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Hanoi

In Hanoi haben wir richtig Zeit gehabt wegen des China-Visums. Deswegen sind das auch richtig viele Fotos geworden. In der Neustadt gibt es hier auch einige Hochhäuser, wir sind aber ganz überwiegend in der Altstadt und im Backpacker-Bereich geblieben. Ein besonderes Erlebnis war der Besuch bei Ho Chi Minh. Der hatte zwar den Wunsch ganz ohne großen Aufwand eingeäschert zu werden, liegt aber nun seit 40 Jahren einbalsamiert in seinem Mausoleum und täglich flanieren Tausende an ihm vorbei. Es ist aber tatsächlich so, dass er bis heute höchstes Ansehen beim Volk genießt und “unser Präsident” genannt wird.

Wir sind etwas tempel- und museumsmüde und so haben wir uns, außer auf den Besuch bei “Onkel Ho” auf den Konfuziustempel und das Frauenmuseum beschränkt. Letzteres hat uns schwer beeindruckt. Besonders zwei Dinge: erstens ein Interview mit Straßenhändlerinnen. Sie berichteten, dass ihre Familien (incl. Kinder) in ihren jeweiligen Heimatdörfern lebten. Sie verdienten in der Stadt das Geld, weil die Landwirtschaft nicht genug abwerfe. Die Männer würden zuhause Hof, Vieh und Kinder versorgen, während sie alle 14 Tage mit dem verdienten Geld zu Beusch nach Hause kämen. Dies ginge mehrere Jahre, bis die Kinder groß seien und sie ihnen eine Schulbildung bezahlt hätten. Zweitens fanden wir bemerkenswert, dass es in Vietnam sowohl patriarchalische Ethnien – wie man das so kennt- als auch matriarchalische Ethnien gibt. Dort zieht der Mann in die Familie der Frau, alle freuen sich über ein Mädchen und die jüngste Tochter hat einen besonderen Status.

Der Besuch beim Wasserpuppentheater war trotz Touriattraktion eine wunderbare Sache. Vor allem, weil wir die Szenen aus dem Landleben, die mit den Wasserpuppen dargestellt wurden, tatsächlich schon gesehen hatten. Na ja, die Drachen nicht.

Der öffentliche Raum wird gerne genutzt: zum Parken, zum Sitzen, zum Feiern, Tanzen und Sport. Natürlich auch zum Arbeiten, Schlafen, Kochen, Verkaufen etc. Das wisst Ihr ja schon.

Abends bummelten wir meistens durch die Altstadt/Backpackerszene. Wir hatten schon unsere zwei bevorzugten Straßenkneipen- da gab es günstig gezapftes Bier und Snacks, wie z.B. gekochte oder frittierte Hähnchenfüße. Auf den kleinen Plastikhockern sitzt man dicht an dicht und kann wunderbar Leute begucken, oder auch Kontakte knüpfen. Mindestens zweimal am Abend kommt Bewegung in die Menge. Dann heißt es schnell aufstehen, und dichter an die Hauswand stellen, mit dem Bier in der einen und dem Snackteller (es gibt auch Pommes, gesüßt!  🙂 ) in der anderen Hand. Die hocker werden in Windeseile zusammengestapelt und dann sieht man auch schon den Polizeiwagen näherrollen. Die Polizisten steigen aus, manchmal konfiszieren sie Hockerstapel, stehen ein bißchen rum und rollen dann weiter. Ruck zuck ist alles wieder wie vorher. Ein Spiel, das die Gastwirte bestimmt einiges an Schmiergeld kostet. Wir fanden es natürlich eher amüsant. Bei einer dieser Gelegenheiten lernten wir zwei junge Vietnamesen kennen, ein Urologe und ein Sportreporter. Wir hatten einen sehr interessanten  und bereichernden Abend mit ihnen.

 

 

Überraschung: Eine TV Reportage über den VFL, die wir plötzlich beim Frühstück im Straßencafe im Flatscreen gegenüber flimmern sahen. Ein Artikel über die VW Currywurst in der vietnam news.

 

 

 

2 Kommentare

  1. Simone Loreit sagt

    Beeindruckende Fotos, sehr interessante Berichte. Besser als jeder Reiseführer….
    Gute Reise und eine tolle Zeit weiterhin!
    Wir freuen uns sehr für Sie, dass alles so gut klappt.

    Es grüßen Lisbeth Naumann (zwischenzeitlich 91 Jahre…) und Simone Loreit

  2. Inge Heitland sagt

    Hallo, Weltumradler,
    Es ist immer wieder faszinierend eure Berichte zu lesen. Habt ihr vor, daraus evtl. ein Buch herauszugeben? Ich wünschte, mehr Leute hätten wie ihr den Mut sich eine Auszeit zu nehmen und neue Erkenntnisse zu erfahren. Vielleicht wäre dann eine grössere Toleranz möglich…
    Alles Gute weiterhin und viele liebe Grüsse. Inge

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