Auf dem Beitragsbild seht Ihr die Party von Krankenhausclowns, alle mit roten Nasen, die mit viel Spaß wahrscheinlich den bestandenen Kurs gefeiert haben. Das war ein besonderer Übernachtungsplatz. Eine private kleine Gartenanlage mit Parzellen und einem sozialen und kulturellem Anspruch. Sie bieten dort auch verschiedene Workshops an, der Gemeinschaftsbereich ist groß und es gibt Platz für Camper. Wir fühlten uns sehr wohl. Leider kam in der Nacht der angekündigte Starkwind – wir waren mal wieder froh über unser robustes standfestes Zelt. Morgens überlegten wir lange, ob wir überhaupt radeln sollten. Der Wind kam zwar von hinten, aber mit bis zu 80 km/h und sehr böig. Wir probierten es aus und es ging. In den Städten war es sehr anstrengend, da man an Kreuzungen nie wusste, aus welcher Richtung der Wind reinschießt. Mehrfach hätte er uns um ein Haar einfach in ein Auto reingeschoben. Aber wir haben es überstanden und sind in Barletta in einem wieder mal besonderen Ort untergekommen. Direkt gegenüber der ältesten Kirche in einem der ältesten Gebäude – aus dem 17 Jh und früher ein Kloster gewesen. Von außen wirkt es leerstehend und fast baufällig. Kommt man durch das Holztor – Innenhof mit verschiedenen Eingängen und weiteren Gebäuden. Große alte Marmortreppen mit bröselnden Wänden bis ins zweite Geschoss und hinter der Wohnungstür – Plopp – modernelegante Marmorfliesen, Zimmer gut eingerichtet, Bad vom Feinsten. Immer wieder spannend, diese Unterkünfte.
Doch kurz zurück zu den letzten Tagen. In Brindisi eine Fischtreppe in voller Aktion gesehen, davor in einem kleinen Ort einen gehäkelten Weihnachtsbaum vom Feinsten. Mit Meeresflora und -fauna individuell gestaltet. Eine echte Inspiration!
Super auch die konsequente Beschilderung des Radweges an privaten Ausfahrten!
Fast hätten wir eine Wolfsbegegnung gehabt! – Naja, theoretisch. In dem Naturpark gibt es welche.
Olivenbäume gehören ja zum täglichen Bild in Italien. Besonders beeindruckend war die Gegend vor Ostuni. Dort wachsen bis zu 1000jährige Olivenbäume – nicht nur ein oder zwei, sondern ganze Plantagen! Und jeder Baum eine ausdrucksstarke Persönlichkeit. Wir haben auf einer Olivenplantage mit Zelt-Camperplatz übernachtet, Biobetrieb, auch sehr zu empfehlen!
Und dann gings wieder etwas AUFFI. Ins Trulli-Land. Mal ganz verfallen, mal restauriert oder auch ganz neu gebaut mit mehreren miteinander verbundenen Trullis (der Trend geht zur Mehrraumwohnung) stehen sie überall rum. Sie bieten mit den dicken Mauern und kleinen Fenstern Schutz vor der Sommerhitze und sind als Kleinraumwohnung leicht mit dem offenen Kamin zu heizen. – Die modernen haben sicher noch weitere Möglichkeiten, oder werden, wie üblich, nur als Sommerhaus genutzt.
Das diesbezüglich touristische Highlight ist natürlich Alberobello. Ein Bummel mit dem unvermeidlichen Aperol war auch schon wieder ausreichend für uns. Eine Schweizerin, die wir trafen, meine, es sei das reinste Disney-Land.
Auf dem Weg zurück zur Küste kreuzten wir ein weiteres Touri-Highlight: Castellana Grotte. Ja, die Führungen gehen stündlich durch, ja, im Sommer sicher ein Graus, und ja, es ist wirklich sehr beeindruckend. Man geht ca. 3 km teils enge teils rutschige Wege durch fantastische Tropfsteinlandschaften, mal schlammig grau, dann schwarz kristallin, doch oft blendend weiß oder sogar durchscheinend.
Sogar den Zieleinlauf eines Radrennens U23 mit ca. 100 TN erlebten wir mit. Die Straße war gesperrt und so gönnten wir uns ein Eis und feuerten die Radler an.
Seit vorgestern hören wir in den Städten wieder ein „ziemlich unmelodisches Kreischen“ (Zitat Fritz) in der Luft. Die grünen Sittiche sind wieder da! Wir mögen sie ja, frech und immer etwas aufgeregt wirkend.
Nun überlegen wir wieviel Höhenmeter wir uns noch freiwillig zumuten wollen. Der Sporn Italiens mit dem Gargano Nationalpark steht in der Diskussion. Er ist bestimmt wunderbar, wild, hoch, Steilküste mit Stränden … Ursprünglich war eine Umrundung küstennah angedacht. Nun denken wir nochmal drüber nach. Manchmal ist auf Lücke setzen auch eine Möglichkeit.
Wir werden berichten.


Schön, dass ihr wieder in eurem Element seid! A propos geschlossene Campingplätze: wir können das Zelten in Olivenhainen wärmstens empfehlen. Man ist dort ungestört und stört niemanden… Und wenn mal ein Bauer vorbei kam, hat man sich freundlich gegrüßt, und gut. Genießt den Frühling!
Hallo Ihr Zwei,
eine tolle Tour. Vielleicht nehmt ihr einen kleinen Umweg nach Castel del Monte auf euch.
Der Carganico und Vieste lohnen sich unbedingt.
Gute Fahrt und viele Grüße von Andreas
Hallo Andreas,
vielen Dank für diesen Tipp! Dieses spannende Castel del Monte hatte wir tatsächlich nicht auf dem Schirm. Schade, dass wir Deinen Hinweis erst jetzt gelesen haben, wo wir schon so weit weg sind! von Barletta aus hätten wir sicher einen Tagesausflug ohne Gepäck machen können mit 30 km und 550 Höhenmetern, das wären 4 Stunden hin gewesen und 1 1/2 Stunden zurück. Wirklich schade! Tja, vielleicht ein andermal.
Viele Grüße! Fritz
Bella Italia!
Danke für eure immer wieder – und immer noch – interessanten Reiseberichte! Ich könnte wetten, ihr nehmt – zumindest teilweise, falls möglich – die Route durch den Nationalpark. Schon für die zu erwartenden schönen Eindrücke, die ihr euren Zuschauern an den Monjtoren dann bietrn könnt.