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Ein neues Abenteuer im Leben einer Brille

Was bisher geschah: Ich hatte meine Lesebrille ja im Hotel in Katmandu vergessen und nur die leere Hülle eingepackt. Unser Freund Jonathan aus Israel hatte sie dann nach Guwahati geschickt, wo sie aber erst ankam, als wir schon wieder weg waren. Der dortige Senior Post Officer hat sie verabredungsgemäß nach Imphal weitergeschickt. Gestartet in Kolkata (Kalkutta), in Katmandu aber nicht gelandet …, also lost in time und space. Ich hatte mich schon mit dem romantischen Gedanken angefreundet, dass ein Teil von mir bis zum Ende der Zeiten um die Erde oder was weiß ich kreist, bis dereinst die Sonne als Supernova alle Planeten und Brillen verschlingen wird … – Ich habe mir sogar auf einem Basar eine billige 2-Dpt-Brille für 150 Rupien gekauft. Nun erhielten wir Nachricht von Jonathan, inzwischen in Rishikesh (dem nordwestindischen Yoga- und Meditations-Eldorado), dass es ihm keine Ruhe gelassen habe. Er habe einen Freund in Katmandu aktiviert, noch einmal nachzuforschen. Der war tatsächlich erfolgreich, und obwohl das wohl nicht unser anderer Freund Raman war (dem ich eine Vollmacht ausgestellt hatte), ist ihm …

Kalkutta!!

Heute morgen fing es wunderbar an. Das Frühstück kam so früh wie bestellt, die Taxis waren sogar früher da! und die Hotelrechnung war vorbereitet. Es klappte alles wie am Schnürchen und die Unkenrufe von Fritz verhallten. Im Flughafen wurden wir von unserem Reiseagenturbetreuer sehr fürsorglich unterstützt und begleitet, bis wir ohne Probleme mitsamt unseren Rädern! im Flieger nach Kalkutta saßen. Dort angekommen dauerte es etwas bis wir den air India Schalter fanden. Dort mussten wir unsere Räder anmelden, denn vorab war es nicht möglich. Dann kam der Schock: Extragepäck kann nicht gebucht werden, Übergepäck kostet 10 $/kg!!! Wir haben mit unserem Gerödel zu dritt etwa 120kg! Frei sind jeweils nur 20 kg. Die Möglichkeit, die Räder als Frachtgut aufzugeben gibt es zwar, allerdings ist heute Sonntag, die Cargogesellschaft hat geschlossen, ist außerdem nicht auf dem Flughafen, sondern außerhalb angesiedelt und damit für uns schlecht erreichbar. Der Mitarbeiter am Schalter rief den Manager der Cargo Gesellschaft an, um den Tarif zu erfragen- mit Erfolg: Dort kostet das kg nur 55Rupien, d.s. ca 0,7€!! Leider, leider brauchen …

Imphalfotos

Wir waren so lange in Imphal, dass sich Fotos ansammelten, die wir in keinem anderen Beitrag sinnvoll unterkriegten. Da wir sie dennoch ganz interessant finden, gibt es jetzt zum Abschluss noch eine kleine Galerie. Wir konnten sogar ein Polospiel sehen. Imphal behauptet, hier sei das Polo erfunden worden und hier gibt es auch die Poloponies. Die Alkoholbeschaffung war in Imphal ein besonderes Abenteuer, da Manipur ein „dry Country“ ist. Und am vorletzten Tag lernten wir einen Freund von Yonathan, dem Israeli, kennen! Abow, ein Künstler, Filmemacher, Radfahrer und Umweltaktivist. Wir trafen uns abends, dann lud er uns zum nächsten Tag zu ersten Contest des Nachom Arts of contemporary movement ein. Dort sahen wir Nachwuchstänzer zwischen 8 und 30 Jahren-mal wieder ein besonderes Erlebnis. Und abends hatten wir einen wirklich sehr schönen, intensiven, warmherzigen Abend mit seinen Freunden in einem wunderbaren Haus mit selbstgekochter Hausmannskost, Gesang und Musik, tollen Gesprächen und Umarmungen zum Abschied!! Wir waren ganz beseelt als wir ins Hotel zurückgingen. Manipur und seine Menschen haben uns mit Indien versöhnt und wir können uns …

Erdbebennachwehen

Wir hatten geschrieben, dass sehr wenige Gebäude durch das Erdbeben beschädigt wurden. Leider gehört eines davon zum Markt der Frauen. Von vier großen offenen Säulenhallen wurde die jüngste, erst 4 Jahre alt, so schwer beschädigt, dass sie gesperrt werden musste. Nun haben die ganzen Frauen ihre Verkaufsstellen verloren. Noch zwei Tage nach dem Erdbeben konnten wir durch die Halle laufen, wie viele Frauen auch. Als wir von unserem Ausflug um den Toplak See zurückkamen, war alles ringsum mit hohen Wellblechwänden abgesperrt und die Frauen saßen längs der Straße. Es gab ein ziemliches Chaos- nichts Neues für Indien, alle nahmen es mit der üblichen hupenden Gelassenheit. In der Zeitung lasen wir, dass die Betroffenen sehr deutlich und vehement den schnellstmöglichen Wiederaufbau und vor allem die Zurverfügungstellung von Ersatzflächen forderten. Und sie werden bestimmt nicht klein beigeben. Hier sind die Frauen einfach anders als im Rest von Indien. Sehr selbstbewusst, offen, aktiv. Wir haben das Gefühl, dass tatsächlich so etwas wie Gleichberechtigung (?) herrscht. Und zwar nicht erst seit heute. Im Museum haben wir alte Statuen aus …

Der Loktak-See

Durch dieses Maleur mit dem verflixten Permit hatten wir ja nun viel Zeit in Imphal. Da haben wir gedacht, fahren wir doch mal zu diesem See, von dem man so viel Gutes hört. Kurz: er ist fantastisch! Ähnlich wie der bekanntere Inle-See in Myanmar, den wir ja nun verpassen, schwimmen auf ihm dicke Pflanzendecken, auf denen sogar kleine Siedlungen gebaut sind. Diese schwimmenden Inseln können bis etwas über zwei Meter Tiefgang haben und berühren bei normalem Wasserstand nicht den Boden. Da haben wir schon das Problem: weil der See aufgestaut wird, fehlen die jahreszeitlichen Wasserstands-Schwankungen. Ohne zeitweisen Bodenkontakt können aber weniger Nährstoffe aufgenommen werden, wodurch die Pflanzendecke dünner wird. Die Insel-Entstehung beginnt mit Wasserhyazinthen, die sich wie verrückt vermehren. Wenn das eine gewisse Dicke erreicht hat, siedeln sich dazwischen irgendwelche Gräser an, später Schilf und andere Pflanzen. Schließlich verschwinden die Hyazinthen. Wir haben mit einem Boot einen Ausflug zu so einer Siedlung gemacht. Also, ich fand den Boden doch ganz schön schwankend (allerdings weniger als beim Erdbeben!). An den vielen Bambusstangen werden Fischernetze aufgehängt. Gefahren …

Indisches Kino!

Schon lange hatten wir vor, uns einen indischen Film im Kino anzusehen. Wir hatten schon viel darüber gehört, dass es wohl ein besonderes Erlebnis sei. Nun war es soweit. Es gibt nur zwei Vorstellungen pro Tag, um 11.00 und um 14.00 Uhr. Wir entschieden uns für 14.00 Uhr und die Filmwahl fiel nicht schwer, denn es gibt immer nur einen im Angebot. Es war kein Bollywoodstreifen, denn für Hindifilme läuft derzeit ein Bandh – also ein Streik. Nun gut, dann eben ein Regionaler aus Manipur. Da wir weder Hindi noch Manipuri verstehen, war es uns auch egal. Wir leisteten uns die teuersten Sitze im „dressed circle“ für umgerechnet ca. 0,60 € pro Karte. Der Film war eher eine Familiengeschichte mit einfachem Muster. Der Großvater hat zwei Söhne mit Familie, der eine ist traditionell und gut (vor allem die Frau sehr sanft), der andere westlich orientiert mit einer sehr zickigen Frau, die die Hosen an hat. Es ging um die Töchter und Söhne, Heirat etc. Am Ende waren alle friedlich vereint vor dem Hausaltar, die Abtrünnigen …

Ima Keithel Markt- Markt der Mütter

In Manipur scheinen Frauen in der Gesellschaft eine größere, aktivere Rolle als in den anderen indischen Staaten zu spielen. Das war uns schon aufgefallen. Hier in Imphal gibt es etwas ganz Besonderes: Einen großen Markt, der ausschließlich von Frauen organisiert und bestückt wird. Jeden Tag wandern wir durch die engen Gassen des größtenteils überdachten Marktes und genießen die unaufgeregte Betriebsamkeit und Freundlichkeit der Frauen, natürlich all die Farben, Formen und (fast) alle Gerüche. Wir treiben uns vorrangig im Gemüsemarkt rum, dort gibt es auch jede Menge Garküchen. Sie kennen uns wahrscheinlich schon, denn in den inzwischen fast 2 Wochen, die wir hier sind, haben wir nur 3 weitere europäische Gesichter gesehen. Außer dem wellblechüberdachten Teil gibt es noch einen kleinen Geflügelmarkt, auf dem auch Männer verkaufen und 4 als offene Säulenhallen gebaute Betongebäude. Leider wurde eins davon, der „Neue Markt“, ziemlich stark beschädigt. Dazu gibt es einen kleinen Extrabericht. Nun könnt Ihr eintauchen in den Markt der Frauen:

Indische Küche

Auf das indische Essen hatten wir uns schon lange gefreut. Und wir genießen es jeden Tag! Meistens pure veg, also rein vegetarisch, allerdings mit Milch, aber ohne Ei, denn die Chicken Center an der Straße (Stände mit Hühnern in Käfigen, die direkt vor Ort geschlachtet werden) machen keinen Appetit auf Hühnchenfleisch. Wir essen ja nun tagsüber häufig in Straßenrestaurants bzw. dort, wo die Trucker essen. Da es dort üblicherweise keine Speisekarte gibt, schauen wir schon mal in die Töpfe oder auf die Teller der anderen, um uns zu entscheiden. Meistens ist es spannend, weil wir erstens nicht wirklich wissen, was wir bestellen und zweitens, wenn wir es wissen, z.B. Dhal oder Thali, es jedesmal anders schmeckt. Denn nicht nur die Landschaft, Kultur und Sprache ändert sich ca. alle hundert Kilometer, auch die Küche! Indisches Frühstück kann sehr verschieden ausfallen. Bisher haben wir noch nichts gegessen, was uns nicht geschmeckt hätte. Und inzwischen bestellen wir auf Nachfrage auch immer „spicy“! Den Text oben haben wir vor einigen Wochen geschrieben, auf dem Weg nach Varanasi. Inzwischen sind …

Auch das noch! Grenzübergang nach Myanmar für Ausländer geschlossen! Was nun?

Gestern kam die erwartete mail von der Reiseagentur. Aber es war nicht die Nachricht, dass die Permits pünktlich zum 13.01.da seien, sondern dass sie uns leider mitteilen müssten, der Grenzübergang Moreh- Tamu sei bis auf weiteres für Ausländer geschlossen! Aufgrund einer „bad situation“ zwischen Imphal und Moreh. Die Permits seien gestoppt und es würden vorerst keine neuen ausgestellt!! Wir waren geschockt! Es ist doch zum Haareausreißen mit diesen Permits!! Einen Abend lang gab es Krisensitzung. Wir sitzen hier fest! Jetzt gibt es nur noch einen Weg raus aus Indien- Fliegen. Und das wollten wir gerade nicht!!! Und wenn wir schon fliegen müssen, wollen wir dann wirklich noch nach Myanmar? Erste Recherchen ergaben, es dauert über 20 Std um von Imphal nach Yangon oder Mandalay zu kommen, nach Bangkok ebenso. Wir entwickelten Szenarien, wie wir dann in Myanmar reisen könnten und es wurde klar, mit dem Rad geht aufgrund der weiten Entfernungen so gut wie nichts mehr. Und nun alles mit Bus und Zug zu machen, fühlte sich nach Stress an. Das war es nicht, was …

Erdbeben

Heute Nacht gegen vier Uhr Ortszeit wackelte plötzlich das Bett. Ich dachte zunächst, Karin hätte schlecht geträumt (Mann, hat die Frau Temperament!), dann starrten wir uns beide im Dämmerlicht der Nachtbeleuchtung an und es wackelte immer noch. Plötzlich ging das Nachtlicht aus. Versucht mal, im Dunkeln die Taschenlampe zu finden (gelang nicht), das Mindeste anzuziehen, an die Papiere, Geld und Kamera zu denken, das Zimmer abzuschließen und im Dunkeln die Treppe aus dem fünften Stock runter zu gehen, während der Boden sich gefühlte 30 cm hin und her schiebt. Das Beben kam in mehreren Schüben, war allerdings nach etwa einer Minute vorbei. Unten hatten sich etliche Hotelgäste versammelt und viele Bewohner der Innenstadt. Von Panik haben wir nichts gespürt. Unser Freund Patrik hatte in der Aufregung allerdings seine Hose nicht gefunden. Nach 10 Minuten konnten wir bereits im Internet (über Smartphone) lesen, dass die Stärke 6,7 war und das Epizentrum 50 km westlich von unserem jetzigen Ort Imphal lag, also genau da, wo wir vor vier Tagen übernachtet hatten. Patrik hat sein T-shirt als Hose …

Die indische Post und unsere Päckchen- eine Geschichte mit ungewissem Ausgang

Wir hatten in einem der letzten Berichte erwähnt, dass wir in Guwahati 2 kleine Päckchen erwartet/erhofft hatten. Wir hatten sie als general delivery/poste restante also postlagernd auf unsere Namen adressieren lassen. Leider waren sie noch nicht angekommen. Wie schon geschrieben hing das aus Wob noch im Zoll in Neu Dehli und das andere mit Fritz Brille in Kalkutta im Zoll. Da wir ja weiterwollten und es auch nicht abzusehen war, wann die Päckchen ankommen würden, versuchten wir bzw. hatten wir es geschafft, den Senior Post Master zu überzeugen, uns die Post nach Imphal nachsenden zu lassen. Wir mussten einen kleinen Brief aufsetzen mit Begründung und neuer Adresse. Der Post Master rief sogar in Imphal an, um die Adresse zu erfragen! Fritz schrieb die genaue Adresse auf und übergab den schriftlichen Auftrag der Weiterleitung der indischen Post in Person des Post Masters. Mit dem Gefühl alles getan zu haben, was möglich war, fuhren wir los. In Imphal angekommen, radelten wir am 31.12. zur Hauptpost. Wir hatten herausgefunden, dass sie auch Sylvester geöffnet war und waren sehr …

Thagatchari Manipur

Vielen Dank- Manipur! Der letzte indische Bundesstaat, durch den wir radeln, hat uns wieder einmal eine neue Facette Indiens gezeigt! Und dafür sind wir dankbar! Thagatchari ist übrigens Manipuri oder auch Meitei und heißt „menschliche Sprache“. Allein in Manipur (ca.2,5 Mio.EW) werden über 30 Sprachen gesprochen; nicht Dialekte, sondern verschiedene Sprachen! Und Manipuri ist als verbindende Sprache Amtssprache. In den nordöstlichen Bundesstaaten gibt es viele Unabhängigkeitsbestrebungen, immer wieder Unruhen und auch Kämpfe. Hier in Manipur erleben wir eine hohe Militärpräsenz, aber die vielen Militärposten sind ausgesprochen freundlich zu uns. Als wir uns an der Landesgrenze registrieren mussten, reagierten wir etwas irritiert und misstrauisch. Vor allem, weil (wieder mal) anscheinend keiner der anwesenden Grenzer wußte, was mit uns zu tun sei. Es wurde telefoniert und uns bedeutet, wir sollten warten. Nach gefühlten Ewigkeiten kamen dann zwei Uniformierte mit dem Motorrad, die sehr höflich und freundlich zuerst die Schränke öffneten, kostbare Anmeldeformulare herbeizauberten, um sie dann netterweise mithilfe unserer Pässe selbst auszufüllen. Und bereits hundert Meter hinter dem Schlagbaum spürten wir die Veränderung. Die Menschen lächelten uns …

Weihnachten unterwegs

Wir wünschen Euch allen Frohe Weihnachten !! Vielen Dank für Eure Weihnachtsgrüße, sie haben uns sehr gefreut!! Unser Weihnachtsfest fällt diesmal ganz anders aus als sonst… Wir sind gestern, Heilig Abend, nachmittags in Silchar, Assam, angekommen und hatten auf ein schönes Hotel mit warmer Dusche, Internet im Zimmer, einem schönen Essen und vielleicht sogar einer Bar mit Drinks gehofft! Der Tag war sehr anstrengend gewesen. Wir mussten zwar nicht so viele Höhenmeter machen wie tags zuvor und die Etappe war mit 66 km auch nicht so weit, aber !!! Die Straße!!!! Der LKW-Verkehr!!! Auf der Pamirstrecke hatten wir die Straßenqualität von 0 –nicht vorhanden bis 10- bester glatter Asphalt eingeteilt und fuhren meist bei 3-5. Gestern durften wir nach unten die ganze Bandbreite erfahren! Zwischendurch hätte ich schreien können, denn weder auf Mountainbiken durch Geröll noch auf Wüstendurchquerungen war ich eingestellt. Die LKWs suchten sich rumpelnd ihren Weg um bzw. durch die Schlaglöcher, dichte Sand- und schwarze Abgaswolken verbreitend – und natürlich unentwegt hupend. Einmal ein Riesenstau um einen Truck, der mit Achsbruch im Schlagloch …

Assam

Die letzten Tage waren ausgesprochene Flachradeltage. Im Jalapuri Nationalpark sind wir frühmorgens auf einem Elefanten geritten und konnten zwei Nashörner sehen. Sowohl Elefant als auch Nashorn sind schon sehr beeindruckend. Wir sind im Bramaputratal, haben den riesigen Fluss auch schon überquert und wollen jetzt nach Süden runter, Richtung Imphal an der Grenze zu Myanmar. In Guwahati hofften wir auf zwei kleine Briefe- meine Bremsbeläge- und Fritz Brille, die uns  Yonathan aus Kathmandu nachgeschickt hat. Leider sind die Bremsbeläge noch in Dehli und die Brille in Kalkutta. Es war nicht ganz einfach, aber wir haben es geschafft, dass die Post unsre Briefe, wenn sie denn ankommen, nach Imphal weiterschickt. Ab morgen wird es wieder etwas hügeliger und wahrscheinlich dann auch wieder kühler. Abends und morgens ist es schon recht frisch, tagsüber  angenehme 22-24°C. Wir warten immer noch auf unser Special Permit, um mit dem Rad die Grenze nach Myanmar passieren zu dürfen. Die Reiseagentur aus Myanmar, der wir die Unterlagen geschickt haben und die gute Referenzen hat, schweigt seit ein paar Tagen und antwortet nicht auf …

Toy-Train

ist eine Schmalspurbahn (mit 2 Fuß Spurbreite), die von den englischen Kolonialherren gebaut und 1882 in Betrieb genommen wurde. Sie führt von Shiliguri nach Darjeeling und überwindet auf 70 km Länge 2000 Höhenmeter. Die Fahrt ist einfach atemberaubend! Es wackelt, ruckelt und schuckelt, die Diesel- und Dampfloks lärmen und qualmen. Auf einer Seite geht es steil nach oben, auf der anderen gähnt der Abgrund.

Shiliburi- Ab jetzt wieder zu dritt!

In einem Hotel in Shiliburi hatten wir uns verabredet. Patrik hatte für uns drei gebucht und alles lief bestens. Freudestrahlend fielen wir uns in die Arme. Er, von 2 Tagen Taxifahrt ziemlich erschöpft, wir schon etwas erholt, da wir früh angekommen und schon geduscht waren. Und welche Überraschung! Ein weiteres Radlerpaar hatte schon eingecheckt! Cora und Wolfgang! Patrik kannte sie schon vom Pamir! Wir genossen einen netten Abend und überlegten, wie es weitergeht. Darjeeling! Das war klar, aber wie hinkommen? Radeln- 1900Hm, sicher tolle Strecke. – oder den Toy-Train nehmen? Die historische Darjeeling Bahn, Weltkulturerbe und erst seit kurzem wieder in Betrieb? Es war eine schwere Entscheidung und sie fiel für die Bahn aus. Die Räder blieben im Hotel und wir wollten am nächsten Morgen los. Eine winzige Schmalspurbahn mit drei Waggons holte uns am Bahnhof ab und zuckelte los. Leider nur bis zur nächsten Bahnstation, denn der Streik in Darjeeling betraf auch die Bahnstrecke. Kein Durchkommen. Also wieder zurück zum Bahnhof, Fahrkarten zurückgegeben, neue Fahrkarten besorgt und – halt. Es ging natürlich nicht so schnell …

Die letzten Tage in Indien

Die Inder feiern schon wieder; da sind sie wirklich groß. Es ist das „Sonnenfest“. Vorgestern und gestern wurde ordentlich vorbereitet mit unglaublich opulenten Obst-und Gemüseständen, stangenweise wurde Zuckerrohr nach Hause getragen; in den Dörfern wurden Bühnen aufgebaut mit riesigen Beschallungsanlagen, viele Menschen tragen Geschenkkörbe auf dem Kopf; Rikschas liefern solche Körbe aus. Gestern haben wir in Gorakhpur übernachtet und fuhren wie üblich um 7°° los. Am Ortsausgang kamen uns über viele Kilometer bestgelaunte Menschen entgegen, es müssen zehntausende gewesen sein, die am Fluss offenbar „durchgemacht“ haben. Am Nachmittag haben wir uns der nepalesischen Grenze genähert. Wegen irgendwelcher diplomatischen Verwickelungen ist die Abwicklung der LKW’s an der indischen Seite der Grenze verzögert oder ganz blockiert, insbesondere auch wohl der Treibstoffhandel. An den letzten Tankstellen vor der Grenze stauen sich Fahrräder und Mopeds, die Kanister füllen lassen. Ab 11 km vor der Grenze stauen sich die Trucks in Zweier- bis Viererreihen, Lebensmittel, Treibstofftanker … Der Grenzübergang war ganz problemlos, auf der Nepalseite sehr freundlicher Empfang, Visum on arrivel für 40 $ für 30 Tage, keinerlei Kontrollen Nun …

Verbrennung

Unter den vielen Ghats (das sind die Zugänge aus den engen Gassen der Stadt zum Ganges) gibt es zwei Verbrennungsghats, an denen pro Tag etwa 150 Leichen verbrannt werden. Die Asche wird in den Fluss gestreut. Hindus im ganzen Land werden feuerbestattet und die Asche in die örtlichen Flüsse verstreut, aber der Ganges als heiliger Fluss ist eben etwas ganz Besonderes, und das schon seit sehr sehr langer Zeit. Am südlichen der Verbrennungsghats gibt es jetzt auch ein elektrisch betriebenes Krematorium, das aber nur für Unbemittelte in Frage kommt. Die Verbrennung dort soll etwa 1000 Rupien (~15 €) kosten, die traditionelle Art auf Holz etwa das zehnfache.