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Yucatan ist Maya-Land

Heute sind die Maya eine große Bevölkerungsgruppe auf der Halbinsel Yucatan, die sich durch besondere Traditionen, Kleidung, Kunst und Sprache (von der es viele Dutzend lokale Dialekte geben soll) auszeichnet. Das klassische Maya-Haus besteht aus in den Boden gerammten Stäben, teilweise lehmverputzt, an den kurzen Seiten abgerundet und gedeckt mit Palmblättern. Der Fußboden ist gestampfte Erde, mit einer speziellen Schicht, die bei Hitze gewässert wird zur Kühlung.

Über die Halbinsel sind viele Ruinen verteilt, die vor allem aus der Blütezeit der Maya-Kultur von 250-900 nach Chr. stammen sollen, und sich architektonisch und stilistisch von anderen Kulturen, z.B. der der Azteken, unterscheidet. Wir haben uns da einiges erklären lassen und meinen jetzt eine leise Ahnung zu haben; vor allem merken wir, wieviel man nicht weiß: beispielsweise die genaueren Umstände des Niedergangs des Stadtstaaten-Imperiums lange vor Ankunft der Spanier.

Die weitaus größte und besterhaltene Stadt ist Chichèn Itzá und die ist im Gegensatz zu den bisher gesehenen touristisch vollkommen überlaufen. Wir waren um kurz nach acht da und hatten es noch recht überschaubar. Selbst die Andenken-Stände wurden erst in aller Ruhe aufgebaut. Gegen 10:30 kamen dann die Reisebusse an, manche aus hunderten Kilometer Entfernung! Nach vier Stunden ohne Langeweile sind wir wieder auf die Piste gegangen.

Zentrales Bauwerk ist die große Pyramide, die auf drei Seiten restauriert, auf einer aber „naturbelassen“ ist. Herumklettern darf man darauf wie auch auf allen anderen Gebäuden nicht, da vor 10 Jahren jemand dabei zu Tode gestürzt sei.

Auch den Maya waren  Menschenopfer nicht unbekannt, wahrscheinlich aber in etwas geringerem Maße als bei den Azteken. Zwei Spots sind in diesem Zusammenhang erwähnenswert, nämlich die heilige Cenote, in der man Kultgegenstände sowie reichlich Skelette gefunden hat. Der andere ist der Ballspielplatz. Die hat es an vielen Orten gegeben; der hiesige ist der größte. Die Regeln sind unklar, wahrscheinlich ging es aber darum, einen Gummiball durch diese kleinen Steinringe an den Längsseiten zu befördern (antikes Basketball?), oder auch Sonnensymbole in den Reliefs der Längsseiten zu treffen. Gespielt wurde angeblich überwiegend mit der Hüfte. Evtl. durfte der Ball als Symbol für die Sonne den Boden nicht berühren. Wahrscheinlich war das kein Spektakel für die Massen sondern eher eine kultische Handlung. Mannschafts- oder kooperatives Spiel ist unbekannt. Jedenfalls hat es anschließend Opferungen gegeben. Ob nun die Sieger die besondere Ehre der Opferung hatten oder die Verlierer die Strafe, ist ebenfalls unbekannt. Jedenfalls ging es blutig zu, denn Blut war Symbol für die Bodenfruchtbarkeit: Auf dem Relief hält ein Spieler einen blutenden Kopf an den Haaren in der Hand. Auch die Schlangen sind übrigens Fruchtbarkeitssymbole. Wir haben eine Erklärung dazu gehört. Schlangen gibt es hier ja überall, aber in der Trockenzeit verstecken sie sich. Beginnt die Regenzeit und damit die fruchtbare Zeit, kommen sie hervor (vielleicht um nicht abzusaufen) und sind damit überall sehr präsent. Also ist die Verbindung Schlange- Regengott- Fruchtbarkeit naheliegend.

Ohne allzu viel davon verstanden zu haben, haben wir den Eindruck, dass diese alten Kulturen 1. sehr intensiv mit Ritualen, um die verschiedenen Götter gnädig zu stimmen, beschäftigt waren und 2. diese Rituale ziemlich blutig waren.

 

1 Kommentare

  1. Ulrike Leins sagt

    Hallo 👋 ich bin total fasziniert von euren Berichten … man hat das Gefühl dabei zu sein 😀😀
    Ich wünsche euch von Herzen schöne Weihnachten 🎄 und bleibt gesund ❤️❤️

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