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Unfallhilfe

Etwa 30 km vor Siem Reap kamen wir drei als Ersthelfer zu einem Unfall, den wir aber selbst nicht gesehen haben. Ein Truck war, wie hier üblich, beim Linksabbiegen ziemlich früh auf die linke Fahrbahn gezogen und hat dabei einen PKW frontal erwischt. Der war völlig zerstört und lag nun auf dem Dach. Die Beifahrertür war überraschend mit etwas Gewalt zu öffnen. Der Beifahrer war fast unverletzt aber völlig neben der Spur. Den schwerverletzten und bewusstlosen Fahrer konnten wir aus dem Wrack befreien. Der Mann hatte schwere und stark blutende Gesichts- wahrscheinlich auch Schädelverletzung, die wir nur notdürftig mit ein paar Papiertüchern, die wir im Wagen fanden, abdecken konnten. Derweil hatten sich eine Menge Leute angesammelt, die aber bis auf einen Mann, der dem Verletzten lange mit einer Pappe Luft zufächelte, nichts anderes taten als mit ihren Smartphones zu fotografieren! Immer wieder kamen Leute dazu und versuchten ein Foto von dem jungen Mann zu schießen. Immerhin hatte wohl jemand Polizei und Rettungsdienst bestellt. Die Polizei war zuerst (nach ca. 30 min.) da, regelte den Verkehr und ein Polizist durchsuchte den Bewusstlosen lediglich nach Papieren. Wir blieben die ganze Zeit beim Verunfallten sitzen und fühlten uns dabei ziemlich hilflos, da wir nichts außer beruhigenden leichten Körperkontakt halten tun konnten. Einen sterbenden Menschen verlässt man nicht!

Der Rettungsdienst kam nach 45 Minuten! Mit für unser Gefühl sehr gelassenen und keinesfalls eiligen Bewegungen kamen die zwei Sanitäter an, zogen sich in aller Ruhe die Handschuhe an, bevor sie sich dem Verletzten auch nur auf 5 m näherten. Nur mit Mühe und unter Verwendung deutlicher Handzeichen konnten wir sie dazu bewegen, sich den Kopf des Mannes überhaupt kurz anzusehen, um die Schwere der äußeren Gesichtsverletzung zu realisieren. Sie luden den Verletzten dennoch ohne viel Federlesens ein und „düsten“ los nach Siem Reap. Einige Minuten später erschien der Notarzt. Ein wenig Absprache wär vielleicht hilfreich gewesen. Mit Smartphones kann man schließlich auch telefonieren und nicht nur knipsen!

Nachdem wir uns etwas gereinigt hatten, stiegen wir bald danach auf die Räder und wollten weiter. Da kam tatsächlich ein Polizist und bedankte sich ganz ausdrücklich für unsere Hilfe!

Angesichts des Zustandes des Verletzten und den vermutlich eingeschränkten Behandlungsmöglichkeiten waren wir nicht sicher, ob wir ihm wünschen, das Krankenhaus überhaupt lebend zu erreichen.

 

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