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Volles Programm

Nach drei Tagen Las Vegas musste es nun weitergehen. Leider mit etwas Verzögerung. Schwungvoll ging´s vom Hof de Motels- ca. 200 m weit, dann stand Fritz und fummelte an der neuen Kette. Sie sprang immer über. Er ärgerte sich, dass er nach dem Wechsel der Kette keine Proberunde gedreht hatte. Nun – zweimaliges Kürzen brachte keinen Erfolg. Ratlosigkeit. Wir fuhren zurück und nutzten im Motelhof das Internet sowie den Schatten. Nach längerem Hin und Her inclusive Telefonkonferenz mit Fa. Schael war klar; die neue Kette passte nicht zum alten Ritzel. Also schnell die alte Kette vom Schrotthändler nebenan wiedergeholt und aufgezogen- alles bestens!

Telefonkonferenz

Wir kamen erst um ca. 10.30 Uhr los und es folgten 94 km, davon die letzten 50 km mit stetem Anstieg, Regenfront und einem ziemlichen Gegenwind. Doch wir mussten nach Searchlight, dem nächsten Ort. Dazwischen gab es nichts außer Landschaft- wie übrigens meistens in dieser Gegend. D.h. wirklich nichts! Gestrüpp, manchmal kleine Kakteen, harte Gräser, manchmal nur Geröll, Sand, Steine. Und Weite. Irgendwo Zelt aufbauen trauen wir uns nicht wegen der vielen Dornen und Stacheln. Außerdem gibt es überall Unmengen von Glasscherben am Straßenrand. Keine Ahnung wie alt die schon sind, aber es wirkt manchmal wie Bierfetenreste.
Am Ende kamen wir in der Dunkelheit an, völlig alle, fielen in einen Mc Donald- die einzige Nahrungsquelle in dem Ort, telefonierten die Moteloma von ihrem Sofa  und sanken erschöpft in die Betten.

Am nächsten Tag ging es Gottseidank bergab- die ersten 50 km von den 83 km. Übrigens über 30 km Baustelle – das können sie auch. Für uns super, denn eine Spur war abgesperrt, keine gröberen Aktivitäten und wir hatten freie Fahrt.
Zum Verständnis der Infrastruktur: ca. 17 km hinter Searchlight gab es nochmal eine Tankstelle mit Versorgungsmöglichkeit, die wir für ein Kaltgetränk nutzten. Die Bedienung war eine Deutsche, die vor 40 Jahren mit ihren Eltern ausgewandert ist. Ein kleiner Plausch über Lebens- und Arbeitsbedingungen; sie arbeitet 70 Std./Woche zum Mindestlohn von 7 $/Std. Kein Urlaubsanspruch. Aber sie lebt gerne dort, mit ca. 30 anderen Bewohnern, es wäre auf jeden Fall sehr viel günstiger als in Californien.
Dann kam wieder NIX. Erstaunlich viel Verkehr, die snowbirds kommen langsam aus dem Norden mit ihren Riesen RVs; aber auch viel Trucks. In Needles auf einen richtigen Campingplatz! Nachts richtiges Gewitter mit Sturmböen. Die Lady vom Platz freute sich über den Regen. Unsere Freude war gedämpft. Wir sind auf der Route 66! Mit 66 Jahren… Unterwegs trafen wir Theo, einen jungen Radler aus Holland, der in 5 1/2 Wochen die Route 66 abradelt- mit Zugstrecken dazwischen.
Nach 80 km verschiedenartiger Wüstenlandschaften…
Bei der nächsten Versorgungsstation Vidal Junction, eine Kreuzung mit Tankstelle schlugen wir unser Zelt auf. In dem 24/7 Shop durften wir aufs Klo, sie hatten Wasser, Bier, Sandwiches- also wurde es ein netter Abend mit Verkehrsrauschen im Hintergrund und Milchstraße über uns.
Es gibt auch geschenkte Tage. Der Nächste gehörte dazu, inclusive Bad im Colorado. Einziger Schwachpunkt: Wir hatten fest mit einem Radladen gerechnet, denn das Ritzel wartete aufs Wechseln, aber Fehlanzeige.
Dafür ein einfaches Motel mit lauter Klimaanlage und einem Chinesen nebenan, lecker.

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