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Polen

Nach dem letzten Tag in Litauen lassen wir die baltischen Staaten hinter uns – wir fanden sie spannend und alle drei eine Reise wert, auch noch gründlicher, als wir das jetzt gemacht haben.

Als erstes fallen uns im Nordosten Polens riesige Autobahnprojekte auf. Die sind größtenteils noch im Bau und auf jeden Fall noch nicht freigegeben. Wir haben uns auf ein fast fertiges Stück draufgemogelt und hatten die Megastraße 15 km für uns allein. Ein Straßenbauingenieur hat uns  murrend weiterfahrenlassen – bis uns ein Security-Mann runtergescheucht hat. Auf dessen Auto stand die web-Adresse seiner Firma: www.hunter.pl. Da wollten wir denn doch nicht diskutieren, zumal er kein Englisch sprach.

Auf dem Bahnhof Elk stehen eine Menge alter Lokomotiven und Anhänger herum, ein Freilichtmuseum. Das mussten wir nun doch mal etwas genauer sehen, aber irgendwie geht unsere Reise jetzt zu ende. Wir sind nicht mehr so aufmerksam und interessiert. Wir waren bisher dreimal per Rad in Polen und es war immer toll. Aber jetzt fühlen wir uns –nach vier Monaten intensivster Erlebnisse- auf der Durchreise: wir wollen nach Hause. Damit werden wir diesem Land sicher nicht gerecht.

Zudem ist das Wetter auch nicht so richtig toll. Kräftiger West- (also Gegen-)Wind, nachts gehen die Temperaturen schon mal auf 1°-2° runter und bei einem vollen Regentag vorgestern hat sich Karin ordentlich erkältet.

Vor 10 Jahren haben wir auf fast jedem Bauernhof den Traktor „Ursus“ (Bär) gesehen, „minor“ (klein) oder „major“ (groß). Heute sind sie Schrott oder einen Erntedank-  Scherz wert.

In ganz Skandinavien und im Baltikum haben wir trotz des vielen Wassers keine Lurche gefunden; hier umso mehr! Und –auch das ist uns früher schon mal aufgefallen- am Straßenrand findet man nicht selten tote Maulwürfe. Wir haben dafür keine Erklärung.

Wir nähern uns schon der Mitte Polens. Wie bisher wechseln wir häufig zwischen größeren „roten“ Straßen, wo uns bald der Verkehr nervt -vor allem auch, weil es nur sehr selten Seitenstreifen oder gar Radwege gibt- und kleinen gelben oder weißen. Da kommt zwar nur alle 10 Minuten ein Auto, aber dafür ist die Qualität denn auch sehr wechselhaft. Heute haben wir einen km durch tiefen Endmoränen-Sand geschoben.

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