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Die letzten Stunden vor dem Abflug

Ein großes Thema für Radler beim Fliegen ist der Radtransport. Wie teuer, wie viel Aufwand, mit oder ohne Box… Wir fliegen mit Turkish Airlines, die bekanntermaßen Fahrräder erschwinglich und unkompliziert mitnehmen. Deshalb gerieten wir auch nicht in all zu große Hektik, als wir in Narita in keinem der angefahrenen Fahrradläden Boxen bekamen. Alle behaupteten, ihre Räder kämen meist nur eingewickelt. Nun gut, dann eben ohne. Im Baumarkt fanden wir was wir brauchten und verpackten die Räder heute morgen zu zwei unhandlichen Gebilden. Vorgestern gönnten wir uns noch eine letzte Zelt-Nacht, direkt unter einem riesigen Strommast und über einem Wassergraben. Wir sahen den ganzen Abend die Flugzeuge starten und landen. Es war ein schöner Abschiedsabend, an dem wir uns an die diversen Highlights der Reise erinnerten, nochmal vorsichtig nachfragten, wann und wie sehr wir voneinander genervt gewesen sind, was wir miteinander gelernt haben und… Na Ihr wisst schon. Gestern war dann einchecken im Hotel und Packmaterialbeschaffung. Da das ja nun nicht den ganzen Tag dauerte, hatten wir noch genügend Zeit uns in Narita um zusehen. Und …

Tokio

Mir fällt keine geeignete Überschrift zu diesem Beitrag ein. Tokio ist eine Metropole, an manchen Ecken schrill und voll, an anderen Bürostadt, dort wo wir wohnen, eng mit verschachtelten schmalen Häusern, manche auch im traditionellen Stil . Erstaunlich ruhig, da nicht gehupt wird (das irritiert uns immer noch), sehr geordnet, die Menschen scheinen fast gerne Schlange zu stehen, alle mit Handy vorm Gesicht unterwegs. Unser Guesthouse ist nochmal etwas Besonderes. Es muss eine Fabrik gewesen sein. Unser Hostpaar hat überall mit Spanplatten und alten Türen schmale winzige Kammern gebaut, Matratzen auf dem Boden, Gemeinschaftsdusche. Auf dem Flachdach ein Sammelsurium diverser Stühle und niedriger Tische (alte Türen), überall in wächst es in Kisten mehr oder weniger grün und fotogen. An einer Ecke stehen große Sonnenkollektoren für warmes Wasser. Die Küche, die ebenso als Anmeldung, Wohnzimmer, Arbeitszimmer etc. dient, ist ebenso vollgestellt mit allem, was ein Handwerkersammlerherz so brauchen kann. Von alten Ölgemälden an den Wänden, gefesselte Kühlschränke, Ventilatoren, Stühle, Geschirr,… wir fühlen uns wie früher beim Stöbern bei einem Trödler. Und er ist sehr nett, hilfsbereit, europaerfahren und …

Zelten, Feuerwerk und Regen

Die letzten Tage in Japan. Wir genießen das Zelten! Hatten schon fast vergessen, wie das ist. Blöd ist es nur, wenn es regnet. Und das tut es leider ab und an und manchmal auch ganz lang. In Fujinomiya haben wir lecker Udon gegessen. Das sind dicke Nudeln, die in verschiedenen Variationen angeboten werden. In einem Spezialfastfoodrestaurant haben wir sie geschlürft. Ein ganz besonderer Tempel hat uns denn doch angezogen. Ein Shintoshrine inFujinomiya. Die oberste Gottheit im Shintoismus ist die Sonnengöttin Amaterasu. Damit ist der Shintoismus eine der wenigen Religionen mit einer weiblichen Obergottheit. Auch die Priester sind sehr überwiegend weiblich. Auf dem Weg zum Strand- von Bergen haben wir einfach genug- konnten wir wieder mal schlaue Parksysteme begutachten. Die haben wir später auch in die Tiefe gebaut gesehen.   Nachdem wir über den unvermeidbaren Buckel gefahren waren, kamen wir in Atami an. Am Strand wurden wir  von einer richtig kessen japanischen Dame gefragt, ob sie ein Foto mit uns machen dürften. Ich war in diesem Fall eher Beiwerk. Die vollbusige Schöne in durchsichtigem Netzkleid brauchte …

„Wer einmal auf den Fuji steigt …“

besagt (laut unserem Reiseführer) ein japanisches Sprichwort, „… ist weise; wer zweimal drauf steigt ist ein Narr.“ Dann sind wir jetzt also weise. Oder auch nicht. So sollte er eigentlich jetzt eigentlich aussehen. Sah er aber nicht, weil wir nämlich Regenwetter hatten. Obwohl er im Sommer ja keine weiße Kappe hat wie auf den meisten Fotos, dachten wir uns diesen Berg quasi als Sahnehäubchen unserer zu Ende gehenden Reise. Es gibt mehrere Trails auf den Gipfel. Wir haben den südlichen von Fujinomiya gewählt. Es war am Samstag, dem ersten Tag eines verlängerten Wochenendes in Japan und das zweite Wochenende nach Eröffnung der Fuji-Saison (die nur drei Sommermonate dauert). Dementsprechend war eine ganze Völkerwanderung unterwegs. Es ist üblich, per Bus von 300 m Höhe auf öffentlicher Straße auf 2400 m zu fahren. Als wir um 5:45 von Hostel losmarschierten, regnete es, am „Basislager“ immer noch. Also Regenzeug an und losmarschiert. 300 m höher  hatten wir plötzlich strahlend blauen Himmel und ein Meer von Wolken unter uns! Der Weg besteht natürlich aus Lava, manchmal locker wie Sand oder …

Am Pazifik

Langsam nähern wir uns dem Ende unserer Reise. Wir haben beschlossen, dass das Projekt „Weltumradelung“ ist mit dem Erreichen des Meeres heute abgeschlossen ist. San Francisco haben wir nicht sehen können, wissen aber, dass es da drüben irgendwo sein muss. Es ist hier genau so rau und nebelig, wie wir die Westküste der USA erlebt haben. Wieso heißt der denn überhaupt der „stille Ozean“?!! Am Strand haben wir auch einen schönen Lagerplatz gefunden und den Tag mit einer Flasche Wein mit besonderem Etikett gefeiert. Ab und zu findet sich hier etwas für den Oldtimer-Freund und VW-Fan: Dieser Mechaniker restauriert VW‘s aus Kalifornien! Und in einer Seitenstraße fand sich ein wunderschöner T1-Bulli. Ein paar Fotos von der Strecke:

Toyohashi

Toyohashi ist eine Partnerstadt von Wolfsburg. Sie hat den größten Importhafen für Fahrzeuge und ist damit auch für VW eine sehr wichtige Stadt in Japan. Wie schon in Jiading hatten die netten Mitarbeiterinnen des Referats Repräsentation, internationale Beziehungen uns bei ihren KollegInnen angekündigt, so dass wir erwartet und sogar vom stellvertretenden Bürgermeister empfangen wurden. Sehr zugewandt, freundlich und hilfsbereit betreute uns Frau Harada im Rathaus, führte uns herum und hängte sich sogar noch ans Telefon, um für uns zu recherchieren, ob es am Flughafen Narita Boxen für unsere Räder gibt. Herzlichen Dank an alle hilfsbereiten VerwaltungsmitarbeiterInnen dieser Welt! Sie sind meist besser als ihr Ruf (unserer Erfahrung nach)! Unsere Unterkunft bei Aaron war einfach klasse. Wir hatten zwei schöne Abende und wurden von ihm und seinen Vermietern verwöhnt. Sie waren schon viel in der Welt rumgekommen und sprachen gut Englisch. Wir kamen am ersten Abend in den Genuss ihres Massagesessels und am zweiten wurde gegrillt-eigentlich ein Geburtstagsgeschenk für Aaron, aber wir wurden kurzerhand miteingeladen! Der Vermieter ist seit ´zig Jahren Amateurfunker und hat Kontakte in …

High –Tech Toiletten und Natur

Zuerst noch ein paar Fotos von Fähre und Ankunft in Japan. Wie schon beschrieben begeistern uns die Fahrradabstellanlagen in den Großstädten. Wie wir feststellten, ist das Ziel weniger Diebstahlsicherung, sondern bezahltes Parkplatzmanagement. Das aber sehr variantenreich und effektiv. Vor einem Bahnhof wollten wir nur kurz mal rein und eine Dose Icecoffee holen. Sofort war ein Parkwächter da, der uns darauf hinwies, dass „wildes Parken“ nicht erlaubt sei. Also schoben wir unsere Räder in einen Fahrradständer und – schwupps- schnappte das Schloss zu! Das Auslösen funktionierte dann ziemlich einfach. Zum Automaten gehen, die Nr. des Fahrradständers eingeben und bezahlen. Da wurde uns klar, dass man jedes Fahrrad so freibekommt, wenn man bezahlt. Also zusätzlich abschießen! Allerdings gab´s auch die Möglichkeit eine PIN einzugeben. Das ist wahrscheinlich die Sicherung- nur nicht für Ausländer, die der Sprache nicht mächtig sind und der Kraft der Bilder nicht ganz trauen. In Kyoto beschränkten wir das Sightseeing auf einen Tempel und einen berühmten Bambushain. Es gibt wohl über 1000 Tempel und Shrines in dieser Stadt! Das Wetter spielte am nächsten Tag …

Auf nach Japan!

Den letzten Abend in Shanghai verbrachten wir bei einem warmshowers-host, Ralph aus Düsseldorf. Er war ein wunderbarer Gastgeber und wir hatten sehr interessante Gespräche bei Schwarzbrot und Käse aus Deutschland!! Lieber Ralph herzlichen Dank für Deine Gastfreundschaft!! Am nächsten Morgen ging´s dann zum internationalen Fähranleger. Den hatten wir gottseidank schon ein paar Tage vorher ausgekundschaftet, denn er war schwer zu finden. Die Personenfähre nach Japan fährt nur noch zweimal wöchentlich, dh. es gibt zwei Fährgesellschaften und jede fährt einmal pro Woche. Da fast alle fliegen, wurden die Angebote immer mehr zurückgefahren und wir waren froh, überhaupt etwas gefunden zu haben. Die Überfahrt ist kein billiges Vergnügen und dauert zwei Tage, aber uns war es wichtig, nicht zu fliegen, aus Gründen des „ökologischen Fußabdrucks“ und weil das mit den Rädern immer so kompliziert ist.. Und so genossen wir noch einmal fast so etwas wie eine kleine Kreuzfahrt. Wir begnügten uns mit dem günstigsten Tarif, der getrennten Schlafsaal bedeutete. Fritz nächtigte also mit ca. 10 anderen Männern in einem großen Raum mit Futons und ich in einer 4er Kabine mit drei …