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Streiflichter aus dem indischen Berufsleben

Zwischen Landwirtschaft und IT gibt es auch in Indien eine breite Palette von Handel, Handwerk und Wissenschaft. Wir haben einfach mal ein paar skurrile Dinge aufgegriffen.
Z.B. hatte ich kürzlich meine Radschuhe zu reparieren. Da saßen an einer Straße acht Schuster mit identischer Ausrüstung und warteten auf Kunden. Die geleistete Arbeit macht zunächst einen guten Eindruck; ich hoffe, die Schuhe halten den zweiten Teil der Reise durch!

Auch Frisieren findet zum guten Teil open-air statt. Die indoor-Variante ist schon high-end bei Frisiersalons. (Diese Fotos sind Frau Barletta und Herrn Schneider gewidmet!)

Als Arzt interessieren mich natürlich besonders Eindrücke aus dem Gesundheitswesen, die doch recht verwunderlich sein können. Der Mann auf dem ersten Bild ist Pharmavertreter. Zunächst hat er mir einen Kugelschreiber geschenkt, was jeder deutsche Pharmareferent auch tut. Dann haben wir über seinen Musterkoffer gesprochen. Dieses ist ein Grippe-Medikament und hat fünf verschiedene Bestandteile! So etwas gibt es in Europa schon lange nicht mehr-mit gutem Grund. Werbung findet ungebremst statt, hier für eine Herzklinik oder für einen Proktologen, mit bildlichen Darstellungen von Hämorrhoiden und Analfissuren.
Mit dem Apotheker haben wir eine Tasse Kaffee getrunken und einiges über das indische Pharmawesen gelernt. Er führt ayurvedische, allopathische und sehr wenige homöopathische Medikamente. Die allopathischen (das ist die sogenannte „Schulmedizin“) würden aber immer mehr nachgefragt wegen der schnelleren Wirkung. Rezeptpflicht gibt es nur für extrem gefährliche Substanzen wie Krebsmittel. Antibiotika sind frei verkäuflich. Das Antibiotikum Metronidazol beispielsweise gab es in Kathmandu/Nepal in der Drogerie-Ecke eines Supermarktes für 60 Nepalrupien (entsprechend 60 Cent). In Apotheken ist dann auch manchmal zeitweise ein Allgemeinarzt vor Ort. Das weicht von unserem Verständnis von Medizin schon erheblich ab!

Wie viele indische Läden, Apotheken und andere Kleinbetriebe residieren auch Handwerker meistens in diesen garagengroßen Standardräumen mit einem Rolltor. Es ist erstaunlich, was da so alles untergebracht werden kann.

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