzt nach Süden runter, Richtung Imphal an der Grenze zu Myanmar. In Guwahati hofften wir auf zwei kleine Briefe- meine Bremsbeläge- und Fritz Brille, die uns  Yonathan aus Kathmandu nachgeschickt hat. Leider sind die Bremsbeläge noch in Dehli und die Brille in Kalkutta. Es war nicht ganz einfach, aber wir haben es geschafft, dass die Post unsre Briefe, wenn sie denn ankommen, nach Imphal weiterschickt. Ab morgen wird es wieder etwas hügeliger und wahrscheinlich dann auch wieder kühler. Abends und morgens ist es schon recht frisch, tagsüber  angenehme 22-24°C. Wir warten immer noch auf unser Special Permit, um mit dem Rad die Grenze nach Myanmar passieren zu dürfen. Die Reiseagentur aus Myanmar, der wir die Unterlagen geschickt haben und die gute Referenzen hat, schweigt seit ein paar Tagen und antwortet nicht auf …

Shiliburi- Ab jetzt wieder zu dritt!

In einem Hotel in Shiliburi hatten wir uns verabredet. Patrik hatte für uns drei gebucht und alles lief bestens. Freudestrahlend fielen wir uns in die Arme. Er, von 2 Tagen Taxifahrt ziemlich erschöpft, wir schon etwas erholt, da wir früh angekommen und schon geduscht waren. Und welche Überraschung! Ein weiteres Radlerpaar hatte schon eingecheckt! Cora und Wolfgang! Patrik kannte sie schon vom Pamir! Wir genossen einen netten Abend und überlegten, wie es weitergeht. Darjeeling! Das war klar, aber wie hinkommen? Radeln- 1900Hm, sicher tolle Strecke. – oder den Toy-Train nehmen? Die historische Darjeeling Bahn, Weltkulturerbe und erst seit kurzem wieder in Betrieb? Es war eine schwere Entscheidung und sie fiel für die Bahn aus. Die Räder blieben im Hotel und wir wollten am nächsten Morgen los. Eine winzige Schmalspurbahn mit drei Waggons holte uns am Bahnhof ab und zuckelte los. Leider nur bis zur nächsten Bahnstation, denn der Streik in Darjeeling betraf auch die Bahnstrecke. Kein Durchkommen. Also wieder zurück zum Bahnhof, Fahrkarten zurückgegeben, neue Fahrkarten besorgt und – halt. Es ging natürlich nicht so schnell …

Fast wie im Mittelgebirge- nur anders!

Etwas überraschend, es geht erstmal abwärts! Am Ende sind wir mitten in Nepal nur noch 275 m hoch! Wir folgen einem Fluss und wie immer bei Flussradwegen geht es fleißig rauf und runter. Teilweise sehr schluchtig, dann wieder weitet sich das Flusstal in Biegungen mit richtigen Sandstränden. Der Verkehr wird, je näher wir Kathmandu kommen, heftiger; vorrangig größere und kleinere Busse und Mopeds. Seit Wochen schon begleitet uns die Reisernte, im Grunde seit unserer Ankunft in Goa. Die Ernte- und Dreschmethoden sind regional und je nach wirtschaftlicher Ausstattung unterschiedlich. Hier sehen wir meistens eine Variante: Mit der Handsichel wird der Reis geschnitten, dann zum Trocknen in Bahnen auf dem Feld ausgelegt. Anschließend wird er zu handlichen Bündeln zusammengebunden, auf einen Platz –oft auf ein abgeerntetes Feld- getragen und aufgestapelt. Und nun wird per Hand gedroschen. Eine große Plane wird ausgebreitet, in der Mitte liegen ein paar richtig große Feldsteine und dann geht’s los. Meistens Männer, aber auch Jungen und Frauen, nehmen ein Bündel in die Hand und schlagen mit weit ausholendem Schwung das Reisbündel auf …

Pokhara

Eine große Stadt mit einem Touristenviertel am See. Übrigens ohne Erdbebenschäden! Hier reiht sich ein Guesthouse neben dem anderen, Outdoorläden, Souvenirshops, Restaurants, Trekkingtour- und Paraglidinganbieter, Meditations- und Yogahäuser- kurz alles was das Herz begehrt. Nur von Drei gibt es zurzeit wenig hier: Benzin, Gas – und Touristen! Wir profitieren davon, denn die Übernachtungspreise sind stark gesunken, und so leisten wir uns ein Hotelzimmer für 15$ incl. Frühstück, das sonst 30$ gekostet hätte. Wir betrachten das als Wirtschaftshilfe. Die Strandpromenade am See ist gespickt mit meist kleinen Restaurants, die verzweifelt nach Kunden suchen. Einige bieten abends Life-Musik an, was zur Folge hat, dass wir gleichzeitig von mindestens drei verschiedenen Seiten beschallt werden – mit klassischer nepalischer Folklore, moderner nepalischer Discomusik und westlichen Oldies! Für die Romantik sind überall Teelichte und Kerzen auf den Tischen- der Strom ist ein unzuverlässiger Partner hier. Die Speisekarten sind in ganz Nepal eingeschränkt, da das Gas zum Kochen begrenzt bzw. nicht mehr vorhanden ist. Die Tankwagen stehen an der Grenze. Also wird auf Holzfeuer gekocht oder kurzerhand Barbeque angeboten. Der Annapurna …

Die letzten Tage in Indien

Die Inder feiern schon wieder; da sind sie wirklich groß. Es ist das „Sonnenfest“. Vorgestern und gestern wurde ordentlich vorbereitet mit unglaublich opulenten Obst-und Gemüseständen, stangenweise wurde Zuckerrohr nach Hause getragen; in den Dörfern wurden Bühnen aufgebaut mit riesigen Beschallungsanlagen, viele Menschen tragen Geschenkkörbe auf dem Kopf; Rikschas liefern solche Körbe aus. Gestern haben wir in Gorakhpur übernachtet und fuhren wie üblich um 7°° los. Am Ortsausgang kamen uns über viele Kilometer bestgelaunte Menschen entgegen, es müssen zehntausende gewesen sein, die am Fluss offenbar „durchgemacht“ haben. Am Nachmittag haben wir uns der nepalesischen Grenze genähert. Wegen irgendwelcher diplomatischen Verwickelungen ist die Abwicklung der LKW’s an der indischen Seite der Grenze verzögert oder ganz blockiert, insbesondere auch wohl der Treibstoffhandel. An den letzten Tankstellen vor der Grenze stauen sich Fahrräder und Mopeds, die Kanister füllen lassen. Ab 11 km vor der Grenze stauen sich die Trucks in Zweier- bis Viererreihen, Lebensmittel, Treibstofftanker … Der Grenzübergang war ganz problemlos, auf der Nepalseite sehr freundlicher Empfang, Visum on arrivel für 40 $ für 30 Tage, keinerlei Kontrollen Nun …