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Ob Großstadt oder einsame Heide, wir radeln

In Berlin erwartete uns schon die Villa Strauß mit einem vorbereiteten Zimmer! In Pankow wohnt eine Freundin in einem wunderschönen Haus mit ebensolchem Garten. Da ihr Herz mindestens so groß und offen ist wie ihr Haus, gibt es Platz für junge Menschen aus aller Welt, die hier eine bezahlbare Bleibe finden. Die Atmosphäre erinnert uns etwas an ein familiäres Hostel. Wir genießen die gemeinsame Zeit mit interessanten Gesprächen und treffen uns außerdem in Berlin mit einer weiteren Halbschwester von Fritz. Eine kostbare Begegnung, die alle berührt.

Quer durch Berlin zu radeln hat schon was. Es macht uns vor allem deutlich, wie ungerecht die Verkehrsfläche aufgeteilt ist. Da quetschen sich Radfahrende auf schmalen Radwegen, oft in direkter Nachbarschaft mit Passant*innen, während die Autos zwei breite Spuren zur Verfügung haben, die teilweise nur locker befahren werden. Sicher sind das nur Momentaufnahmen. Wir fahren auch superzügig parallel zur Avus im Wald. Bis auf den Motorenlärm macht es richtig Spaß. Ziel: Potsdam. Diesmal ist wieder meine Familie dran, sogar mit einem kleinen Familientreffen mit Onkel, Tante, meinen Eltern sowie Bruder und Schwägerin. Wunderbar. Es ist Urlaubszeit und deshalb können vier Cousins aus Potsdam mit ihren Familien leider nicht dabei sein. So ist es halt, vielleicht ein andermal.

Fritz ist zwischenzeitlich ein kleiner Fauxpas passiert: beim Löschen eine veralteten Karte im Navi, die sich listigerweise auf die neuen Karte draufgelegt hat, hat er leider versehentlich alle Karten gelöscht. War etwas aufwendig, die wieder aus dem Netz herunterzuladen.

Nun ist wieder Fritz dran. In Trippigleben in der Altmark wartet der Drömlingshof auf uns. Havelland, Mittelmark, Altmark. Zwei Tage durch die Pampa mit unterschiedlichsten Wegequalitäten, u.a. eine völlig marode Holzbrücke über einen Bach (sehr romantisch mit neugierigen Pferden daneben), Brennesselwege zur besseren Durchblutung der Beine, Baustellen und vierhändiges Rampenbugsieren der Räder. Schon überraschend, welche Bandbreite die Angabe “unbefestigter Weg” in Navi oder Fahrradkarte hat! Und wie schedderich ein “befestigter Weg sein kann!

Auf dem Campingplatz Zabakuck (er heißt wirklich so!) erst Badezeit, dann gute Hausmannskost am Strandcafe. Unsere bisher längste Etappe mit knapp 100km haben wir vor allem überstanden, weil wir uns unterwegs in einem Dorfrestaurant eine Riesenportion Bauernfrühstück  einverleibt haben. Und so konnte ich abends sogar noch mit ins Gewächshaus zur Tomatenernte. Zucchini, verschiedenste Tomatensorten, Tomatillos, Minigurken, weiteres Gemüse und Kartoffeln, alles Naturlandqualität. Wirklich zu empfehlen!

Unsere Nordtour führt uns über Wittingen und Hösseringen, wo wir jeweils gute Freunde besuchen, wieder zurück auf Stippvisite nach Wolfsburg. Wir bleiben zwar trocken, aber der Wind ist kein guter Teamkollege. Das wird wohl erstmal so bleiben.

Alles durchwaschen, Familienbesuche, und schon geht’s weiter.

Bisher sind wir ca. 1.700km geradelt, saßen 105 Std im Sattel, und haben auch im flachen Norden 5.600Hm geschafft.

Wir haben ja überwiegend bei Freunden/Verwandten übernachtet und einige Male gezeltet. Irgendwelche Mengenbegrenzungen auf den Campingplätzen gab es nicht. Meist -aber nicht immer- waren einzelne Waschbecken/Duschen/Toiletten verschlossen bzw. abgeklebt. Manchmal hat das Personal penibel auf Masken geachtet (unter Androhung der Rauswurfs), manchmal hat man selbst in geschlossenen Räumen keine Masken gesehen.

 

 

2 Kommentare

  1. Sitze beim Apero in Aigues-Morte, Südfrankreich. Bin bequem mit dem Auto unterwegs. Das mit den Masken ist hier auch so (k)eine Sache. Mir scheint, die Bedchlüsse aus Paris seien in der Schweiz deutlicher angekommen als ausserhalb der Regierungsräumlichkeiten in Paris. Hat einen gewissen Charme un gleichzeitig… Radelt gut weiter und hoffentlich bald etwas südwärts… Bern ist mit dem Fahrrad problemlos zu befahren!!!

  2. Matthias sagt

    Ihr solltet mal ein Buch schreiben. Eure Berichte sind immer sehr interessant und schön zu lesen

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