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erste Etappen

Gestern sind wir nach einem guten Frühstück erst um ca. 10.30 Uhr von unserem Freund Axel losgekommen. Dann ging es 40 km durch eine einzige „Automeile“  (Reparaturen, Handel, Schrott, Versicherungen ….) Richtung Nordwesten. Wir hatten beschlossen, nicht den direkten Weg nach Palmdale zu nehmen, denn das wäre eine ziemlich harte Bergetappe geworden, sondern außen rum zu fahren. Da konnten wir kalifornische Bikelanes ausprobieren- richtig gut! Und auch gleich wieder die amerikanische Freundlichkeit erleben: viermal wurden wir positiv von Leuten angesprochen. Für abends hatten wir einen „Group campround“ im Auge. Allerdings war der wirklich für Gruppen, z.B. Pfadfinder, gedacht. Uns hätte man dann wirklich ausnahmsweise als Minigruppe durchgehen lassen, aber: Gruppe kostet 100 § !!! Da haben wir umdisponiert und sind zu einem See gefahren, an dem man campen könne. Das war auch so; nur sind wir zuerst an der falschen Seite gelandet- ein Park, der nur tagsüber genutzt werden darf. Wir dachten, egal, schöner Platz, alles da, wir bauen in der Dunkelheit auf und fahren früh wieder ab- Pustekuchen. Kaum hatten wir das Zelt aufgebaut, rollte der Sheriff an. Da wir nicht von hier sind, hat er uns nur eine Verwarnung gegeben und wie häufiger erlebt, erklärte er uns, dass auf der anderen Seeseite der Campground läge, und wie wir da hinkämen. Und er wartete mit seinem Scheinwerfer, bis wir alles eingepackt hatten, begleitete uns bis zur Hauptstraße und verabschiedete uns freundlich.

In der Dunkelheit durften wir unser Zelt dann nochmal aufstellen, kochten unser erstes Jambalajamix auf dieser Tour, schlürften unser Bier (geschützt im Dunkeln) und sanken auf die Matten. Fuchs, Coyote und zwei Stinktiere wuselten in der Dämmerung herum.Nachts war es richtig frisch (8°C), aber sobald die Sonne rauskam wurde es wieder warm. Der campground kostete übrigens 20$.

Wir kamen am Dienstag (für uns) früh los, (9.00Uhr)  nur leider verloren wir eine Stunde, weil das Navi uns durch ein Gelände schicken wollte, das nicht wirklich attraktiv war. Rechts und links neben der Straße war ein Stacheldrahtzaun mit dem Hinweis, das sei Gelände eines Gefängnisses und keinesfalls zu betreten (Schusswaffengebrauch), und dann kam ein Tor mit dem Hinweis „Privatgelände, Durchfahrt verboten“ „Herzlich willkommen im Paintballpark“ und außerdem wurde der Belag zum Schotter. – nach 12 km Schotter mit einigen hundert Meter Steigung sollten wir wieder auf eine andere Straße stoßen. Wir waren uns relativ schnell einig, dass wir diese Strecke nicht nehmen. Stattdessen sind wir dann ca. 45 km bergaufgestrampelt, durch eine beeindruckende Landschaft, die uns allerdings bis an den Rand der Erschöpfung brachte. Denn- kein Schatten- harte Sonne- immer weiter bergan. Gnädigerweise hatten wir Rückenwind und Verkehr war kaum vorhanden. Gottseidank hatten wir knapp 8 Liter Wasser dabei. Und wir disponierten wieder um. Statt der geplanten 80 km mit 600 Hm hatten wir 73 km mit knapp 1200 Hm. Und wir waren völlig platt. Ich mehr muskulär, Fritz kreislauftechnisch. Deshalb radelten wir direkt nach Quarzhill rein, stoppten am ersten Fastfoodcenter und nahmen in einem Motel Quartier.

Nette Erlebnisse heute: Eine Radlerin, die die geplante Tour an einer Stelle abgebrochen hatte, nach Hause zurückfuhr, mit Hacke und Feger/Schaufel zurückkam und dort die reifenmordenden Disteln mit ihren Morgensternsamen rauskratzte und auffegte. Für sich, andere Radler und alle Hunde. Eine Frau, die vorüberging, bedankte sich bei der anderen dafür, was sie tat. In dem Fastfoodrestaurant, in dem wir ziemlich erschöpft in den Seilen hingen und uns auffüllten, fanden wir beim Rausgehen in unseren Helmen jeweils einen Dollar! Ich hatte ihn gesehen und mich gewundert, wieso er unsere Helme inspizierte, ein Schwarzer, der mit seiner kleinen Tochter in dem Restaurant etwas gegessen hatte.

 

4 Kommentare

  1. Rainer Lademann sagt

    Mannoman! Wir hoffen, Ihr haltet die Hitze aus. Die Temperaturen scheinen – abgesehen von einem etwas größeren Alterstribut als vor 3 Jahren – belastender als bei der Japantour zu sein.
    LG
    Pia & Rainer

    • Wie das mit den Temperaturen weitergeht, werden wir sehen. Wir werden nun bevorzugt nachts fahren und tagsüber im Schatten liegen, sofern wir welchen finden. Wir werden weiter berichten.

  2. Axel der Kubaner sagt

    Hallo ihr Lieben, auch auf der anderen Seite des großen Teiches kann man Freunde haben, die Axel heißen 🙂
    Ich wünsche euch weitere nette Erlebnisse und so etwas wie Automeile ist vielleicht auch ein Stück US-Identität.
    Ich begleite euch.-)

  3. Astrid Krause sagt

    Liebe Witten‘s
    Erst einmal alle guten Wünsche für die Reise. Ich werde sie wieder gern verfolgen.
    Zu Ihrem Bericht über den Dollar im Helm fällt mir ein passendes, abgewandeltes Sprichwort ein: mehr sein als schein!
    Liebe Grüße
    Astrid Krause

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