Monate: September 2015

Doswedonje Zentralasien!

Jetzt sind wir fast drei Monate in Zentralasien herumgereist. Und es war toll! Wir waren in Wüsten und im Hochgebirge zwischen den 6000ern, hatten 50° Hitze und Frost. Wir sind über perfekten Asphalt gefahren und über Geröllhalden, haben die Räder durch Flüsse und über Schotterpisten geschoben. Waren zu zweit und bis zu fünft unterwegs. Ein Dutzend Pässe über 3000 Meter, die Hälfte davon über 4000 Meter. Yaks und Murmeltiere gesehen. Geschlafen haben wir in Jurten, Lehmhütten, Hostels, im Hotel mit Pool und im Zelt bei Sandsturm auf 4000 Meter Höhe. In eiskalten Gebirgsbächen gebadet und im erstaunlich warmen Gebirgs-See. Wir haben große Gastfreundschaft erlebt aber auch Steinwürfe von Kindern. Zu essen gab es Ploff (Reisgericht), Hammelsuppe, Kebab, Lakhman (eine Nudelsuppe), Müsli, Datteln, Nüsse, Kekse, immer wieder Spaghetti und manchmal nur trockenes Brot. Trinkwasser wurde aus Flüssen genommen und gefiltert. Außer in den großen Städten (Dushanbe, Mary, Korogh, Osh und Bischkek) mit halbwegs westlichem Standard sind die Versorgungsmöglichkeiten auf dem Lande rar. Ein Wasserleitungssystem oder gar Entwässerung gibt es ebenso wenig wie eine Stromversorgung, dementsprechend auch …

Von Osh nach Bishkek

Da hatten wir gedacht, wir hätten die dicken Berge hinter uns, aber nix da! Kirgistan ist doch viel bergiger als gedacht (und gehofft!). Und abgesehen von den großen Städten auch genau so dünn besiedelt wie die anderen zentralasiatischen Staaten. Deswegen gab‘s auch kein warmes Homestay sondern eine Woche Camping – meist an extrem schönen Orten … … manchmal aber auch in Feuchtgebieten mit dem Charme der sozialistischen Vergangenheit. An diesem Tag hatte es geregnet und wir haben denn doch ein Dach über dem Kopf gesucht und gefunden, allerdings ein undichtes. An den Dutzend Stellen, wo es durchregnete, wurden Eimer und Schüsseln aufgestellt. Die drei Damen, die das Hotel versorgen, waren guter Dinge und sehr bemüht um uns. Und der Garten war super gepflegt! Ein Lagerplatz am Toktugul-Stausee ist der Erwähnung wert: Wir hatten – gerade zu viert unterwegs – bei einem Roadside-Restaurant nach Abendessen und Lagerplatz nachgefragt. Beides wurde uns in hervorragendem Maße gewährt: bei malerischer Aussicht und Hollywood-Schaukel genossen wir frische gebratene Forellen. Am 18. Haben wir unseren 10.000sten Kilometer gefahren! Die Herbstfärbung wird …

Ein paar Eindrücke aus Osh …

… vor allem von der Fresszeile des Basars. Der Basar ist eigentlich einer wie andere auch, offene Stände mit Überdachung, wuselig und eng, hat aber doch eine interessante Gastronomie. In der Halle bieten etwa 15 Frauen verschiedene Gerichte an, Suppen, Ploff, Kebab, Salate, Hammelbeine, Torten und verschiedenerlei Teigtaschen. Es ist eine gute Gelegenheit, Menschen mit Gesichtern zu beobachten, denen man ansieht, dass das Leben nicht immer einfach ist. In ganz Zentralasien sind übrigens diese Besen ohne Stiel verbreitet, die man nur gebückt verwenden kann; es gibt keine mit Stiel. Den Grund dafür haben wir nicht herausgefunden, vielleicht haben die Menschen hier so gerne Rückenschmerzen? Die Dokumentation von Hochzeiten in aufwendigen Videoproduktionen hat hier wie in vielen anderen Ländern einen hohen Stellenwert. Auf dem Foto von dem Hochzeitspaar vor der Lenin-Statue sieht man einen kleinen grünen Leuchtpunkt: das ist eine Drohne, mit der die Party von oben gefilmt wurde. Eine Sache ist leider dabei schief gegangen: vielleicht weil es gerade zu regnen begann, sind die beiden weißen Tauben, die die Braut hat fliegen lassen, spornstreichs unter …

Viehmarkt in Osh

Wir berichteten, dass wir unterwegs viele Herden auf der Straße nach Osh sahen, die zum Tiermarkt unterwegs waren. Der Animalmarket fände Samstags und Sonntags statt, leicht zu erreichen mit den Minibussen der Linie 105. Also sind wir Sonntag am späten Vormittag- nach einem ausführlichen Frühstück!- los. Es wurden keine großen Herden gehandelt, sondern Einzeltiere. Vielleicht waren wir dafür zu spät, oder diese werden an einem anderen Platz gehandelt, oder… Nichts destotrotz war der Markt sehr eindrucksvoll für uns. es machte Spaß einfach nur zu schauen. Wir wurden genauso „beschaut“ und auch neugierig angesprochen. Hier ein paar Eindrücke:

Der höchste Pass und dann ab in die Wärme

Drei Pässe über 4000m warteten noch auf uns, als wir von Murghab losradelten. Der erste war der Höchste und wir wussten, dass die letzten drei Kilometer steil und grober Schotter sein würden. Bis dahin ging es jedoch durch eine – wie immer – ganz irre Bergwelt. Das Wetter brachte uns zwischendurch weitere kleine abenteuerliche Erfahrungen mit Starkwind von vorne voller Sand und Schneegraupel, eisig kalt. Abends suchten und fanden wir ein Plätzchen für die Zelte- wir waren wieder zu dritt, die anderen trafen wir z.T. erst in Osh wieder. Schnell Zelt aufbauen, kochen, essen und dann ab in den Schlafsack. Um 19.30 Uhr lagen wir im Zelt und lasen mit klammen Fingern noch ein Weilchen. Morgens war es mit -6°C nicht gerade heimelig und wir begrüßten die ersten Sonnenstrahlen, die uns erreichten mit Begeisterung. Der Akbaytal-Pass, 4655m hoch, ist der höchste Pass des Pamir-highways und wir waren oben!! Um 11.30Uhr schoben wir unsere Räder langsam zur Passhöhe und Ihr glaubt es nicht- im selben Augenblick erschien auf der anderen Seite des Passes der Kopf eines …

Murghab

Murghab erreicht! Wir waren schon ganz schön stolz und auch kaputt. Vor dem kommenden höchsten Pass hatten wir jedoch Respekt und dachten, ein Tag weitere Höhenanpassung kann nicht schaden und so legten wir einen Tag Pause ein. Von der Vorstellung, Murghab sei eine Stadt wie Korogh hatten wir uns schon verabschiedet. Einige hatten uns schon vorgewarnt, es sei einfach Alichur in Groß, seit Monaten Stromprobleme und kein Internet. Wir hatten also unsere Ansprüche schon runterreguliert und freuten uns deshalb über das, was wir vorfanden, mehrere homestays und ein Hotel. Wir entschieden uns für das Hotel mit Dusche und vermeintlich stabilerer Stromversorgung. Ein Generator sorgte tatsächlich für stundenweisen Strom und so konnten wir unsere Geräte nach und nach aufladen. Der Bazar war einfach sehenswert. Eine Containerstraße, in jedem ein kleiner Shop, für alles, was der Mensch so braucht. Wir waren ganz glücklich, frisches Gemüse und Obst zu finden. Ein Tag Pause zum Erholen, Wäschewaschen, Essen. Im Laufe des Tages kamen immer mehr Radler an. Ganz schön verrückt! Einige hatten wir schon in Dushanbe getroffen, andere in …

Jurten-homestay

Nach einem wunderbaren Tag auf Asphalt durch ein langes Hochtal mit vereinzelten Jurten, Yak- und Schafherden, Rückenwind und einem fast geschenkten Pass beschlossen wir, nicht nach Murghab durchzufahren-was durchaus möglich gewesen wäre, sondern die Gelegenheit zu einer Jurtenübernachtung zu nutzen. Die Gegend ist so einsam und still, wie es in Europa nicht vorstellbar ist. Sehr vereinzelt mal ein chinesischer Truck, noch seltener ein Jeep, das war´s. Und mitten im Nichts ein Jurtenhomestay. Ein kleines Mädchen, ca. 9 Jahre alt, sah uns kommen und radelte eilig vom Hof die 100 m auf die Straße, um uns zu begrüßen und lud uns mit den Worten „homestay“ ein. Und so hatten wir einen sehr beeindruckenden Abend. Zur Begrüßung gab es den üblichen Chai, mit Brot, frischer fester Sahne und Joghurt. Joghurt und Sahne streicht man mit einem Löffel aufs Brot. Messer gibt es in ganz Zentralasien zum Essen eigentlich nicht. In der Jurte war, anders als letzte Nacht, beheizt und wirkte belebt; auch durch die Ausstattung: Vom großen Feldstecher, einer alten Nähmaschine, Barbiepuppe bis zum Tintenfass. Hinter einem …

Pamir-highway (M41) bis Murghab

Hier kommen ein paar fotografische Eindrücke vom „richtigen“ Pamir-High-way, also der M41, der wir nach dem Roshtqala-Valley gefolgt sind, erstmal nur bis Murghab. Es sind Fotos vor und nach Alichur. Die erste Begeisterung über den Asphalt und die angenehm fahrbare Steigung sank ganz langsam, als wir das Schild 12% sahen und gleichzeitig die Schotterstrecke begann. Die Landschaft war nach wie vor einfach grandios und ich genoss sie, während ich schwer japsend immer wieder beim Schieben stehenblieb. So lange Schiebestrecken hatte ich bisher noch nie. Fredrika kurbelte diesen Pass einfach hoch und war bald verschwunden. Fritz musste nicht ganz so viel schieben und war dabei auch noch schneller als ich. Kennt Ihr das Gefühl in der Lunge, wenn eine Erkältung/Husten im Anmarsch ist und der Brustkorb beim Atmen irgendwie weh tut? So ging es mir bei Höhen über ca. 3500m. Je höher wir kamen, desto wichtiger wurde es für mich, nicht richtig atemlos zu werden, denn das Gefühl, nicht mehr genug Luft zu bekommen, beherrschte dann alles und es dauerte lange, bis sich die Atemfrequenz wieder …

Alichur

Einen solchen Ort haben wir noch nicht gesehen. Verstreut auf einer kargen Hochebene auf knapp 4000 m liegen einige hundert flache Lehmziegelbauten. Dazwischen Schotter. Fast keine Autos. Schule, Kindergarten, ein Gesundheitszentrum, Moschee, vier Läden („Magazin“), ein Trucker-Restaurant an der Durchgangsstraße. Fünf Brunnen. Einige Homestays. Der Ort ist mit Strommasten gespickt, aber es gibt keinen Strom. Zur Russen-Zeit, also vor 25 Jahren, gab es einen Diesel-Generator. Der ging aber kaputt, und zudem fehlt dem Ort das Geld, Diesel auf dem Weltmarkt zu kaufen, den Russland vorher zu Freundschaftspreisen geliefert hatte. Jetzt haben viele Häuser sehr kleine Solar-Panels (~1/2 qm) und eine Autobatterie als Speicher. Dazwischen ist ein Regelmodul chinesische Bauart geschaltet. Damit werden abends Leuchtdioden betrieben. Viele Häuser haben Satelliten-Schüsseln, also gibt es auch Fernseher. Im Winter (der übrigens sehr kalt aber schneearm ist) sollen etwa 2000 Menschen im Ort leben, überwiegen Kirgisen (die übrigens die eine Stunde von der Zeitzone abweichende kirgisische Zeit verwenden!). Die Hälfte von ihnen ist jetzt im Sommer mit den Herden in den Bergen, also noch höher. Im Gesundheitszentrum gibt es …

Pamir: Roshtqala-Valley

Von den drei Möglichkeiten, die wir nach der Freigabe des Pamir-Highways hinter Korogh hatten, haben wir die mittlere gewählt: weil wir erwarteten, die M41 total überlastet zu finden (was nicht stimmte) und gehört hatten, dass das Wakhan-Valley durch die zwischenzeitliche LKW-Nutzung noch schlechter geworden sei. Die Wahl war gut. Inzwischen zu fünft unterwegs fanden wir unerwartet die ersten 60 km asphaltiert und mit moderater Steigung. Abends fanden wir schöne Plätze am Shakhdara-Fluss. Je höher wir kamen, desto fantastischer die Landschaft. In 4000 Meter Höhe weiden Schafe, Rinder und Ziegen. In der Ferne leuchteten schneebedeckt die höchsten Berge der Region, der Pik Marx und der Pik Engels (die heißen wirklich so!). Je näher wir dem Maisara-Pass kamen, desto steilere kurze Anstiege gab es, die uns beiden Alten in dieser Höhe deutlich mehr ausmachten als unserer schwedischen Freundin mit ihren 23 Lenzen. (Wir haben übrigens auf der ganzen Reise keine Reiseradlerin getroffen, die älter als Karin war und keinen, der älter als ich war. Seniorenreise!) Kurze Schiebestrecken aufgrund der Steigung und des groben Schotters bis Felsuntergrunds ließen …

Im Relax-modus!

Erstmal nur eine kurze Meldung. Wir sind in Osh, Kirgistan, angekommen!! Der Pamir liegt hinter uns und wir genießen nun die Wärme, ein Zimmer mit WC und Dusche, das Frühstücksbuffet und sogar einen Pool!! Unglaublicher Luxus!! In den nächsten Tagen werden wir ausführlicher über die letzten Wochen berichten. Das Internet ist hier gut, aber tagsüber doch eher langsam. Seid also erstmal beruhigt, uns geht es supergut. Wir sind stolz wie Harry auf unsre Leistung und futtern uns jetzt rund. Alles weitere in Kürze! Inclusive Fotos!