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Anatolische Landschaft

Fritz:

Wir haben uns –aus schlechter Erfahrung- entschlossen, erst mal die roten Hauptstraßen zu bevorzugen. Nachdem wir aus dem Großraum Ankara raus waren, bot sich ein erstaunliches Bild, das uns stellenweise sehr an den Mittleren Westen der USA erinnerte: faszinierende Weite der Landschaft, etwas überdimensionierte 4-spurige Straße in meist gutem Zustand, meistens auch mit breiter „shoulder“ (Randstreifen), begleitende Bahngleise, selbst die LKW-Reifenreste fehlen nicht. Zeitweise kaum Verkehr, so dass wir die Straße ganz für uns haben. Je weniger PKWs und Trucks uns begegnen, desto häufiger hupen und winken die Fahrer freundlich bis enthusiastisch. Gelegentlicher Aasgeruch rührt in USA von überfahrenen Deers, hier von Straßenhunden, die etwas zu cool waren. Es fehlen allerdings die in USA unvermeidlichen Telegrafenmasten mit zerrissenen Leitungen. Dafür gibt es hier doch etwas mehr diffus verteilten, manchmal auch klasterartig gehäuften Müll. Über allem ein blauer Himmel mit wenigen Wolken und richtig schön warm.

Gestern hatten wir an Tankstellen und vor dörflichen „Restaurants“ sieben Einladungen zum Çai (türkischer Tee), von denen wir vier angenommen haben. Wir müssen dann immer unsere Landkarte mit der geplanten Reiseroute rausholen und geben ordentlich an, obwohl wir ja kaum 15 % der Strecke hinter uns haben! Oft werde ich dann auch nach meinem Alter gefragt (bei Karin trauen sie sich nicht!) und dann gehörig und ungläubig bestaunt.

Heute sind wir übrigens an mehreren Flüchtlingslagern vorbeigekommen. Nach der Aussage unserer Freundin in Ankara gibt es in der Türkei 2,1 Mill. Flüchtlinge bei 77 Mill. Türken!

 

 

1 Kommentare

  1. Dagmar Schmidt sagt

    Laut lach !
    Ihr erlebt wirklich tolle Geschichten. Und ich finde, “nur noch” 85% ist doch großartig ! Wir alle, die euch folgen, haben das Gefühl, irgendwie “mit dabei” zu sein. Und ich z.B. hätte nie gedacht, dass ich diese Strecke schaffen würde ! lach.
    Kuss Dagmar

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