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Antigua

Da führte nun doch kein Weg dran vorbei. Wir gönnen uns zwei Tage Pause und Sightseeing. D.h. wir machen keine Ausflüge und besteigen auch keinen Vulkan, aber bummeln durch die Straßen.

Und sind erstaunt über die Anzahl an Unterkünften von Hostel bis Edelhotel. Oft ist es nur eine einfache Tür in einer unscheinbaren alten Wand – und wenn man hineinblickt – ein Traum von Pflanzen, Blüten und gediegenen Möbelstücken, die eine elegante Atmosphäre verströmen, dito Restaurants. Und nebenan finden sich einfache Hostels so wie unseres, wo wir einen einfachen Raum mit eigener Dusche und WC für 130 Qzl (ca. 11 €) haben. Antigua sei international, haben wir gelesen. Zumindest was die Restaurantszene angeht, können wir das bestätigen. Es überfordert uns etwas, diese Auswahl. Die Straßen und Gebäude im Kolonialstil sind teilweise herausgeputzt, manche Straßenzüge mediterran mit Blumenkästen an den Fenstern bestückt. Jede Menge alte Ruinen von Kirchen oder Klöstern sind übers Stadtgebiet verteilt. Antigua war von 1543 bis 1773 die Hauptstadt der spanischen Kolonien in Zentralamerika (wikipedia). Dann wurde es durch ein Erdbeben völlig zerstört und die Hauptstadt ins heutige Guatemala City verlegt. Im Laufe der Zeit wurde es immer wieder aufgebaut und immer mal wieder zerstört. Kein Wunder, dass so viele Ruinen rumstehen. Seit 1979 gehört Antigua zum Weltkulturerbe.

Heute Nacht hat unser Fensterglas immer wieder leise geklirrt und heute Morgen wussten wir auch warum. Der Vulkan Fuego, der erst im November nach einem Ausbruch im Mai letzten Jahres gespuckt hatte, raucht wieder. Und bebt so leise vor sich hin. Es scheint nicht besorgniserregend zu sein, denn alle sind gelassen. Also sind wir es auch.

Das Schokoladenmuseum hat uns gut gefallen. Vor allem wird uns mal wieder klar, wie aufwändig herzustellen und kostbar diese Früchte sind. Und wie gedankenlos wir häufig Schokoladenprodukte als Massenware in uns stopfen. Natürlich gibt es auch andere Beispiele und das ist gut so. Zum Thema Kaffee mal was zum Nachdenken: 450gr.  gerösteter Kaffee ist die Ernte eines Baumes! Mit etlichen Arbeitsschritten dazwischen. Wie groß ist unsere persönliche Kaffeeplantage, die wir so verschlürfen? Und wieviel ist uns das Ganze wert?

Wir haben die zwei Tage fleißig geschrieben, um Euch wieder auf den aktuellen Stand zu setzen. Die nächste Zeit kann es wieder seltener werden. Auf dem Weg nach El Salvador hat Fritz drei Campingmöglichkeiten gefunden. Wenn es klappt, werden wir also wieder unser Zelt (mit kaputten Reißverschlüssen) aufbauen. Wir freuen uns schon drauf; das Wetter soll da unten (wir sind jetzt 1500 m hoch), wärmer und auch trocken sein. Wir werden sehen.
Unsere geplante Route geht an der Küste von El Salvador entlang, und zwar eher zügig, ebenso wie durch Honduras. Ob und wie wir durch Nicaragua fahren, bleibt derzeit für uns immer noch offen, auch wenn die Zeichen eher Entspannung signalisieren.
Aber ein Schritt nach dem anderen. Derweil denken wir immer öfter an zuhause und die verschiedenen Ideen und Projekte, die auf uns warten. Diese Reisen wirken auch immer inspirierend auf uns.

1 Kommentare

  1. Therese Zimkowsky sagt

    Eure Erzählungen sind so präzise und anschaulich. Es ist schön, mit euch mitreisen zu dürfen. Passt auf euch auf und habt noch viele schöne Erlebnisse.

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