Tagebuch
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Da fehlen mir die Worte!

Dieser Ort Sapri verehrt einen radikalen Guerillakämpfer und Schriftsteller, Carlo Pisacane (1818-1857), nach dem sich auch unser Hotel benannt hat. Der hat nach längerer Entwicklung zum Radikalrepublikaner versucht, in Süditalien einen Aufstand zu organisieren und dazu 300 Gefangene befreit. Es gelang ihm jedoch nicht diese und die Zivilbevölkerung zum Aufstand zu bewegen, im Gegenteil. Sie wurden von Soldaten und der Bevölkerung massakriert. Nun denn; einige vergleichen ihn mit Che Guevara. Diese Geschichte hat ein Dichter, Luigi Mercatini, aus Sicht einer Ährenleserin erzählt, die sich in den Helden verliebt haben soll und erleben musste, wie die Männer umkamen. Soweit so gut: Nun hat ein aktueller Künstler 2021 eine Bronzefigur geschaffen, und die steht nun an prominenter Stelle an der Strandpromenade. Es hat Protest gegeben wegen sexistischer Darstellung – die Stadtoberen und der Künstler finden es einfach schön, so einen Körper darzustellen. Mir fehlen echt die Worte dazu und ich kriege Schnappatmung! Ich empfinde es als extrem übergriffig, wenn ich die blankgeriebenen Pobacken der Frauenstatue sehe. Diese ganze Darstellung einer Frau, die zur ärmsten Bevökerungsschicht gehörte, als aufreizend neckische Verlockung zu gestalten, erlebe ich als einigermaßen dreist. Die Erläuterungen  der Verteidiger finde ich hanebüchen, vor allem, wenn man die Realität – Spuren von sinnlich grapschenden Händen sieht. Tut mir leid, wenn ich einigen etwas zu rabiat bin, aber ich hätte nicht gedacht, dass so etwas noch möglich ist. Der Held ist natürlich ein bärtiger, ernsthafter, nachdenklicher Militär – nix erotisch.

So nun hab ich mich abreagiert.

Wie gestern schon angedeutet, haben wir heute für 10 Tage einen kleinen Fiat Panda gemietet und werden ab morgen damit unterwegs sein. Wir hoffen auf nachlassen von Regen und Husten.

2 Kommentare

  1. Uwe Steffen sagt

    Liebe Karin, wir wünschen Dir geringeres Leiden und weniger Schmerzen, genießt gemeinsam den caprihiösen Fiat und lasst die Räder ein paar Tage stehen. In Amalfi gibt es einen wunderschönen Dom und ihr seht bedtimmt genug Beeindruckendes!
    Seid gegrüßt
    Helga und Uwe!

  2. Axel sagt

    So ein Mist! Karin sieht aus wie ein Häufchen Elend! Das konnte lich mir nicht vorstellen, das man von einem Hustenstoß eine Rippe brechen kann. Da seid ihr durch die ganze Welt geradelt, habt in Asien verzweigelt eine Impung gegen Tollwut gesucht – und nun in unserem Nachbbarland so etwas!
    Ich drücke euch ganz doll die Daumen, dass ihr möglichst bald wieder in weniger schmerzhaften Gewässern segeln könnt!
    So könnt ihr wenigstens trotz allem etwas von Sizilien sehen und erleben.

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