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Auf dem Weg in den Glutofen

Im Augenblick sitzen wir wie im amerikanischen Movie an einer Tanke auf den Stühlen im Schatten bei 36°C, schlürfen Cola refill, machen Internet und schauen uns die grandiose Kulisse an. Wir sind in Panamint Springs, nur noch ein Pass trennt uns vom Death Valley. Der hat es allerdings in sich: 1100 Hm auf ca. 15 km. Deshalb (nicht nur aber auch) genehmigen wir uns heute den ersten Pausentag. Leider hat der Wind, der gestern noch unser Freund war, den Ruf nicht gehört und statt zu drehen noch weiter aufgefrischt. Die Wetterapp meint zwar, er würde heute nachmittag ein wenig Einsehen haben, aber wir werden sehen- ändern können wir es eh nicht. Unsere Planung besagt, heute rumhängen, früh hinlegen, um 3.00 Uhr raus, um 4.00 Uhr auf der Piste und dann bis 9.00 Uhr zur Passhöhe. Ich habe gehörigen Respekt davor, da mir der gestrige Tag noch in den Knochen steckt. Er brachte uns zwar ganz berauschende ewige Abfahrten und damit geschenkte Kilometer, aber die langsamen Aufstiege unter der harten Sonne machen mir echt zu schaffen. Turkmenistanerinnerung light. Wir hatten genug Wasser dabei, wenn auch nicht genug kaltes, und wir haben zum erstenmal mein wunderbares Tuch eingesetzt für eine Siesta in der Sierra. Dieses Stündchen von 12.00 bis 13.00 Uhr hat was gebracht. Um 15.00 Uhr war die Wirkung aufgebraucht. Genau richtig erreichten wir dann unser Ziel.  Wir leisteten uns tatsächlich ein Zimmer im Motel (außer der Tanke gibt´s noch ein Restaurant und einen campground- und eben ein kleines Motel mit Holzhütten). Luxuspreis für einen Ventilator, ein Bett und eine Bröseldusche. Heute sind wir auf die andere Straßenseite gezogen- der campground hat ebenfalls eine Dusche, etwas Schatten und kostet statt der 116$ nur 10$.

Gestern abend hatten wir ein nettes Gespräch mit einem Paar aus Pinneberg; unterhielten uns über die schönen Orte auf dieser Welt, die man noch besuchen wollen würde, dem Bewusstsein, dass wir unendlich privilegiert sind, unsere Träume zu verwirklichen… Und heute morgen beim Frühstück trafen wir zwei Männer in einem Terracamper- ein geländegängiger, perfekt ausgerüsteter Campingbus auf T5-Basis. Einer ist für drei Monate unterwegs, der andere begleitet ihn für drei Wochen. Und wieder ein interessantes Gespräch über Lebenswege, Entscheidungen und Optionen. Ach ja, alle vier sind übrigens in den 50igern.

By the way, wenn wir von Amis gefragt werden, wo wir hin wollen und wir antworten Las Vegas through the Death Valley, zollen sie uns Respekt und meinen vielleicht, dass es ein heißer Ritt wird und sie das nicht machen würden- aber keiner sagt, dass es verrückt oder unmöglich sei. Verrückte Leute mit ebensolchen Ideen gab´s und gibt´s hier einfach genug. Zu besichtigen an den vielen Memorialsteinen an der Straße, wo von Ghosttowns, Bahnlinien, und anderen Projekten berichtet wird, visionäre Menschen ihre Lebensträume mehr oder weniger erfüllten.- Übrigens läuft, während ich das schreibe, seit ca. 15 min. das Auto eines Rangers – während er in der Tanke wohl Pause macht. Der Sprit ist hier einfach viel zu billig.

Rückblickend waren die letzten drei Tage intensives Training- so war´s ja auch gedacht. Da wir auch beim Fotos auswählen noch im Training sind, bekommt Ihr erstmal eine volle Ladung zum Einstimmen. Wir geloben Besserung!

2 Kommentare

  1. Henry Parrer sagt

    Mit großem Interesse verfolge ich eure Berichte und wünsche Ihnen gute Erfahrungen, Begegnungen und eine schöne Zeit. Passen Sie auf sich auf. Ich schließe Sie in meine Gebete. Schöne Grüße

  2. Neugebauer Clemens sagt

    Hallo Familie Witten!
    Lese mit großem Interesse die neuen Berichte, wie auch auf den letzten Touren.
    Ich wünsche Ihnen viel Erfolg, viele schöne Eindrücke und uns Daheimgebliebenen schöne Fotos…. 😉
    VG
    Clemens Neugebauer

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