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China im Regen

Umso mehr freuen wir uns, wenn der Regen aufhört und wir ein paar Stunden abdampfen können.

Die Landschaft wird zwar immer urbaner, aber zwischendurch gibt es wunderbare Abschnitte, die völlig überraschend wieder sehr ländlich sind.

An einem Tag trafen wir mehrfach auf Drachenboote. Die Galionsfiguren waren sehr eindrucksvoll und die Leute sehr stolz darauf!

 

Die Leute werden immer freundlicher, aber seit wir in der Provinz Zhejinang angekommen sind, ist die Hotelsuche schwierig. Wir finden zwar Hotels, aber erstmalig weisen uns einige ab! Zum Teil bedeuten sie uns, dass sie keine Touristen aufnehmen dürfen. Das wussten wir, hatten aber bisher noch keine entsprechende Erfahrung gemacht. Wir haben den Eindruck, dass es in dieser Region anders ist. Zum Teil scheint es uns auch, dass die Leute an der Rezeption einfach ablehnen, weil es so kompliziert mit unseren Pässen ist. Schon ein paarmal war erst alles klar und der Zimmerpreis schon verhandelt, bis wir unseren Pass zückten. Erschreckte Gesichter und dann die Ablehnung. Am Anfang waren wir ziemlich sauer und haben versucht zu argumentieren – äh, mehr gestikulieren- meistens ohne Erfolg. Inzwischen wissen wir, dass wir spätestens beim dritten Versuch in einem Hotel landen, wo es anders läuft. Da sind die Leute zwar auch ratlos, aber lassen sich drauf ein. Manchmal dauert es eine halbe Stunde, bis wir gemeinsam die notwendigen Daten identifiziert und in deren PC-Programm eingeben konnten. Schwierig ist es klarzumachen, dass wir aus Deutschland kommen. Denn auf dem Pass steht in Deutsch: „Bundesrepublik Deutschland“. In den internationalen Ländermenues findet man aber nur „Germany“. Auch unsere Nationalität heißt: „deutsch“. Dankenswerterweise hat uns jemand in den letzten Tagen das chinesische Wort für „Deutschland“ aufgeschrieben.
Neulich wollten sie in einem Hotel plötzlich unser Gepäck kontrollieren! Das sei eine neue Regel der örtlichen Polizei, meinte ein Mitarbeiter und streckte schon die Hände nach der Packtasche aus. – Wir verweigerten sehr eindeutig die Zustimmung dazu und zogen weiter. Im nächsten Hotel war keine Rede davon, allerdings brachte die engagierte Dame vom Hotel unsere Pässe zur Polizei, bevor sie sich an die Dateneingabe machte.

In Hangzhou machten wir einen Tag Pause: Der „West lake“ sollte ein touristisches Highlight sein; die größte Tidenwelle der Welt rolle mit bis zu 9m Höhe durch und die Stadt habe sich als Fahrradstadt einen Namen gemacht.
Nun denn:
Fahrradstadt – ja. Überall sind Radstationen, eigene breite Fahrspuren, Ampeln, sogar eigene Skyways bei großen Kreuzungen- mit Kreisverkehr!
Der „West-Lake“ ein großer See innerhalb des Stadtgebietes (9 Mio.EW) ist wirklich wunderschön angelegt und ein großes Naherholungsgebiet.

Tja, die Tidenwelle- wenn sie kam, dann haben wir sie um 5 min verpasst. Trotz sportlichem Radelsprint über 9 km im morgendlichen Berufsverkehr. Aber wahrscheinlich war gar nichts- denn es war Neumond im Juni und kein Vollmond im August. Das Frühstück schmeckte danach umso besser.

 

Eine alte TCM-Apotheke mit erstaunlichen Dingen.

 

Markennamensklau mit leichten Veränderungen ist ein beliebtes in Ostasien: da findet man “Hugo Boos”, “Calvin Klien” oder eben “Prosche”. Die Porsche-Filiale in Hangzhou ist übrigens in guter Gesellschaft: dierkt neben Aston Martin, Cadillac , Bentley und anderen Edelmarken. Man achte auf die Elektrotanksäule!

Inzwischen sind wir in Suzhou, der Stadt der alten Gärten, ca. 100 km von Shanghai entfernt. Wir haben jetzt ein paar Tage Zeit, denn unsere Fähre nach Osaka legt am 05.07. ab.
Also ist jetzt erstmal Entschleunigung angesagt.

4 Kommentare

  1. Rainer Lademann sagt

    Wie nett, dass Ihr an meine eine Leidenschaft gedacht habt! Aber das deutet ja auf eine ziemlich fortschrittliche Infrastruktur hin, den Porsche auf schlechten Straßen geht schlecht. Aber beeindruckend ist, dass dort eine Elektroladesäule modernster Prägung aufgestellt ist.
    Ganz liebe Grüße
    Rainer

    • Karin sagt

      Hallo Rainer,
      da fällt mir ein, Jaguar war auch noch in der Nähe.- Die Straßenverhältnisse, die Du ansprichst, waren in den ländlichen Regionen Südchinas teilweise gut, teilweise katastrophal. Hier in der Industrieregion um Shanghai finden wir Verkehrsknoten in bis zu drei Ebenen, unten 6-spurig plus breite Fahrradstreifen, beste Oberfläche, absolut futuristisch, wenig Verkehr, so dass man schon Gas geben könnte, wenn man dürfte. Darf man aber nicht!

      Beste Grüße, Fritz

  2. Familie Dietrich sagt

    Regelmäßig checken wir diese schönen Reisebeschreibungen und freuen uns immer über die so interessanten Berichte und Bilder .
    Wir wünschen noch viele positive Reiseerlebnisse !
    Herzlichen Dank für den Kartengruß aus Vietnam . Jetzt erst ist er am Ende der Straße angekommen .
    Genießen Sie die geplante Entschleunigung bis zum 5.7.
    Alles Gute bis zum Wiedersehen Anfang Oktober !
    Bleiben Sie Beide schön gesund !
    Herzliche Grüße aus Vorsfelde von Gabi und Klaus Dietrich , Gertrud Schaper und ALLEN aus der Pommernstraße

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