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Belize-City bis El Remate

In Belize City lernten wir im Restaurant den Dub-poet Grandmaster of Belize, Leroy Young kennen. Eine beeindruckende Persönlichkeit, der uns seine Lebensgeschichte in Kurzform und ein paar Beispiele seiner Dichtkunst schenkte. Ist einiges im Internet zu finden über ihn.

Unterwegs getroffen: Eine junge Frau mit 12 Wochen altem Baby, arbeitet mit ihrer Mutter im Restaurant, und eine Frau im Rollstuhl vor einem Supermarkt, wo sie immer sitzt, um unter Leuten zu sein und weil sie ab und zu etwas Essen oder Geld bekommt. Vor 5 Jahren Schlaganfall, keinerlei finanzielle staatliche Unterstützung, Kinder und Enkel kümmern sich.

Nach längerem Hin und Her hatten wir uns entschieden, den Belize Zoo doch zu besuchen. Obwohl wir keine Zooliebhaber sind. Aber es hieß, es würden dort ausschließlich einheimische Tiere gehalten und dazu nur Tiere, die aus verschiedenen Gründen in der Wildnis nicht überlebensfähig seien. Verletzt, als Haustiere missbraucht und von dort befreit, als Jungtiere Mutter verloren. Und ich muss sagen, es war ein tolles Erlebnis. Der Zoo liegt an der Landstraße im Nichts, bzw. im Dschungel. Die Gehege sowie das Drumrum- Dschungel. Man muss schon ein bisschen schauen und Glück haben, um die Tiere zu sehen. So kamen wir endlich zu unserem Tukan und anderen typischen Wildtieren, denen man ja gar nicht wirklich draußen begegnen möchte. (z.B. Zwei-Meter-Krokodilen oder einem Puma).

Belize sowie auch Guatemala bestehen zu einem großen Teil aus Naturreservaten. Und in einem kleinen konnten wir zelten (unter einer Palapa, wegen des täglichen Regens). Monkey Bay Resort: Eine Organisation, die (Studenten) Gruppen aus den USA und Europa beherbergt und unterrichtet; viel Forschungsarbeiten und Freiwilligenarbeit betreibt. Sehr beeindruckend, u.a. auch die Übernachtungspreise.

Wir haben unsere Route nochmal überdacht. Ursprünglich wollten wir nach Südbelize und dort mit der Fähre nach Livingstone in Guatemala übersetzen. Nachdem wir für das Thema Fähre und Fahrradtransport bei der Überfahrt nach Cay Caulker sensibilisiert worden sind, haben wir versucht zu recherchieren, wie es denn von Livingstone weiter mit dem Boot nach Rio Dulce gehen könnte. Es gibt nämlich nur den Wasserweg. Und wir fanden nur Berichte und Fotos von kleinen Booten, wo Fahrräder mit viel Gepäck nicht wirklich Platz haben. Risikobereitschaft und Zuversichtlichkeit gegen Sicherheitsbedürfnis – letzteres hat gewonnen. Und das bedeutete einen völlig anderen Weg. Nämlich über Flores in Guatemala, was wir ursprünglich auslassen wollten. Nun, so sehen wir jetzt mehr von Guatemala, auch gut.

Übrigens trafen wir in den letzten Tagen zweimal Radreisende; Paare, die sehr leichtbepackt unterwegs waren. Ein junges Paar mit ganz dicken Reifen und ein anderes Paar mit einem Tandem, ebenfalls ohne Packtaschen, nur mit Bikepackingsäcken unter dem Lenker und am Rahmen.  Alle waren sehr erstaunt, als wir im Gespräch erwähnten, dass wir keine begeisterten „Dirt road“- Fahrer seien. Für die meisten Radler, die hier unterwegs sind, gibt es nichts Größeres, als abseits der Straßen über Stock und Stein zu radeln und nach Möglichkeit wild zu campen. Wir sind einfach Asphaltfreunde, meine Gelenke, egal ob Knie oder Hand, sprechen immer wieder sehr deutlich zu mir. Außerdem sitzt uns einfach die Geschichte mit Holger, unserem Radlerbekannten, der im Frühling im Süden Mexikos umgebracht wurde, sehr in den Knochen. Ohne diese Geschichte würden wir wahrscheinlich auch etwas lockerer mit dem Wildcampen umgehen. Aber so ist es eben. Jede und Jeder ist auf seine Weise unterwegs. Und so erleben wir bestimmte Orte und Landschaften nicht, dafür fühlen wir uns wohler und erleben Anderes, was uns bereichert.

Diesmal wollten wir an der Grenze mit dem Geldwechsel schlauer sein und schauten vorher nach dem Wechselkurs. Der Typ wollte uns statt 1:4 nur 1:3, 2 geben. Er ließ sich auf maximal 3,4 handeln und wir verzichteten. Leider wechselt in Guatemala keine Bank BZD in QZ, sondern nur USD. Nun sitzen wir also auf den BZD und hoffen auf andere Reisende auf dem Weg nach Belize.

Man sieht an der Straße öfters haufenweise Baby-Windeln. Wir erklären uns das so: in Guatemala gibt es keine flächendeckende Müll-Entsorgung. Müll wird üblicherweise kurzerhand vor dem Haus verbrannt. Aber frisch gefüllte Windeln brennen nicht …

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