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Von Highlight zu Highlight

Wir sind ja nun recht schnurstracks Richtung Shanghai unterwegs und machen keine ausgiebigen Umwege. Der Projektgedanke steht im Augenblick mehr im Vordergrund. Dennoch gibt es genug Highlights, die auf dem Weg liegen; z.B. Souzhou, die Stadt der alten Gärten und vor allem der Seide.
Die Landschaft ist deutlich durchfeuchtet, von oben und unten, und da wir Zeit haben, bleiben wir zwei Tage in Souzhou. Im Seidenmuseum faszinieren uns vor allem die echten Seidenspinnerraupen, die in Bambuskörben Maulbeerblätter vertilgen. Sie sind übrigens nicht hinter Glas, sondern einfach auf Gestellen, ganz traditionell. Und dann sind da noch zwei Webstühle! Gigantisch komplexe Konstruktionen, die nur zu zweit zu bedienen sind und mit denen man ganz unglaubliche Seidengewebe herstellen kann. Wenn ich sehe, wie aufwändig, arbeits- und zeitintensiv die Seidenproduktion ist, von der Aufzucht der Seidenraupen bis zum Weben des Seidenstoffs, vom Nähen und Besticken ganz abgesehen, dann werde ich ganz ehrfürchtig. Und wäre es nicht auch ein Schritt in einen ressourcenorientierten achtsamen und wertschätzenden Lebensstil, wir würden bezüglich unserer Kleidung das Prinzip „weniger ist mehr“ berücksichtigen? Und dafür mehr Wert auf Qualität legen? Ich weiß, manchmal geht die kleine Predigerin mit mir durch, aber das musste jetzt mal sein.


Durch die Gärten schlendernd suchen wir nach Inspirationen für unseren Garten. Wir haben schon einige Ideen! Die Bonsaibäume haben für uns allerdings etwas Brutales. Eine Verstümmelungskultur, wie übrigens auch diese frühere Verstümmelung der Frauenfüße. Im Museum war ein Paar Seidenschuhe zu sehen, maximal Größe 30! Manche Schönheitsideale sind nicht nachvollziehbar.


Fritz hat seinen ersten Seniorenrabatt bekommen!

Die Touri-Altstadtmeile von Suzhou ist wirklich ganz schön. Nur dieser eine Geruch! In der lokalen Küche, die wir eigentlich sehr mögen, wird eine bestimmte Marinade zum Grillen verwendet, die für unsere Nasen wirklich sehr unappetitlich riecht, ganz ausgesprochen unangenehm sogar. Wir müssen dann schnell weitergehen. Apropos Essen; in günstigen Restaurants sind die Teller in Plastiktüten gehüllt, man spart sich das Abwaschen und der Gast kann die Reste gleich einpacken.

Chinesen scheinen sehr gerne zu spielen. Vor allem abends wird überall gezockt. Ein Spiel mit Steinen an speziellen Tischen. Wir glauben nicht, dass es Majong ist. Ab und zu werden auch Karten gespielt.

Von Souzhou aus geht’s nach Anting und dann nach Jiading, der friendshipcity von Wolfsburg. Dort werden wir schon erwartet.

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