Monate: März 2015

Es geht weiter

Eigentlich gab´s von allem etwas und teilweise recht viel.- Wettertechnisch von über 20°C und Sonne bis ca 2°C und feuchtkalt. Wind reichlich meist gnädig von hinten, aber auch starker Seitenwind und praller Gegenwind. Windstärke ca 4-5, in Böen 6. In der vorletzten Nacht richtig Sturm. Wir waren geschützt unter einem Dach auf einem Biwakplatz (s.Foto). Die Besiedlung der Donau ist ja wie bekannt schon sehr alt; wir können dies bestätigen- alte und neue Datschen überall. Gerade im Süden Ungarns ist deutsch doch auch immer wieder zu sehen und zu hören. Kleiner Tipp für Donauradelnde- nehmt immer die neueste Auflage. Bei uns stimmt schon manches nicht mehr. Nach zwei Tagen draußen campieren genießen wir mal wieder eine feste Bleibe mit warmer Dusche! Nun geht’s nach Kroatien auf familiärer Spurensuche. Ach übrigens für die Familie: Gestern habe ich ein astreines Hähnchenpaprikasch gegessen!!! Und Palatschinken gibt’s hier ja sowieso.  

Budapest

Ein Tag radfrei und schlendern kann auch ganz schön anstrengend sein. Manche sagen, dass Budapest eine der schönsten Städte der Welt sei. Nun, das können wir noch nicht ganz nachvollziehen, aber wir sind ja auch nicht lange hier. Beim Wandern haben wir viele überraschende Aspekte gesehen, davon ein paar Eindrücke in einer Galerie. Ab morgen geht’s Richtung Belgrad.          

Donauradweg Wien-Budapest

Dieser Abschnitt ist geprägt von sehr unterschiedlichen Streckenqualitäten, allerdings meistens sehr gut, nur selten schlecht oder gar Schotter. Wir haben zweimal wild gezeltet; das ging problemlos. Es wird so früh dunkel, dass mich bereits um 21.00 Uhr eine schwere Müdigkeit überfiel. Da es auch recht frisch wurde, verkrochen wir uns bald in den Schlafsack. Morgens ca. 3 Grad im Zelt! Da fällt die Morgentoilette kurz aus, denn draußen ist es nicht wärmer. Nach der zweiten Nacht wuchs die Idee einer warmen Dusche und so war in Esztergom eine Pension angesagt. Außerdem hatte der Zeltplatz natürlich noch zu. Nach Budapest rein war teils schön, teils nervig. Vor allem die letzten 20 km, neben der Autobahn, auf schlechter Strecke, zum Schluss im Berufsverkehr. Wir hatten den deutlichen Eindruck, dass Budapest noch keine Radlerstadt ist. Inzwischen wissen wir, dass es auch gute Radwege gibt, -man muss die Verbindungsachsen halt kennen! Hier ein paar Eindrücke von unterwegs. – Ach ja, ein Minikurzbad in der Donau musste auch schon sein! – ca. 10sek aber immerhin!  

Wiener Zentralfriedhof

In Wien gibt es reichlich Zerstreuung, aber wir haben uns gestern den ganzen Tag auf dem Zentralfriedhof herumgetrieben. Der heißt nicht so, weil er zentral gelegen ist, sondern weil er vor 140 Jahren als eine Art Hauptfriedhof geplant war. Zunächst hatte er überhaupt keine Chance gegen die vielen kleinen Friedhöfe der Stadt, bis man dort einige Berühmte dort bestattete (Beethoven, Brahms und andere) oder auch verlegte (Mozart z.B., mehr als 50 Jahre nach seinem Tode!). Plötzlich war es schwer angesagt, neben Musikern, Staatsmännern und Künstlern zu liegen. Eine „scheene Leich“ ist übrigens keine schöne Leiche sondern ein schönes Begräbnis! Karin und ich haben von diesem Friedhof das erste Mal gehört um 1980 durch das Lied von Wolfgang Ambos, der den 100sten Geburtstag 1975 so wunderbar besungen hat: https://www.youtube.com/watch?v=AoFnQ6hlG1w&list=PLLli32Yn17CWlUTNFyRgmfY1-ZO94Z_c1 Das Areal ist weitläufig und noch lange nicht ausgenutzt, hat zum guten Teil Park-Charakter. Es wird für alle was geboten: der Alte und der Neue jüdische Friedhof, der Bereich für Moslems (nach Osten ausgerichtet!), Kopten, Orthodoxe jeder Art, Buddhisten, Leichen aus den Präparierkursen der Anatomie und ein …

Wien

Wer Wien hört, denkt an den Prater – und wir denken neigungsgemäß  auch an den Zentralfriedhof. Also zeigen wir Euch ein paar Eindrücke vom Prater, der übrigens erst am 15.03. Saisonbeginn hatte und dementsprechend noch einige Buden im Aufbau waren. Manchmal wirkte er noch etwas trist, bei den Temperaturen und mitten in der Woche kein Wunder. Dennoch will ich nicht dabei sein, wenn sich im Sommer die Massen durchschieben. Am nächsten Tag war dann Zentralfriedhof angesagt. Die wunderbare Praterhauptallee entlang, ca. 5km schnurgeradeaus, breit, bestens asphaltiert, mit unbefestigten weiteren Spuren rechts und links – eben eine Prachtallee. Unglaublich viele Jogger, Walker, Skater, Spaziergänger, Fiaker etc. waren schon vormittags unterwegs. Fritz konnte ein Foto von der Sonnenfinsternis machen, da ein netter älterer Herr bereitwillig ein Stück Röntgenfolie zur Verfügung stellte. Er hatte Zeit und gab sie jedem, der vorbeikam und zeigte uns auch noch seine Nachthimmelfotos, die wirklich ganz besonders waren. Er war passionierter Fotograf mit einer kleinen Knipskamera- sehr beeindruckend. Wir haben unterwegs noch einige interessante Gebäude gefunden- beim Radeln durch die Straßen. Wie gesagt, mussten wir den …

Donauradweg bis Wien

Das Beeindruckendste bisher waren die unglaublichen Biberspuren überall. Die nagen einfach alles durch und machen wohl inzwischen ganz gute Probleme beim Hochwasserschutz. Gesehen außerdem: Fischreiherkolonie in hohen Pappeln, Frühlingsblüher, Häuser auf Stelzen, etc.      

Campingsaison eröffnet!

Endlich haben wir einen Zeltplatz gefunden, der zwar noch geschlossen ist, aber auf den wir uns offiziell stellen dürfen. Wasser ist zwar abgestellt, aber wir dürfen das WC vom Restaurant nebenan benutzen! Also alles gut; morgens allerdings noch ganz schön frisch. s.Foto  

Von Prag an die Donau

Ehrlich gesagt haben wir dieser wunderbaren Gegend nicht die Aufmerksamkeit gewidmet, sie sie verdient. Der gruselige Gegenwind hat uns einfach die Lust genommen, mal Pause zu machen und die besonderen landschaftlichen Aspekte wahrzunehmen. Auch im Waldviertel, wo zwar langsam die Sonne durchkam, dafür der Wind umso stärker wurde, fehlte etwas die Genussfähigkeit für den Augenblick. Tja, da haben wir noch Aufgaben für unsere Persönlichkeitsreifung! Heute, am 18.03. hatten wir die Variante: Sonne, leichter Wind, mehr runter als rauf. Und was soll ich sagen- wir hielten an, machten Fotos, genossen die Landschaft und alles war gut! Die dicken Winterhandschuhe wurden verstaut und die leichten rausgeholt. Und es wird Frühling! Die ersten Bärlauchteppiche wurden gesichtet. Endlich können wir die Feldlerchen auch hören; bisher war der Wind zu laut. Und jetzt eröffnen wir die Campingsaison-endlich! Der Zeltplatz ist zwar noch zu, d.h. kein Wasser da, aber das Restaurant nebenan ist geöffnet und wir dürfen die Toiletten benutzen. Der Wassersack kommt zum Einsatz und so haben wir morgen früh eine kleine Katzenwäsche. Alles ist gut und morgen geht’s nach …

Das mittelgebirgige Hügelland ist der Feind des Reiseradlers. Behaupte ich jetzt mal so.

Die 97 km von Prag nach Tabor sind so eine Strecke. Die Steigungen sind meist relativ kurz aber heftig. Machen wir mal ein Rechenbeispiel: Wir finden zunächst Strecken vom Tal zum nächsten Buckel von etwa zwei Kilometern mit Steigungen zwischen 4 und 9 %, gern auch mal etwas drüber. Die fahren wir mit unserem ganzen Gerödel in den kleinsten Gängen mit einem Tempo um 7 km/h. Da brauchen wir dann für die zwei Kilometer 17 Minuten. Für die Abfahrt ins nächste Tal, ebenfalls zwei Kilometer, reichen drei Minuten, wenn Strassen- und Windverhältnisse es zulassen (gestern hatten wir allerdings einen geradezu stürmischen Südost, also schräg gegenan). Dabei sind die Strecken bergauf und bergab immer gleich. Aber 90 % der Zeit fährt man bergauf und nur 10 % bergab. Mal sind die Buckel höher und die Täler tiefer, aber das Verhältnis bleibt immer gleich. Auf diese Weise kam dann eine reine Fahrzeit (also ohne Pausen) von 7:43 zustand mit einem Stundenschnitt von 12,56 km/h (maximal aber 47 km/h!) und immerhin 1500 Höhenmetern. Die würden auch einem Tag …

Prag

Einen Tag Pause in Prag! Bummeln im Nieselregen, 2 Ausstellungen besucht, gut gegessen und Touristenströme bewundert. Ein paar Fotos in der Galerie. Es fühlt sich immer noch ein bisschen wie normaler Radurlaub an. Vielleicht, weil wir die Strecke schon mal gefahren sind. Nun freuen wir uns auf die Donau!  

Elberadweg Tschechien

Wir sind ja nun ab Moritzburg dem Elberadweg gefolgt. Bis zur Grenze überhaupt kein Thema, sehr gut ausgebaut und gut beschildert. In Tschechien sind wir bis Usta mit großer Begeisterung gefahren, dann wurden die off-road Abschnitte zu nervig für uns. Aber bis dahingilt: Der tschechische Teil des Elberadweges ist zum großen  Teil fahrradfreundlich ausgebaut aber immer gut ausgeschildert!      

Kurze Selbstreflektion

Ja, wer bin ich denn nun?? Friedrich der Streitbare? Strenge? Ok, der Ernsthafte. Aber der Gebissene?!-Das Selbstbild ist doch eher der Sanftmütige. Und vielleicht irgendwann der ein wenig Weise. (Mosaikwand mit Darstellung der sächsischen Könige in Dresden)  

Lupi, ein echter Wolfsburger

Wir möchten einen Mitradler vorstellen, der noch 2 Tage vor unserer Abfahrt auftauchte. Es hat sich schnell herausgestellt, dass er gar nicht radeln kann, aber da er ein netter Kerl und sehr weltoffen ist, haben wir ihn mitgenommen. Meistens sitzt er angeschnallt hinten auf dem Rad und darf sich die Gegend anschauen. Er wird wohl ohne zu laufen, recht platte Füße bekommen, denn die Abspannstrippen quetschen sie etwas. Naja, wer reisen will, darf nicht zimperlich sein. Lupi ist ein Wolfsburger Gewächs und möchte gerne mit bis Japan. Zwischendurch wird er sich vielleicht selbst mal zu Wort melden, wenn ihm aus „Wolfsburger Sicht“ etwas auffällt, bisher war er mit Erinnerungsfotos zufrieden.

Leipziger Lerchen u.a.

In einer kleinen Bäckerei einen Michkaffee geschlürft und gefragt, was denn „Leipziger Lerchen“ seien, die da auf der Tafel angepriesen wurden. Wir wurden aufgeklärt, dass bis ins 17.Jhdt. Lerchen, gefüllt mit einer Speckpflaume, eine Leipziger Spezialität gewesen seien, die auch exportiert wurden. – Bis es fast keine Lerchen mehr gab. Dann wurden sie verboten. Ca. 100 Jahre später hat ein Bäcker Neue erfunden: Kirschen, dick mit Marzipan umhüllt in einem Mürbeteigpastetchen versteckt. Das gibt es auch mit Pistazien und als „Herrenvariante“ mit Zartbitterschokolade. Wir durften ein kleines Stück probieren- ein Viertelchen jeder. Das Marzipan war so mächtig, dass wir denken, ein Törtchen reicht für eine ganze Familie! Aber ausgesprochen lecker!  

Dresden, immer wieder schön

Auf dem wunderbaren Elberadweg (sehr zu empfehlen) bei Sonne und Rückenwind bis in die Dresdner Altstadt geradelt. Noch schnell einen Amarenabecher genossen, wahrscheinlich der letzte für eineinhalb Jahre, ein paar Fotos gemacht und dann zog es sich auch schon zu- wie angekündigt. Das Hostel in der Neustadt war ganz ok und abends trafen wir uns mit einem Wolfsburger Freund, der derzeit in der Nähe weilt. Ein schöner Abend. Morgens trüb und kalt, aber immer noch Rückenwind. Auf dem Elberadweg (lieber Michael, du sieht, wir fahren ja gerne Flussradwege!) weiter Richtung Tschechien. Es sind jetzt nur noch 6°C, nasskalt und man könnte es fast ein wenig ungemütlich nennen, wenn da nicht der hilfreiche Rückenwind wäre.   In Decin hatte ich nach 76km dennoch keine Lust mehr. Tschechisches Bier und Essen sind ja bekanntermaßen für Radler ausgezeichnet geeignet.  

Überraschendes Geständnis

Gestern teilte Karin mir mit, dass sie eigentlich ein Weichei sei und überdies faul. Sie würde beispielsweise nie einen Alpenpass hochradeln, wenn es nicht zwingend sein müsste, z.B. weil sie da eben unbedingt hoch wolle. Mir sind diese durchaus negativen Eigenschaften in den letzten 30 Jahren noch nicht aufgefallen. Aber ich werde mal drauf achten.

Magdeburg-Oschatz

Bisher waren die Wettergötter mit uns! Vorgestern Sonne, 18°  mit Seiten-Gegenwind; gestern bewölkter, 15° und Rückenwind. Mit guter Laune losgefahren: Am Sonntag hatten wir den Eindruck, dass sich in diesen sachsen-anhaltinischen Gegenden diverse Männlichkeitsrituale noch gehalten haben, die bei uns nicht mehr ganz so ausgeprägt beobachtet werden. Dazu gehört vor allem das Präsentieren der Höhe des Adrenalin- und Testosteronspiegels durch beherztes Fahren von Kraftfahrzeugen. Vielleicht bietet die ansonsten häufig eher spartanisch ausgestattete Landschaft auch wenig andere Möglichkeiten.         gefunden:             In Halle wurden wir herzlichst empfangen und nach köstlichem Essen machten wir einen netten Bummel durch die Stadt. Halle ist wirklich sehr nett! Studentenflair- jetzt, in den Semesterferien weniger durch vorhandene Exemplare dieser Spezies, sondern mehr durch die vorhandene Infrastruktur erkennbar. Am nächsten Tag ins mit Rückenwind durch Leipzig nach Oschatz. Dort hatten wir überraschenderweise den ersten Kontakt mit Indien!  

die ersten km sind geradelt!

Die letzten Tage waren für alle Beteiligten, vor allem Familie, Freunde und Praxis, etwas  anstrengend – habt Dank für Eure Geduld und Rücksichtnahme! Die vielen guten Wünsche und Glücksbringer haben uns sehr gefreut und wir haben (fast) alle mitgenommen! Und auch von zuhause werden sie wirken. Der Abschied und Aufbruch war super! Gutes Wetter, großer Bahnhof, gute Wünsche. Und viele, die uns auf den ersten km begleiteten; drei Freunde, die sogar bis Magdeburg mitgeradelt sind; sie mit leichtem Gepäck und wir mit unseren Schwertransportern. Die Räder sind doch ganz schön schwer, 52kg und 56kg und passen noch nicht zu meiner Kondition. Aber das wird sich noch geben.