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Amalfiküste und Cilento

Diese Steilküste mit winzigen Buchten, in denen die kleinen Städtchen mehr über-als nebeneinander zusammengestaucht liegen, wird von einer Küstenstraße begleitet. Wir hatten gehörig Respekt vor ihr, eng, kurvenreich, auf und ab, viel Verkehr. Aber es war insgesamt viel angenehmer zu fahren als gedacht. Außer am Sonntag, als die Motorradfahrer in üblicher Weise nervten, war der Verkehr überschaubar. Für Wohnmobile ist die Straße gesperrt; Das ist sicher sehr hilfreich. Die karstige Landschaft erinnert ein bisschen an Kroatien oder die Pyränaen, allerdings kleinflächiger, besiedelter und vor allem überall die Zitronenterrassen. Zum Teil sind sie mit dunklen Netzen abgedeckt, sodass die leuchtenden Zitronen an den Bäumen farblich selten hervorstechen. Eine wirklich beeindruckende Landschaft. Wir hätten sie bei besserer Gesundheitslage sicher noch viel mehr würdigen können.

Unsere Tagesetappen sind Minietappen. Wir schleichen langsam, brauchen viele Stehpausen, es ist ein Jammer. Die Hustenattacken sind mal bei Fritz, mal bei mir schlimmer. Nachts sind wir eine Zumutung für alle Nachbarn, für uns selbst allerdings auch. So etwas haben wir noch nie erlebt. Wenn wir nachts husten, bellen die Hunde im Dorf.

Und so nächtigen wir nach wie vor in Hotels oder Pensionen. Selten auf Campingplätzen, denn die sind immer noch meistens im Winterschlaf bzw. beim Frühjahrsputz. Überall wird gewerkelt, gebaut, renoviert. Nicht nur die Campingplätze, auch die Hotels werden fit für die Saison gemacht.

In Positano, am nördlichen Ende der Amalfiküste haben wir ein Zimmer in einem Hotel gehabt, das zwar wunderschön gelegen war, allerdings nur über Treppen erreichbar, es waren bestimmt über 100!! Die Räder mussten wir oberhalb auf einem bewachten Parkplatz (davon gibt es hier überall welche) abstellen und die notwendigen Sachen dann schleppen. Zum Essen ging´s dann wieder hinauf.

Am folgenden Abend war unser Hotel an der Straße. Wir waren die einzigen Gäste, es wurde renoviert. Die Räder durften in die Rezeption zwischen Wäschebergen, Tischen voller Aktenstapel, Baumaterial etc. Das Zimmer war mit kleinem Balkon, wie fast immer hier und wir hatten Anteil am Straßenleben. Die Preise in den Restaurants sind gediegen und so verpflegten wir uns auch mal auf dem Balkon mit kalter Küche.

In Salerno, das südliche Ende der Amalfiküste gab´s endlich mal einen geöffneten Campingplatz. Dort musste es nun ein Limoncello-Spitz sein, denn schließlich kommt die Zitrone für den Limoncello von hier.

 

 

 

 

Cilento

Ab hier ging´s ins Landesinnere, dem Cilento. Zuerst waren wir sauer, weil wir nicht auf der Schnellstraße fahren durften, sondern die alte SS18 fahren mussten. Allerdings ist die einfach wunderbar zu fahren, schlängelt sich relativ sanft auf und abschwingend durch die Landschaft und die Dörfer; könnte einfach ein Genuss sein – wenn wir denn in normaler Leistungslage wären. Sind wir aber immer noch nicht. Mit 40 km und 700 Hm sind wir schwer an der Grenze.

In unserer letzten Unterkunft, einem kleinen Ort Massicelle (leider sehr weit unten und wir mussten nachher wieder hoch!) wurden wir sehr liebevoll aufgenommen und angesichts unserer verrotzten Gesichter mit einem Tee mit Honig beglückt. Am nächsten Tag bei der Verabschiedung wollte die gute Laura uns nicht fahren lassen, sondern uns erst abhören!! Sie ist Kinderärztin, mit ihrer Praxis direkt im Nebenhaus (von außen nicht erkennbar). Mit ernstem Blick schrieb sie uns ein Rezept aus, das wir in Sapri, dem nächsten Zielort, problemlos einlösen konnten.

Nun sind wir wieder am Meer und haben endlich beschlossen, uns etwas auszukurieren. Ein nettes Hotel an der Strandpromenade, Infrastruktur ringsum ist ok, Waschtag ist schon erledigt. Nun gönnen wir uns ein paar Tage Ruhe, setzten uns dann in den Zug und fahren ein Stück weiter nach Süden.  So war es zwar nicht geplant, aber wir haben mal wieder etwas gelernt.

Unser Blick war nicht ganz getrübt, deshalb hier noch ein paar Fundsachen:

 

 

 

 

1 Kommentare

  1. Axel Kuba sagt

    Auch das scheint selbst für sehr erfahrene Weltradler wie euch ein Lernerfolg zu sein: wenn es nicht weiter geht – auskurieren!
    Ich wünsche euch gute und vollständige Besserung!
    Dann macht es auch wieder mehr Spaß.
    Ich danke euch, dass ihr trotz der Handicaps – äußere Bedingungen plus Erkältung – so beeindruckende Berichte und Fotos macht.
    Ich drücke alle Daumen!
    Axel

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