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Fahrt nach Bangkok über Kanchana Buri

Nun sind wir schon auf Phuket und schwelgen im Luxus!! Während die anderen, Janne, Felix und Fritz zum Tauchen sind, genieße ich einen Vormittag auf dem schattigen Balkon mit Blick auf Pool und Meer, leise vor mich hinschwitzend, um Euch endlich mal wieder ein paar Worte und Bilder zukommen zu lassen! – Und um meinem Knie etwas Ruhe zu gönnen.
Einige von Euch wissen ja, dass eines meiner Knie schon seit vielen Jahren ziemlich marode ist und eine der spannenden Fragen war und ist, wie ich und mein Knie diese Tour überstehen werden.
Bis nach Bangkok, knapp 17.000km und 112.000 Hm ging es völlig super! Ohne Probleme und größere Rücksichtnahmen waren mein Hausarzt und ich ganz begeistert. Und dann, als ich in Bangkok abends eine steile Treppe von einer netten Toproofbar runterkletterte- ohne ersichtlichen Grund, also nicht umgeknackst, verdreht oder so- erinnerte sich mein Knie daran, dass es eigentlich ziemlich schrottig ist- und beschloss spontan, es mir auch wieder zu zeigen. Seit diesem Augenblick ist es geschwollen, schmerzt und ich humple wie “in alten Zeiten” vor mich hin!!
Wie gut, dass wir jetzt erstmal Radelpause haben, wie schade, dass ich nun eher Behindertentauchen mache und auch sonst etwas lahm zu Fuß bin.
Meine Hoffnung- alles wird gut, wenn wir wieder langsam weiterradeln- ohne allzu lange Etappen und erstmal flaches Gelände. Und bis dahin nutze ich den sekundären Krankheitsgewinn!! Grins!!

Doch nun zurück zu unsrer Anfahrt nach Bangkok. Von Sukothei, der ältesten Königstadt ging es grob nach Süden.


Wir wollten uns Bangkok in einem Bogen nähern und uns vorher Kanchana Buri ansehen, die Stadt am Kwai, wo die Brücke über den Kwai steht. Diese Brücke bzw. die Bahnstrecke haben im 2.WK die Japaner mit Hunderttausenden von asiatischen Zwangsarbeitern und einigen tausend europäischen und einigen hundert amerikanischen Kriegsgefangenen bauen lassen. Berühmt wurde die Brücke durch den amerikanischen Film “Die Brücke am Kwai”. Sie ist ein absolutes Touristenmagnet und der Rummel war gigantisch- für uns.


Ging es vorher noch über eher ruhige Nebenstraßen mit viel Landwirtschaft, nahmen wir nun die Schnellstraße nach Bangkok. Viel Verkehr, Gewerbe- und Industriegebiete, schnelles Fahren mit Zeit für Gedankendösen- so erreichten wir anderhalb Tage später Bangkok. Dank Fritz´ Navi fanden wir problemlos zu Granny´s Bike, einem uns empfohlenen Hostel für Radler. Und wir empfehlen es hiermit ausdrücklich weiter!!!

Wir kamen passend zum chinesischen Neujahrsfest am 08.02. an und Chinatown- von uns fußläufig erreichbar war nicht nur festlich geschmückt, sondern auch ziemlich voll.

Wir freuten uns, Emil, den 23jährigen Schwaben, wiederzutreffen, mit dem wir von Osh nach Bishkek geradelt sind. Er hatte sich in der Zwischenzeit in Südostasien rumgetrieben und wartete nun in Bangkok auf sein Workandtravel-visum für Neuseeland. Ihr findet seine Website auf unserer neuen Seite: “unterwegs getroffen”

Tja und dann mussten wir natürlich einmal ins “Siam-Center”. Diese gigantische Konsumtempelanlage mit allen High-end Brands dieser Welt konnte speziell ich nur ca. 2 Std ertragen, dann wechselten wir ins etwas ramschigere “MBT”, um dann erschöpft und bedient in unser Hostel zu flüchten. Eigentlich hatte ich geplant, mir für den Hotelaufenthalt noch eine gesellschaftsfähige Hose oder Kleidchen o.ä. zu kaufen. Es ist mir nicht gelungen. Diese Reizüberflutung führt bei mir regelmäßig zu Kopfschmerzen, schlechter Laune und völliger Entschlussunfähigkeit.
Merkwürdigerweise tritt dieses Phänomen nicht in einem Lebensmittelsupermarkt auf! Essbares kaufen geht bei mir immer!!! Und so besorgten wir als Abschiedsgeschenk für Patrik Müsli Schweizer Art und eine Tafel Schweizer Schokolade.

Mehrfache Abschiedsessen und -getränke strukturierten die letzten Tage bis zum 12., an dem wir mit kleinem Gepäck den Flieger nach Phuket nahmen.

Und nun, wie bereits zu Beginn geschrieben, sind wir richtige Urlauber, und genießen die Zeit mit Janne und Felix in vollen Zügen.

 

 

4 Kommentare

  1. Hallo Karin
    Deinem Knie wünche ich ganz gute, schnelle und nachhaltige Besserung!!! Ich musste etwas schmunzeln, als ich das Granny Bike.Bed verlassen habe… Frühmorgendlicher Pflotsch auf meinen verschlafenen Augen schützen mich und mein Umfeld vor meiner Bösartigkeit nicht…:
    Dein Rad stand – wohl wegen Platzmangel im EG – oben in der Küche – nahe dem Herd… Ich hoffe doch sehr, das sei kein Zeichen dafür, dass Du fortan wegen Knieproblemen als “Heimchen am Herd” unterwegs sein musst…!! Also: Grüsse Dein Knie von mir – es soll sich nicht so dumm anstellen – und die Tage auf Phuket zur Heilung nutzen – ich trinke dann mal ein Zombie-Cocktail auf Dich und Dein Knie – oder besser zwei, drei – unterstützt den Heilungsprozess sicher besser, als nur ein einziger langweiliger Drink… Herzlich Kirtap

  2. Reingard Schreiber-Gallois sagt

    Liebe Frau Karin,

    So ein schöner Bericht, mit soviele Fotos (von Alle drei)dank
    gequältes Knie…Weiß ich doch selber wie weh das tut!
    Vieles ist unverständlich: Feldabfackeln und dann Zuckerrohr ernten?

    Danke für die Kwaibrücke -Bilder; mein Kusin Gerard war als Kriegsgefangene in Birma und arbeitete da an dem Eisenbahnprojekt-ist aber heile zurückgekommen.
    Wünsche gute Besserung und herrliche entspannende Tage !
    Reingard Schr.

    • Karin sagt

      Ja, das mit dem Abfackeln ist uns auch unverständlich. Unsere Idee dazu: Die Zuckerrohrfelder sind praktisch ein über 3m hoher geschlossener Pflanzenwald ohne Durchkommen. Die unteren 2m bestehen aus vertrockneten harten und scharfkantigen Blättern. 1. diese vertrockneten Blätter werden abgebrannt und dann hat man Platz, um die Stengel abzuhacken, 2. durch das Abbrennen vertreibt man Schlangen und anderes gefährliches Getier aus dem Feld. Bei Vollerntemaschinen- einmal gesehen- wird nichts vorher abgebrannt.
      Vielen Dank für die Besserungswünsche
      Karin

  3. Rainer Lademann sagt

    Tolle Bilder – Dir Karin gute Besserung (sollte Dein Knie schon den Besuch im Shoppingcenter antizipiert haben, weißt Du ja, was zu tun ist -weniger shoppen, mehr essen.
    LG, auch an Fritz
    Rainer

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