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Bishkek und Yssyk-Köl

Nach einigen Tagen in unserem kleinen Radleruniversum, denn wir bewegten uns vorrangig im Umfeld unseres homestays zwischen Magazin, Supermarkt und Bazar, entschlossen wir uns doch, zum Yssyk-Köl zu fahren- wenn wir schon mal da sind. Allerdings nicht mit dem Rad, sondern gemeinsam mit Patrik und seinem Vater, der ihn für eine Woche hier besucht, mit Taxi und Bus. Die Anfahrt war im Taxi zwar eng, aber entschieden schneller und bequemer als mit dem Rad! Ca. 150 km stetig bergauf mit Gegenwind; autobahnähnlich ausgebaut durch enge und weitere Schluchten, herbstlich bunt gesprenkelt. Nach dem ersten Stopp am See ging es auf der Nordseite im öffentlichen Kleinbus 3 Std. weiter bis zum andern Ende. Der See ist wirklich toll. Die ganze Zeit ging es mit einem fantastischen Bergpanorama durch kleine Dörfer- viel mehr als wir vermutet hatten. Auffällig waren die ungewöhnlich vielen Friedhöfe, die immer wieder in der Landschaft auftauchten. Hier in Kirgistan sind die Gräber aufwändiger gestaltet als in Tajikistan oder Usbekistan. Z.T. sind sie mit richtigen Mauern und Türmchen umbaut, sodass von Ferne der Friedhof …

Doswedonje Zentralasien!

Jetzt sind wir fast drei Monate in Zentralasien herumgereist. Und es war toll! Wir waren in Wüsten und im Hochgebirge zwischen den 6000ern, hatten 50° Hitze und Frost. Wir sind über perfekten Asphalt gefahren und über Geröllhalden, haben die Räder durch Flüsse und über Schotterpisten geschoben. Waren zu zweit und bis zu fünft unterwegs. Ein Dutzend Pässe über 3000 Meter, die Hälfte davon über 4000 Meter. Yaks und Murmeltiere gesehen. Geschlafen haben wir in Jurten, Lehmhütten, Hostels, im Hotel mit Pool und im Zelt bei Sandsturm auf 4000 Meter Höhe. In eiskalten Gebirgsbächen gebadet und im erstaunlich warmen Gebirgs-See. Wir haben große Gastfreundschaft erlebt aber auch Steinwürfe von Kindern. Zu essen gab es Ploff (Reisgericht), Hammelsuppe, Kebab, Lakhman (eine Nudelsuppe), Müsli, Datteln, Nüsse, Kekse, immer wieder Spaghetti und manchmal nur trockenes Brot. Trinkwasser wurde aus Flüssen genommen und gefiltert. Außer in den großen Städten (Dushanbe, Mary, Korogh, Osh und Bischkek) mit halbwegs westlichem Standard sind die Versorgungsmöglichkeiten auf dem Lande rar. Ein Wasserleitungssystem oder gar Entwässerung gibt es ebenso wenig wie eine Stromversorgung, dementsprechend auch …

Von Osh nach Bishkek

Da hatten wir gedacht, wir hätten die dicken Berge hinter uns, aber nix da! Kirgistan ist doch viel bergiger als gedacht (und gehofft!). Und abgesehen von den großen Städten auch genau so dünn besiedelt wie die anderen zentralasiatischen Staaten. Deswegen gab‘s auch kein warmes Homestay sondern eine Woche Camping – meist an extrem schönen Orten … … manchmal aber auch in Feuchtgebieten mit dem Charme der sozialistischen Vergangenheit. An diesem Tag hatte es geregnet und wir haben denn doch ein Dach über dem Kopf gesucht und gefunden, allerdings ein undichtes. An den Dutzend Stellen, wo es durchregnete, wurden Eimer und Schüsseln aufgestellt. Die drei Damen, die das Hotel versorgen, waren guter Dinge und sehr bemüht um uns. Und der Garten war super gepflegt! Ein Lagerplatz am Toktugul-Stausee ist der Erwähnung wert: Wir hatten – gerade zu viert unterwegs – bei einem Roadside-Restaurant nach Abendessen und Lagerplatz nachgefragt. Beides wurde uns in hervorragendem Maße gewährt: bei malerischer Aussicht und Hollywood-Schaukel genossen wir frische gebratene Forellen. Am 18. Haben wir unseren 10.000sten Kilometer gefahren! Die Herbstfärbung wird …

Ein paar Eindrücke aus Osh …

… vor allem von der Fresszeile des Basars. Der Basar ist eigentlich einer wie andere auch, offene Stände mit Überdachung, wuselig und eng, hat aber doch eine interessante Gastronomie. In der Halle bieten etwa 15 Frauen verschiedene Gerichte an, Suppen, Ploff, Kebab, Salate, Hammelbeine, Torten und verschiedenerlei Teigtaschen. Es ist eine gute Gelegenheit, Menschen mit Gesichtern zu beobachten, denen man ansieht, dass das Leben nicht immer einfach ist. In ganz Zentralasien sind übrigens diese Besen ohne Stiel verbreitet, die man nur gebückt verwenden kann; es gibt keine mit Stiel. Den Grund dafür haben wir nicht herausgefunden, vielleicht haben die Menschen hier so gerne Rückenschmerzen? Die Dokumentation von Hochzeiten in aufwendigen Videoproduktionen hat hier wie in vielen anderen Ländern einen hohen Stellenwert. Auf dem Foto von dem Hochzeitspaar vor der Lenin-Statue sieht man einen kleinen grünen Leuchtpunkt: das ist eine Drohne, mit der die Party von oben gefilmt wurde. Eine Sache ist leider dabei schief gegangen: vielleicht weil es gerade zu regnen begann, sind die beiden weißen Tauben, die die Braut hat fliegen lassen, spornstreichs unter …

Viehmarkt in Osh

Wir berichteten, dass wir unterwegs viele Herden auf der Straße nach Osh sahen, die zum Tiermarkt unterwegs waren. Der Animalmarket fände Samstags und Sonntags statt, leicht zu erreichen mit den Minibussen der Linie 105. Also sind wir Sonntag am späten Vormittag- nach einem ausführlichen Frühstück!- los. Es wurden keine großen Herden gehandelt, sondern Einzeltiere. Vielleicht waren wir dafür zu spät, oder diese werden an einem anderen Platz gehandelt, oder… Nichts destotrotz war der Markt sehr eindrucksvoll für uns. es machte Spaß einfach nur zu schauen. Wir wurden genauso „beschaut“ und auch neugierig angesprochen. Hier ein paar Eindrücke: