Kein Wunder, dass so viele Menschen da sind. Und das unter der Woche in der absoluten Nichtsaison! Wir waren ehrlich gesagt etwas überfordert und gestresst. Am zweiten Tag wurde es etwas besser; eine Hop-on-Hop-off Bustour sollte uns erstmal einen Überblick verschaffen, was wir überhaupt sehen wollten, obwohl man gut in Rom mit dem Rad fahren kann.
Lupi auf Besichtigungstour
Dabei liefen wir natürlich dennoch ca. 20 km am Tag und waren abends jedes Mal völlig hinüber. Den langen Weg aus der Stadt zu unserem Hostel haben wir immer unterschätzt.
Beeindruckend war es natürlich trotzdem. Die vielen Plätze mit den Brunnen zum Beispiel.
Als wir das erste Mal auf dem Petersdomplatz waren und ich die Menschenschlangen sah, war ich schon mal bedient und verspürte spontane Fluchtimpulse. Die Komplexität der Online-Ticketbuchung überforderte mich dann auch (Fritz ebenso) und so wollte die rechte Entspannung nicht aufkommen. Der deutsche Friedhof war für uns ein erster Schritt um in eine positive Besichtigungstour-Stimmung zu kommen.
Beim Trevibrunnen fand ich interessant, dass das Kunstwerk vor allem in der Kombination mit der eigenen Person richtig zur Geltung kommt: Selfies allerorten!
Für das Pantheon haben wir nur ca. 20 min angestanden, sozusagen der Einstieg ins Schlangestehen. Und danach fanden wir um die Ecke ein kleines Straßenrestaurant für den ersten Aperol. Das war dort so nett, dass wir uns jeden Spätnachmittag dort einfanden und schon beim zweiten Mal als Stammgäste nett begrüßt wurden.
Das antike Rom, Colosseum, Forum Romanum, Circus Maximus und diverse Ausgrabungsstätten drumherum haben wir uns ohne Ticketmarathon von außen erwandert. Was ein erster Eindruck werden sollte, reichte uns dann angesichts plattgelaufener Füße für unser Kulturbedürfnis. Man muss auch mal auf Lücke setzen.
Das vatikanische Museum sollte es nun sein. Ich habe es geschafft, ein online-Ticket für einen time- Slot zu buchen, ohne Führung mit Audio-Guide. Letzteres hat nicht geklappt, die Tour-App hat sich nicht öffnen lassen. Also haben wir doch den Audio-Guide mit Kopfhörer dazugebucht – eine gute Entscheidung. Das Anstehen trotz Tickets dauerte knappe 30 min. Wir waren früh da (der Anweisung entsprechend) und durften miterleben, wie gut das Schleusen von Touristenmassen organisiert ist. Es ist auf jeden Fall eine Einbahnstraße. Allerdings – in unserem Time Slot ohne Drängeleien. Und so konnten wir uns in Ruhe von den unglaublichen Kunstwerken beeindrucken lassen. Ja, diese uralten Skulpturen fand ich faszinierend, und die Erläuterungen zu den Wand- und Deckengemälden haben meinen Blick dafür sehr bereichert und erweitert. Insbesondere die Sixtinische Kapelle ist (in der keine Fotos gemacht werden dürfen) schwer beeindruckend und ein echtes Highlight.
Nachdem wir schon so geübt im Schlangestehen waren, gönnten wir uns doch noch den Petersdom. Und nach schlappen 45min waren wir drin. Ein Erlebnis. Nach weiteren 45min war es auch genug.
Das Drama passierte am Morgen, als wir endlich losradeln wollten. Ein letztes Lupifoto auf dem Platz des Petersdoms sollte es werden. Ich war schon mit dem Routing zum Elektronikladen beschäftigt. Wir hatten nämlich ein wichtiges Ladekabel am Abend zuvor irgendwo liegengelassen. Fritz machte das Foto und war dann ebenfalls mit dem Garmin zugange, der nicht funktionierte. Und dachte, ich hätte Lupi eingepackt. Aber er war wohl von der Lenkertasche gefallen, von uns beiden unbemerkt. Erst im Elektronikladen fiel uns auf, dass er weg war! Also zurück! Aber alles Suchen war vergeblich. Sicher hat Lupi jetzt ein neues Zuhause in einer Familie gefunden. Wir sind tieftraurig. Hier das letzte Foto von Lupi.
Das letzte Foto von Lupi




Hallo ihr beiden,
wünsche euch viel Spass, tolle Erlebnisse und immer Luft im Schlauch.
Tolle Leistung, grossen Respekt.
LG
Ach Lupi, du hast Karin und Fritz so viele Radtouren begleitet. Hast du keine Lust mehr auf die große, weite Welt? Ok, der Jüngste bist du auch nicht mehr. Rom ist eine tolle Stadt. Dann genieße Rom und vergiss Karin und Fritz nicht.
Pass auf dich.