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Hurraahh – wieder auf dem Rad!

Es fühlt sich gut und richtig an, wieder auf dem Rad zu sitzen. Nach vielem Hin- und Herüberlegen haben wir uns doch entschlossen, direkt von Sapri aus loszuradeln, trotz schlechten Wetters. Es geht leider direkt nach oben 750 Höhenmeter auf 26 km. Normalerweise kein Ding, aber unser Respekt war doch ganz gehörig. – Wir radelten im Trockenen los, die Steigungen waren alle machbar und so waren wir viel früher am Ziel als gedacht. Hier oben war´s allerdings ziemlich frisch und das blieb auch die nächsten Tage so.

Italien fasziniert mich immer wieder mit seinen verschiedenen Landschaften. Die Basilikata, wunderbar zum Wandern und Radeln, wie überall die Ortschaften oft auf den Bergspitzen. Und es gibt einen Ciclovia, der auf einer ehemaligen Bahntrasse geführt wird. Ein absolutes Highlight war der längste Tunnel, den wir je in absoluter Dunkelheit gefahren sind: 1,5 km; schon eine mittlere mentale Herausforderung!

Am Ende wartete wieder ein Bed & Breakfast auf uns. Unsere Gastgeberin war ganz aufgeregt, weil wir die ersten Gäste waren. In diesem kleinen Ort Calda ist im Sommer sicher die Hölle los, eine bekannte Therme, ein Wander- und Radfernweg von Küste (thyrrenisches Meer) zu Küste (ionisches Meer) werden auf Tafeln beworben. Wir nehmen die Straße und genießen eine 80 km lange Abfahrt nach Policoro. Die folgende Autobahn nach Tarent hat meistens irgendwelche begleitenden Service-Straßen oder andere Parallelwege. Aber auf einem 8 km langen Abschnitt gab es nichts. Fritz‘ Navi und Google schlugen einen 50-km-Umweg über die Berge vor. Plötzlich sahen wir von einer Brücke zwei Rennradler auf der Autobahn! Dann können wir das auch!!! Ist auch gut gegangen; wir wurden nicht erwischt. Schließlich sahen wir ein Schild, dass hier Trecker erlaubt sind, eben weil es keine Alternative gibt. Wieso hier immer wieder diese „Bumper“ quer über die Straßen gelegt werden, verstehen wir nicht. Als ob die tiefliegenden Gullis, Schlaglöcher und dicken Alphaltflicken nicht reichen würden!

Dann endlich an der Küste! Nun hofften wir, haben die Campingplätze geöffnet. Nix da! Auch die nächsten Tage mussten wir meistens in festen Quartieren unterkommen.  Mal in einer Hütte auf einer Riesenferienanlage, die noch in Ostervorbereitung waren und ausgerechnet die Zeltarea gerade renovierten, mal in einem 300 Jahre alten Kellergewölbe, das sehr geschmackvoll eingerichtet war. Nur geöffnete Campingplätze blieben rar, d.h. auch nach Ostern haben die meisten noch geschlossen. Das ist wirklich überraschend für uns.

Tarent, wie fast alle Städte hier, hat eine unendlich lange Geschichte, die weit vor die griechische Zeit zurück reicht. Die Altstadt liegt auf einer Insel, inzwischen durch Brücken mit dem Festland verbunden. Über lange Zeit war die Stadt ausschließlich auf die Insel beschränkt, mit der Konsequenz einer unglaublich engen und dichten Bebauung. Es gibt Gassen, durch die man die Einkaufstaschen vor und hinter sich nehmen muss. Wir haben das alte und das modernere Tarent erlebt, da mein linkes Pedallager sich pulverisiert hat und anfing zu blockieren. Gottseidank haben wir einen Decathlon gefunden und Fritz, der Alleskönner, hat flugs meine Pedale ausgetauscht.

Nach den frustrierenden Erkenntnissen bzgl. der Campingsaison verzichteten wir auf die südlichste Spitze des Stiefelabsatzes und radeln nun die adriatische Meeresseite gen Norden.

Völlig überraschend sehen wir in der Ferne das albanische Festland, mit schneebedeckten Bergspitzen.

Die ersten Trullis, meist runde, manchmal quarderförmige Felssteintürme tauchen in den Feldern auf. In zwei Tagen wollen wir einen Ort besuchen, in dem ein ganzes Viertel nur aus den restaurierten Trullis besteht.

Und übrigens hat Fritz den ersten Sonnenbrand! Heute erstmal Sonnenmilch besorgt. Überall blüht es frühling- bis frühsommerhaft. Ein Vorteil beim Radfahren: Jeden Duftschwall nimmst du mit, ob Veilchen, Ginster, Raps, Orangenblüten, Diesel oder Gülle.

 

3 Kommentare

  1. Axel sagt

    Hallo, das ist echtb gut, dass ihr wieder auf dem Rad seid!
    Mein Vortrag ist beim Publikm sehr gut angekommen, die waren alle ganz begeistert.
    Ich habe auch schon konstruktives Feedback bekommen, war auch überrascht, dass es losging. So geriet die Begrüßung etwas sparsam usw..
    Aber ich denke, inhaltlich ist das eine gute Botschaft.
    Kommt weiterhin in eurem aktuellen Tagestempo voran, lasst den Husten im Süden…
    Liebe Grüße
    Axel ds
    Fritz: danke für dein Equipment! Besonders das Mikro mit den Boxen hat wunderbar funktoniert!

    • Karin sagt

      Hallo Axel, uns hat Dein Vortrag auch sehr beeindruckt! Und du bist ein tolles MutMachModell! Und wir freuen uns, dass die Technik geklappt hat!
      Wir radeln weiterhin in gemächlichem Tempo gen Norden und genießen die Sonne.
      Liebe Grüße

  2. Teiwes, Maria sagt

    Hallo ihr Zwei, freuen uns das Karin wieder aufs Fahrrad kann. Das ist nun Mal euer. Wir wünschen euch besseres Wetter, offene Campingplätze und noch viele interessante Orte.
    Liebe Grüße Heiner und Maria

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