Tagebuch
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Wir haben umdisponiert

Da wollen wir jetzt doch nicht rüber! An sich hatten wir vor, von Pescara aus nach Westen über die Abruzzen nach Rom zu fahren. Wären 260 km und 2600 Hm. Nun sind wir immer noch nicht voll fit. [Na ja, was heißt denn „voll fit“? 😉 (Karin)]. Da hat uns jemand auf den Gedanken gebracht, einfach die Küste weiter entlang zu fahren und statt in Rom in Bologna in den Nachtzug einzusteigen. Nach ein paar Tagen des Überlegens machen wir das jetzt auch. Die Radwege sind bisher überwiegend sehr gut bis perfekt und es gibt eine bequeme Infrastruktur. Der Wehrmutstropen ist dabei, dass der Nationalpark wegfällt. Andererseits bleibt uns Rom erspart, an das wir nicht so gute Erinnerungen haben.

Der Ciclovia Adriatica geht vom Absatz des italienischen Stiefels bis nach Slowenien. Zum Teil sind das alte Eisenbahntrassen mit einigen auch längeren Tunnels. Wir fahren dann brav mit Licht, aber die Rennradler in Scharen am letzten Sonntag haben ja kein Licht und machen im Tunnel bei unverändert hohem Tempo lieber durch Geschrei auf sich aufmerksam.

Rechts haben wir das Meer, wenn wir nach links sehen, sind wir froh, dass uns der Schnee erspart bleibt. Die Küstenstraße ist übrigens durch zwei Ereignisse beeinträchtigt: Einerseits hat Starkregen vor einigen Wochen eine Flussbrücke der SS16 weggerissen; kurz davor hat ein Erdrutsch die Küstenstraße und Bahnlinie stark beschädigt. Wir haben für dieses Stück die Bahn genommen, die im Erdrutschgebiet Schritttempo gefahren ist.

Wir dachten ja erst, dass Anfang April, dann wenigstens ab Ostern die Campingsaison startet: aber nix! Zwei von drei Campingplätzen sind zu. Da muss man manchmal etwas suchen. Wild campen wäre sicher ab und zu möglich, besonders Karin hat dabei aber ein zunehmend ungutes Gefühl. – Meine Wildernesstauglichkeit ist, besonders was das freie Hocken angeht, doch schon geschrumpft. (K)

Wenn das Wetter richtig mies ist oder in größeren Städten suchen wir auch mal ein Zimmer, bevorzugt in der Altstadt. Thema ist dann immer, ob es einen sicheren Platz für die Räder gibt. Die nehmen wir zur Not auch mit ins Zimmer.

Der küstennahe Turm im ersten Bild ist der Torre di Rivoli aus dem 16. Jh., der ein Teil des Verteidigungssystems des Königreichs Neapel war und der Besterhaltene dieser Türme sein soll. – Die kleinen Wägelchen auf dem Feld dienen zum Ernten des grünen Spargels. Die Erntehelfer sitzen vornübergebeugt darauf: der arme Rücken! und stechen die Spargelstangen. – Die Seebrücke verbindet Hebenetze und Restaurant miteinander: frischer kann Fisch nicht sein! – Dieses Ding im Meer macht sogar Geräusche wie ein Nebelhorn. Das ist eine Ölförder-Plattform aus dem Jahr 1979. Das Öl wird unterseeisch zu einer zentralen Plattform geleitet.

Es folgen ein paar Schnappschüsse vom Wegesrand:

Die beiden Fotos stammt aus einer Kirche in San Severo. Das Reliquiar enthält Knochenteile von Heiligen, z.B. vom Heiligen Augustinus. – So ein Lesepult hätte ich übrigens auch gerne!

Am Ende bekommt Ihr noch ein wenig Tierisches:

(Karin:) Im Übrigen geht’s uns ganz gut. Unsere Etappen sind nach wie vor kurz. Der Fett- zu Muskelumbau findet, wenn überhaupt, nur in homöopathischen Dosen statt, da wir oft Essen gehen. Die italienische Küche bietet übrigens mehr Frittiertes als ich so gedacht hatte. 😉 Ein gut ausgebauter Radweg, gute Infrastruktur, immer am Meer bzw. Strandpromenaden entlang, inzwischen meistens gutes Wetter – eine richtige Seniorentour!

 

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