Alle Artikel in: Laos

Laos pur

Die Plain of Jars, (Ebene der Steinkrüge) ist das letzte touristische Highlight, das wir uns in Laos ansehen wollen. Keiner weiß wirklich, wozu sie da waren. Hypothesen behaupten, sie seien als Grabbehälter zu verstehen, entweder für Körper oder für die Asche. Andere meinen, es seien Mega-Salz-Vorratstöpfe. Egal, es sind unglaublich viele, die dort mehr oder weniger zerfallen oder zerbombt in diversen größeren Gruppen zusammenstehen. Hochinteressant für Historiker und Kulturbegeisterte; wir finden es mal wieder etwas gespenstisch und bedrohlich, dass überall die markierten Wege („MAG“) daran erinnern, dass außerhalb der gesäuberten Flächen „Bombies“ und andere UXOs im Boden liegen können. Bis zur Grenze nach Vietnam geht’s unentwegt durch ziemlich viel mehr oder weniger bewaldete Berglandschaft. Vereinzelt Dörfer, dazwischen nichts außer wunderbaren, beeindruckenden Aussichten auf Hügel, Täler mit Nebelschwaden, Reisterrassen, Bananen, nackte Flächen mit verkohlten Baumstümpfen. Uns scheint es, als ob sie die dichten Wälder abbrennen, um das angekokelte Holz zu sammeln. Wir sehen nie Menschen, die lebende Bäume fällen, sondern immer nur abgestorbene Stämme, die noch mit der Machete zu bewältigen sind. Nicht immer nutzen sie …

Puh- Höhenmeterrekord

Die Rückfahrt mit dem Bus war schon ein kleines Abenteuer. Statt um 14.00 Uhr fuhr er erst um 16.30. D.h. wir kamen in die Dunkelheit- etwas, wovor das Auswärtige Amt dringend warnt, denn Mitte März wurde in dieser Gegend auf einen Reisebus geschossen. Aber wir haben keine Wahl, und die anderen Mitreisenden scheinen nicht sehr angespannt zu sein. Abenteuerlich ist die Fahrt als solches. Es geht die ganzen 150 km nur runter und rauf, Serpentinen und enge Kurven am Hang oder meistens oben auf dem Grat entlang. Keine 100 m eben oder geradeaus! Als es dunkel wird, werden Plastiktüten als Kotzbeutel verteilt- nicht umsonst, wie uns Geräusche und Gerüche verraten. Gottseidank vertragen wir die Fahrt problemlos und das Guesthouse hat unsere Räder weder verkauft noch geplündert. Nachts erleben wir ein heftiges Gewitter mit Sturm. Vorher schon fällt der Strom aus und bleibt auch bis morgens weg. Wir sind froh in einem festen Haus zu nächtigen und am nächsten Morgen, als wir uns auf den Weg machen, sehen wir die Schäden. Viele Menschen wurden in dieser …

Luang Prabang

Wer von Vang Vieng nach Luang Prabang selbstorganisiert unterwegs ist, dem sei ca. 20 km hinter Kasi ein kleines Resort empfohlen. Ein paar kleine Holzhütten, ein nett angelegter Teichmit warmer Quelle mit Holzterrassen, gegenüber ein Restaurant. Wir hatten dort unser zweites Frühstück und fanden es allerliebst und mit ca. 8€/Hütte auch angenehm preisgünstig. Es heißt hot spring resort, weil das Wasser mit 38° C aus dem Boden kommt. Hier ein paar Eindrücke aus der Fahrt nach Luang Prabang und der Stadt.

Szenenwechsel

In den nächsten 4 Tagen schwitzen wir wieder vor uns hin. Morgens um 4.30 klingelt der Wecker, damit wir uns endgültig um 5.00 aus dem Bett wälzen und möglichst vor 6.00 auf der Piste sind. Die Morgenstimmung ist etwas ganz Besonderes und wir lieben sie. Wir stellen fest, auch in Laos wirken die Menschen frühmorgens oft verschlafen und dröge. Gewaschen wird sich in den Dörfern häufig an der Pumpe. Die Frauen mit einem Tuch um den Körper. Man schüttet sich Wasser über den Kopf und Schultern, seift sich ein und spült sie wieder ab. Abtrocknen ist eigentlich nicht angesagt, zumindest haben wir nichts dergleichen gesehen- bei der Wärme auch nicht notwendig. Ca 100 km nach Vientiane ändert sich die Landschaft und wird schon gänz schön spektakulär. Wilde skurrile Felsformationen, die sich aus den Reisfeldern erheben, wilde Bergketten im Hintergrund. In Vang Vieng gibts nochmal Backpacker und Activity satt. Bis vor wenigen Jahren hatte sich hier eine wilde Drogenszene etabliert mit vielen Toten jährlich- bis der Minister kurzerhand alle ungenehmigten Bars hat schließen lassen und den …

Vientiane

BeerLaos -eines der wichtigsten Transportgüter in Laos! Wir schauen uns nur ein paar Sachen an, suchen nach Radhosen für Fritz, einen Fahrradschlauch, ein paar Schräubchen und Müsli. Bis auf die Radhosen finden wir alles. Die muss dann halt noch bis Hanoi warten. Ihr könnt Euch nicht vorstellen, wie toll es ist, in einem kleinen Supermarkt Müsli zu finden! Klingt vielleicht blöd, aber wie schon häufiger erwähnt, die Nudelsuppe zum Frühstück… Außerdem starten wir seit ein paar Tagen wieder so früh, dass es noch nicht mal die gibt. Und in den Bergen von Laos rechnen wir ebenfalls mit morgendlicher Selbstverpflegung. Also sind zwei Kilo Haferflocken mit Trockenobst ‚ne feine Sache. Auch wenn wir bereits in Vietnam das Gefühl hatten, jetzt ist mal gut mit Vergangenheitsbewältigung- hier in Laos haben die Menschen noch ganz intensiv damit zu tun. Ca. 80 Millionen Streuminen verseuchen das Land nach wie vor! Und da die Menschen in den Dörfern arm sind, ist der Verkauf von Schrott oft das Einzige, womit sie Geld verdienen können. Händler ziehen durch´s Land, verkaufen ihnen Metalldetektoren …

VW’s in Vientiang

Auf der ganzen Reise, ab Türkei, haben wir nie so viele VW’s auf einem Haufen gesehen wie hier! Das begann bei der Anfahrt 10 km vor der Stadt mit einem Beetle: Der Fluss im Hintergrund ist der Mekong, am anderen Ufer sieht man Thailand. Dann sahen wir etliche meistens historische Fahrzeuge, teils regelrecht Schrott, aber auch perfekt restauriert. Und – selten gesehen außerhalb von Deutschland – einen Tuareg!

Sabaidee!

So tönt es ca. 50 mal am Tag vom Straßenrand, und genauso oft rufen wir zurück. Manchmal hören wir die Kinder auch „Falang, Falang“ rufen. Damit werden alle hellhäutigen Nichtasiaten betitelt und es heißt so viel wie „Langnase“. Da sie damit zumindest bei mir ja nicht unrecht haben, nehmen wir es mit Gelassenheit. Das ist hier ja sowieso die beste Reaktion: Gelassenheit. Nachdem wir wieder im Mekong Delta angekommen sind und nach Norden fahren, ist der Wind wieder unser Freund, die Temperaturen allerdings heftig. Wir starten morgens möglichst vor 6.00 Uhr, um mittags unser Tagespensum (ca. 100 km) erledigt zu haben und möglichst nicht so lange bei knapp 40°C fahren zu müssen. Auf der anderen Seite des Mekong liegt Thailand, manchmal können wir es sehen. Die Landschaft ist geprägt vom Reisanbau, Kautschuk- und Tapiokaplantagen. Und leider lieben auch die Laoten das Abbrennen. Überall sehen wir schwarzverkohlte Flächen, manchmal nur der Straßenrand, aber manchmal auch größere Stücke. Unsere Hypothesenbildung: Da wird Platz für neue Pflanzungen geschaffen. Ein großes Thema im Laos scheint der ungezügelte Holzraubbau zu …

Von Vietnam nach Laos

Leider war’s jetzt vorbei mit den schönen Tagen mit Rückenwind. Seit dem Wolkenpass, der ja eine Wetterscheide ist, hat der Wind leider auf West gedreht. Genau da fahren wir jetzt hin, weil wir ja nach Laos wollen. Bergauf geht’s auch noch. Auf dem Wege fanden wir einerseits einen Vietcong-Soldatenfriedhof und –quasi als Gegenentwurf-  sehr schmuckreiche und chinesisch anmutende Gräber. Die Grenzformalitäten, wie schon gewohnt in Südostasien, waren problemlos: keinerlei Gepäck-Kontrollen und freundliche Beamte. Ein Novum: den Ausreisestempel für Vietnam (den wir für die Wiedereinreise brauchen) gab es von einem vietnamesischen Beamten auf der Laos-Seite der Grenze. Wir konnten das zunächst nicht glauben und irrten etwas hilflos im Niemandsland herum. Der laotische Beamte gab uns das Visum-on-arrival und sagte grinsend, da hätten wir ja Glück, es wären gerade Feiertage in Laos. Das wussten wir: das laotische Neujahrsfest dauert mehrere Tage und ist das Highlight des Jahres. Eines der Rituale ist das Begießen mit Wasser. Schon im Grenzort wurden wir sicherlich zehnmal mit Eimern, Kannen, Schläuchen und wassergefüllten Plastikbeuteln bespritzt. Wir waren bald ziemlich genervt, haben aber …