Alle Artikel in: Begegnungen

Steine für Rolf

Als wir vor einigen Jahren in die USA aufbrachen, hatte mein Freund Rolf eine Bitte: wir mögen ihm einen Stein aus dem Yellowstone-Park mitbringen. Haben wir gemacht. Gelb war er, natürlich, wenn das schon „Yellowstone“ heißt. Ich glaube, er hat sich damals ziemlich gefreut. Dieses Mal hat Rolf keine Wünsche geäußert. Kein Wunder: er ist vor einigen Jahren tödlich verunglückt. Ich habe ihm trotzdem einige Steinchen mitgebracht und werde sie demnächst auf sein Grab legen. Ich hoffe, dass irgendetwas von ihm in diesem Universum existiert, was sich auch dieses Mal darüber freut, dass man noch an ihn denkt.

Jiading

Mit Jiading verbindet uns eine Städtefreundschaft. Und so lag es nahe, dort hinzuradeln. Unsere Wolfsburger Stadtverwaltung hatte bereits lange im Vorfeld unser Kommen den dortigen Kollegen angekündigt und um Unterstützung gebeten. Diese war auch auch prompt erfolgt. Mit einem offiziellen Einladungsschreiben von Jiading bekamen wir in Hanoi das 60-Tage-Visum völlig problemlos. Als Dank überbrachten wir eine Grußbotschaft unseres OBs Herrn Mohrs. In Jiading wurden wir herzlich empfangen und sehr gut betreut und in jeder Beziehung verwöhnt. Wir besuchten das Sportamt, den Konfuziustempel, das Museum of modern arts, hatten interessante Gespräche, wurden zum Essen eingeladen und am Nachmittag gab es ein Presseinterview. Wir kamen uns schon ganz schön wichtig vor. Jiading ist eine moderne internationale Großstadt. Wie überall in China (dort, wo wir geradelt sind) ist eine enorme Dynamik zu sehen. Fast alles wirkt neu, die kleine touristische Altstadt ist herausgeputzt. Immer wieder beeindruckend für uns sind die hochwertigen Grünanlagen. Kilometerlang geschnittene Hecken und Anpflanzungen, aufwändig gestaltete Seitenstreifen an Straßen und Plätzen. Und natürlich ist diese ganze Gegend geprägt von Automobilindustrie; vor allem VW, aber auch anderen. Es fahren überwiegend große neue …

Rückblick auf die letzten Tage in Vietnam

Zum Abschied hat uns Vietnam noch zwei besondere Begegnungen geschenkt. Die Erste: Wir waren gerade mal 50 km aus Hanoi rausgefahren und wollten in der Stadt Chi Lang Pause machen. Da sprach uns ein Mann aus dem Taxi heraus an, in recht gutem Deutsch. Zuerst verstanden wir ihn nicht gut und reagierten etwas abweisend. Aber er blieb dran und schließlich war klar, dass er in Deutschland gelebt hatte und mit uns ein wenig reden wollte. Wir willigten ein und stoppten am nächsten Restaurant, wo er uns zu einem kleinen Essen einlud. Er erzählte, dass er lange in Deutschland, aber auch Italien und Frankreich gelebt und gearbeitet habe und nun wieder zurück sei. Er habe ein Frühstücksrestaurant und wollte es uns unbedingt zeigen. Außerdem heirate heute die Nachbarstochter und wir könnten doch mit ihm mitkommen. Nach kurzer Beratung- schließlich hatten wir eine längere Etappe geplant- stimmten wir zu und folgten ihm zu seinem Restaurant. Es heißt tatsächlich: Pho Gulasch! Und er ist sehr stolz darauf! Er verkauft zwischen 150-200 Essen pro Vormittag und den Rest des …

Vientiane

BeerLaos -eines der wichtigsten Transportgüter in Laos! Wir schauen uns nur ein paar Sachen an, suchen nach Radhosen für Fritz, einen Fahrradschlauch, ein paar Schräubchen und Müsli. Bis auf die Radhosen finden wir alles. Die muss dann halt noch bis Hanoi warten. Ihr könnt Euch nicht vorstellen, wie toll es ist, in einem kleinen Supermarkt Müsli zu finden! Klingt vielleicht blöd, aber wie schon häufiger erwähnt, die Nudelsuppe zum Frühstück… Außerdem starten wir seit ein paar Tagen wieder so früh, dass es noch nicht mal die gibt. Und in den Bergen von Laos rechnen wir ebenfalls mit morgendlicher Selbstverpflegung. Also sind zwei Kilo Haferflocken mit Trockenobst ‚ne feine Sache. Auch wenn wir bereits in Vietnam das Gefühl hatten, jetzt ist mal gut mit Vergangenheitsbewältigung- hier in Laos haben die Menschen noch ganz intensiv damit zu tun. Ca. 80 Millionen Streuminen verseuchen das Land nach wie vor! Und da die Menschen in den Dörfern arm sind, ist der Verkauf von Schrott oft das Einzige, womit sie Geld verdienen können. Händler ziehen durch´s Land, verkaufen ihnen Metalldetektoren …

War Remnants

Wir sind ja alte Leute. Für uns ist der Vietnamkrieg lebendige und gut erinnerliche Geschichte: Vietnam-Demos (Fritz), Protestsongs … Nirgends auf der Reise haben wir so viele Menschen mit Lähmungen, Missbildungen („Agent Orange“=Dioxin) und Verlust von Gliedmaßen  (Antipersonen-Minen) gesehen wie im Mekong-Delta und Saigon. Nun hat man im „War Remnants Museum“, nachdem die US-Armee 1975 Hals über Kopf das Land verlassen hatte, die Hinterlassenschaften zusammengetragen, vom Transporthubschrauber bis zur Streumunition und Nagelbomben. Kaum erträglich sind Fotos des Krieges, auch mit schonungsloser Darstellung der Opfer auf beiden Seiten. Das Gift und explodierende Blindgänger fordern bis heute in der dritten Generation ihren Tribut. Wir haben Saigon verlassen in Richtung von Cu Chi, eine kleine Stadt kaum 40 km nordwestlich des Stadtzentrums. Hier wurden die Tunnelsysteme, in denen die Vietcong jahrelang lebten und von denen aus sie gekämpft haben und die es an vielen Orten Südvietnams gab, rekonstruiert und erhalten. Ich bin da mal reingekrochen:  ein Mensch meiner Statur und ohne Platzangst kann da mit Mühe entlang kriechen, ein stabiler GI mit Ausrüstung hat da keine Chance. Sie …

Unfallhilfe

Etwa 30 km vor Siem Reap kamen wir drei als Ersthelfer zu einem Unfall, den wir aber selbst nicht gesehen haben. Ein Truck war, wie hier üblich, beim Linksabbiegen ziemlich früh auf die linke Fahrbahn gezogen und hat dabei einen PKW frontal erwischt. Der war völlig zerstört und lag nun auf dem Dach. Die Beifahrertür war überraschend mit etwas Gewalt zu öffnen. Der Beifahrer war fast unverletzt aber völlig neben der Spur. Den schwerverletzten und bewusstlosen Fahrer konnten wir aus dem Wrack befreien. Der Mann hatte schwere und stark blutende Gesichts- wahrscheinlich auch Schädelverletzung, die wir nur notdürftig mit ein paar Papiertüchern, die wir im Wagen fanden, abdecken konnten. Derweil hatten sich eine Menge Leute angesammelt, die aber bis auf einen Mann, der dem Verletzten lange mit einer Pappe Luft zufächelte, nichts anderes taten als mit ihren Smartphones zu fotografieren! Immer wieder kamen Leute dazu und versuchten ein Foto von dem jungen Mann zu schießen. Immerhin hatte wohl jemand Polizei und Rettungsdienst bestellt. Die Polizei war zuerst (nach ca. 30 min.) da, regelte den Verkehr …

Soviel Neues zu berichten! Stichworte: Christoph, Kambodscha, Angkor Wat, Federika

Entschuldigt, dass wir uns so lange nicht gemeldet haben. Zuerst hatten wir in Phuket Urlaub, dann zurück in Bangkok noch einen Tag für Räder fitmachen und packen. Und am nächsten Tag ging´s wieder aufs Rad. Zuerst etwas wackelig, aber nach 1-2 km fühlte sich alles wieder normal und richtig an. Den ganzen Tag – wie übrigens die ganze nächste Woche – hatten wir zügigen Gegenwind. Dafür war die Straße supergut, plattes Land und große Ausfallstraße. Nach 85 km kamen wir um halb drei (anstatt wie verabredet um drei) an einer großen Kreuzung an – und Christoph war schon da!! Er war aus Pattaya morgens losgeradelt und hatte schon 100 km in den Beinen. (Er ist auch noch ein paar Jahre jünger als wir 😉 ) Ein paar Worte zu der Geschichte. Vor nunmehr drei Jahren waren wir mit dem Rad in Rumänien. Eine erste Annäherung an den „unbekannten wilden Osten“ war das damals. Dort lernten wir auf einem der wenigen Campingplätze, die es gab, Christoph kennen. Er war mit dem Motorrad unterwegs und machte Urlaub …

Übrigens…

wenn Ihr Lust habt, schaut doch ab und zu mal auf die Seite „unterwegs getroffen“. Dort haben wir einige links zu Radlern gesetzt, die wir kennengelernt haben. Und wir aktualisieren sie immer mal wieder. Und ebenso die „Video“-Seite. Dort sind aktuell zwei kleine Unterwasserfilmchen zu sehen. Nichts Dramatisches.

Lola

Eine ganz besondere Frau!! Wir haben sie in Mawlamyine kennengelernt, wo sie abends alleine am Tisch auf der ansonsten voll besetzten Dachterrasse mit Seeblick saß. Wir fragten und sie lud uns erfreut ein, uns dazuzusetzen. Lola ist kein Kind von Traurigkeit und so entspann sich schnell ein Gespräch. Sie sei Engländerin und erzählte, dass sie morgen Geburtstag hätte, der 77igste!! Sie reise schon viele Jahre, früher mit ihrem Mann die üblichen 4-6 Wochen, seit ihrer Berentung jeweils 6 Monate im Jahr durch die Welt und im Laufe des Abends wurde klar, dass sie ein richtiger Althippi ist! Mit ihrem Mann sei sie 1970 auf der Ile of Wight gewesen und habe im Hotel Leonard Cohen kennengelernt! Und er habe für sie gespielt und gesungen, u.a. „Susanne“!!! Ist das nicht irre? Und 2008 habe sie Backstage beim Big Chill festival gestanden, um ihn wiederzutreffen! Und er habe ihr ein Autogramm gegeben (das einzige) und sich sogar an sie erinnert- nach 38 Jahren! Auf youtube gibt es ein video von ihr. https://www.youtube.com/watch?v=t1U_9B5GXRQ Übrigens reist sie dieses Jahr …

Imphalfotos

Wir waren so lange in Imphal, dass sich Fotos ansammelten, die wir in keinem anderen Beitrag sinnvoll unterkriegten. Da wir sie dennoch ganz interessant finden, gibt es jetzt zum Abschluss noch eine kleine Galerie. Wir konnten sogar ein Polospiel sehen. Imphal behauptet, hier sei das Polo erfunden worden und hier gibt es auch die Poloponies. Die Alkoholbeschaffung war in Imphal ein besonderes Abenteuer, da Manipur ein „dry Country“ ist. Und am vorletzten Tag lernten wir einen Freund von Yonathan, dem Israeli, kennen! Abow, ein Künstler, Filmemacher, Radfahrer und Umweltaktivist. Wir trafen uns abends, dann lud er uns zum nächsten Tag zu ersten Contest des Nachom Arts of contemporary movement ein. Dort sahen wir Nachwuchstänzer zwischen 8 und 30 Jahren-mal wieder ein besonderes Erlebnis. Und abends hatten wir einen wirklich sehr schönen, intensiven, warmherzigen Abend mit seinen Freunden in einem wunderbaren Haus mit selbstgekochter Hausmannskost, Gesang und Musik, tollen Gesprächen und Umarmungen zum Abschied!! Wir waren ganz beseelt als wir ins Hotel zurückgingen. Manipur und seine Menschen haben uns mit Indien versöhnt und wir können uns …

Indisches Kino!

Schon lange hatten wir vor, uns einen indischen Film im Kino anzusehen. Wir hatten schon viel darüber gehört, dass es wohl ein besonderes Erlebnis sei. Nun war es soweit. Es gibt nur zwei Vorstellungen pro Tag, um 11.00 und um 14.00 Uhr. Wir entschieden uns für 14.00 Uhr und die Filmwahl fiel nicht schwer, denn es gibt immer nur einen im Angebot. Es war kein Bollywoodstreifen, denn für Hindifilme läuft derzeit ein Bandh – also ein Streik. Nun gut, dann eben ein Regionaler aus Manipur. Da wir weder Hindi noch Manipuri verstehen, war es uns auch egal. Wir leisteten uns die teuersten Sitze im „dressed circle“ für umgerechnet ca. 0,60 € pro Karte. Der Film war eher eine Familiengeschichte mit einfachem Muster. Der Großvater hat zwei Söhne mit Familie, der eine ist traditionell und gut (vor allem die Frau sehr sanft), der andere westlich orientiert mit einer sehr zickigen Frau, die die Hosen an hat. Es ging um die Töchter und Söhne, Heirat etc. Am Ende waren alle friedlich vereint vor dem Hausaltar, die Abtrünnigen …

Shiliburi- Ab jetzt wieder zu dritt!

In einem Hotel in Shiliburi hatten wir uns verabredet. Patrik hatte für uns drei gebucht und alles lief bestens. Freudestrahlend fielen wir uns in die Arme. Er, von 2 Tagen Taxifahrt ziemlich erschöpft, wir schon etwas erholt, da wir früh angekommen und schon geduscht waren. Und welche Überraschung! Ein weiteres Radlerpaar hatte schon eingecheckt! Cora und Wolfgang! Patrik kannte sie schon vom Pamir! Wir genossen einen netten Abend und überlegten, wie es weitergeht. Darjeeling! Das war klar, aber wie hinkommen? Radeln- 1900Hm, sicher tolle Strecke. – oder den Toy-Train nehmen? Die historische Darjeeling Bahn, Weltkulturerbe und erst seit kurzem wieder in Betrieb? Es war eine schwere Entscheidung und sie fiel für die Bahn aus. Die Räder blieben im Hotel und wir wollten am nächsten Morgen los. Eine winzige Schmalspurbahn mit drei Waggons holte uns am Bahnhof ab und zuckelte los. Leider nur bis zur nächsten Bahnstation, denn der Streik in Darjeeling betraf auch die Bahnstrecke. Kein Durchkommen. Also wieder zurück zum Bahnhof, Fahrkarten zurückgegeben, neue Fahrkarten besorgt und – halt. Es ging natürlich nicht so schnell …

Unterwegs nach Varanasi 2

  Anders als gedacht und auch angekündigt, finden wir an der Straße, immerhin eine Hauptverkehrsstraße, außerhalb von größeren Städten keine Unterkünfte. Wir haben den Tipp bekommen, in den Städten in der Nähe des Zug- oder Busbahnhofs zu suchen, dort gäbe es einfache Hotels. Das war ein guter Hinweis und so machen wir es auch. D.h. aber auch: kein Bahnhof- kein Hotel! Und so fahren wir die nächsten 5 Tage notgedrungen sehr lange Etappen- unsere längste überhaupt mit 165 km! Gottseidank ist die Gegend eben und die Straße meistens ganz gut. Wir stellen uns den Wecker auf 5.15 Uhr und fahren zwischen 6 und 7 Uhr los. So haben wir bis mittags manchmal schon 80 km geschafft. Es klappt ganz gut und wir sind auch ein bisschen stolz auf unsere Leistung. Und wir haben in Varanasi das dringende Bedürfnis nach ein paar Tagen Erholung. Jedes Erlebnis, das wir hier haben, lehrt uns ein kleines Stückchen mehr von Indien und lässt uns mehr ankommen. Z.B. die Geschichte mit dem kleinen Straßenrestaurant. Gegen unsere Gewohnheit, nur dort anzuhalten, …

Unterwegs Richtung Varanasi

Es ist immer wieder faszinierend, wie unterschiedlich die Landschaften sind, durch wir radeln. Jemand sagte uns, hier würden sich alle 100km die Menschen, die Sprache, das Essen, die Kultur ändern. Das trifft auch auf die Landschaft zu. Auch die Tiere ändern sich. In dieser Gegend laufen viele Schweine rum. Kleine, größere, meist wildschweinartig borstig, Sauen mit Ferkelchen, manchmal ganze Rotten – wohlgemerkt, nicht in der freien Natur, sondern in den Dörfern, auf den Straßen und mitten im Leben. Keiner kümmert sich um sie, wenn sie überall im Müll nach Essbarem wühlen, keiner will ihnen Böses. Sie haben anscheinend keine natürlichen Feinde hier, denn gegessen werden sie nicht. (Wenn ich sehe, was sie fressen, möchte ich sie auch nicht essen!). Das gleiche gilt für Hunde. Zu ihnen gibt es noch ab und an eine Beziehung, da sie auch als Wachhunde gehalten werden- selten mal als „Schoßhunde“ an der Leine oder im Zwinger. Einmal sah ich einen sehr abgemagerten Mann am Straßenrand sitzen, der ein Stückchen Brot mit einem Hund teilte. Ach ja, und hier sehen wir …

Nachtrag: Wolfsburger Treffen

Wir berichteten von Iris und Helmut, dem Wolfsburger Paar, die für VW in Pune sind. Vor ein paar Tagen erreichte uns eine mail von einem guten alten Freund in der Nähe von Bonn. Er habe von seiner Schwester, die in Lissabon lebe eine Nachricht erhalten, Freunde von ihr, die ein paar Jahre in Lissabon gelebt hätten und nun für VW in Indien seien, hätten ein Wolfsburger Radlerpaar getroffen. Ob das seine Freunde sein könnten?? – Ja das sind wir!! So verrückt klein ist die Welt!! Euch beiden, liebe Iris und lieber Helmut, an dieser Stelle nochmals Danke und weiterhin gutes Einleben!

Der indische Radreisende

Indische Radreisende sind ja eine Seltenheit. Dieser ist auf diesem Rad seit neun Jahren in Indien unterwegs. Das Rad ist tip-top in Ordnung, hat indische Bremsen und keine Schaltung. Und er fährt barfuß! Er fuhr so einen Affenzahn, dass wir Mühe hatten, Schritt zu halten. Als Moslem (grün ist die Farbe des Islam) plant er jetzt den Hadsch, also die Pilgerreise nach Mekka – zu Fuß!   der Artikel ist von Fritz

Besuch auf einem Bauernhof

Man wird hier ja häufig von Mopedfahrern beim Fahren angesprochen, bevorzugt in schwierigen Verkehrssituationen, der übliche small-talk, woher-wohin, in Hindi oder bestenfalls gebrochenem Englisch. Vor einigen Tagen sprach mich gegen 5°° p.m.  jemand deutlich anders an, in sehr gutem Englisch und ich spürte wirkliches und weitergehendes Interesse. Satish, so heißt er, lud uns auf den Bauernhof seiner Familie ein, der 30 km entfernt sei. Das würden wir per Rad vor der Dunkelheit nicht mehr erreichen (und man soll in Indien ja nicht im Dunkeln Rad fahren!), also wurde ein Pick-up angehalten, der uns 20 km weiter brachte. Die letzten vier km bester dirt-road mussten wir in der Dämmerung radeln, dann waren wir da. Die (Groß-)Familie lebt auf diesem Grundstück (mehrere ha) seit vier Generationen. Unser Freund Satish ist 30, studiert BWL-Master und hat vor einem halben Jahr geheiratet. (Die Ehe wurde wie üblich von den Eltern/Schwiegereltern vermittelt und er lernte seine Frau ca. 8 Wochen vor der Hochzeit kennen). Das neu gebaute und jetzt bewohnte Haus wurde vor drei Monaten bezogen; darin leben Satish mit …

Wolfsburger Treffen in Pune

Zuallererst: Wir haben vom Erdbeben nichts mitbekommen, weder medial noch physisch. Wir sind zu weit südlich und meistens offline. Nun zu Pune! Unsere erste indische Großstadt! Und wir sind ganz gut durch den Verkehr gekommen. Wie immer mit erhöhtem Adrenalinspiegel; aber inzwischen schon an den Linksverkehr gewöhnt (meistens) war die Herausforderung die Verkehrsdichte und das unglaubliche Hupkonzert. Aber wie gesagt, dank Fritz‘ GPS haben wir schnurstracks zum Osho- Meditationszentrum gefunden. Das mussten wir einfach sehen! Es ist mitten in der Stadt gelegen, im Koregeon-Park, einer noblen Ecke mit riesigem alten Baumbestand, wo alle Häuser/Villen eigene Wachen haben. Und bereits 100m vor dem Eingang ins Zentrum beginnen die Absperrungen, um den Verkehr auf Schritttempo zu reduzieren; incl. einer Polizeiwache, die höchst aufmerksam ist. Nach einem Blick und einem schnellen Foto, denn wir wurden gleich wegkomplimentiert, haben wir knapp 500 m weiter ein Hotel gefunden, übrigens eine 80 Jahre alte Kolonialzeit-Villa mit einer ganz besonderen Atmosphäre. Es war etwas Besonderes. Abends dann auf der Suche nach etwas Essbarem und Internet sind wir in einem Schnellimbiss gelandet und …

Ein Tag voller Überraschungen

Nachdem wir nun im „richtigen“ Indien unterwegs sind, stellen wir fest, dass die Menschen mehr grüßen, uns zulächeln und winken. Und wir hatten einen wunderbaren Tag: Es begann mit überraschenden Begegnungen. Die erste: ein Gepäckradler, der uns morgens entgegenkam! Er schob sein Rad und war völlig platt, dass wir just in dem Moment auftauchten, als sein Gepäckträger zusammengebrochen war! Leider konnten wir ihm auch nicht helfen, nur mit der Zuversicht, dass in 5 Km die nächste kleine Stadt sei, wo er sicher jemanden finden würde, der ihm seine suboptimale Eigenkonstruktion wieder zur Funktionsfähigkeit verhelfen könnte. Er war Engländer, von Dehli gestartet und es war seine erste große Tour. Und trotz seinem Pech gut drauf! Nun wussten wir, es gibt auch Reiseradler in Indien!! Und kaum eine halbe Stunde später kommen uns Nicole und Francoise aus Straßburg entgegen! Sie sind seit Juli unterwegs. Europa, dann von Istanbul nach Mumbai geflogen und jetzt für 2 Jahre oder länger (?) on the road. Als frisch gebackene Frührentner können sie zwar Fritz altersmäßig nicht schlagen, denn er ist erst …