Autor: Karin

Weiter geht’s durch Apulien

Auf dem Beitragsbild seht Ihr die Party von Krankenhausclowns, alle mit roten Nasen, die mit viel Spaß wahrscheinlich den bestandenen Kurs gefeiert haben. Das war ein besonderer Übernachtungsplatz. Eine private kleine Gartenanlage mit Parzellen und einem sozialen und kulturellem Anspruch. Sie bieten dort auch verschiedene Workshops an, der Gemeinschaftsbereich ist groß und es gibt Platz für Camper. Wir fühlten uns sehr wohl. Leider kam in der Nacht der angekündigte Starkwind – wir waren mal wieder froh über unser robustes standfestes Zelt. Morgens überlegten wir lange, ob wir überhaupt radeln sollten. Der Wind kam zwar von hinten, aber mit bis zu 80 km/h und sehr böig. Wir probierten es aus und es ging. In den Städten war es sehr anstrengend, da man an Kreuzungen nie wusste, aus welcher Richtung der Wind reinschießt. Mehrfach hätte er uns um ein Haar einfach in ein Auto reingeschoben. Aber wir haben es überstanden und sind in Barletta in einem wieder mal besonderen Ort untergekommen. Direkt gegenüber der ältesten Kirche in einem der ältesten Gebäude – aus dem 17 Jh und …

Hurraahh – wieder auf dem Rad!

Es fühlt sich gut und richtig an, wieder auf dem Rad zu sitzen. Nach vielem Hin- und Herüberlegen haben wir uns doch entschlossen, direkt von Sapri aus loszuradeln, trotz schlechten Wetters. Es geht leider direkt nach oben 750 Höhenmeter auf 26 km. Normalerweise kein Ding, aber unser Respekt war doch ganz gehörig. – Wir radelten im Trockenen los, die Steigungen waren alle machbar und so waren wir viel früher am Ziel als gedacht. Hier oben war´s allerdings ziemlich frisch und das blieb auch die nächsten Tage so. Italien fasziniert mich immer wieder mit seinen verschiedenen Landschaften. Die Basilikata, wunderbar zum Wandern und Radeln, wie überall die Ortschaften oft auf den Bergspitzen. Und es gibt einen Ciclovia, der auf einer ehemaligen Bahntrasse geführt wird. Ein absolutes Highlight war der längste Tunnel, den wir je in absoluter Dunkelheit gefahren sind: 1,5 km; schon eine mittlere mentale Herausforderung! Am Ende wartete wieder ein Bed & Breakfast auf uns. Unsere Gastgeberin war ganz aufgeregt, weil wir die ersten Gäste waren. In diesem kleinen Ort Calda ist im Sommer sicher …

Zurück in Kalabrien

Zuerst ging es die Küste entlang. Die Vorstellung von Italien mit Sandstränden, Promenaden und Sonne ist ja doch tief verankert. Ab und an finden wir auch etwas davon. Dann wollen/müssen wir durchs wilde bergige Kalabrien. Und wieder fantastisch zum Wandern und Radfahren – derzeit mit schneebedeckten Gipfeln. Eine erste Zeltübernachtung seit langem auf einem Campingplatz kurz vor Acri, der auf dem Eurovelo 7 liegt und Fahrräder verleiht, tat der Seele gut und der Körper hat auf der Isomatte nicht gemuckt. Erste Probe bestanden! In Acri hatten wir zwei Erlebnisse: 1. Ein Passionsspiel, das mit Hingabe, viel Aufwand und Kostümen (die armen Römer mussten nacktbeinig stundenlang ausharren – bei eisigem Wind) vor einer Kirche gegeben wurde. Nach einer Stunde verzogen wir uns in eine Kneipe zum Aufwärmen und Essen; das Passionsspiel dauerte ca. 3 Std!! 2. Wir entgingen knapp einer Verhaftung! Unser Campingplatz liegt ca. 2 km außer- und oberhalb des Ortes. Unsere Gastgeberin zeigte uns als Abkürzung den privaten Fußweg (google auch) durchs Gelände. Dabei mussten wir am Ende ein hohes verschlossenes Tor umklettern. Beim …

Sizilien mit dem Auto

Es ist schon ein anderes Unterwegssein. Im Augenblick ok, weil es die einzige Möglichkeit ist, überhaupt noch etwas von der geplanten Tour umzusetzen. Ich bin froh, dass Fritz fährt und übernehme dafür die Navigation mit dem Handy. Das klappt ganz gut, wenn auch an manchen komplexeren Doppelkreiseln mit unklaren Auf- und Abfahrten ziemlich stressig. Mit dem Rad hält man dann einfach an und schaut nochmal. Mit dem Auto geht alles so schnell! Das überfordert mich manchmal. Naja, irgendwie kommen wir dann doch dorthin wo wir hinwollen, sogar auf die Fähre! Das Wetter spielt wie so häufig nicht richtig mit und so entscheiden wir uns für die Südroute. Erster Stopp in Catania. Unser Zimmer, in der engen Altstadt – natürlich ein einziges Einbahnstraßengewirr- ist winzig klein und vor allem, fast auf der Straße. D.h. ein ca. 40 cm breiter Gehweg, dann die Hauswand mit einer Holztür, die man öffnet; ca. 10 cm dahinter eine Stahltür, die mit dem Schlüssel aus der Box daneben (Code kommt per Whatsapp) geöffnet wird – und du stehst mitten im Zimmer, …

Da fehlen mir die Worte!

Dieser Ort Sapri verehrt einen radikalen Guerillakämpfer und Schriftsteller, Carlo Pisacane (1818-1857), nach dem sich auch unser Hotel benannt hat. Der hat nach längerer Entwicklung zum Radikalrepublikaner versucht, in Süditalien einen Aufstand zu organisieren und dazu 300 Gefangene befreit. Es gelang ihm jedoch nicht diese und die Zivilbevölkerung zum Aufstand zu bewegen, im Gegenteil. Sie wurden von Soldaten und der Bevölkerung massakriert. Nun denn; einige vergleichen ihn mit Che Guevara. Diese Geschichte hat ein Dichter, Luigi Mercatini, aus Sicht einer Ährenleserin erzählt, die sich in den Helden verliebt haben soll und erleben musste, wie die Männer umkamen. Soweit so gut: Nun hat ein aktueller Künstler 2021 eine Bronzefigur geschaffen, und die steht nun an prominenter Stelle an der Strandpromenade. Es hat Protest gegeben wegen sexistischer Darstellung – die Stadtoberen und der Künstler finden es einfach schön, so einen Körper darzustellen. Mir fehlen echt die Worte dazu und ich kriege Schnappatmung! Ich empfinde es als extrem übergriffig, wenn ich die blankgeriebenen Pobacken der Frauenstatue sehe. Diese ganze Darstellung einer Frau, die zur ärmsten Bevökerungsschicht gehörte, als …

Amalfiküste und Cilento

Diese Steilküste mit winzigen Buchten, in denen die kleinen Städtchen mehr über-als nebeneinander zusammengestaucht liegen, wird von einer Küstenstraße begleitet. Wir hatten gehörig Respekt vor ihr, eng, kurvenreich, auf und ab, viel Verkehr. Aber es war insgesamt viel angenehmer zu fahren als gedacht. Außer am Sonntag, als die Motorradfahrer in üblicher Weise nervten, war der Verkehr überschaubar. Für Wohnmobile ist die Straße gesperrt; Das ist sicher sehr hilfreich. Die karstige Landschaft erinnert ein bisschen an Kroatien oder die Pyränaen, allerdings kleinflächiger, besiedelter und vor allem überall die Zitronenterrassen. Zum Teil sind sie mit dunklen Netzen abgedeckt, sodass die leuchtenden Zitronen an den Bäumen farblich selten hervorstechen. Eine wirklich beeindruckende Landschaft. Wir hätten sie bei besserer Gesundheitslage sicher noch viel mehr würdigen können. Unsere Tagesetappen sind Minietappen. Wir schleichen langsam, brauchen viele Stehpausen, es ist ein Jammer. Die Hustenattacken sind mal bei Fritz, mal bei mir schlimmer. Nachts sind wir eine Zumutung für alle Nachbarn, für uns selbst allerdings auch. So etwas haben wir noch nie erlebt. Wenn wir nachts husten, bellen die Hunde im Dorf. …

Neapel

Wie immer ist es mühsam und langwierig aus einer Metropole rauszukommen. Es zieht sich. Und unsere Hoffnung auf einen Campingplatz an der Küste wurde enttäuscht; alle noch in Winterruhe. Stattdessen wie überall Hotels. Wir nahmen ein preislich noch Vertretbares und genehmigten uns abends ein Bier mit Panini statt teurer Eleganz. Das fühlte sich ganz passend an. Der Lago di Fogliano beginnt dort und verläuft parallel zur Küste. Ein bisschen wie die kurische Nehrung, nur viel kleiner. Rechts und links der schnurgeraden Straße, an diesem Tag für Autos gesperrt wegen (?) eines Radrennens, sind mal gerade 50 m Abstand bis zu Meer bzw. Lagune. Es war Sonntag und außer den Radrennpulks, die auch von der Polizei begleitet wurden, waren etliche privat Radelnde unterwegs. Wir pedalierten langsam vor uns hin, irgendwie war alles anstrengend, ein erstes Anzeichen der kommenden Erkältung. Fritz ging sogar einmal vor Erschöpfung in die Knie, als wir beim Hotel (immer noch kein Campingplatz offen!) ankamen. Für uns überraschend: die vielen Müllsäcke am Straßenrand, Haushaltsmülltüten und unendlich viele Glasscherben auf Radwegen – ein Hoch …

Alle Wege führen nach Rom

Kein Wunder, dass so viele Menschen da sind. Und das unter der Woche in der absoluten Nichtsaison! Wir waren ehrlich gesagt etwas überfordert und gestresst. Am zweiten Tag wurde es etwas besser; eine Hop-on-Hop-off Bustour sollte uns erstmal einen Überblick verschaffen, was wir überhaupt sehen wollten, obwohl man gut in Rom mit dem Rad fahren kann. Dabei liefen wir natürlich dennoch ca. 20 km am Tag und waren abends jedes Mal völlig hinüber. Den langen Weg aus der Stadt zu unserem Hostel haben wir immer unterschätzt. Beeindruckend war es natürlich trotzdem. Die vielen Plätze mit den Brunnen zum Beispiel. Als wir das erste Mal auf dem Petersdomplatz waren und ich die Menschenschlangen sah, war ich schon mal bedient und verspürte spontane Fluchtimpulse. Die Komplexität der Online-Ticketbuchung überforderte mich dann auch (Fritz ebenso) und so wollte die rechte Entspannung nicht aufkommen. Der deutsche Friedhof war für uns ein erster Schritt um in eine positive Besichtigungstour-Stimmung zu kommen. Beim Trevibrunnen fand ich interessant, dass das Kunstwerk vor allem in der Kombination mit der eigenen Person richtig zur …

Count-down und Rückreise

Was soll ich über die letzten Tage noch schreiben? Es ist schon wieder etwas weggerutscht, denn wir sind inzwischen zu Hause. Wir sitzen im warmen Wohnzimmer, schauen in die kahlen Sträucher und Bäume – und es ist ok. Aber natürlich sollt Ihr einen kleinen Abschlussbericht bekommen, sonst wäre das Projekt irgendwie nicht zu Ende. Also: Das Highlight der letzten Tage war das Live Event im O Farol in Fuseta. Wir waren schon ganz gespannt, ob wirklich, wie im Buch („Lost in Fuseta“) beschrieben, mittwochs eine Band dort spielt. – Ja!! Und zwar spielt dort der lokale Musikschulleiter, ein völlig cooler Typ, mit ein paar seiner Schülerinnen und Schülern Rockklassiker der 70er und 80er! Das war echt der Hammer. Die kleine Bude wurde gerammelt voll; natürlich vorrangig mit Senioren und Seniorinnen der passenden Altersklasse; teilweise Touristen, aber auch Altfreaks aus dem Ort. Die Gruppe gab alles und die Leute tanzten zu den alten Rockstücken. Manche, wie z.B. ich, konnten einfach nicht stillsitzen, sondern mussten einfach den rhythmischen archaischen Zuckungsimpulsen nachgeben. – Nach ca. 10 min. drang …

Entspannte Zeit

Wie geschrieben, wir bewegen uns in diesen Tagen nur relativ wenig. Die Orte liegen so dicht beieinander, dass eine Tagesetappe von einem Campingplatz zum anderen sich im Rahmen von 15-20 km bewegt. Dabei ist das Wetter nicht immer super. Wir haben windige bis stürmische Tage, Nieselregen bis Pladdern, warme Sonne und Frösteln bei wenigen Grad. Also eine bunte Mischung. Ist aber eben nicht schlimm, da wir kuschelig im Zelt, im Campingplatz-Cafe auf der Couch oder in einem der vielen kleinen Cafes oder Restaurants abhängen können. Eine kleine Begebenheit: Vielleicht wisst Ihr es, vielleicht auch nicht. Fritz und ich lesen uns schon seit Jahrzehnten Bücher vor; früher mit den Kindern und dann nur uns. So auch hier. Wir wechseln buchweise, nicht kapitelweise. Zurzeit lese ich die Bände von „Lost in Fuseta“, sozusagen direkt vor Ort. Auf einem Campingplatz „klopft“ es abends ans Zelt. Der Nachbar steht davor und fragt: „Sagt mal, was habt Ihr Euch die ganze Zeit ununterbrochen zu erzählen?“ Nach der Aufklärung ist er etwas entspannter. „Ich dachte schon, man hört immer nur Dich …

Algarve satt

Um es gleich vorweg zu sagen. Ab sofort sind wir radelfaul. Eine Entscheidung hat das bewirkt: Wir fliegen nicht von Lissabon, sondern von Faro aus zurück. Und damit bleiben wir einfach an der Küste und haben Zeit. Einerseits fühlt es sich gut an, andererseits auch etwas ungewohnt. So bleiben wir ein paar Tage in Faro auf dem Campingplatz auf dem Praja de Faro, einer vorgelagerten Insel, genießen ganz unglaubliche Sonnenuntergänge (mit Delphinzugabe!) und fahren mit der Fähre rüber in die Stadt zum ersten Bummeln. Natürlich folgen wir dabei auch den Spuren unserer KrimiheldInnen. Unterwegs nach Lagos fahren wir am „ Campus“ vorbei, wo die VfL Mannschaften gerade im Wintercamp waren. Leider haben wir die Frauen verpasst und der Platz war leer. Dafür hatten wir eine Begegnung mit einem geizigen ATM am Straßenrand! Der öffnete zwar den Ausgabeschlitz, schob das Geld aber nicht raus, sondern hielt es fest! Mit Mühe zergelte ich einige Scheine raus, – und dann schloss sich der Ausgabeschlitz wieder! In der Not hob ich noch zweimal 20€ ab und gemeinsam versuchten wir …

Wieder in Spanien

Wir haben ja immer an Grenzen und besonders an Grenzfähren einen etwas erhöhten Adrenalinspiegel, vielleicht das Alter. Deshalb versuchen wir auch vorher möglichst viel zu klären.  Also unsere vier Hürden an diesem Tag lauteten: Klappt es 1. mit den Fährtickets und den Rädern? 2. mit dem Bustransfer von Tarifa nach Algeciras? 3. Bekommen wir unsere Drohne wieder? 4. Schaffen wir den Rückweg nach Tarifa bzw. noch ein Stück weiter? Um es kurz zu machen, ja, es hat alles geklappt. Allerdings brach noch in Algeciras mal wieder eine Speiche bei Fritz´ Hinterrad. Auf dem ersten Campingplatz bei Algeciras lernten wir ein Radlerpaar kennen, „Die Herumradler“, die in Malaga gestartet sind und in einem halben Jahr an der Küste lang bis zum Nordkap und dann übers Baltikum zurück wollen. Etwas jünger als wir und auf der ersten großen Radreise. Wir wünschen ihnen viele inspirierenden Erlebnisse! Der Wind war die nächsten Tage unser Freund und schob uns Richtung Cadiz. Wir erreichten die Halbinsel über die Landzunge. Leider durften wir die beeindruckende Brücke Richtung Festland nicht nehmen! Google meinte …

Ein Tag Zugabe in Marokko

Der Wind, der uns gestern von Tetouan Richtung Westen nach Tanger geschoben hat – für meinen Geschmack streckenweise etwas zu böig als es bergab ging – hat nun für einen Tag extra gesorgt. Bei bis zu 70 km/h hat die Fähre ihren Betrieb seit gestern Nachmittag bis Samstag früh eingestellt. Hm, unser Plan war anders, aber was soll´s. Unser Bedürfnis nach weiteren Medinas ist eindeutig null. Also bummeln wir durch den Yachthafen und schütteln den Kopf über das Großprojekt „Luxus pur“ direkt daneben, trinken noch einen Milchkaffee im selben Straßencafé, in dem wir vor 4 Wochen den ersten in Marokko getrunken haben, haben die Wäsche in den Waschsalon gebracht und sinnieren wo und wie wir denn Sylvester begehen wollen. Und da wir noch Zeit haben, beginnen wir ein wenig zu resümieren über Marokko. Was hat uns gefallen, was weniger, was war überraschend? Wie immer bieten wir Euch unseren ganz persönlichen Eindruck, noch tagesfrisch und natürlich aus RadlerInnensicht. Die Fotos kommen diesmal ganz unten. Also, was hat uns gefallen: Die vielseitige Landschaft, wobei wir ja nur …

Von Meknes in die blaue Stadt Chefchaouen

Nachdem Fes ziemlich intensiv gewesen war, empfanden wir die nächste Königstadt, nur ca. 50 km entfernt, sehr entspannt. Meknès zieht nicht ganz so viele Touristen an, der Hauptplatz, El Hedime Square vor dem Tor Bab Mansour (leider eingerüstet), ist im Vergleich zu Marrakesch locker belebt. Zugegeben ist keine Hauptsaison und außerdem war’s Freitag. Claro gab’s ein paar Schlangenbeschwörer, außerdem Pferde und Ponys zum Reiten, zwei Affen an der Kette – und ein Vogel Strauß! Zwei Musikgruppen mit traditioneller Musik machten sich abends akustische Konkurrenz, aber es blieb angenehm, und keiner wollte etwas von uns, als wir – wie die Marokkaner*innen auch, auf der Steinmauer am Rand des Platzes saßen und schauten. Wir bummelten unbehelligt durch die Gassen, und entdeckten ein Musikmuseum. Das hat uns sehr fasziniert. Nicht nur das Gebäude, eines der schönsten, das wir gesehen haben, sondern auch die ausgestellten Musikinstrumente und dokumentarischen Videos, die die ethnische Vielfalt in der Musik spiegelte. Etwa 25 km nördlich von Meknès liegt die eindrucksvolle römische Ruinenstadt Volubilis. Bitte selbst nachlesen, ich möchte niemanden zwangsbilden. Auf einem der …

Fes

Eine Busfahrt ist für uns ja immer etwas aufregend. Klappt alles? Fährt der Bus? Kommen die Räder mit? Nun, wir waren ausreichend früh am Busbahnhof, nach anfänglichen Problemen mit der Software bekamen wir auch unsere Gepäcktickets – umgerechnet 5€ für immerhin 11 Gepäckstücke! Und letztlich ging auch alles in den Bus. Eine kleine Irritation gab es dann doch. Wir dachten, es wäre der direkte Weg, am Atlas entlang nach Norden. Aber der Bus fuhr auf die Autobahn nach Rabat an die Küste und von dort nach Fes. Na ja, war dann auch ok. In Fes hatten wir ein bisschen Probleme, unser gebuchtes Riad zu finden. Wir hatten aus Versehen einen etwas falschen Namen gespeichert, nicht weit entfernt – räumlich- aber niveautechnisch! Ein EDEL Riad, in den wir niemals reingekommen wären mit unseren Rädern! Ein Blick ins Innere – unglaubliche Weiten! Es war etwas nervig, denn es wurde langsam dunkel, die Gassen sehr eng, viele junge Männer, die proaktiv uns unbedingt helfen wollten… Am Ende wurde wieder alles gut. Hinter einer unscheinbaren einfachen Tür öffnete sich …

Mal wieder radeln

Ich hatte ja schon mit einem Tag Verlängerung in Essaouira geliebäugelt, als es morgens beim Frühstück schwer bewölkt war und schon fast nach Regen aussah. Da wir allerdings nur eine Kurzetappe zu einem Campingplatz geplant hatten, gönnten wir uns einen ausführlichen Plausch mit Jana und Ralf, zwei weiteren Gästen, und siehe da, der Himmel wurde blau. Nun gut, dann eben los. Auf dem Campingplatz trafen wir tatsächlich zwei weitere Bekannte, die mit dem Camper unterwegs waren und lernten ein Paar aus Deutschland kennen, die seit vier Jahren in ihrem Camper unterwegs sind. Früher Backpacking und mit dem Rad, nun so. Wir merken immer wieder, dass wir Projektradler sind- Anfang und Ende einer Tour muss klar definiert sein. Uns ist das Eingebundensein in Familien- und Sozialsystem bei aller Reiselust doch sehr wichtig. Unterwegs Richtung Marrakesch, drei Tage, gabs ein paar interessante Begebenheiten: Wir konnten eine Schildkröte retten, die kurz vor der Überquerung der vierspurigen Straße stand und spätestens beim befestigten Mittelstreifen gescheitert wäre. Fritz hatte seinen zweiten Speichenbruch auf dieser Reise! Gut, dass er in Algeciras …

Essaouira

Bis vor kurzem wusste ich noch nichts von dieser Stadt, nur, dass wir dorthin wollten als südlichstes Ziel an der Küste. Inzwischen, nach drei Tagen Aufenthalt, bin ich etwas schlauer und sie gefällt mir immer besser. Den Bildungsblock schenke ich mir jetzt, lest mal selbst auf wikipedia nach. Na klar, Touristadt, hier in der Medina (übrigens Weltkulturerbe) ist es eng, trubelig, intensiv und dennoch irgendwie überschaubar und mit Atmosphäre. Unser Riad ist für unsere Verhältnisse hervorragend, großes Zimmer, ansprechendes Ambiente, gutes Frühstück auf der Dachterrasse (vor 9.00 Uhr jedoch ziemlich frisch) und die Räder können einfach im Innenhof stehen. Das Ganze mittendrin in der Altstadt, Tür auf und sofort stehst du mitten im rasenden Leben. Unsere Wäsche konnten wir problemlos in einer Wäscherei abgeben. Da der Angestellte hinterm Tresen kein Englisch oder Französisch sprach, kam kurzerhand der Nachbar rüber und machte alles klar. Allgegenwärtig sind die Möwen und mehrfach am Tag die Muezzine, die lautstark zur Geräuschkulisse beitragen, morgens kurz nach sieben zum Ersten mal. Beim Bummeln durch die engen Gassen mit den unendlichen Angeboten …

Costa del Sol

Mal ganz vorneweg: Wir sind inzwischen in Marokko unterwegs, teilen aber die letzte Zeit in zwei Artikel auf, sonst wird’s zu viel auf einmal. Also: Der Päckchengeschichte zweiter Teil Nachdem wir auch nach 4 Tagen keine Nachricht bzw. Änderung des Päckchenstatus hatten, haben wir es kurzerhand verloren gegeben und sind Richtung Algeciras weitergeradelt. Am 27.11. wurde das Päckchen anscheinend sowohl irgendwo ausgeliefert als auch gleich wieder zurückgenommen und soll jetzt auf dem Weg zurück zum Absender sein. Es bleibt spannend. Auf dem Camping Bella Vista hatten wir nette Abende mit Uwe und Erek,- danke nochmals für die gemeinsame Zeit und den Austausch! –  Wie fast immer, wenn „nur“ eine relativ kurze Etappe angesagt ist, springen Besonderheiten aus dem Busch. Diesmal war es der Gegenwind, einige Höhenmeter und ein lautes Knallen an Fritzens Hinterrad – ein Speichenbruch! Der Problemlöser hatte schon länger nix mehr zu tun gehabt; also frisch ans Werk. In Nullkommanix war die Speiche ausgewechselt und bei der Gelegenheit wurde gleich noch Weiteres repariert. An der Küste reihen sich Golfplätze, Industrieanlagen, Yachthäfen und Solarparks …

Zurück an die Küste – Costa del Sol

(K) Also irgendwie werden wir auf dieser Tour doch häufiger etwas ausgebremst -oder nennen wir es anders. Wir lernen immer wieder ein kleines Stückchen mehr Geduld, wenn wir aufgrund des Wetters oder anderer Umstände (s.u.) länger an Orten bleiben als geplant. Auf dem Weg Richtung Küste kamen wieder Unwetterwarnungen für Malaga und Marbella und so blieben wir drei Tage in einem kleinen Apartment in Fuente de Piedra. Hier war es nur eine große Husche, die die Straßen kurzzeitig überspülte, aber wir wussten ja, dass es in der Gegend Malaga ganz anders zur Sache ging. Also Ausharren, das lokale Barleben studieren, die hiesige Lagune mit Flamingos besuchen… Wir sind auf gut 600m Höhe und es ist abends und nachts schon recht kühl. Zur Küste geht’s zwar runter aber dazwischen liegen noch einige Höhenmeter. In Antequera sind sehr berühmte Dolmengräber und die wollten wir nun doch anschauen. Sie sind auch wirklich sehr beeindruckend. Allerdings ist diese Stadt voller kleiner und kleinster Einbahnsträßchen auch voller Hügel mit extremen Steigungen. Da durften wir häufiger unsere Schiebepraxis vertiefen. Wir waren …

Andalusien

Das Unwetter haben wir ja glücklich überstanden und die Zeit mit Jürgen und Uwe sehr genossen. Übrigens waren ganz gegen unsere Erwartung die Foliengewächshäuser durch das Unwetter nicht völlig zerstört. Nun geht’s aber weiter Richtung Süden, eine tolle Küstenstraße, deren Auf und Ab bei leichtem Rückenwind gut zu fahren war. Fantastische Ausblicke über die Steilküste aufs Meer und überraschende Begegnungen prägten den ersten Radeltag. Andalusien verbinden einige mit Pferden – ich eher nicht so, deshalb war ich etwas perplex, mitten in einer Stadt auf einem Platz, der aussah wie eine Baulücke zwischen Häuserblöcken, eine Reiterin mit ihrem Pferd beim Dressurtraining zu sehen! Auf den alten Hirten am Straßenrand incl. zwei Hunden und Schaf-/Ziegenherde hatte ich dagegen schon gewartet. Was wir dann in der zerklüfteten Bergwelt gesehen haben, hielten wir zunächst für verwilderte Ziegen – waren aber Steinböcke, von denen es in Andalusien einige zig tausende geben soll. Halloween!! Es wird hier unglaublich gefeiert! Auf dem Campingplatz war die Hölle los! Sicher verbunden mit dem langen Wochenende, da Allerheiligen ein Feiertag ist. Die halbe Nacht zogen …