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Fast wie im Mittelgebirge- nur anders!

Etwas überraschend, es geht erstmal abwärts! Am Ende sind wir mitten in Nepal nur noch 275 m hoch! Wir folgen einem Fluss und wie immer bei Flussradwegen geht es fleißig rauf und runter. Teilweise sehr schluchtig, dann wieder weitet sich das Flusstal in Biegungen mit richtigen Sandstränden. Der Verkehr wird, je näher wir Kathmandu kommen, heftiger; vorrangig größere und kleinere Busse und Mopeds.


Seit Wochen schon begleitet uns die Reisernte, im Grunde seit unserer Ankunft in Goa. Die Ernte- und Dreschmethoden sind regional und je nach wirtschaftlicher Ausstattung unterschiedlich.

Hier sehen wir meistens eine Variante: Mit der Handsichel wird der Reis geschnitten, dann zum Trocknen in Bahnen auf dem Feld ausgelegt.

Anschließend wird er zu handlichen Bündeln zusammengebunden, auf einen Platz –oft auf ein abgeerntetes Feld- getragen und aufgestapelt. Und nun wird per Hand gedroschen. Eine große Plane wird ausgebreitet, in der Mitte liegen ein paar richtig große Feldsteine und dann geht’s los. Meistens Männer, aber auch Jungen und Frauen, nehmen ein Bündel in die Hand und schlagen mit weit ausholendem Schwung das Reisbündel auf die Steine. Vier- fünfmal, dann scheint die Rispe leer zu sein, denn das Reisstroh wird zur Seite gelegt und das nächste genommen. So beginnen sie frühmorgens und das geht bis abends.

Der Reis wird grob von der Spreu getrennt- durch Wedeln mit großen flachen Bast- oder Bambustellern, dann in Säcke gefüllt und weggetragen, natürlich auf dem Rücken mit den Tragegurten um die Stirn. Das ist wirklich schwere Arbeit. Das Reisstroh wird ebenfalls in großen Bündeln nach Hause getragen, manchmal auch in Mieten gelagert. Diese Mieten sehen übrigens je nach Region ganz unterschiedlich aus. Ihr merkt, meine „agrarische“ Vergangenheit lässt mich nicht los.
Unterwegs haben wir leider feststellen müssen, dass die Nepali auch keine besseren Menschen sind. Müllabladeplätze direkt die Böschung zum traumhaften Fluss runter, das ist auch Nepal.

Und wir konnten uns eine Frage beantworten, nämlich, was passiert mit den toten Kühen? Auch wenn sie nicht geschlachtet werden, das ist auch in Nepal verboten, sterben sie ja. Und nun wissen wir es (mit Nachschlagen bei wikipedia und Fragen): Tote Kühe werden von Menschen der niedrigen Kaste abgeholt, gehäutet –(das Leder ist nicht heilig) und ausgebeint- teilweise essen sie auch Rindfleisch- und dann an besonderen Plätzen (zB. Müllabladestellen) ausgelegt für die Geier.

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