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Busausflug Dritter Teil: Yazd

Yazd ist eine Stadt, die östlicher als Isfahan und Shiraz und dennoch erst in der Mitte von Iran liegt. Wir fuhren wieder mit dem Nachtbus, gemeinsam mit sechs Travellern vom Golshan Hostel. Morgens um 7 Uhr Ankunft. Wir fahren sehr günstig mit dem Taxi in die Stadt zum Silk Road Hostel, in der Hoffnung Zimmer zu bekommen. Leider Fehlanzeige; der Nachtwächter lässt uns gar nicht erst rein, alle Zimmer seien belegt. Also 50 m weiter zum nächsten Hostel. Dort wirkt alles leer und verschlafen. Irgendjemand meint, dort gäbe es „Würmer“! Wir können uns zwar nicht vorstellen, was für Würmer das sein sollen, aber wir lassen uns die Zimmer und Betten zeigen. Keine Nobelherberge, aber für den günstigen Preis eigentlich in Ordnung. Also sagen wir zu, Fritz und ich ein Doppelzimmer, Patrick ein Einzelzimmer und die anderen in den Dorm (Schlafsaal). Da für uns alle Internet wichtig ist, versuchten wir uns einzuloggen. Und das gestaltete sich schwierig. Bei einzelnen hat es funktioniert, bei Patrick´s Mac nicht und wir brauchten wieder mal das Netzwerk-Kabel. Patrick ist daraufhin zurück ins Silkroad Hostel und hat dann dort doch ein Zimmer bekommen, die anderen Jungs sind in ein drittes Hostel umgezogen, das einen besseren Eindruck machte und wir sind geblieben für ca. 7€/Person incl. Frühstück. Nach und nach bevölkerte sich der Innenhof. Ein Gast meinte jedoch, dass im Dorm Bettwanzen seien, in den anderen Räumen jedoch nicht. Nach kurzer Überlegung blieben wir trotzdem – und hatten keine Bettwanzen im Zimmer.

Yazd ist die orientalischste Stadt, die wir bisher gesehen haben, der ältere Teil fast wie aus Tausendundeinernacht. Die Altstadt besteht aus Lehmbauten aus ungebrannten Ziegeln und mit einer Lehm-Stroh-Mischung glatt verputzt. Verwinkelte enge Gassen, 3-4 Meter hohe verputzte Wände rechts und links, brütende Hitze, ab und zu erwischt man einen Blick durch eine geöffnete Tür in den Innenhof- manchmal grün und idyllisch, manchmal voller Krams und Schrott. Wir schauten uns die Stadt zu Fuß an, Moscheen, das Wassermuseum, den Feuertempel der Zoroastrier, den Bazar…

Ein abgestelltes Fahrrad interessierte uns und der Besitzer war sehr stolz!

Am nächsten Morgen hatten wir gemeinsam mit Patrick ein Taxi gebucht und einen Bestattungsturm der Zoroastrier („Tower of silence“) bestiegen. Dieser uralten Religion sind die Elemente Feuer, Wasser, Erde und Luft heilig und deshalb dürfen sie ihre Toten weder beerdigen noch verbrennen. Sie ließen sie deshalb in oben offenen Türmen von Geiern fressen- bis in die 50iger Jahre, dann wurde es im Iran verboten. Nun begraben sie sie, aber in Betonsärgen.

Eine alte Karawanserei, seit 2000 Jahren bewohnt und belebt, mit dem Umstieg auf LKW zum Sterben verurteilt und nun nur noch für Touristen da,


eine alte Festung, ebenfalls aus „Mudbricks“, also ungebrannten Lehmziegeln.

Gegenüber dieser jahrtausendealten persischen Kultur ist Europa kulturhistorisch ziemlich jung. Hier wie in Shiraz und Isfahan sind sehr viele Frauen traditionell mit dem schwarzen Tschador bekleidet. Mein Verständnis dafür sinkt mit jedem Tag des Schwitzens.


Spätabends geht’s dann wieder in den Bus nach Teheran, diesmal kein VIP- Bus und wir hatten sogar einen Polizeistop, wo alle aussteigen mussten und ein (vermutlich) Drogenhund durch den Bus geschickt wurde.

Abschließend zu dieser Bustour können wir nur sagen, -sehr empfehlenswert!

1 Kommentare

  1. Rainer Lademann sagt

    Bin vom Segeln zurück und arbeite mich gerade durch Eure beeindruckenden Mails und Bildanhänge. Wirklich toll. Viel Glück weiterhin.
    Rainer

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