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„Wer einmal auf den Fuji steigt …“

besagt (laut unserem Reiseführer) ein japanisches Sprichwort, „… ist weise; wer zweimal drauf steigt ist ein Narr.“ Dann sind wir jetzt also weise. Oder auch nicht.

So sollte er eigentlich jetzt eigentlich aussehen. Sah er aber nicht, weil wir nämlich Regenwetter hatten. Obwohl er im Sommer ja keine weiße Kappe hat wie auf den meisten Fotos, dachten wir uns diesen Berg quasi als Sahnehäubchen unserer zu Ende gehenden Reise.

Es gibt mehrere Trails auf den Gipfel. Wir haben den südlichen von Fujinomiya gewählt. Es war am Samstag, dem ersten Tag eines verlängerten Wochenendes in Japan und das zweite Wochenende nach Eröffnung der Fuji-Saison (die nur drei Sommermonate dauert). Dementsprechend war eine ganze Völkerwanderung unterwegs.

Es ist üblich, per Bus von 300 m Höhe auf öffentlicher Straße auf 2400 m zu fahren. Als wir um 5:45 von Hostel losmarschierten, regnete es, am „Basislager“ immer noch. Also Regenzeug an und losmarschiert. 300 m höher  hatten wir plötzlich strahlend blauen Himmel und ein Meer von Wolken unter uns! Der Weg besteht natürlich aus Lava, manchmal locker wie Sand oder Staub, manchmal Geröll, oder auch aus großen Felsen, so dass man ordentlich zu klettern hat. Der Weg ist vollständig mit Seilen abgespannt, so dass man sich nicht verlaufen kann. Alle paar hundert Meter stehen Berghütten.

Den Aufstieg zum Gipfel auf 3.775 m haben wir ziemlich flott, in 4 ½ Stunden geschafft und waren stolz wie die Könige und begeistert von dieser fantastischen Aussicht.

Bei dieser Höhe kann es durchaus zu Symptomen der Höhenkrankheit kommen und am Einstieg wurden wir darauf hingewiesen, langsam zu gehen und ggf. abzubrechen. Anscheinend haben viele Japaner Angst vor dem Sauerstoffmangel, denn wir sahen etliche, die sich unterwegs eine Sprühdosis 95%igem Sauerstoff gönnten. Na ja, wir kamen ohne aus.

Der Abstieg ging langsamer als per Beschreibung angekündigt. Wir waren einfach ziemlich erschöpft und die Muskeln wollten nicht mehr. Schließlich sind wir als Radfahrer trainiert und nicht als Bergwanderer. Außerdem haben wir einfach vergessen uns einzucremen und haben nun einen ordentlichen Sonnenbrand in Gesicht und Nacken. An der Basisstation waren wir dann wieder prompt in Wolken, Nebel und Regen.

Und heute, einen Tag danach, sehen uns zwei  völlig verquollene Gesichter im Spiegel an, der Körper darunter ist steif und kaum bewegungsfähig. Wir sind also weise: …  und bleiben einen Tag im Hostel!

 

4 Kommentare

  1. Rudi Schulze sagt

    Hallo Karin,
    Hallo Fritz.
    Welcome back in Wolfsburg. Schön, dass ihr gesund zurück seid. Klasse Leistung. Beneidenswert. Danke für die tollen Berichte und Bilder von der Route. So waren die Daheimgebliebenen immer auf Augenhöhe. Erholt Euch erstmal und lebt Euch wieder in der Stadt ein.
    Bis bald
    Rudi&Christina

  2. Schiffers Adriana u. Peter sagt

    Ganz herzlichen Glückwunsch zur Weltumradlung! Das ist für Euch bestimmt ein tolles Gefühl und vielleicht auch bisschen traurig. Aber, noch ist es ja nicht vorbei mit der Reise und die Nachbereitung kann noch viele Jahre ausfüllen. Aber, was sollen wir dann machen.?
    Man war ja immer ein bisschen mit Euch in der weiten Welt….und wenn die jetzt erkundet und beradelt ist? was gibt es denn noch für Welten? Und ein Neustart als Astronauten kommt sicher auch nicht in Frage. Das wäre nicht gut für die durchtrainierte Muskulatur.

    Jetzt freuen wir uns erst einmal auf Eure Heimkehr in ein paar Wochen und dann schauen wir weiter. Alles Liebe von den Schiffers

    • Fritz sagt

      Hallo Ihr Lieben, ich freue mich erst mal auf das Orchester! Beste Grüße an alle! Fritz

  3. Wolfgang Dr. Claus sagt

    Liebe Wittens, einfach toll was Ihr da macht, beneidenswert !
    Ich war vor 8 Jahren in Venezuela auf dem Pico Humboldt (4957m) da erging es mir ähnlich.Auch an einem Tag rauf und runter.
    Noch alles Gute für die letzten Tage
    Euer Kollege Wolfgang Claus

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