Alle Artikel in: Tagebuch

Belize-City bis El Remate

In Belize City lernten wir im Restaurant den Dub-poet Grandmaster of Belize, Leroy Young kennen. Eine beeindruckende Persönlichkeit, der uns seine Lebensgeschichte in Kurzform und ein paar Beispiele seiner Dichtkunst schenkte. Ist einiges im Internet zu finden über ihn. Unterwegs getroffen: Eine junge Frau mit 12 Wochen altem Baby, arbeitet mit ihrer Mutter im Restaurant, und eine Frau im Rollstuhl vor einem Supermarkt, wo sie immer sitzt, um unter Leuten zu sein und weil sie ab und zu etwas Essen oder Geld bekommt. Vor 5 Jahren Schlaganfall, keinerlei finanzielle staatliche Unterstützung, Kinder und Enkel kümmern sich. Nach längerem Hin und Her hatten wir uns entschieden, den Belize Zoo doch zu besuchen. Obwohl wir keine Zooliebhaber sind. Aber es hieß, es würden dort ausschließlich einheimische Tiere gehalten und dazu nur Tiere, die aus verschiedenen Gründen in der Wildnis nicht überlebensfähig seien. Verletzt, als Haustiere missbraucht und von dort befreit, als Jungtiere Mutter verloren. Und ich muss sagen, es war ein tolles Erlebnis. Der Zoo liegt an der Landstraße im Nichts, bzw. im Dschungel. Die Gehege sowie …

Trauminsel Cay Caulker

Wir haben die Tage auf der Insel sehr genossen. Geruhsame, entspannte Aktivität überall. Das Wetter war nicht ganz so entspannt, aber mit einem Dach überm Kopf und bei den Temperaturen ist es ok. Was uns gefallen hat: Die Unterkünfte sind sehr individuell gestaltet und scheinen oft in Familienhand zu sein. Es leben auch noch Einheimische hier und deren Häuser sind zwar inzwischen an den Rand der Insel gedrängt und sehen natürlich nicht so schnieke aus, aber irgendwie wirkt es noch wie ein Ganzes. Das Bewusstsein für Müll und begrenzte Ressourcen ist zumindest ein Thema, wenn auch noch nicht wirklich angekommen. Mehrmals fiel tagsüber für ca.30 min der Strom aus. Der Dieselgenerator, der die gesamte Insel mit Strom versorgt, kommt schon öfter an seine Grenzen. Das bedrückt uns schon sehr. Einfach gruselig, dass gerade die einfachen Straßenstände alle mit Styroporschalen und –bechern hantieren. Übrigens wird in ganz Belize Trinkwasser in ¼-Liter Folienbeuteln zum Trinken verkauft. Man reißt eine Ecke ab, nuckelt die Tüte leer und dann- ab in die Landschaft damit. Das Essen hier: Spezialität sind …

Adios Mexico, hello Belize

Glaubt bloß nicht, nur bei Euch rennt die Zeit! Nun ist es schon der 04.01.19, wir sitzen auf der kleinen Karibikinsel Cay Caulker (Belize) und Ihr seht uns immer noch in Tulum beim Weihnachtsrummel. Also will ich Euch mal wieder im Schnelldurchgang mitnehmen. Die letzten Tage in Mexico haben uns nochmal eine neue Seite gezeigt. Zwischen den Orten ist zwar nichts, dennoch führen links und rechts der Straße unbefestigte Wege zu wunderschönen versteckten Lagunen, kleinen Ortschaften oder Plätzen. Wir fanden ein ganz traumhaftes kleines Eco-Camp-Resort „Siijil Noh Ha“, von Mayas betrieben, an einer Lagune mit Cenote, wo wir fast alleine waren. In Buena Vista, einem kleinen Dorf am Rand der großen Lagune, zelteten wir auf dem Gelände des öffentlichen Bads und trafen auf drei radelnde Österreicher, die ebenfalls auf dem Weg nach Süden sind. Diese Lagune ist einfach fantastisch. Türkisfarbenes klares Wasser, weißer Sandgrund, Mangrovenufer (in denen Krokodile, Schlangen und Manatis leben – keine gesehen). Bacalar, ein laut vieler Traveller und Reiseführer ein „Must“ hat uns erstmal etwas abgenervt, da die angekündigten Campingmöglichkeiten entweder nicht …

Weihnachtsrummel

Was fällt uns in der Vor-Weihnachtszeit so besonderes auf? Erstens, dass bei uns keine rechte Weihnachtsstimmung aufkommt, weil es einfach zu warm ist! Es fehlt das Schmuddelwetter als Anlass für Glühwein und ein richtig schöner Weihnachtsmarkt wie der Wolfsburger, der ja in den letzten Jahren deutlich gewonnen hat. Die hiesigen Weihnachtsmärkte lieben die Imitation von Schnee, aufblasbare Weihnachtsmänner und Schneemänner. Weihnachtsbäume sind üblicherweise aus Kunststoff und mit programmierten Leuchtdiodenketten versehen. Selten gibt es auch natürliche Weihnachtsbäume zu kaufen, die dann allerdings sehr teuer sind. Sehr beliebt sind auch Umzüge mit Autos, geschmückten Mopeds, auf denen dann die ganze Familie Platz findet, womöglich noch verkleidet, und ein Schneemann dazu. Auch die Polizei macht da schon mal mit. Es wird ordentlich Krach gemacht und mit Bonbons und Lutschern geworfen wie am Rosenmontag in Köln. Unbekannt war uns das weihnachtliche Ritual der Piñata, das ursprünglich aus Europa kommen soll, aber von Marco Polo ähnlich auch schon für China beschrieben worden sei. Hier handelt es sich um eine mit Süßigkeiten gefüllte hochhängende Pappmaché-Figur, die Kinder bei verbundenen Augen mit …

Comunidad Zutut´ha – ein ganz anderes Mexiko

Achtung, nun beginnt der Werbeblock! Gerade noch rechtzeitig für noch nicht gefüllte Gutes-Karma-Konten, Tue-Gutes-Vorsätze, Spendenbescheinigungen. Bevor ich über das Projekt schreibe eine kurze Erklärung des Zusammenhangs. 2012 lernten wir Dali, ein Freund unseres Sohnes Julius kennen. Ein junger Mexikaner, der mit seiner Familie 2 Jahre in Wolfsburg lebte. 2016, kurz nach unserer Rückkehr, trafen wir ihn wieder und er erzählte, dass er mit einigen Freunden von Mexiko City nach Sotuta in Yucatan gezogen sei, um dort ein Ökoprojekt im Dschungel zu starten. Und er zeigte faszinierende Fotos von jungen Menschen, die Bäume fällten, Dächer aus Palmblättern bauten, rodeten und pflanzten. Das traf den Ökokommunardennerv in uns und für uns war klar: Wenn wir durch Mexiko radeln, werden wir sie besuchen. Und das taten wir. Sotuta ist eine Kleinstadt ca. 70 km von Merida entfernt. Maya-Land, wie Fritz schon schrieb. Hier hat die Gruppe (Anfangs 18 Leute) durch Fügung oder weil es so sein sollte, im Dschungel, 6 km von der Stadt entfernt, ein Stück Land von ca. 10 ha zur Nutzung bekommen. Es ist Dschungel, …

Mexiko ist ein Käferland

In manchen Städten ist jedes 30. Auto ein Käfer, meist ziemlich heruntergekommen, manchmal liebevoll erhalten und wie aus dem Ei gepellt, oft sehr kreativ umgebaut, aber immer mit dem charakteristisch blubbernden luftgekühlten Boxer im Heck. Diesen typischen Sound erwartet man ja auch bei diesen T2-Bullis. Stimmt bei dem bunt bemalten auch. Beim anderen aber nicht! Der klingt ganz anders. Nach Ende der Käfer-Ära 2003 in Mexiko wurden auch keine Boxer-Motoren mehr gebaut, die ja selbst in im Mexiko Schwierigkeiten mit den Abgasnormen bekamen. Der T2-Bulli wurde in Brasilien aber bis 2013 weiterproduziert, nun aber mit wassergekühlten Polo- oder Passat-Motoren. Weniger als 100 Exemplare sollen davon nach Deutschland gekommen sein. Die dürften wohl ausschließlich mit rotem Nummernschild auf Oldtimer-Treffen zu finden sein, da die zur regelrechten Zulassung als Neuwagen erforderlichen Front-Airbags sich angeblich nicht ins Armaturenbrett integrieren lassen. Äußerlich erkennbar sind sie durch den schwarzen Wasserkühler an der Front und das etwas höhere kastenförmige Dach.

Yucatan ist Maya-Land

Heute sind die Maya eine große Bevölkerungsgruppe auf der Halbinsel Yucatan, die sich durch besondere Traditionen, Kleidung, Kunst und Sprache (von der es viele Dutzend lokale Dialekte geben soll) auszeichnet. Das klassische Maya-Haus besteht aus in den Boden gerammten Stäben, teilweise lehmverputzt, an den kurzen Seiten abgerundet und gedeckt mit Palmblättern. Der Fußboden ist gestampfte Erde, mit einer speziellen Schicht, die bei Hitze gewässert wird zur Kühlung. Über die Halbinsel sind viele Ruinen verteilt, die vor allem aus der Blütezeit der Maya-Kultur von 250-900 nach Chr. stammen sollen, und sich architektonisch und stilistisch von anderen Kulturen, z.B. der der Azteken, unterscheidet. Wir haben uns da einiges erklären lassen und meinen jetzt eine leise Ahnung zu haben; vor allem merken wir, wieviel man nicht weiß: beispielsweise die genaueren Umstände des Niedergangs des Stadtstaaten-Imperiums lange vor Ankunft der Spanier. Die weitaus größte und besterhaltene Stadt ist Chichèn Itzá und die ist im Gegensatz zu den bisher gesehenen touristisch vollkommen überlaufen. Wir waren um kurz nach acht da und hatten es noch recht überschaubar. Selbst die Andenken-Stände wurden …

Ich glaube, ich habe etwas von Mexiko verstanden.

Wir hatten ja schon kurz berichtet, dass uns seit unserer Abfahrt aus Pueblo immer wieder und immer häufiger Radfahrergruppen begegneten, teils mit enormen Paketen auf dem Rücken. Diese bestehen aus in Folie eingewickelten Bilderrahmen, kleinen und großen Figuren der Virgen de Guadalupe. Die Jungs schleppen bis zu 40 kg, manche Statuen sind fast lebensgroß. Bei den ersten zwei dachten wir noch, sie wollten sie irgendwo verkaufen. Schnell wurde uns klar, dass es Pilger sind. Wir fuhren in die gleiche Richtung und meistens überholten wir sie. In der letzten Woche kamen immer mehr Läuferstaffelgruppen dazu. Die Einzeletappen der Läufer und Läuferinnen waren relativ kurz, manche liefen mit Flipflops, manche sogar barfuß. Meistens trugen sie Fackeln. Was uns irritierte, die Radler kamen uns in letzter Zeit auch entgegen. Unsere erste Hypothese, die Leute radeln von Ciudad Mexico in ihre Heimatstadt, war damit hinfällig. Also vielleicht Partnerstädte, Schwestergemeinden etc., denen man damit Geburtstagsgrüße sendet. Oder sie fahren einfach Rundkurse durch z.B. Yucatan. Es stellte sich eine besondere Stimmung auf der Straße ein. Ihr kennt das vom 1.Mai oder …

Villahermosa bis Campeche

In Villahermosa ging das ja gut los: als wir morgens aufs Rad steigen wollten, hatte ich den ersten Platten der Reise: Da war hinten einer dieser fiesen kleinen Drähte von den Truck-Reifen drin. Da hat selbst Schwalbe-Marathon keine Chance! Die Strecke nach Frontera an die Küste ist flach, feucht, offen. Lange fährt man an einem Biosphärenreservat entlang. Bei Frontera erreicht man die Küste. Die Straße führt nun bis Campeche an der Küste entlang. Links der Strand, mal vermüllt durch angeschwemmtes Plastik, mal blütensauber, mal privat-abgezäunt, mal frei zugänglich und zum Bad einladend. Rechts Lagunen mit Mangroven, die geradezu nach Krokodil riechen. Viele Seevögel schwimmend, fliegend oder plattgefahren auf der Straße. Eine kilometerlange Brücke, die bei Seitenwind etwas unangenehm war, führt nach Ciudad del Carmen, eine eigentlich unspektakuläre Stadt. Attraktiv in den Küstenstädten ist natürlich das Essen: Seafood. Interessant ist Campeche, mit einer weitgehend erhaltenen Stadtmauer, die gegen Piratenüberfälle gebaut worden war. Aber als sie vor 150 Jahren fertig war, hatte sich das Piraten-Problem erledigt. Auch die koloniale Altstadt innerhalb der Mauern ist bestens erhalten bzw. …

Vorweihnachtszeit

Die Adventszeit hat uns ja nicht nur einen fast autofreien Sonntag beschert sondern auch Adventspäckchen unseres Freundes Michael E.! Da haben wir am Sonntag das erste geöffnet. Der Inhalt hatte nun in den letzten 3 Monaten unter erhöhtem Umgebungsdruck Temperaturen zwischen 45° und nahe dem Gefrierpunkt durchgestanden, war schön verbacken aber schmeckte immer noch wunderbar nach Weingummi. Danke, Michael!!!!! Bei uns kommt in diesem Klima trotz des Päckchens keine rechte Weihnachtsstimmung auf. In Läden und Restaurants werden die bekannten Weihnachtslieder abgespielt, z.B. “Leise rieselt der Schnee“ bei 27°. Auch werden Schneemänner, Weihnachtsmänner mit Elch und schneebedeckte Häuser immer wieder gern gesehen. Krippen jeder Größe sind zu haben, wobei meistens das Christkind fehlt; ist ja auch logisch, wird ja erst am 24. geboren! Allerdings ist die Maria auch nie hochschwanger. Eine Kaufhauskette wünscht „Süße Weihnacht“; Mexiko hat ja durchaus ein heftiges Übergewichts- und Diabetes-Problem. Es ist ganz unglaublich, was so an Süßkram verkauft und verzehrt wird! Weihnachten wird wohl auch nicht immer so ganz ernst genommen: Über das Theater-Plakat, besonders die Magdalena, mussten wir doch herzlich …

Von Catemaco nach Villahermosa

Catemaco ist oben, Acayucan ist unten, also geht’s bergab. Dachten wir so. Stimmt aber nicht ganz. Zwischendurch gibt es da wirklich eine wunderbare Abfahrt von 15 km, aber erst mal muss man ja aus dem Krater raus. Und nach der Abfahrt war es nicht platt wie wir erwartet hatten, sondern geradeaus und hügelig, auf und ab und auf und ab und auf … Danach haben wir dann einfach die Autopista genommen, die mexikanische Variante der Autobahn, aber vom Ausbaugrad doch nicht ganz vergleichbar. Am ersten Tag war das so ziemlich das fieseste, was wir an Straße erlebt haben: Baustelle an Baustelle, kilometerlange sehr schmale einspurige Führung, oft unbefestigt, heftiger LKW-Verkehr. Oft hatten wir zwischen Truck und Packtasche kaum 30 cm Luft. Hört sich gefährlich an und war es auch, es gab aber keine Alternative. Man hätte das filmen sollen; wir hatten aber anderes zu tun. Am nächsten Tag, dem 1. Advent, war die Autobahn in perfektem Zustand, kein Verkehr, meist hatten wir die ganze Straße für uns alleine, Rückenwind, Landschaft pott-eben. Und so blieb das …

Tlacotalpan

ist eine  hübsche Kleinstadt am Rio Papaloalpan. 1788 ist sie mal abgebrannt und danach aus Stein im Kolonialstil wiederaufgebaut worden. Seitdem sind kaum Gebäude dazugekommen, so dass der Zustand seit fast 150 Jahren erhalten ist und zum Weltkulturerbe zählt. Zwar hat es da vor einigen Jahren eine heftige Überschwemmung gegeben, aber die Schäden sind (mit Hilfe von UNESCO-Geldern) überraschend schnell wieder restauriert worden. Überraschend ist, dass so wenig Touristen da sind. Wir haben beschlossen, die lokale Wirtschaft im besten Hotel des Ortes zu unterstützen. (Wir können auch anders. Aber so können wir auch!) Nachmittags hat uns Victor angesprochen. Der arbeitet bei der Stadt- er hat den Job seiner verstorbenen Mutter geerbt! Der machte uns mit seinem Freund Allan aus Washington DC bekannt und wir hatten einen ganz wunderbaren Abend! Allein hätten wir die Bar keinesfalls gefunden. Weiter ging’s nach Catemacu. Die ganze Gegend ist ja an sich dschungelhaft-der nördlichste Regenwald des amerikanischen Kontinents, warm und mindestens 70% Feuchte. Dementsprechend reichlich phantastische Pflanzen und haufenweise größerer und kleinerer Tiere, die man meist aber nicht sieht, sondern …

Flach und windig

Cordoba wurde in unserem Reiseführer für seinen Zocalo gerühmt. Und wir können das bestätigen. Ein schön gestalteter Platz mit vielen Parkbänken, die abends alle belegt sind. Man lustwandelt mit Familie oder dem/r Liebsten, hört den Straßenmusikern zu, die auf dem Platz oder vor den Restaurants rings um den Platz unter den Säulenarkaden spielen. Und natürlich werden Snacks, Süßigkeiten und Spielzeug verkauft. Während wir morgens unser kleines desayuno americano incluyo frühstücken, findet draußen ein 5-KM-Lauf statt. Das Motto: Keine Gewalt gegen Kinder. Wir fahren nach polizeilicher Empfehlung die autopista. Den ganzen Tag Zuckerrohr- oder Zitrusplantagen. Abends an einem Straßenrestaurant auf dem Hof gezeltet. Auf der App iOverlander ist das Restaurant als mögliche Zeltübernachtung beschrieben und die Leute reagierten auch völlig bereitwillig auf unsere Frage. Was uns berührt hat, waren die Hunde auf dem Gelände. Mehrere halb verhungerte Rüden waren weit voneinander entfernt angekettet und zumindest während unserer Anwesenheit wurden sie nicht versorgt. Sie wirkten wie gebrochene Seelen. Wir gaben ihnen, ganz gegen unsere Art, ein paar unserer letzten Kekse, was sie völlig aus dem Häuschen brachte. …

Über die Berge nach Cordoba

Die erste Etappe war heftig und lang. Beim Rausfahren aus Puebla (außerhalb des centro historico übrigens ziemlich autogerecht wie uns scheint) wurde Fritz von einem Polizisten am Straßenrand spontan mit Hand an die Mütze gegrüßt, fast könnte man sagen: er hat salutiert. Positive spontane Reaktionen, neugieriges Fragen Woher und Wohin erleben wir hier täglich. Die Landschaft ist einfach schön, auch wenn es anstrengend ist sie zu erstrampeln. Wir fahren teilweise auf der autopista cuota; das ist üblicherweise erlaubt und an den Zahlstellen werden wir freundlich durchgewunken. Endlich die ersten echten Cowboys gesehen! Abends in einem kleinen Truckstophotel für 200 Pesos untergekommen. Der große Wachhund war auf das Flachdach gesperrt und passte ziemlich gut auf, wer die Treppe in die Zimmer hoch- und runterging. Beim Erstenmal dachte ich, er springt mir gleich auf den Kopf. In den Dörfern laufen uns häufiger kleinere aber auch größere Hunde bellend hinterher. Bisher ist unsere Strategie, langsam weiterfahren und beruhigend zureden, immer aufgegangen. Irgendwann drehen sie ab. Vor der Asienreise hätte ich bei solchen Situationen Panikattacken bekommen. Orizaba hat uns …

Es wird heiß und feucht in Richtung Golf von Mexiko

Puh! Heute ist der 4.12. und wir sind gestern in Villahermosa in Tabasco angekommen. 11 Tage ohne Pause geradelt! Jetzt gönnen wir uns zwei Tage in einem Hotel zum Erholen und Berichte schreiben, mails etc… Es soll heute und morgen gewittern und regnen. Da können wir ein schönes Zimmer mit Frühstücksbuffet!!! auch so richtig ausnutzen! Hat uns etwas Überwindung gekostet, denn der Preis ist mit ca. 45 €/Nacht SEHR stolz. Aber was soll´s. Das Hotel vorgestern für ca. 14 € war zwar auch völlig ok, mit sauberen Handtüchern und Bettbezug, Toilettenpapier und AC; klaro WiFi. Die kleinen Nachteile: Der Duschkopf spritzte eher an die Decke, wie häufig fehlte eine Toilettenbrille, die Klimaanlage war eher eine Geräusch- statt einer Kühlanlage. Apropos Geräuschkulisse: Da wir bevorzugt zentral nächtigen wollen, um abends ein wenig über den Zocalo (zentraler Platz mit Bänken, Ständen und vielen Menschen) zu schlendern, ist es auch meist ziemlich laut. Dafür gibt es ja Ohrstöpsel. Übrigens glaubt ihr nicht, wie schnell sich eine dicke Kakerlake auf einem Schuh in Luft auflösen kann, wenn sie sich …

No viajamos a Oaxaca

Das muss jetzt mal gesagt werden: wir fahren NICHT nach Oaxaca. Obwohl wir das eigentlich als wichtiges Ziel auf dem Plan hatten und zudem eine sehr interessante Einladung. Dann haben wir aber noch mal die Höhenmeter gegoogelt und kalte Füße bekommen. Rein geht’s ja noch, 2.300 Hm auf 80 km; raus aus dem Tal sind das aber fast 8.000 Hm auf 170 km, ohne sichere Übernachtungsmöglichkeiten (wild zelten kommt für uns in dieser Gegend aus Sicherheitsgründen nicht in Frage). Und nicht auf Meereshöhe sondern auf 2.500 m-mit entsprechen dünner Luft. Wir haben uns das dann schmerzhaft aus der Seele geschnitten. Stattdessen sind wir Richtung Cordoba aufgebrochen. Das Navi hat uns allerdings genarrt und durch einen Kartenfehler nicht gleich auf die Carretera (so eine Art Bundesstraße) sondern auf 3-klassigen Straßen durch die Berge gelotst. Sehr idyllisch, aber es ging auf und ab meist mit 10% und so hatten wir nach 25 km schon 700  Hm. In einem der viele Orte, die Santa Cruz heißen, war der Straßenbelag dann ganz zuende, weswegen wir dann umgekehrt sind. Am …

Ciudad Mexico 2

Ein kurzer Exkurs muss sein: Die Placa de Tres Culturas (Bild oben) liegt im Universitätsviertel und heißt so, weil hier Ruinen von Pyramiden der Ureinwohner(im Mittelfeld zu ahnen), eine Kathedrale der spanischen Eroberer und neuzeitliche Plattenbauten eng beieinander stehen. Hier fand 1968 ein Massaker statt. Es gab Demonstrationen wie überall auf der Welt. Und das Militär postierte auf den Gebäuden rings um den Platz Scharfschützen, die auf Polizisten schossen. Da diese dachten, die Schüsse kämen aus der Menge, eröffneten sie das Feuer auf die Demonstranten. Weit über 100 Tote war das Ergebnis. Erst vor wenigen Jahren wurde das Ganze untersucht und aufgeklärt. Ein Kommentar erübrigt sich wohl. Die Jungfrau von Guadelupe ist  die  mexikanische Nationalheilige. Im 16. Jahrhundert sei –so die Sage- einem Indio mehrfach die Muttergottes erschienen und schließlich war auf seinem Poncho eben das Bildnis der Jungfrau, die ihm mitten im Winter bunte Blumen darauf gestreut habe. Dieses Bildnis, das den zuständigen Bischof nach anfängliche Skepsis überzeugte, enthält viele mythologische Elemente der Urbevölkerung (Sonne, Mond, Fruchtbarkeit…). Am Ort dieses Wunders wurde eine Kapelle …

Ciudad Mexico

Hatten wir schon geschrieben, dass die Busfahrt die bisher längste unseres Lebens war? 14 Std. ohne eine Pause! Die Sitze waren zwar bequem fast zu Liegesitzen zurückzustellen, leider irgendwie nicht für meine Körpergröße gemacht. Oder ich war zu blöd dazu, mich richtig zu positionieren. Auf jeden Fall rutschte ich dauernd nach unten. Na ja, es gibt Schlimmeres. Wir fuhren  über Nacht, so dass wir nicht all zuviel von der Landschaft sehen konnten. Außerdem regnete es tatsächlich und es war richtig kalt. Zuerst wegen der Klimaanlage, dann wegen der Außentemperatur. Als wir im Busbahnhof ankamen, übernächtigt und frierend, schlüpften wir als Erstes in die Regenklamotten. Die 8 km Fahrt zum Hostel ließ wie immer bei der ersten Fahrt durch eine Megacity unseren Adrenalinspiegel steigen. Aber wir kamen gut klar und fanden unser Hostel in der Altstadt dank Fritzens GPS-Orientierung problemlos. Wir blieben drei Tage, latschten vorrangig durch die historische Altstadt, besichtigten ausführlich die alte Tempelruine templo mayor  und das dazugehörige Museum sowie die Kathedrale. Außerdem leisteten wir uns einen richtigen Tagesausflug mit dem Touribus zu den …

Mazatlan Nachschlag

Wir sind inzwischen in Puebla angekommen. Aber wir wollen der Reihe nach berichten. Deshalb noch ein paar Fotos aus Mazatlan. Welche Bedeutung Essen für uns hat, ist Euch bestimmt schon aufgefallen. Deshalb haben wir eine kleine Fotoserie speziell von einer Spezialität in den Strandrestaurants von Mazatlan gemacht. Über Holzkohle gegrillter Fisch. Der wird nur am Stück gegrillt. Deshalb hat uns ein Kellner in einem Restaurant tatsächlich keinen verkauft, da er meinte, die Fische seien alle zu groß für zwei Personen. Etwas angesäuert sind wir abgezogen. Gottseidank gab´s aber ein paar Meter weiter einen Stand, der die passende Größe hatte. Zuerst erschien er uns selbst zu groß, aber wir haben ihn dennoch genommen und ihn tatsächlich auch weggespachtelt. Hier die Fotos dazu: Abends war auf dem historischen zentralen Platz wie überall einiges los. Wir wurden dreimal von jungen Frauen angesprochen, die um ein Interview auf Englisch baten. Sie waren Studentinnen und sie mussten als Praxisübung etliche 15-minütige schriftlich und fotografisch belegte Interviews führen. Anscheinend wirkten wir erstens englischsprachig und zweitens wohl auch vertrauenswürdig. Bei der dritten …

Wir sind auf dem Festland

Das Beitragsfoto ist für unseren Leuchtturmfreund Michael. Am letzten Tag in La Paz wollten wir ins Walmuseum gehen. Leider ist es umgezogen und die Website nicht aktuell. Auf der Suche wurden wir plötzlich aus einem Auto heraus auf Deutsch angesprochen- von einer flotten 84jährigen, die seit über 50 Jahren in Mexiko lebt. Der kleine Plausch war sehr anregend und sie bestätigte, dass das privat getragene Museum leider aus Geldmangel geschlossen wurde. Also hatten wir auf einmal zwei Stunden „freie“ Zeit. Ist doch merkwürdig, dass wir das so empfunden hatten, obwohl wir ja überhaupt keinen Zeitdruck hatten. Wir radelten gemütlich gen Fährhafen, der ca. 23 km außerhalb der Stadt liegt und wollten auf dem Weg noch einen Strandtag bzw. –nacht einlegen. Und das taten wir auch. Eine idyllische kleine Bucht mit einem kleinen Strandrestaurant, das abends schloss und wir, gut bewacht von Nachtwächter und Hund, einen wunderbaren letzten Abend mit Sternenhimmel und dröhnenden Trucks im Rücken (nachts wurden es weniger) verbrachten. Die Bucht war tagsüber ganz gut besucht, u.a. von einer deutschen Familie auf Mexikourlaub, von …