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Tocopilla

… war einmal eine sehr reiche Stadt, zu Dutzenden hätten die Schiffe im Hafen gelegen, um Salpeter in die ganze Welt zu bringen, einerseits für Dünger, andererseits für Schießpulver. Die Fotos unten sind von meinem Vater 1931 gemacht worden.

Der Einbruch kam nach der Erfindung der chemischen Salpeter-Herstellung und der Weltwirtschaftskrise Anfang der 30er Jahre. Heute soll Tocopilla eine der ärmsten Städte Chiles sein, unbedeutende Provinz. Antofagasta, 200 km südlich, extra erbaut für die Salpeter-Industrie, hat dieser Stadt längst den Rang abgelaufen und ist heute die zweitgrößte Stadt Chiles.

Heute liegt ein Frachter ohne Ladung im Hafen und einige größere und kleinere Fischerboote. Nachdem die „Salpeterbahn“ 2015 nach einem schweren Unwetter schwer beschädigt stillgelegt worden war, bringen nun LKW’s Kupfererze aus großen Tagebauen und Salpeter aus den Bergen zur Verladung. Gemahlen wird das dort an Ort und Stelle; hier im Ort wird nichts verarbeitet.

Es geht recht beschaulich zu; allerdings gibt es auch hier abgebrannte Autoreifen und einen ausgebrannten Bus. Auch einige armselige Hütten gibt es heute wie damals. Nur der Müll vor der Sadt wird damals nicht so schlimm gewesen sein! An der Hauptstraße sehen wir etliche alte Holzgebäude, die mein Vater 1931 auch schon gesehen haben wird, als er die Fotos unten in der Zeit des Niedergangs gemacht hat. Auf der Straße hat uns ein Mann angesprochen, der Privat-Pilot ist und Flugaufträge in aller Welt ausführt, die ganze Welt kennt und uns viel von dieser Stadt erzählt hat.

Von unserem Freund M. E. haben wir ein 1.-Advents-Päckchen mitbekommen mit ahoi-Brause und sauren Drops als Stimmungsaufheller. Die haben wir in der Wüste gut gebrauchen können wegen des fiesen Gegenwindes. Als Dankeschön der Leuchtturm der Insel Taquile im Titicaca-See! — Zu Weihnachten gehört ja irgendwie Kälte oder Schietwetter, Glühwein und kurze Tage. Haben wir hier alles nicht. Und so kommt keine rechte Weihnachtsstimmung auf, trotz zunehmender Deko in den Städten. Aber die nächsten acht Tage fahren wir wieder durch die Atacama; deswegen gibt’s auch erst danach wieder von uns zu hören.

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